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Was nutzt das Entgiften des Körpers?

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Home » Schönheit » Was nutzt das Entgiften des Körpers? - 12.2017

Keine Angst, der Körper muss nicht entgiftet werden. Trotzdem ist er für etwas mehr Entlastung und Pflege dankbar, gerade nach den anstrengenden Feiertagen.

Der Winter hat endlich ein absehbares Ablaufdatum, der Körper will, ähnlich der Natur, rundum erneuert werden. Der Zustand der Haut ist in dieser Zeit oft alles andere als optimal. Der Teint wirkt fahl und blass, das Haar wird dünn und die Nägel werden brüchig. Auch die reichhaltigere Ernährung in den kalten Monaten hat ihre Spuren hinterlassen. Was früher unter dem Begriff Fasten lief und seit Jahrtausenden praktiziert wird, hat einen neuen Namen bekommen. Detox (englisch „detoxification“ = Entgiftung) klingt griffig und modern und lässt sich wahnsinnig gut verkaufen, sei es in Form von Healthy Fluids, Smoothies, Superfood oder einer Heerschar von dafür benötigten Beauty-Produkten.

Dahinter steckt die Idee, dass ein Zuviel an industriell gefertigten Lebensmitteln, raffiniertem Zucker, Weißmehl, Nikotin, Alkohol, aber auch Umweltgifte wie Blei oder Quecksilber unseren Körper belasten.

Schädliche Abbauprodukte, gern auch Schlackstoffe genannt, würden sich speziell in Darm und Nieren ablagern und angeblich Entzündungsprozesse fördern, die Haut fahl werden und den Alterungsprozess schneller voranschreiten lassen.

Durch diverse Detox-Methoden soll ein Entgiftungsprozess im Körper stattfinden, der die unerwünschten Schlackstoffe abtransportiert. Dazu werden entweder eine veränderte Ernährung oder alternativmedizinische Praktiken propagiert, die vom Schröpfen über Einläufe bis hin zu Entschlackungsbädern oder exzessiven Schwitzkuren reichen. Dafür soll man mit einer schöneren Haut, einer schmaleren Taille und wiedergefundener Energie belohnt werden.

Mythos Schlacke

So weit, so märchenhaft. Der Haken daran: Laut einheitlicher wissenschaftlicher Meinung gibt es diese Schlacke gar nicht. Unser Körper ist die reinste Wundermaschine, dank Darm, Leber und Nieren ausgestattet mit einem ausgetüftelten Ausscheidungssystem, das auch schon wunderbar funktioniert hat, bevor Smoothies und Detox-Kuren überhaupt erfunden wurden.

Colin Berry sagt auf Sense about Science, einer unab­hängigen Vereinigung von jungen Wissenschaftlern: „Es ist eigentlich ganz leicht, zu detoxen – lassen Sie Ihren Körper einfach das machen, was er seit tausenden von Jahren macht, um die Dinge loszuwerden, die ihn belasten.

Ist Detox jetzt reiner Humbug? Nicht unbedingt. Auch wenn unser Körper keine zusätz­liche Innenreinigung braucht, am ursprünglichen Gedanken ist im Prinzip etwas dran. Denn gerade nach den Feiertagen kann der Körper eine kleine Erholungspause gebrauchen und ist für einen äußerlichen und seelischen Reinigungsvorgang, der weit über das Konsumieren von gesunden Smoothies hinausgeht, dankbar.

Lese-Tipp: Zu Detox gehört auch, mal eine digitale Auszeit einzulegen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Verzichten lernen

Dabei geht es auch darum, sich des „Zuviels“ zu entledigen, mit dem wir in einer Welt des permanenten Überflusses konfrontiert sind. Es geht darum, verzichten zu lernen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Darum, Dinge bewusst wegzulassen, um Platz für Neues zu schaffen.

Es geht aber eben auch um das genaue Hinsehen, den achtsamen Umgang mit dem Körper. Jetzt ist eine gute Zeit, um auch einmal alte Heilpraktiken wie Ölziehen, Salzbäder oder bestimmte Massagetechniken auszuprobieren. Gemeinsam mit einem In-sich-Hineinhören können sie mithelfen, auch mental ein bisschen auf die Bremse zu treten.

