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So pflegen Sie Babyhaut

Gerade Babyhaut will gepflegt werden. So gehts.

Home » Family » Baby » So pflegen Sie Babyhaut - 11.2015

Teil 1: Zart wie Babyhaut

So klein und schon so viele Tiegel und Töpfe. Ein Baby hat mehr Pflegeprodukte im Bad als die Mama. Die wiederum fragt sich, was genau sie mit all diesen Cremen bloß anstellen soll. Ein Pflegeguide.

Die Haut eines Babys ist besonders empfindlich. Die Hautschichten sind generell dünner und der natürliche Säureschutzmantel ist noch nicht vollständig ausgebildet. Deshalb reagiert die Haut des Neugeborenen auf äußere Reize wie Kälte auch viel sensibler als die eines Erwachsenen und braucht deutlich länger, um sich wieder zu regenerieren. Die schützende Käseschmiere aus dem Mutterleib ist ebenfalls verschwunden und die Haut muss sich an die neuen Gegebenheiten anpassen. Auch produzieren die Talgdrüsen noch nicht ausreichend Fett, weshalb die Haut gerade bei trockener Luft schnell an Feuchtigkeit verliert. Grund genug, um Babys Haut besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Hautpflege beginnt beim Bad. Und da ist aller Anfang leicht, meinen die meisten Hebammen. Zum Baden brauchen die Kleinen außer Ruhe und einem schönen Ritual nämlich eigentlich nur warmes Wasser.

Schließlich sind sie noch nicht mobil genug, um wirklich schmutzig zu werden. Typische Hautschüppchen, die sich besonders gerne in den Falten am Hals, hinter den Ohren oder unter den Achseln bilden, kommt man mit ein paar Tropfen Pflanzenöl bei. Mineralöle lassen die Haut nicht atmen und sind deshalb nicht zu empfehlen. Einige Tropfen Muttermilch im Badewasser wirken ebenso Wunder und sorgen dafür, dass die Krusten sich ganz leicht ablösen lassen. Bei trockener Haut mischt man die Milch mit dem Öl und fügt den Mix dem Badewasser bei, wo er optimal in die Haut einziehen und sie streichelzart machen kann.

Tipp:

Die besten Entscheidungen trifft man selber. Dass sie Ihnen helfen wollen, macht Freunde und Verwandte nicht zu Pflege-Experten.

Sobald das Baby sich freier bewegt und die Welt erkundet, kommt dem Bad eine neue Bedeutung zu und man um Reinigungsprodukte wie Waschgel und Shampoo nicht mehr herum. Bis zu den Knien eingematscht und am Arm Flecken von den Malfarben, so ist Wasser nicht mehr als alleiniges Waschmittel geeignet. Da Reinigungsprodukte die Haut aber schnell austrocknen, statt sie zu pflegen, ist bei der Wahl des richtigen Mittels Vorsicht geboten. Ob sich Shampoo und Schaum auch schon für die Kleinsten eignen, verraten jeweils die Inhaltsstoffe. Verzichten die Produkte auf Seife, sind sie frei von Farbstoffen, Parabenen und Alkohol, ist die Reinigung entsprechend sanft und greift auch die Schutzschicht der Haut nicht unnötig an. Rückfettende Waschsubstanzen sorgen außerdem dafür, dass der Säureschutzmantel der Haut erhalten bleibt.

Pflege Kinder, Kind in Badewanne, fm-sanftzurhaut-2-ab_2015-11

Zuneigung. Die beste Pflege für zarte Babyhaut ist Mutterliebe. Und davon können Sie unter gar keinen Umständen zu viel erwischen.

Entsprechend setzen gerade Badeprodukte für Babys gerne auf Kamille- oder Mandelöl-Zusätze, die sanft sind und zugleich die empfindliche Haut beruhigen und Irritationen vorbeugen. Während es für Babys klare Empfehlungen gibt, etwa ein- bis zweimal wöchentlich für maximal fünf Minuten zu baden, entscheidet bei Größeren der Zustand: Sind sie stark verschwitzt oder schmutzig, heißt es entsprechend öfter ab in die Wanne. Und die Badezusätze verwendet man einfach dann, wenn es notwendig ist. Tupft man die Haut nach dem Planschen ab, statt sie stark abzurubbeln, trocknet sie weniger schnell aus.

Pflege-Stunde

Mit dem Eincremen verhält es sich bei Babys wie beim Baden: zu viel schadet. Gar nicht wird genauso wenig empfohlen. Und alles, was dazwischen liegt, scheidet die Geister. Am besten ist, die Pflege individuell abzustimmen, statt einem fixen Plan zu folgen: Merkt man, dass die Haut des Kindes trockener wird, sollte man Creme oder Lotion verwenden. Wichtig dabei ist, dass man – wie beim Waschen – Produkte wählt, die die Haut nicht irritieren. Umso jünger der Nachwuchs, desto stärker sollte man darauf achten, dass keine Parfum- oder anderen synthetischen Stoffe enthalten sind. Neigt das Kleine zu Allergien, ist besondere Vorsicht geboten.

Spezielle Produktlinien, die auch bei Neurodermitis anwendbar sind, garantieren besonders gute Verträglichkeit und schützen die Haut vor dem Austrocknen.

Ebenso wichtig wie die Wahl des richtigen Produkts ist für den Nachwuchs allerdings die Atmosphäre. Um das Eincremen so angenehm wie möglich zu gestalten, braucht das Baby vor allem eines: Wärme. Ein wohlig temperiertes Zimmer nützt nur wenig, wenn Mama kalte Hände hat oder die Lotion zu kühl ist. Besonders angenehm ist es für die Kleinen, wenn man das Eincremen mit einer sanften Babymassage verbindet. Damit sich kein Fettfilm auf der Haut bildet und sie gut atmen kann, sollte man allerdings sehr sparsam mit der Creme umgehen. Gleiches gilt grundsätzlich für das Gesicht. Weil es Wind, Wetter und trockener Heizungsluft am stärksten ausgesetzt ist, kann man in der kalten Jahreszeit durchaus zu fetthaltigen Cremen greifen, sollte sie aber mit Maß und Ziel anwenden.

Kind in Badewanne greift sich auf Schulter

Rätsel. Die Mama hat gesagt, manche Dinge soll man einfach auf die leichte Schulter nehmen. Aber welche ist jetzt die leichte?

Ein Sonderfall ist Babys Po. Im feuchtwarmen Klima der Windel neigt er zu Rötungen. Um diese zu vermeiden, ist es sinnvoll, die Windel öfter zu wechseln und sie ab und zu auch für einige Minuten völlig wegzulassen. Babypuder beugt Rötungen vor, auch in Beugefalten wie den Kniekehlen. Ist der Po schon entzunden und rot, beschleunigen spezielle Wundsalben die Heilung. Zusätzlich kann man den Po vorab mit einem Tuch abtupfen, das für längere Zeit in schwarzem Tee getränkt wurde, da die Gerbsäure entzündungshemmend wirkt. Der Tee sollte dabei schon abgekühlt sein und kann ruhig gut in die Haut einziehen.

Ist wieder alles im grünen Bereich und der Nachwuchs quietschvergnügt, legt man die Salbe am besten gleich zu den anderen siebenundzwanzig Pflegeprodukten ins Bad, die Mamas Schminke und Parfums ins hinterste Regaleck verdrängt haben. Und zwar in die vorderste Reihe, schließlich wird man sie bald wieder brauchen.

Lesen Sie mehr zum Thema:

Teil 1: Zart wie Babyhaut
Teil 2: Das Baby-Pflege Lexikon
Teil 3: Die besten Produkte für Babyhaut

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