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Ätherische Öle und ihre Wirkung

Entspannender Ölhafen im Bad.

Home » Schönheit » Pflege » Ätherische Öle und ihre Wirkung - 10.2016

Wer sich entspannen will, geht der Nase nach. Ätherische Öle sind Nasenschmeichler. Wer sie richtig einsetzt, kann mit der Aromatherapie auch den Körper im Kampf gegen das eine oder andere Zipperlein unterstützen. 

Herbsüß, ein bisschen fruchtig. Ganz klar: Das riecht nach Urlaub. Und was da so gut duftet und einen an blühende Orangenbäume in Griechenland erinnert, ist Neroliöl. Düfte nehmen uns mit auf eine Reise, ob in weit entfernte Länder oder längst vergangene Zeiten. Sie können aber noch viel mehr, wirken direkt auf unser Gefühlszentrum, das limbische System. Und so funktioniert auch ein Teil der Aromatherapie, die man immer öfter zur Ergänzung der klassischen Schulmedizin einsetzt. Früher umhüllte sie eher ein esoterischer Hauch, mittlerweile gilt sie auch in der seriösen Wissenschaft als probates Mittel zur Linderung, Heilung und auch Vorbeugung von gesundheitlichen und seelischen Problemen. Ätherische Öle werden mittlerweile sogar in Krankenhäusern eingesetzt. Einige Düfte helfen, zu entspannen und Ruhe zu finden. Andere wiederum wirken anregend und belebend. 

Historische Tipps und moderne Erkenntnisse

Kleopatra soll auf Kopfpolstern geschlafen haben, die mit Rosenblüten gefüllt waren. Der römische Geschichtsschreiber Plinius empfahl, frische Pfefferminzblätter an den Wänden von Krankenzimmern anzubringen, um die Luft zu erfrischen. Und die Ärzte im Mittelalter nutzten Duftstoffe wie Weihrauch, um sich vor der Ansteckung mit tödlichen Krankheiten zu schützen. Wolfgang Steflitsch ist Lungenfacharzt und außerdem Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für wissenschaftliche Aromatherapie (ÖGwA). Er erlebt beinahe täglich in der Praxis, welche Effekte ätherische Öle auf den Körper haben können. Und er kennt auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu: „Man hat zum Beispiel festgestellt, dass Düfte auch in jene Gehirnareale gelangen, in denen Antidepressiva wirken. Antidepressiva sorgen dafür, dass stimmungsaufhellende Botenstoffe vermehrt zur Verfügung stehen. Ätherische Öle können das auch bewirken.“ Stimmungsaufhellend wirken beispielsweise alle Zitrusöle und Blütenöle von Rose bis Ylang Ylang. Neroli gilt als emotionales Notfallöl – vergleichbar mit Bachblüten-Notfalltropfen. Zur Entspannung empfiehlt der Fachmann Rosenholz, Lavendel, Melisse, Mandarine und Zitrone.

Wenige Tropfen mit großer Wirkung

Doch die natürlichen Duftstoffe haben nicht nur psychologische Effekte. Sie können im ganzen Körper – ähnlich wie Medikamente – eine pharmakologische Wirkung entfalten. Steflitsch: „Sie gelangen beim Riechen über die Nasenschleimhaut und bei Inhalation über die Bronchien sowie bei Einreibungen, Massagen, Wickeln oder Bädern über die Haut ins Blut.“ Dank des breiten Wirkungsspektrums können ausgewählte ätherische Öle – oft als Mischung mit natürlichen Pflanzenölen, etwa Mandelöl, Sesamöl, Arganöl in zahlreichen Anwendungsgebieten unterstützend wirken, so der Facharzt. „Die medizinische Aromatherapie wirkt besonders gut bei emotionalen und psychischen Beschwerden und Schwächezuständen, bei Infektionen und Entzündungen in den oberen und tiefen Atemwegen, Schmerzen und Entzündungen des Bewegungsapparates, Hautkrankheiten, bei Frauenleiden, Verdauungsstörungen und zur Förderung der Selbstheilungskräfte des Körpers.“

