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Achtsamkeit in der Partnerschaft

So bleibt die Beziehung heil.

Home » Leben » Achtsamkeit in der Partnerschaft - 10.2018

Oft ist es innerhalb einer Beziehung nicht leicht, den richtigen Weg zueinander zu finden – oder wiederzuentdecken. Mehr Achtsamkeit in der Partnerschaft hilft dabei.

Jedes Paar erlebt seine ganz einzigartige Liebesreise. Doch manche Dinge sind in fast allen Beziehungen gleich: Am Beginn stehen Anziehungskraft und Verliebtheit. Nach einigen Jahren werden die Sexualhormone schwächer und das Bindungs- und Freundschaftshormon tritt stärker in den Vordergrund. Jetzt ist die Zeit, in der ein neuer, gemeinsamer Rhythmus gefunden werden möchte.

Blockaden lösen

Eine wichtige Voraussetzung für langfristige, beglückende Liebe ist, den Partner so zu nehmen, wie er ist. Dafür muss man sich erst einmal selbst annehmen können. Jeder Mensch ist von seinen Vorerfahrungen geprägt. Ungelöste Konflikte werden häufig in die Beziehung mit hineingetragen und können eine offene, liebevolle Begegnung mit dem Partner blockieren. „Eine starke Liebesbeziehung aktiviert diese Konflikte unbewusst, damit sie gelöst werden können“, so Veronika Lamprecht, Liebeskulturtrainerin in Oberösterreich.

Paare, die miteinander kommunizieren, schaffen es leichter, ihre Liebe lebendig zu halten.

Wertschätzend kommunizieren

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Über Sexualität sprechen lernen 

Der moderne, schnelllebige Alltag bietet für tiefgehenden Austausch nicht unbedingt die besten Voraussetzungen. Das fremdbestimmte Umfeld, das viele Menschen erleben, wirkt in die Paarbeziehung hinein. Für wertschätzende Kommunikation muss man sich aber Zeit nehmen. Nur durch Ehrlichkeit in der Kommunikation lassen sich langfristig große Konflikte und Verletzungen vermeiden. Lamprecht empfiehlt, sich aus einer „Quelle der Liebe“ heraus auszudrücken.

Ich-Botschaften überbringen

Über Emotionen zu sprechen ist nicht leicht. Zuerst muss sich jeder seiner Gefühle bewusst werden. Vorwürfe erschweren die Kommunikation. Besser ist es, sogenannte Ich-Botschaften zu überbringen. Konkret heißt das zum Beispiel: „Ich fühle mich …“ anstatt „Du bist …“. Das macht einen großen Unterschied und schafft Begegnung auf Augenhöhe. Wenn man dem anderen sagen kann, wie es einem wirklich geht, und das bewusste Zuhören des Gegenübers spürt, fühlt man sich angenommen – und umgekehrt. Vertrautheit, Verbundenheit und Intimität entstehen.

Sexuelle Weiterbildung

Einer Beziehung ausreichend Raum zu geben bedeutet vor allem auch, sich Zeit füreinander zu nehmen. Lamprecht rät zu bewussten Liebeszeiten. Das sind Momente, in denen nichts anderes wichtiger ist als die Zweisamkeit. Was unternommen wird, hängt davon ab, wo das Paar gerade in seiner Beziehung steht. Wenn es um Erotik und Sex geht, gilt: Dabei, den eigenen sexuellen Rhythmus zu finden, können intime Gespräche genauso wie sexuelle Weiterbildung, zum Beispiel in Form von Seminaren oder Büchern, helfen.

3 praktische Tipps für mehr Achtsamkeit in der Partnerschaft

1. Redezeit

Umfangreichere Themen werden am besten in Paargesprächszeiten behandelt, für die fixe Termine festgelegt werden, und zwar an einem ungestörten Ort, der im Idealfall immer derselbe ist. Zu Beginn steht Dankbarkeit. Man sitzt einander gegenüber, schaut sich in die Augen und sagt sich gegenseitig, wofür man dem anderen dankbar ist. Erst danach werden Anliegen und Gefühle nacheinander ausgesprochen. Der andere hört jeweils mit geöffnetem Herzen zu, ohne zu unterbrechen. So fühlen sich beide Partner wirklich angenommen. Oft kristallisiert sich wie von selbst eine gemeinsame Vereinbarung heraus.

2. Hautzeit

Bei der gemeinsamen Hautzeit legt sich das Paar nackt für jeweils rund 20 Minuten abwechselnd hintereinander in die Löffelchenstellung. Über die absichtslose Berührung – im Gegensatz zur fordernden Berührung – wird der andere so wahrgenommen, wie er ist. Miteinander zu atmen schafft zusätzlich eine innige Verbindung.

3. Berührungszeit

Zärtlichkeit im Alltag ist eine Grundhaltung und verändert eine Beziehung langfristig. Eine „Alltagskultur der Zärtlichkeit“ bedeutet, sich auch tagsüber absichtslose, sanfte Berührungen und Umarmungen zu schenken. „Das aktiviert unmittelbar das Glücks- und Bindungshormon und ermöglicht auch eine tiefere Hingabe im Sex“, so Lamprecht. Berührungen können darüber hinaus eine heilsame Wirkung für die Seele haben.

BUCH TIPP Veronika Lamprecht

Veronika Lamprecht, Jahrgang 1965, arbeitet unter anderem als Begleiterin für persönliche, berufliche, spirituelle und sexuelle Entwicklungen, ist Gründerin der GAIA- Akademie, Ritualleiterin und Liebeskulturtrainerin in Oberösterreich.

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