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Advent-Modus

Tipps und Tricks für eine gelungene Weihnachtsfeier.

Home » Leben » Advent-Modus - 10.2016

In der Ruhe liegt die Kraft. Es ist zwar eine chinesische Weisheit, aber sie hilft auch in der Vorweihnachtszeit. Ein paar gute Tipps für die Vorbereitungen zum und auf das Fest.

Feste zu feiern ist ein schöner Brauch. Vor allem, wenn man mit dem Herzen dabei ist. Wenn es darum geht, mit anderen Menschen Zeit zu verbringen, sich nahe zu sein, etwas von sich herzugeben. Dann wird das Fest zu einem gelungenen. Da zählt jeder Moment. Ein Lächeln, eine Berührung, ein kleines Geschenk, ein gutes Essen. Es braucht nicht viel für einen schönen Abend. Keine großartigen Vorbereitungen, schon gar keine, die einen ins Schwitzen bringen. Hauptsache, man nimmt sich Zeit und setzt sich zusammen. So denkt jedenfalls Michaela Hager, eine der besten bayrischen Wirtshausköchinnen. „Gutes Material und gutes Handwerk und die Liebe, etwas zu machen, das in seiner Ursprünglichkeit anmutig und schön ist – mehr braucht es nicht“, meint die Köchin und erinnert sich gerne daran, wie das bei ihr zu Hause war. Da gab es viele spontane Besuche, Freunde, die bei der Tür hereinschneiten und blieben, weil es so gemütlich war. Der Vater holte Wein aus dem Keller, die Mutter reichte Salami und frisches Brot, der Kamin strahlte Wärme aus. Dann wurde gegessen, geplaudert, gelacht. „Wenn du wirklich Freundschaft schließen willst, geh zu jemandem nach Hause und iss mit ihm. Die Menschen, die dir ihr Essen geben, geben dir ihr Herz“, sagte César Estrada Chávez, Gründer der US-amerikanischen Landarbeitergewerkschaft United Farm Workers. Und recht hatte er. Essen verbindet. Essen ist wie ein Stück Heimat, das man gerne teilt. Essen ist ein Fest. Und damit ein Fest in schöner Erinnerung bleibt, gibt es hier einige Entspannungstipps.

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Perfekt. Der Perfektionismus ist ein gern gesehener Gast. Aber wenn er nicht kommt, ist das auch okay.

Den Schongang einlegen

„Man sollte schon die Vorbereitungen zelebrieren“, rät Eschi Fiege, Kochbuchautorin und Erfinderin des Mittagstisches, eines genussvollen Treffens unter Freunden, bei dem ein paar gute Häppchen serviert werden. Die Tage vor dem Fest dienen der Einstimmung. „Rezepte zusammensuchen, die man gerne kochen möchte oder von denen man weiß, dass sie zu den Lieblingsessen der Gäste zählen. Sich Zeit nehmen fürs Einkaufen und sich das auch schon schön machen. Den Abend in Gedanken durchspielen und sich überlegen, welches Gefühl, welche Stimmung aufkommen soll“, sagt Eschi Fiege, die schon in die Vorbereitung viele Ideen steckt. „Ich überlege mir immer, wie ich es denn gerne hätte. Das ist ein guter Wegweiser“, erklärt Fiege.

BUCH TIPP Festlichkeit

Michaela Hager: „Festtagsküche“ Die besten Festtagsmenüs für jede Jahreszeit. Brandstätter Verlag.

Sie mag eine herzliche Begrüßung, liebt es, wenn sie den anderen Gästen vorgestellt wird, wenn man ein bisschen was über sein Gegenüber erfährt, Anknüpfungspunkte findet. Und freut sich auch über einen Willkommenstrunk, mit dem man gekonnt die Zeit überbrückt, bis die Gespräche in Gang kommen und man sich näher kennenlernt. Ein Gastgeber, der weiß, wie er eine zusammengewürfelte Schar an Freunden zusammenbringt, hat so seine Kniffe. Leidenschaftliche Gastgeber sind wie Regisseure, sie geben dem Abend eine Dramaturgie. Sie überlegen sich schon bei der Einladung, wer gut zusammenpasst, wer sich von wem inspirieren lassen kann, wer etwas Interessantes zu erzählen hat. Und auch wenn einem Gästelisten und Sitzordnungen fürchterlich altmodisch vorkommen mögen, sind sie doch ein wichtiges Detail, um den Abend in Schwung zu halten. „Man muss ein Gemeinschaftsgefühl erschaffen, dann wird es ein gelungener Abend“, weiß Fiege aus Erfahrung.

Sie lädt ihre Gäste auch immer gerne dazu ein, selbst Hand anzulegen und mitzuhelfen, zum Beispiel beim Servieren eines Ganges oder beim Nachfüllen leerer Gläser. „Was du einmal angefasst hast, ist dir vertrauter“, sagt sie. Und wenn der Gastgeber wie ein Regisseur denkt, dann überlegt er sich auch das Tempo für den Abend. Soll er ruhig und beschaulich werden, oder lieber beschwingt und bewegt? Eschi Fiege wechselt gerne die Räumlichkeiten, richtet einen Gang am Balkon an, versammelt die Leute in der Küche, bringt so Bewegung in den Abend, lenkt und leitet je nach Stimmung und Gefühlslage. „Aber man soll sich nicht zu viele Gedanken machen, schließlich haben ja auch die Gäste Eigenverantwortung“, meint sie.