Hausmittel gegen Erkältung

Die Inhaltsstoffe vieler Öle wirken antimikrobiell, also gegen Viren, Bakterien und oftmals auch gegen Pilze, was vor allem in der Erkältungszeit von Vorteil ist: „Die Inhaltsstoffe des Eukalyptus oder Thymianöls können bei Infektionen im Nasen-Rachen-Raum dazu beitragen, den Schleim zu lösen und die Entzündung zu hemmen. Zudem treten bei der Bakterien-Behandlung mit ätherischen Ölen keine Resistenzprobleme auf, wie es bei Antibiotika bereits oft der Fall ist.“ Kommt die Aromatherapie bei Krankheiten zum Einsatz, sollte der behandelnde Arzt gut Bescheid wissen. Oder man wendet sich gleich an einen Mediziner, der auch als Aromatherapeut arbeitet. Eine Auswahl der Ärzte bietet die Webseite www.oegwa.at.

Entspannend. Ein paar Tropfen Rosenholz oder Lavendel in das Bad und den stressigen Alltag vergessen.

Entspannend. Ein paar Tropfen Rosenholz oder Lavendel im Badewasser lassen den stressigen Alltag vergessen.

Hochwertig und pflanzlich

Voraussetzung für die Wirkung ist, dass alle Öle von guter Qualität und zu 100 Prozent rein pflanzlich hergestellt sind, erklärt Steflitsch: „Ätherische Öle sollte man – mit wenigen Ausnahmen – vorsichtshalber nicht pur auf die Haut auftragen. Wer zu Allergien neigt, kann an die Innenseite des Unterarms ein bis drei Tropfen hintupfen. Bei Unverträglichkeit hätte man innerhalb von fünf Minuten eine Sofortreaktion beziehungsweise innerhalb von 24 Stunden eine Spätreaktion.“ 

Stress-Killer im Badezimmer

Das Kneipp Tiefen-Entspannung Gesundheitsbad unterstützt einen dabei, nach einem stressigen Tag Ruhe zu finden. Die wohltuende Kombination aus natürlichen ätherischen Patschuliölen löst Anspannungen, hochwertiges Sandelholzextrakt gleicht aus. Mit einer Formel aus Johanniskraut- und Passionsblumen-Extrakt wirkt auch das tetesept Gesundheits-Duschöl Beruhigung entspannend: Stress und Unruhe werden abgebaut, nach der Dusche fühlt man sich gleich wohler.

Ätherischer Leitfaden

Anwendung: Ätherische Öle werden entweder durch Wasserdampfdestillation oder Kaltpressung erzeugt. Am besten verwendet man sie in verdünnter Form oder – für Massagen und Einreibungen – mit Mandelöl, Sesamöl oder Olivenöl vermischt (10 Tropfen auf 50 ml Trägeröl). Sowohl für diese Öle wie auch für die ätherischen Substanzen selbst gilt: Biologische Reinheit und Natürlichkeit ergeben hohe Qualität. Die Öle dürfen keine Rückstände und Pestizide enthalten.

Zur Entspannung: Melisse, Rosenholz, Römische Kamille, Rosengeranie, Sandelholz, Ylang Ylang, Eukalyptus, Lavendel, Mandarine, Muskatellersalbei, Vanille, Zitrone und Neroli wirken entspannend. Man kann sie auch mit Mandelöl mischen und auf die Haut auftragen. Wer leicht allergisch reagiert, sollte die Duftmischung zuerst innen am Unterarm testen.

Bitte beachten: Bei Babys und Kleinkindern sollten keine ätherischen Öle angewendet werden. Alle Öle außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Lavendel und Lavendelöl

Ruhig. Lavendel wirkt beruhigend und entspannend.

