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So klingt das Leben

Babys und die Musik.

Home » Family » So klingtdas Leben - 03.2016

Babys mögen Musik. Selbst wenn Eltern singen, die eindeutig mehr Talent zum Malen haben.

Das Leben beginnt in einer Loge. Und mit einem vielseitigen Musikprogramm. Die Zeit, die man im Mutterleib verbringt, ist wie ein monatelanges Konzert. Denn das Ohr ist das erste voll entwickelte Sinnesorgan. Etwa ab der 23. Schwangerschaftswoche ist das Gehör eines ungeborenen Kindes so weit ausgebildet, dass es Geräusche wahrnehmen und auf sie reagieren kann. Aus der ersten Reihe fußfrei erlebt es faszinierende Klangwelten. Von den wilden Rhythmen der Straße über das fröhliche Kindergeschrei im Park bis zum Orchester im Opernhaus. Vor allem aber hört es den „Beat des Lebens“: den Herzschlag seiner Mutter, das Rauschen ihres Blutkreislaufs, das Glucksen aus ihrem Magen. Und immer wieder kann es ihrer Stimme lauschen, die es lebenslang prägen wird. Schade, wenn sie keift und schreit. Schön, wenn sie singt.

beruhigend. Ein schönes Musikstück bringt in Babys Gehirn beruhigende Prozesse in Gang.

Beruhigend. Ein schönes Musikstück bringt in Babys Gehirn beruhigende Prozesse in Gang.

Neue Töne

Nicht nur während der Schwangerschaft, auch nach ihrer Geburt kommen für Babys die süßesten Klänge von dem Menschen, dessen Laute sie im Mutterleib am stärksten wahrgenommen haben. Experten raten deshalb frischgebackenen Mamis, so oft wie möglich zu singen – unabhängig vom Gesangstalent. Ein Baby liebt die Stimme seiner Mutter über alles und ist auf jeden Fall ein Fan. Schon in den ersten sieben Lebensmonaten lernt es, aus dem Stimmklang Gefühle heraus­ zuhören. Lange hieß es, Mozartklänge in der Schwangerschaft brächten Mathematikgenies zur Welt. Das ist heute umstritten. Und auch nicht nötig. Ein hoher IQ allein hat noch kein Kind glücklich gemacht. Die Töne, die es mag, dagegen schon. Kleinkinder lächeln bei fröhlichen Liedern oft, wenn sie den Text noch gar nicht verstehen. Und reagieren auf bedrohliche oder traurige Klänge mit Angst oder Weinen. Mag das Kind das Musikstück, werden in seinem Gehirn Prozesse in Gang gebracht, die es beruhigen. Nicht grundlos wurden im Laufe der Jahrhunderte so viele Wiegenlieder geschrieben.

Mozart macht vielleicht noch kein Baby zum Mathematikgenie. Aber Vivaldi hilft Frühchen, schneller zu wachsen.

Musik beflügelt

Auch Stücke, die gar nicht extra als Schlafhilfe komponiert wurden, können Babys relaxen. Hier kommt Mozart doch noch zu Ehren: Seine „Kleine Nachtmusik“ entspannt und soll sogar Frühchen merklich schneller wachsen lassen. Ebenso wie Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. Allerdings nur, wenn das Baby gleichzeitig Körperkontakt hat. Andere Studien belegen, dass Kinder, die mit Musik aufwachsen, schneller laufen lernen, früher sprechen können und besser in der Schule sind. Trotzdem sollte man kein Kind zu einem Instrument zwingen oder es gegen seinen Willen in den Chor stecken. Musik muss Spaß machen. Womit wir wieder bei der Mutter wären, die auch schiefe Töne trällern sollte.

BUCH TIPP Baby hört mit

Lassen Sie ihr Baby teilhaben! So hören Babys schon im Bauch mit.

Das Kind lernt, dass es nicht um Perfektion geht, sondern um die Freude. Zweitens, weil Kinder gern menschliche Stimmen nachahmen und zum Sprechen animiert werden. Und drittens, weil eine Mami, die ihrem Baby etwas Fröhliches vorsingt, signalisiert: Ich bin glücklich mit dir – und sich dieses Glücksgefühl sofort auf das Kind überträgt. Sobald das Kleine greifen kann, will es den Gesang mit Rasseln oder Klanghölzern begleiten. Darauf kann man Kindergarten­ und Schulprogramme aufbauen. Kinder, die in der Gruppe singen, Musik machen oder tanzen, entwickeln soziale Kompetenzen. Sie lernen, einander genauer zuzuhören, fühlen sich seltener ausgegrenzt und schulen ihr Gedächtnis, indem sie Lieder und Musikstücke auswendig lernen.

Stärkend.In der Gruppe singen, Musik machen oder tanzen stärkt die soziale Kompetenz.

Faszinierend.  Papas Musik dreht sich. Wenn Mama mir was vorspielt, drückt sie nur auf einen Knopf.

Produkttipps für kleine Musiker: Weiterlesen

Buch-Tipps

BUCH TIPP „Hörst du die Musikinstrumente?“ von M. Billet

Interaktives Pappbilderbuch ab 18 Monaten. Die auf jeder Seite integrierten Soundchips berühren und verschiedene Musikinstrumente hören. Erschienen in den S. Fischer Verlagen.

BUCH TIPP „Die vier Jahreszeiten: Eine Geschichte zur Musik von Antonio Vivaldi“ von M. Simsa

Ein musikalisches Meisterwerk als Bilderbuch mit CD von der Katze Minka, die auf einem Bauernhof lebt. Erschienen im G&G-Verlag.

CDs und iTunes

Goodnight, you moonlight Baby - Songs für kleine und große Träumer. Eine Auswahl der schönsten Schlaflieder aus der älteren und neueren Popgeschichte, interpretiert von der Münchner Sängerin Ursula Lauder. (Kunstmann) 

Baby Classics - Nur das Beste für mein Baby. 
Ein beruhigender Genuss für Eltern und Kinder – mit 19 klassischen Orchester-Stücken von Saties „Gymnopédie No. 1“ bis Mozarts Serenade „Eine kleine Nachtmusik“. (SonyBMG) 

Rockaby Baby! Lullaby Renditions of the Beatles. Zwölf Beatles-Songs, mit sanften Glockenspielklängen interpretiert. Sollte Ihr Baby die Beatles nicht mögen: die Rockabye Baby-Edition hat auch noch zahlreiche andere Bands im Programm. (Megaphon Import) 

Die 50 schönsten Kinderlieder. Ein bunter Mix auf 3 CDS zu allen Themen, die das Kinderohr begehrt – mit vielen beliebten Klassikern für jede Gelegenheit. (Oetinger) 

Mama's Lullaby - Lullabies sung by women around the world. Gute-Nacht-Lieder aus 16 verschiedenen Ländern. (Ellipsis Arts)
Die 30 besten Spiel- und Bewegungslieder, Kinderlieder und Babylieder. Von Simone Sommerland, Karsten Glück und den Kita-Fröschen. Mit Anleitungen und Texten zum Krabbeln, Singen und Mitmachen. (lamp und leute) 

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