Die Vorbereitung meistern

Gerne schleicht sich ein Gast ins Haus, der einem mitunter ins Schleudern bringen kann: der eigene Perfektionismus. Er macht sich bei der Einladung bemerkbar, wächst über die Tischdekoration hinaus, plant aufwändige Gastgeschenke ein und geht von einem Menü aus, das alles übertrifft. Als Belohnung gibt es Lob und Anerkennung, als Begleiterscheinung erhöhten Puls und rote Backen, dazu eine Portion Stress. „Perfektion anzustreben finde ich schon gut, aber man muss sie nicht unbedingt erreichen. Und die Frage ist doch auch: Was ist schon perfekt?“, sagt Fiege.

Regisseur. Als Gastgeber ist man der Regisseur des Abends.

Regisseur. Als Gastgeber ist man der Regisseur des Abends.

Abhilfe schaffen eine gute Vorbereitung und Sicherheit. Die legt man sich zu, indem man ein Gericht serviert, dessen Zubereitung man im Schlaf kennt und das einen genau deswegen nicht aus der Ruhe bringt. Klassiker, die man schon oft gekocht hat, beruhigen die Nerven, wenn eine große Schar verköstigt werden soll. Auch bei der Gangfolge ist gute Vorbereitung hilfreich. So kann ein Gang etwas aufwändiger sein, der nächste dafür wieder einfach. Und dazwischen heißt es: Zeit lassen, sich selber hinsetzen, in Ruhe essen, eine kleine Pause einlegen. Schließlich geht es ja darum, gemeinsam einen schönen Abend zu verbringen. Wenn der Gastgeber ständig aufhüpft oder sich kaum blicken lässt, ist das für alle Beteiligten kein Vergnügen.

Eine Meisterin der Vorbereitung ist auch Michaela Hager. Sie plant den Abend nach der Länge der Gästeliste. Je länger, desto weniger vielfältig gestaltet sie das Menü. „Das Zusammensitzen ist das Wichtigste, die Gäste kommen ja nicht, weil sie hungrig sind“, sagt sie. Da darf es ruhig einmal ein Schmorgericht geben, ein Dessert, das gefrostet ist und schon am Tag zuvor zubereitet wurde. Oder Platten mit Köstlichkeiten, von denen sich die Gäste selber bedienen. „Wer ein Fest plant, sollte sich auch immer überlegen, woher Unterstützung kommen kann. Wer kann beim Servieren helfen, wer kann bei den Getränken zur Hand gehen, wer kann sich mit den Kindern beschäftigen, damit auch die Eltern einen entspannten Abend haben“, sagt Hager.

BUCH TIPP Zweisamkeit

Eschi Fiege: „Lovekitchen – Rezepte für 2“ Das schönste Geschenkbuch für zwei, die sich lieben. Brandstätter Verlag Blog: lovekitchen.jimdo.com

 

In Erinnerung bleiben

Um Stimmung zu verbreiten, lässt Hager ihre Gäste gerne am Geschehen teilhaben. Eine Flasche Champagner, die vor ihnen ausgeschenkt wird, ein Stockbrot, das vor den Augen aller gegrillt wird, ein offenes Feuer als Begrüßung. Ideen, die nicht aufwändig umzusetzen sind, aber in Erinnerung bleiben. „Jeder Abend ist ein Experiment“, sagt Eschi Fiege, und man spürt die Freude, die bei ihr zum Vorschein kommt, wenn sie ihren Freunden etwas Gutes kredenzen kann und der Abend vergnügt und fröhlich wird.

Weiterlesen: Tipps & Tricks für die perfekte Feier

Feier-Laune

„Essen war schon immer ein Ritual in meiner Familie. Ich liebe es zu essen! Es macht jedoch viel mehr Spaß, diese besonderen Ereignisse mit Freunden oder der Familie zu teilen. Essen geht für mich weit über die Grenzen der reinen Nahrungsmittelaufnahme hinaus. Essen bedeutet mit seinen Liebsten bei guter Musik gemeinsam zu kochen, an einen Tisch zu sitzen, sich Geschichten zu erzählen, Spaß zu haben, Beziehungen zu stärken. Nehmt euch die Zeit und esst miteinander!“ meint Florentina Klampferer, Fotografin und Foodstylistin. Ihr neues Buch „Stories on a plate“ liefert originelle Ideen, Menüs und Variationen für eine gemeinsame Zeit. Neben guten Ideen braucht es aber immer wieder gute Vorbereitung, sagen die Profis.

