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Warum Brustkrebs-Vorsorge wichtig ist

Aus Liebe zum Leben.

Home » Leben » Warum Brustkrebs-Vorsorge wichtig ist - 09.2018

Mit Aufmerksamkeit, Solidarität und Hilfe gemeinsam gegen Brustkrebs – damit es die Pink-Ribbon-Aktion eines Tages nicht mehr geben muss.

Seit mittlerweile 16 Jahren weist die Österreichische Krebshilfe mit dem Pink Ribbon – der rosaroten Masche – speziell im Brustkrebsmonat Oktober auf die Bedeutung der Früherkennung hin. Ab 25. September informiert die Pink Ribbon Tour wieder im ganzen Land über gezielte Krebsvorsorge und das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm. „Das Pink Ribbon als Symbol für diese Kampagne soll die Aufmerksamkeit auf unsere medizinischen Botschaften und die Unterstützungsmöglichkeiten lenken“, erklärt Doris Kiefhaber, Geschäftsführerin der Österreichischen Krebshilfe.

Seit dem Start der Pink-Ribbon-Aktion ist der Umgang mit Brustkrebs und anderen Krebserkrankungen spürbar offener geworden, sagt Kiefhaber: „Patientinnen müssen sich nicht mehr verstecken, wenn sie mit den körperlichen Veränderungen aufgrund der Erkrankung konfrontiert sind. Dank der Spenden aus der Pink-Ribbon-Aktion können wir zudem Frauen dabei unterstützen, mit der Diagnose Brustkrebs und allen damit verbundenen Sorgen, Fragen und Herausforderungen besser umzugehen.“ Von der Diagnose Brustkrebs ist immerhin jede achte Frau betroffen. „Es gibt kaum jemanden, der nicht in irgendeiner Weise von diesem Thema berührt wird.“

Das derzeit am besten geeignete Verfahren zur Früherkennung von Brustkrebs ist die Mammografie.

„Nur mit dieser Methode kann Brustkrebs in einem Stadium erkannt werden, in dem er weder tastbar ist noch Symptome hervorruft“, sagt Kiefhaber. Dabei werden zwei bis drei Aufnahmen von jeder Brust angefertigt. Die Brust muss dabei vorsichtig zusammengedrückt werden. Manche Frauen empfinden das als unangenehm bis schmerzhaft. Es ist jedoch eine Voraussetzung für gut beurteilbare Röntgenbilder und somit für die Chance, Brustkrebs auf diese Weise rechtzeitig erkennen zu können.

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Sprechstunde: Tast-Mammographie 

Manche Frauen schrecken auch wegen der Belastung durch Röntgenstrahlung vor einer regelmäßigen Untersuchung zurück. Doch Doris Kiefhaber beruhigt: „Auch wenn immer wieder andere Gerüchte im Umlauf sind: Die Strahlenbelastung bei einer Mammografie mit den in Österreich zur Verfügung stehenden modernen Geräten wird als sehr niedrig eingestuft, sie entspricht jener eines Transatlantikfluges.“

Um einen hohen Qualitätsstandard bei der Beurteilung der Mammografie-Aufnahmen zu gewährleisten, bewerten bei jeder Untersuchung zwei Radiologen unabhängig voneinander die Aufnahmen.

Übrigens: Frauen zwischen 40 und 44 sowie ab 70 Jahren erhalten kein Einladungsschreiben zur Mammografie, können sich aber unter der Telefon-Serviceline 0800 500 181 oder online unter www.frueh-erkennen.at anmelden. Kiefhaber: „Viele weitere Informationen zur Vorsorgeuntersuchung finden Frauen in unserer aktuellen Broschüre, die auf der Website zur Verfügung steht oder auf Wunsch gerne zugeschickt wird.“

Leben mit Brustkrebs

Wird Brustkrebs dank der effizienten Vorsorgemaßnahmen, die in Österreich angeboten werden, rechtzeitig entdeckt, stehen die Chancen bei gut 80 Prozent, dass die Erkrankung geheilt werden kann. Je größer der Knoten ist, desto höher ist leider auch die Wahrscheinlichkeit, dass Tumorzellen aus dem Brustgewebe in den Körper streuen und andere Organe befallen.

Claudia Altmann-Pospischek erhielt diese Diagnose im jungen Alter von 38, noch bevor die Vorsorgemaßnahmen bei nicht vorbelasteten Frauen greifen können: unheilbarer Brustkrebs mit Metastasen. Im Juli hat die Niederösterreicherin ihren 5. Überlebenstag gefeiert.

Seit 2016 beschreibt sie auf facebook ihr Leben mit der Erkrankung und macht mit den lebensbejahenden Postings anderen Betroffenen Mut, sich nicht unterkriegen zu lassen. Bilder ihrer Operationsnarben, Berichte von der Chemotherapie, Eintragungen über gute und auch schlechte Tage – mittlerweile hat „Claudia’s Cancer Challenge“ mehr als 4.600 Follower. „Zudem schreibe ich gerade an meinem ersten Buch, in dem ich meine Geschichte erzähle und Tipps gebe, wie man trotz einer chronischen Krebserkrankung ein erfülltes Leben führen kann.“ Eine wahre Herzensangelegenheit – um anderen Mut und Hoffnung zu schenken: „Auch wenn meine Geschichte kein Happy End im Sinne einer Heilung hat.“

„Aus Tabuzone holen“

BUCH TIPP Doris Kiefhaber & Martina Löwe

Doris Kiefhaber ist gemeinsam mit Martina Löwe Geschäftsführerin der Österreichischen Krebshilfe. Zu deren Hauptaufgabengebieten gehören Aufklärung über Vorsorge und Früherkennung von Krebs sowie Unterstützung von Patienten und ihren Angehörigen.