Die richtige Anwendung

Dr. Wolfgang Steflitsch, Lungenfacharzt und Vize-Präsident der Österreichischen Gesellschaft für wissenschaftliche Aromatherapie (ÖGwA), wendet ätherische Öle unterstützend bei Erkältungen, grippalen Infekten und Atemwegserkrankungen an.

Die Anwendung:

  • Inhalation auf traditionelle Art: 4 Tropfen ätherische Öle mit 1 Teelöffel Meersalz in 1 Schüssel heißem Wasser geben.
  • Warme Vollbäder: 6 bis 12 Tropfen ätherische Öle
  • Fußbäder: 3 bis 5 Tropfen ätherische Öle
  • Antimikrobielle Wirkung: Ravintsara, Manuka, Teebaum, Eucalyptus citriodora, Eucalyptus staigeriana, Thymian Ct. Linalool / Thujanol, Melissa officinalis, Palmarosa, Zitrone, Oregano, Myrrhe
  • Schnupfen/Nasennebenhöhlen-Öle: Basilikum, Zitrone, Eukalyptus, Rosmarin, Salbei, Weißtanne, Thymian, Speiklavendel, Zeder, Gewürznelke, Benzoe, Styrax, Cajeput
  • Antientzündliche Wirkung: Kamille blau, Schafgarbe, Rose, Palmarosa, fettes Argan- oder Sanddornöl, Weihrauch
  • Reizhusten-Öle: Niaouli, Zitronen-Eukalyptus, Eucalyptus staigeriana, Petit Grain, Rosmarin Ct. Verbenon, Römische Kamille, Basilikum, Fenchel, Anis, Benzoe, Styrax, Myrrhe
  • Regenerationsfördernde Wirkung: Kamille römisch, Lavendel fein, Melisse, Neroli, Bergamotte, Orange, Mandarine, Petit Grain, Myrte (Myrtus communis Ct. Myrtenylacetat)
  • Durchblutung und Versorgung der Atemwege fördernde Wirkung: Rosmarin, Lorbeer, Niaouli, Cajeput, Schwarzer Pfeffer, Ingwer, Lavendel fein
  • Schleimlösende Wirkung: Niaouli, Cajeput, Eukalyptus, Weihrauch, Myrte, Ravintsara, fettes und ätherisches Schwarzkümmelöl, Weißtanne, Ysop, Alant, Pfefferminze, Rosmarin Ct. Cineol, Waldkiefer
  • Anti-katarrhalische-Öle: Eucalyptus radiata, Eucalyptus globulus, Eucalyptus staigeriana, Rosmarin Ct. Verbenon / Borneon, Pfefferminze, Niaouli, Cajeput, Ysop (Hyssopus officinalis var. Decumbens), Thymus vulgaris, Speiklavendel, Schopflavendel, Salbei, Fenchel, Waldkiefer (Föhre), Zeder, Weihrauch, Alant, ätherisches Schwarzkümmelöl, Benzoe, Styrax

 Zitrus- und Blütenöle sind Stimmungsaufheller, zur Entspannung eignen sich Rosenholz, Lavendel oder Melisse.

Alltagstaugliche Öle

5 Tipps für ätherische Öle im Alltag:

Erstens. Ein Stofftaschentuch mit ein paar Tropfen Lavendelöl holt Sie auch im stressigsten Alltag wieder runter.
Zweitens. Ein kleine Sprühfläschchen gefüllt mit Wasser und etwas Minz- oder Zitronengrasöl erfrischt und schützt vor rauchenden Köpfen.
Drittens. Ein kleiner Spritzer Geranien-Öl erhitzt in Wasser als Raumduftspender hilft beim Entspannen.
Viertens. Ein Fläschchen Vanille-Öl am Schreibtisch hebt die Stimmung, wenn man immer wieder kurz daran riecht.
Fünftens. Ein paar Tropfen Orangenöl am Handgelenk begleiten Sie den ganzen Tag lang und hilfen bei Nervosität und Erschöpfung.

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