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Hier noch ein paar Anregungen:

4 Wochen vor dem Fest:

  • Gästeliste machen, Einladungen schreiben und verschicken – den Gästen ca. 10 Tage Zeit geben für eine Rückmeldung
  • Helfer anheuern – wer Unterstützung beim Servieren der Getränke hat oder  jemanden engagiert, der gute Drinks fabriziert, kann sich an dem festlichen Abend selbst entspannen

3 Wochen vor dem Fest:

  • Eine Playlist vorbereiten. Musik ist neben den Getränke und dem Essen ein wichtiger Faktor um gute Stimmung zu verbreiten.
  • Zum Zählen beginnen: Sobald alle Gäste zugesagt haben muss klar sein, dass es genügend Teller, Besteck, Gläser, Stühle und Platz am Tisch gibt. Falls nicht – jetzt ist der Moment alles zu organisieren (zum Beispiel von den Nachbarn ausborgen)

2 Wochen vor dem Fest:

  • Das Menü planen und einen detaillierten Ablaufplan erstellen. Profiköche wissen genau, wie lange sie für die Vorbereitung der einzelnen Speisen brauchen, geben aber trotzdem noch einen zeitlichen Puffer dazu. Im Menü einplanen: Desserts oder Vorspeisen, die man schon am Tag davor machen kann. Hier gilt: Mehrfach Erprobtes gelingt auch unter Zeitdruck. Und falls man etwas Neues ausprobieren möchte ist jetzt der richtige Moment, es zu tun.

1 Woche vor dem Fest:

  • Getränke besorgen, Überlegungen anstellen, wo alles eingekühlt werden kann (Eiswürfel in rauen Mengen für die Badewanne, Kübel, …)
  • Zutaten vorbestellen, damit dann auch sicher alles da ist
  • Ideen für die Tischdekoration sammeln und alles dafür einkaufen

Zwei Tage vor dem Fest

  • Alle Zutaten fürs Menü einkaufen

Am Tag vor dem Fest

  • Überlegen, was man gerne anziehen möchte – eine kleine Modeschau bringt einen in Stimmung.
  • Sich hübsch machen: Ein Besuch beim Friseur oder eine Maniküre – auch das trägt wunderbar zur Entspannung bei.
Weiterlesen: DIY-Tischdekorationen

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Und so geht’s:

Licht im Spitzenglas

Was man braucht. Ein Schraubglas, eine Schere, Bastelband, Teelichter und Tortenspitzen.
Erstens. Den Rand der Tortenspitzen abschneiden. Dabei einen kleinen Rand aussparen.
Zweitens. Die Spitze rund um die Öffnung des Glases wickeln ...
Drittens. ... und mit Bastelband gut befestigen.
Fertig. Ein Teelicht in das Glas stellen und schon ist die weihnachtliche Tischdeko fertig.

Weihnachtlicher Kerzenhalter

Was man dazu braucht. Grauen Filz, einen Stern-Ausstecher als Vorlage, weißes Papier, weiße Lackfarbe, eine Blechdose, eine Kerze, einen Pinsel, Bastelband und eine Schere.
Erstens. Mithilfe des Stern-Ausstechers einen Stern auf das weiße Papier malen und ausschneiden.
Zweitens. Den Stern mit wenig Kleber auf die Blechdose aufkleben. Er dient als Platzhalter und kann nach dem Anmalen wieder entfernt werden.
Drittens. Die Dose nun mit der weißen Lackfarbe anmalen. Sobald die Farbe getrocknet ist, den Papier-Stern wieder entfernen.
Viertens. Mithilfe des Stern-Ausstechers einen Stern auf den grauen Filz malen und ausschneiden.
Fünftens. Ein Stück Bastelband um die Kerze binden und den Filz-Stern in den Zwischenraum zwischen Kerze und Band schieben.
Fertig. Die Kerze in die Dose stellen und anzünden. Sehr weihnachtllich!

Bäumchen aus Tortenspitze

Was man dazu braucht. Eine Heißklebepistole, kleine Tortenspitzen, Holzperlen, Holzspieße und eine Schere.
Erstens. Tortenspitzen einschneiden ...
Zweitens. ... Zu einem Spitz formen und wieder zusammenkleben. Je weiter oben im Baum bzw. am Stäbchen, desto fester sollten die Tortenspitzen gedreht werden, dadurch werden sie kleiner und spitzer.
Drittens Holzstäbchen im unteren Bereich mit Heißkleber betupfen.
Viertens. Nun eine Holzperle auf das Stäbchen auffädeln und mit Heißkleber befestigen – sie hindert die Tortenspitzen am Verrutschen.
Fünftens. Die gedrehte Tortenspitze vorsichtig auf das Stäbchen bis zur Holzperle schieben.
Sechstens. Die Schritte drei bis fünf dreimal in kleinen Abständen wiederholen, sodass ein kleiner Tannenbaum entsteht.
Siebtens. Damit das Bäumchen stabil steht, befestigt man es am besten in einem Teelicht. Dafür den Docht des Teelichts entfernen, indem man die Kerze aus der Fassung herausstülpt und das kleine Metallplättchen mit dem Docht herauszieht.
Achtens. Die Kerze einfach wieder in den Behälter setzen und das Bäumchen in die Öffnung des Dochts hineinstecken.
Fertig. So kann das Bäumchen fest und sicher stehen.

Tannenbaum-Servietten

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