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Anleitung zur Fussmassage

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Home » Genuss » Anleitung zur Fussmassage - 05.2017

Er soll Ihnen die Füße küssen? Dann massieren Sie seine. Und machen Sie daraus ein unwiderstehliches Wohlfühlritual, das den ganzen Körper entspannt.

Es gibt Wellnessrituale, die schaffen in Beziehungen besonders viel Nähe – einfach, weil sie so intim sind. Gegenseitiges Haarewaschen gehört da beispielsweise dazu. Oder eincremen. Oder eine Fußmassage.

Letztere ist nicht nur eine ganz persönliche Sache, sondern auch eine besondere Wohltat nach einem langen Arbeitstag, einer ausgiebigen Wanderung oder auch einfach nur als Einstieg für einen gemütlichen Abend zu zweit. Man kann sie je nach Jahreszeit mit einem heißen oder lauwarmen Fußbad kombinieren, mit einer Pediküre verbinden, belebende oder entspannende Aromaöle verwenden oder Massagesteine zum Einsatz kommen lassen. In jedem Fall steigert die Fußmassage auf angenehm unkomplizierte Weise das Vertrauen zueinander, macht gleichzeitig die Füße fit – und wirkt sogar auf den ganzen Körper.

Die Entdeckung der Reflexzonen

In China und Indien wurden schon vor über 5.000 Jahren verschiedene Formen der Fußmassage zur Heilung eingesetzt, auch in Japan und Ägypten waren ähnliche Verfahren bekannt. Heute nennt man diese alternativmedizinische Methode Fußreflexzonentherapie. Dabei wird angenommen, dass es für jeden Körperteil einen entsprechenden Bereich an den Füßen gibt. Schmerzt eine solche „Reflexzone“ oder ist sie auf andere Weise auffällig, dann braucht – so die Theorie – das zugehörige Organ eine kleine Stärkung. Die bekommt es dann durch eine gezielte Massage im Fußbereich.

Die Fußreflexzonenmassage, wie man sie heute kennt, verdanken wir dem Hals-Nasen-Ohren-Arzt William Fitzgerald und seinem Wissen über die Methoden der indianischen Volksmedizin. Er untersuchte vor rund 100 Jahren die Heilmethoden der amerikanischen Ureinwohner, die Krankheiten und Schmerzen mittels Drücken von bestimmten Punkten an den Füßen des Patienten zu Leibe rückten.

In Studien überprüfte er, welche Massagepunkte welchen Organen zugeordnet werden können. Anschließend schuf er mit einer Einteilung des Körpers in zehn Längszonen, die später noch in drei Querzonen unterteilt wurden, die Basis für das „Koordinatensystem“ der Methode, die im angelsächsischen Raum als „reflexology“ bekannt ist.

Wie die Zonen angeordet sind, erkennt man, wenn man einen aufgestellten Fuß mit einem sitzenden Menschen vergleicht: Die Zehen ergeben den Kopfbereich, Vorfuß und Ballen stehen für Schultern und Brustkorb, der Mittelfuß findet seine Entsprechung in Bauch und Rücken, und die Ferse im Beckenbereich. Die rechte Körperhälfte spiegelt sich am rechten Fuß wider, und die linke am linken.

reflexzonen

Die Technik

Auch die amerikanische Masseurin Eunice Ingram trug einiges zur Entwicklung der modernen Fußreflexzonenmassage bei. Sie entwickelte die passende Griff- und Drucktechnik, bei der vor allem die Fingerkuppen von Daumen und Zeigefinger im Einsatz sind. Die Kraft soll dennoch nicht aus den Händen, sondern aus den Armen kommen.

Grundsätzlich ist die Methode leicht zu erlernen, nicht invasiv, beruht auf keinerlei Einwirkung von pharmazeutischen Präparaten und kann auch von geschickten Laien einfach angewendet werden.

Und so eine Behandlung lohnt sich allemal: Denn obwohl umfassende Beweise für die Existenz der Fußreflexzonen nach wie vor fehlen, so wissen doch viele Menschen aus eigener Erfahrung, dass man sich nach einer liebevollen Fußmassage zumeist rundum besser fühlt – und sei es nur, weil sich die vielbeschäftigten Gehwerkzeuge endlich so richtig entspannen konnten.

Der Ablauf

Wenn Sie Ihren Partner mit einer Fußmassage verwöhnen wollen, beginnen Sie am besten mit der richtigen Vorbereitung. Angenehmes Licht, sanfte Musik und die richtige Raumtemperatur schaffen die passenden Voraussetzungen – schließlich können sich die wenigsten Menschen bei Lärm, Zugluft und greller Beleuchtung wirklich gut entspannen. Bevor es an die eigentliche Massage geht, empfiehlt sich ein Fußbad mit wohltuenden Zusätzen.

Einige Tropfen Lavendelöl wirken entspannend, Arnika, Rosskastanie oder Eukalyptusöl belebend. Gegen trockene Füße hilft ein wenig Olivenöl, gegen schlechte Durchblutung Ingwer. Schweißfüßen kann mit Salbei, Natron oder Apfelessig vorgebeugt werden. Bei Füßen mit viel Hornhaut beginnt die Massage am besten schon im warmen Wasser: Man mischt etwas Meersalz hinein und reibt die verhornten Stellen nach dem Bad mit einem Bimsstein ab. Stattdessen kann natürlich auch ein spe­zielles Fußpeeling verwendet werden, mit dem man die Füße sanft abrubbelt.

Tipp: Je sanfter die Massage, desto entspannender ist sie. Stärkerer Druck wirkt hingegen stimulierend.

