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Abenteuer Canyoning

Hier rauscht das Adrenalin.

Home » Genuss » Abenteuer Canyoning - 05.2018

Einzigartiges Naturerlebnis, sportliches Abenteuer und unvergessliches Guppenerlebnis – all das vereint Canyoning. Und in den Alpen finden sich die schönsten Touren Europas.

Üblicherweise besteigt man Berge von unten nach oben, die Belohnung wartet dann auf dem Gipfel. Beim Canyoning ist es genau umgekehrt – und das Adrenalin pumpt auf der gesamten Strecke durch die Adern.

Es ist eine Mischung aus Wandern, Abseilen, Klettern, Springen und Schwimmen, mit der man sich hier durch Schluchten hindurch seinen Weg nach unten bahnt. Entlang der Felsen und durch das Wildwasser nützt man Felsvorsprünge als Sprungbretter, glatte Passagen als Rutschbahnen und Felsbecken als Whirlpool zum Ausruhen zwischendurch.

Canyoning ist nicht nur wunderbar anstrengend, sondern bringt neben dem Adrenalinkick auch noch jede Menge neuer Eindrücke und Erlebnisse – die perfekte Aktivität für alle Abenteuerlustigen. Es trainiert die Ausdauer, regt das Herz-Kreislauf-System an und fordert die Koordination. „Das Besondere am Canyoning ist, dass man jedes Mal über die eigene Hemmschwelle hinauswachsen muss, seine persönlichen Grenzen überwindet und langfristig auch verschiebt“, so Canyoning-Guide Patrick Berghammer. „Man erhält Zugang zu Orten, die man sonst nicht sehen würde, und kann dort das imposante Schauspiel von Wasserfällen und Natur beobachten.“

Was das Canyoning besonders macht, ist nicht nur das einzigartige Naturerlebnis, sondern auch das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe. Alle müssen einander vertrauen, um gemeinsam neue Grenzen austesten zu können. Doch trotz des hohen Spaßfaktors darf man nicht vergessen, dass auch ein gewisses Maß an Vorbereitung und Vorkenntnissen nötig ist, egal, ob man in einer geleiteten Gruppe oder auf eigene Faust unterwegs ist.

Christian Schnöller, Geschäftsführer der Area 47

»Beim Canyoning bewegt man sich in einer Umgebung, die man sonst nur aus der Luftperspektive kennt.«

Nur keine Höhenangst!

Eine wichtige Voraussetzung ist ein hohes Maß an alpin- und wassertechnischer Qualifikation. Daher sollten Anfänger ausschließlich mit einem ausgebildeten Canyonführer durch die Schluchten klettern. Denn Canyoning verlangt nach mehr, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. In geführten Gruppen mit ausgebildetem Trainer kann laut Christian Schnöller, Geschäftsführer der Area 47, grundsätzlich fast jeder eine Canyoning-Tour machen. Man muss schwimmen können, einigermaßen trittsicher sein, ein gewisses Maß an Fitness mitbringen und darf keine Höhenangst haben.

„Das Tolle am Canyoning ist, dass man, ohne Extremsportler oder Bergsteiger zu sein, mit relativ wenigen Skills an Orte kommen kann, an die sonst keiner kommt“, schwärmt Schnöller. Geführte Touren sind ideal, um die Sportart kennenzulernen, die Anbieter stellen hier auch die recht umfangreiche Ausrüstung zur Verfügung.

„Wir bieten unseren Besuchern Neoprenoveralls, Schuhe, Socken, Gurt und Helm, also alles, was man für einen Canyoning-Tag braucht“, sagt Schnöller. „Nur die Badesachen müssen sie selbst mitbringen.“ Nach Begrüßung, Einkleidung und einer Sicherheitseinweisung kommt laut Schnöller der sogenannte „point of no return“: Man stürzt sich in bis zu vier Stunden voller neuer Eindrücke und Erlebnisse.

Wer danach beschließt, eigenständig Touren zu unternehmen, sollte einschlägige Ausbildungskurse absolvieren oder einem Verein beitreten. „Die Ausbildung zum Canyoning-Guide ist sehr umfangreich“, sagt Max Märker, selbst ausgebildeter Guide. „Man lernt Seil-, Knoten- und Klettertechniken, das Einschätzen von Wassergefahren, geologisches Grundwissen, Wetterkunde, Gruppenführung und spezifische Erste Hilfe.“

Die Gruppe ist wichtiger als das Ego

Um im Canyoning erfahren zu werden, braucht es neben Zeit auch Übung. Die gewinnt man am besten, indem man verschiedene Schluchten in verschiedenen Ländern probiert. Doch das Wichtigste ist ein verlässlicher Canyoning-Partner.

Und das Allerwichtigste? „Leidenschaft“, sagt Christian Schnöller. „Es geht nicht immer nur darum, zu beweisen, dass man der Beste ist, sondern vor allem um den Spaß an der Sache und die Zusammengehörigkeit als Gruppe.“

Canyoning in Europa:

Auerklamm, Tirol
Egal ob Anfänger oder Profi, hier findet jeder das Passende.
Für Herausforderungen sorgen über 15 Meter lange Rutschen, Abseilstellen bis 50 Meter und Sprünge bis zu 14 Meter. Ungeübte können die verschiedenen Teile der Schlucht individuell kombinieren.

Kobelache, Vorarlberg
Unter Guides zählt die Schlucht am Bodensee zu den besten im deutschsprachigen Raum. Ein Highlight ist der Abschluss des Canyons, denn die letzte Rutsche endet mit einem fünf Meter langen Flug in das letzte Becken.

Sierra de Guara, Spanien
Hier liegt der Geburtsort des Canyoning. Seit den 1970er-Jahren zieht es die Leute zu den über 70 Schluchten im Nationalpark „Parque Natural de la Sierra y Cañones de Guara“.

Massaschlucht, Schweiz
Auch als „Grand Canyon der Schweiz“ bezeichnet, eignet sich die Massaschlucht für Canyoning-Einsteiger mit guter Kondition. Das Eis und das Schmelzwasser des Walliser Aletschgletschers haben hier über Jahrtausende eine beeindruckende Schlucht aus dem Gestein gewaschen.

Soča-Tal, Slowenien
Die Soča gilt mit ihrer charakteristischen blaugrünen Farbe als einer der schönsten Flüsse Europas. Wasserfälle, enge Felsschluchten und natürliche Wasserrinnen bieten optimale Canyoning-Voraussetzungen.

Gardasee, Italien
Italiens größter See bietet nicht nur die eindrucksvolle Kulisse der Dolomiten, sondern auch zahlreiche kleine und enge Schluchten, die zu den verschiedensten Canyoning-Touren einladen.

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