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Einen Zahn zulegen

Zur richtigen Zahnpflege gehört mehr als eine Bürste.

Home » Leben » Einen Zahn zulegen - 02.2017

Sie stand allein gegen sämtliche Bakterien. Sie war das Bollwerk gegen Karies. Mittlerweile hat die Zahnbürste Verstärkung bekommen: Zahnseide, Interdentalbürstchen, Zungenschaber und Mundspüllösungen zählen heute zur Grundausstattung der täglichen Mundhygiene.

Im Laufe des Lebens kaut ein Mensch durchschnittlich 18 Tonnen Nahrungsmittel. Bildlich umgesetzt wäre das ein Brot in der Länge von 4,5 Kilometern oder gut und gerne 10.000 Grillhendln. Bei solchen Mengen wird deutlich: Will man die Zähne bis ins hohe Alter behalten, brauchen sie eine regelmäßige und vor allem die richtige Pflege. Und da hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Für eine gelungene Zahnpflege waren lange Zeit vor allem zwei Dinge wichtig: mindestens zweimal am Tag drei Minuten Zeit und die richtige Zahnputztechnik. Mittlerweile weiß man, dass das zwar eine gute Basis ist, aber in vielen Fällen nicht ganz ausreicht. Egal, ob elektrisch oder mit der Handzahnbürste geputzt wird: Der Zahnbürste sind flächenmäßig Grenzen gesetzt.

„Die Bürste kommt nur an die Glatt- und Kauflächen der Zähne heran. Das entspricht ungefähr 70 Prozent der Zahnoberfläche“, sagt Zahnärztin Dr. Annemarie Stolz. „Nach dem Putzen mit der Bürste sind also noch etwa 30 Prozent der Zahnflächen nicht wirklich sauber – das schafft ideale Bedingungen für Zahnbelag und Karieskeime, die sich in diesen Nischen ungestört vermehren können.“ Die kariesverursachenden Bakterien ernähren sich vom Zucker unserer Nahrung und bilden daraus Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. Um auch Zahnzwischenräume vor Karies zu schützen, empfiehlt sich die regelmäßige Anwendung von Zahnseide oder Interdentalbürstchen und Mundspüllösungen.

Experten-Tipp: Mundhygiene beim Profi. Eine professionelle Zahnreinigung (PZR) kann auch gefährlichen Entzündungen im ganzen Körper vorbeugen.

Die richtige Zahnseide

Für Anfänger und bei engen Zwischenräumen eignet sich gewachste Zahnseide am besten, weil sie besser gleitet und nicht fasert. Zahnseidenhalter erleichtern die Anwendung. Allerdings legt sich die gespannte Zahnseide weniger gut an die Zahnfläche an und reinigt daher nicht ganz so gründlich. Stolz erklärt: „Spezielle Zahnseiden gibt es übrigens auch zur Pflege von besonders engen Zwischenräumen, für Implantate oder für überkronte Zähne.“ Wie man Zahnseide korrekt anwendet, lässt man sich am besten vom Profi – dem Zahnarzt/der Zahnärztin oder Prophylaxe-Assistenten – zeigen. Manchmal wird der Einsatz von Zahnseide als unangenehm oder schmerzhaft empfunden. „Bei manchen Menschen blutet das Zahnfleisch nach der Verwendung von Zahnseide. Dahinter kann auch eine Entzündung des Zahnfleisches stecken. Das bedeutet aber nicht, dass man Zahnseide nicht weiterhin anwenden soll.“ Genau das Gegenteil ist der Fall: Das Bluten sollte nach regelmäßiger gründlicher Zahnpflege aufhören.

„Bei empfindlichem Zahnfleisch kann man statt der dünnen, fadenförmigen eine weiche Zahnseide oder ein sogenanntes Zahnreinigungsband probieren, das breiter als herkömmliche Zahnseide ist.“ Weiters sollte man vermeiden, beim Zähneputzen und bei der Zahnzwischenraumpflege zu viel Druck auszuüben. Hartes Bürsten und kraftvolles Reiben der Zahnseide ist absolut nicht notwendig, um die Zähne sauber zu bekommen: Wichtiger ist es, sorgfältig zu sein und keinen Zahnzwischenraum auszu­sparen.

„Tritt Zahnfleischbluten trotzdem regelmäßig auf oder fallen Veränderungen der Mundschleimhaut auf, die länger als zwei Wochen andauern, sollte man das unbedingt beim Zahnarzt abklären lassen“, sagt Stolz. Für große Zahnzwischenräume sind Interdentalbürsten besser geeignet und meist einfacher anzuwenden als Zahnseide. Die Größe sollte allerdings individuell ausgewählt werden: Meist braucht man unterschiedliche Bürsten für die Reinigung der Zahnzwischenräume. Auch hier sollte man sich bezüglich Auswahl und Größe am besten in der Zahnarztordination beraten lassen.