 

Frau Kiefhaber, worin sehen Sie die wichtigsten Ziele der Pink-Ribbon-Kampagne im Zeitalter moderner Medizin und aufgeklärter, selbstverantwortlicher Patientinnen?Wir verfolgen drei Ziele mit der Kampagne. Wir möchten einerseits an die Wichtigkeit der Früherkennung von Brustkrebs erinnern, also an die Mammografie. Wir wollen aber auch die Krebserkrankung aus einer Tabuzone holen. Wir erklären uns solidarisch mit Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind oder waren. Immerhin betrifft das jede achte Frau im Laufe ihres Lebens. Da ist auch viel geschehen. Frauen müssen sich heute nicht mehr verstecken, sie können offen mit der Erkrankung umgehen. Das dritte Ziel ist, mit der Aktion Spenden zu sammeln, damit wir Frauen unterstützen können, die durch die Erkrankung auch in finanzielle Not geraten.

Stichwort Früherkennung: Ein gewisser Prozentsatz an Frauen nutzt diese Möglichkeit nach wie vor nicht. Kennen Sie die Gründe dafür?
Das sind zum einen jene Frauen, die um die Bedeutung wissen, aber durch Mehrfachbelastung mit Kindern und Beruf einfach vergessen, das Angebot in regelmäßigen Abständen in Anspruch zu nehmen. Die andere Gruppe der Frauen geht nicht oder noch nicht zur Vorsorgeuntersuchung, weil sie weder Schmerzen noch Symptome hat und denkt, dass sie deswegen nicht betroffen ist. Diese beiden Gruppen möchten wir aufmerksam machen beziehungsweise daran erinnern, dass die regelmäßige Mammografie für Frauen ab 40 die wichtigste Maßnahme zur Früherkennung von Brustkrebs ist.

Welche Bedeutung hat die monatliche Tastuntersuchung für die Früherkennung?
Die Tastuntersuchung durch den Arzt oder die Frau selbst ist keine Maßnahme der Früherkennung, weil ein Knoten erst ab einer gewissen Größe tastbar ist. Frauen, die diese Untersuchung ab einem Alter von 20 Jahren machen möchten, finden eine genaue Anleitung dazu in unserer aktuellen Broschüre, die online auf unserer Website pinkribbon.at abrufbar ist. Dazu sollte man auch wissen, dass sich bei Frauen viele Veränderungen im Brustgewebe auch durch hormonelle Einflüsse wie den Eisprung ergeben können und man daher nicht in Panik geraten soll, wenn man etwas Verdächtiges ertastet. Natürlich raten wir dazu, diese Veränderung ärztlich abzuklären. Andererseits sollte man sich durch die Tastuntersuchung auch nicht in falscher Sicherheit wiegen. Sie ist nicht dazu geeignet, um Brustkrebs in einem frühen Stadium zu erkennen.

Welche sind für Sie die wichtigsten Meilensteine, die sich in den letzten Jahren in Zusammenhang mit der Diagnostik und Therapie von Brustkrebs ergeben haben?
Es hat sich insgesamt in der Krebstherapie viel verändert, aber gerade bei Brustkrebs hat sich sehr viel getan. Brustkrebs ist mittlerweile mit neuen Therapiemöglichkeiten in mehr als 80 Prozent der Fälle heilbar.

Man kann aber auch in jenen Fällen, die nicht heilbar sind, das Leben bei bestmöglicher Lebensqualität verlängern.

Das sind sicher die hervorstechendsten Errungenschaften der letzten zehn, zwanzig Jahre. Die Therapien stehen in Österreich auch uneingeschränkt jeder Patientin offen.

Was würden Sie Betroffenen raten, die mit dieser Diagnose konfrontiert sind?
Kiefhaber: Unser Rat ist, sich an eine unserer 63 Krebshilfe-Beratungsstellen österreichweit zu wenden. Wir unterstützen und begleiten vom Moment der Diagnose an, die natürlich erst einmal ein Schock ist. Das ist kostenlos und auf Wunsch auch anonym, wir unterliegen der Schweigepflicht und man kann alle Fragen stellen, die sich in diesem Zusammenhang ergeben – von der Betreuung über Therapiemöglichkeiten bis hin zu Kuraufenthalten. Abgesehen davon sind wir ab 25. September 2018 wieder mit unserer Pink Ribbon Tour, bei der sich Frauen informieren und beraten lassen können, in ganz Österreich unterwegs. Alle Tourdaten finden Sie auf unserer Website.

Pink Ribbon in Österreich

In Österreich startete die Pink-Ribbon-Aktion im Jahr 2002. Im Mittelpunkt der jährlichen Aktion stehen drei Anliegen:

  1. Erinnerung an die Wichtigkeit der Mammografie (ab 40 – alle 2 Jahre)
  2. Aufruf zur Solidarität mit Patientinnen zur Enttabuisierung der Erkrankung
  3. Direkte und rasche Hilfe für Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind

Die Pink Ribbon Tour 2018 zieht ab 25.09. mit Infoständen auf öffentlichen Plätzen durch alle Bundesländer. Der aktuelle Infofolder enthält alles rund um Vorsorgeuntersuchungen und Befunde der Mammografie,Tipps zur Krebsprävention und Möglichkeiten, wie man die Pink-Ribbon-Aktion unterstützen kann. Weitere Informationen, den aktuellen Infofolder zur Brustkrebs-Früherkennung sowie alle Termine der Pink Ribbon Tour 2018 finden Sie auf: pinkribbon.at

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