Nach dem Abtrocknen folgt eine Verwöhnkur mit duftendem Öl oder Feuchtigkeitscreme. Das macht die Massage einfacher und hat den angenehmen Nebeneffekt, dass Ihr Schatz danach wunderbar weiche Füße hat. Sorgen Sie dafür, dass ein Handtuch in Griffnähe ist, um überschüssiges Öl bei Bedarf abzuwischen.

Danach werden die Füße auf ein Kissen gelegt, damit sie leicht erhöht sind, während Ihr Liebster sich auf dem Sofa oder auf einem bequemen Sessel entspannt zurücklehnen kann. Seine Sohlen und Fersen sollten frei stehen, die Zehen Richtung Himmel und die Sohlen zu Ihnen zeigen, wenn Sie vor seinen Füßen sitzen oder knien. Bevor Sie mit der Massage beginnen, sollten Sie sich ver­gewissern, dass Sie keine kalten Hände haben und Ihre Fingernägel nicht zu lang und zu spitz sind.

Der erste Kontakt sollte ruhig und vorsichtig erfolgen. Umschließen Sie die Füße sanft, vielleicht sogar mit geschlossenen Augen. Wichtig ist vor allem, dass man die Reaktionen des Massierten erfühlt, anstatt sich allein auf Massageanleitungen zu verlassen. Beginnen Sie dann die eigentliche Massage mit dem rechten Fuß. Achten Sie darauf, dass genügend Massageöl aufgetragen wurde, sodass die Hände geschmeidig über den gesamten Fuß gleiten können. Streichen Sie dann sanft und gleichmäßig über die Sohle und den Spann.

Falls Ihr Partner an den Füßen kitzlig ist, sollten die Bewegungen nicht allzu sanft ausfallen – da ist dann ein wenig mehr Druck, gepaart mit ruhigem Streichen, sinnvoll. Kneten Sie sodann die Sohlen mit kreisenden und reibenden Bewegungen kräftig durch. Anschließend kommen Fußrücken und Zehen dran. Letztere dürfen auch ein wenig gestreckt und vorsichtig gedreht werden. Auch der ganze Fuß kann gedehnt und in verschiedene Richtungen gedreht werden.

Zusätzlich kann eine kleine Wadenmassage zwischendurch sinnvoll sein – vor allem, wenn man genügend Zeit hat.

Sobald Sie den gesamten Fuß bearbeitet haben, kehren Sie zur Sohle zurück. Unterschiedliche Stellen langsam mit dem Daumen eindrücken und dabei auf die Reaktion achten. Wenn Sie das Gefühl haben, eine schmerzende oder feste Stelle zu entdecken, fragen Sie ruhig nach – vermutlich wird Ihr Partner Ihre Wahrnehmung bestätigen. Drücken Sie dann langsam mit der Daumenkuppe auf die Stelle und halten Sie diese Position für 5 bis 30 Sekunden. Wiederholen Sie das so lange, bis sich der Schmerz oder die Verspannung gelöst hat. Nur bei starken Schmerzen sollten Sie nicht direkt auf den Punkt drücken, sondern vorsichtig um ihn herum massieren.

Grundsätzlich darf man bei einer Fußmassage ruhig ein bisschen fester zugreifen, vor allem, wenn es um die Sohle und den Fußrücken geht. Die Zehen er­fordern dann mehr Zärtlichkeit. Sie könen auch Hilfsmittel wie kleine Hotstones, glatte Edelsteine oder schlichte Holzgriffel verwenden.

Die Massagesteine erhitzt man vorher auf eine Temperatur von rund 55 Grad. Sie liegen gut in der Hand und können dank ihrer Form sehr präzise eingesetzt werden.

Ist der rechte Fuß völlig entspannt, nehmen Sie sich den linken vor. Nach der Fußmassage können die Füße, je nach Massageöl-Resten, noch einmal gewaschen oder direkt in flauschig-warme Socken gesteckt werden. Ihr Partner wird zu diesem Zeitpunkt vermutlich mit einem entspannten Lächeln in seinem Lehnstuhl oder auf dem Sofa sitzen und Ihnen für das Ritual höchst verbunden sein. Mit anderen Worten: Er wird Ihnen danach entweder zu Füßen liegen – oder sich seinerseits mit einer ebenso entspannenden Fußmassage revanchieren.

Kurz zusammengefasst: Die perfekte Fußmassage

  • Vorbereiten: Schaffen Sie eine angenehme Atmosphäre mit gedimmtem Licht und leiser Musik. Gönnen Sie den müden Gehwerkzeugen Ihres Liebsten zuerst ein Fußbad mit einem Peeling.
  • Verwöhnen: Nach dem Abtrocknen die Füße mit duftendem Öl einreiben. Das macht die Haut weich für die Massage.
  • Ertasten: Der erste Kontakt mit seinen Füßen sollte behutsam und mit warmen Händen erfolgen. Umschließen Sie den Fuß sanft und mit geschlossenen Augen, um Ihre Wahrnehmung für seine Reaktionen zu schärfen.
  • Massieren: Beginnen Sie mit dem rechten Fuß, streichen Sie ruhig und gleichmäßig zuerst über Sohle und Spann und gehen Sie dann zu kreisenden und reibenden Bewegungen über. Anschließend kommen Fußrücken und Zehen dran: Sie dürfen auch ein wenig gestreckt und gedehnt werden. Kehren Sie anschließend zur Sohle zurück und bearbeiten Sie gezielt schmerzende oder verhärtete Stellen, indem Sie diese langsam mit dem Daumen eindrücken und die Position 5 bis 30 Sekunden halten.
  • Pflegen: Sind noch Reste von Massageöl vorhanden, empfiehlt sich ein zweites Fußbad. Cremen Sie die Füße anschließend mit Feuchtigkeitspflege ein und stecken Sie sie in flauschige Socken.
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