Mundgeruch bekämpfen

Jeder hat einmal schlechten Atem, aber kaum jemand spricht gern darüber. Sogar Zahnärzte haben manchmal Hemmungen, ihre Patienten auf übel riechenden Atem anzusprechen. Die Ursache von Mundgeruch ist übrigens in den meisten Fällen in der Mundhöhle zu finden, sagt die Zahnärztin: „Wer verlässlich seine Zähne und Zahn­zwischenräume reinigt, Mundspülungen verwendet und auch noch regelmäßig zur professionellen Zahnreinigung geht, tut schon sehr viel, um die Entstehung von Mundgeruch zu verhindern. Aber manchmal reicht das einfach nicht, um Bakterien daran zu hindern, schlechten Atem zu verursachen.“

Das liegt daran, dass sich Bakterien vornehmlich in den Vertiefungen der Zunge zusammenrotten, wo sie sogar vor Mundspülungen geschützt sind und sich ungehindert vermehren können. Zudem verstecken sich die Keime auch gerne in tiefen Zahnfleischtaschen, weshalb Menschen mit Zahnbettentzündungen (Parodontitis) auch sehr häufig mit Mundgeruch zu kämpfen haben. Der beste Ansprechpartner bei Mundgeruch ist der Zahnarzt. Stolz meint: „Ist der schlechte Atem eindeutig nachweisbar, wird er die häufigsten Ursachen unter die Lupe nehmen.“ Dazu zählen Zahn- und Zungenbelag, Zahnfleischentzündungen beziehungsweise Parodontitis oder auch Zahnfleischtaschen sowie große Löcher in den Zähnen. Ist der Zungenbelag der Hauptgrund für Mundgeruch, kann die tägliche Reinigung des Zungenrückens mit einer speziellen Zungenbürste oder einem Zungenschaber in Kombination mit Zungenpasten rasch Abhilfe schaffen. Sind entzündetes Zahnfleisch oder Karies schuld, müssen diese Ursachen beseitigt werden, um den schlechten Atem in den Griff zu bekommen.

Die 5 häufigsten Fehler bei der Zahnpflege

 

Diese Punkte sollten Sie vermeiden

1. Zu kurz: Oft putzen wir nicht lang genug: Experten empfehlen 2 x 2 Minuten als absolutes Minimum am Tag. Laut Studie putzen wir im Schnitt aber nur 46 Sekunden.
2. Seltener als zwei Mal am Tag.
3. Zu fest: Die meisten elektrischen Zahnbürsten schützen durch Andruckkontrollen vor einem zu hohen Putzdruck.
4. Falsche Putztechnik oder ganz ohne System:  Laut einer Studie putzen 80 % nicht gründlich genug – 60 % putzen die hinteren Backenzähne gar nicht oder einfach nicht lang genug. Rechtshänder putzen zum Beispiel die rechte Seite schlechter, Linkshänder die linke. Entscheidend ist vor allem die richtige Putztechnik: Zuerst werden Kauflächen waagrecht geputzt, dann die Außen- und Innenflächen von Rot nach Weiß, also vom Zahnfleisch Richtung Zahn. Wichtig ist, dass man dabei bewusst das Zahnfleisch mitputzt und nicht vor dem Zahnfleischsaum abstoppt.
5. Zu seltener Wechsel der Zahnbürste: Sie sollte am besten alle drei bis vier Monate getauscht werden. Oder öfter, falls sie früher abgenutzt ist.

Die richtige Technik

 

Für gesunde Zähne:

Erstens. Mit den Kauflächen beginnen.
Zweitens. Mit den Aussenflächen fortfahren. Bürste schräg zwischen Zahnfleisch und Zahn ansetzen.
Drittens. Von unten nach oben mit fegenden Bewegungen putzen.
Viertens. Dieselbe Vorgehensweise an den Innenseiten wiederholen.
Fünftens. Jeden Zahnzwischenraum mit Zahnseide reinigen. Bei grösseren Zahnzwischenräumen eine Interdentalbürste verwenden.
Fertig. Einem strahlenden Lächeln steht nun nichts mehr im Weg!
Die besten Zahnpflege-Produkte

 

Tanz mit der Zahnfee

Damit die tägliche Zahnpflege Spaß macht, putzt man so, als wäre man auf einem Tanzparkett. Diese Produkte helfen auf dem Weg zur perfekten Mundhygiene.
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2. Lambada. Fruchtige Abwechslung für die Zahnpflege zwischendurch ist der Orbit White Melon Mint Kaugummi
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5. Boogie-Woogie. Colgate Max White Zahnbürste mittel tritt Verfärbungen auf die Zehen.
6. Twist. Die gründliche Tiefenreinigung lässt sich sehr ­einfach mit den Dentek Interdental-Bürsten Easy Brush Minze mittel breit erledigen.
7. Line-Dance. Die Dontodent Zahnseide-Sticks ungewachst eignen sich ausgezeichnet für die Pflege unterwegs.
8. Tango. Der CB12 boost Strong Mint Mundpflege Kaugummi ist besser als eine Rose zwischen den Zähnen.
9. Capoeira. Der One Drop professional deluxe Zungenreiniger zeigt den Bakterien, wie man führt.

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