Dabei hilft es, den Körper nicht weiter mit einem Zuviel zu belasten. „Die 40 Tage Fasten, die man in unseren Breiten traditionellerweise vor Ostern eingelegt hat oder einlegt, wirken sich erwiesenermaßen positiv auf den Alterungsprozess aus“, sagt Dr. Eva Maria Chwalla, Dermatologin aus Dornbirn. „Auch Entzündungsprozesse in der Haut können damit gestoppt werden.“

Gerade die Haut ist für eine Entlastung dankbar. Wenn sie schwächelt, ist oft nicht mangelnde Pflege schuld, sondern ein Zuviel davon. Verzicht und Reduktion bei Pflegeprodukten und vor allem bei bestimmten Inhaltsstoffen sowie die Anwendung altbewährter Reinigungsrituale können die Haut und das allgemeine Wohlbefinden wieder auf Vordermann bringen. Das kann schon mit ein paar einfachen Praktiken gelingen, die sogar ganz leicht in die tägliche Pflegeroutine einzubauen sind.

Produkttipps: Weniger ist mehr

Die wirksamsten Maßnahmen

Abstinenz
Unsere Haut wird Tag für Tag rund 200 chemischen Substanzen in Form von unterschiedlichen Körper- und Gesichtspflegeprodukten ausgesetzt. Logisch, dass ihr das irgendwann zu viel werden kann. Deshalb ist es sinnvoll, ihr hin und wieder eine Auszeit von 21 Tagen zu gönnen. Während dieser Zeit beschränkt man sich auf Pflegeprodukte, die nur das Wesentlichste enthalten: Lipide und Feuchtigkeit, gerne auch die Vitamine A und E. Künstliche Konservierungsstoffe, Duftstoffe und Alkohol müssen draußen bleiben. Nach diesen drei Wochen ist die Haut regeneriert und in der Lage, selbstständig zu strahlen.

Wer unnötigen Hautstress vermeiden möchte, hält sich das ganze Jahr an die „Less is more“-Devise. „Wichtig wäre es auch, ganzjährig Pflegeprodukte mit neutralem pH-Wert zu verwenden“, sagt Hautärztin Chwalla. „Ein Zuviel an Seife kann eine Veränderung der Hautflora herbeiführen, etwa, indem die Lipidschicht stark angegriffen wird, wodurch sie austrocknet.“

Diese Abstinenz empfiehlt sich übrigens auch beim Make-up: Hin und wieder zwei Tage komplett darauf zu verzichten, lässt die Haut richtig aufatmen.

Richtig reinigen
Die Erholung der Haut beginnt mit einer gründlichen Reinigung. Pflegelinien mit Heilerde oder Aktivkohle sind nicht nur sanft, sondern auch besonders gründlich. Die Heilerde etwa liefert nicht nur Mineralstoffe und Spurenelemente, sondern hilft auch, den Säure-Basen-Haushalt zu regulieren. Ein fahler, müder Teint freut sich auch über Aktivstoffe und Antioxidantien, die die Haut leicht peelen und klären.

Gesichtsdampfbäder
Die Poren werden bei einem Gesichtsdampfbad geöffnet und für die nachfolgende Pflege vorbereitet. Bei dieser etwas spezielleren Art der Tiefenreinigung wird das Gesicht für rund drei bis zehn Minuten bedampft. Ätherische Öle und Blütenextrakte steuern das Ihre dazu bei. So tonisiert Rosmarinextrakt die Haut, Salbei hat eine reinigende Wirkung, Kamillenblüten beruhigen sie und Lavendel besitzt ausgleichende Eigenschaften.

Zungenpflege
Das sogenannte Zungenschaben ist eine alte Technik aus dem Ayurveda. Dort betrachtet man die Zunge als Verlängerung des Magen-Darm-Traktes. Die Art des Zungenbelags hilft bei der Einschätzung des allgemeinen Gesundheitszustandes. Diese Beläge werden im Ayurveda als ausgeschiedene Giftstoffe des Körpers gesehen und daher regelmäßig entfernt. Wenn man das Zungenschaben täglich gleich nach dem Aufwachen praktiziert, werden dadurch nicht nur angesammelte Bakterien entfernt, auch der Geschmackssinn kann davon profitieren. Auf jeden Fall bekämpft das Zungenschaben die Entstehung von Mundgeruch.

Ölziehen
Ölziehen ist ebenfalls eine ayurvedische Methode, um Krankheitserreger und Bakterien, die in den Schleimhäuten des Mundbereiches sitzen, zu entfernen. Das Öl soll Zähne und Zahnfleisch reinigen. Dazu nimmt man einen Esslöffel Olivenöl, Leinsamenöl, Kokosöl oder auch Schwarzkümmelöl und saugt es für mindestens 20 Minuten durch die Zähne. Danach wird mit warmem Wasser nachgespült.
Die Effekte sind wissenschaftlich allerdings nicht belegt und Zahnärzte betonen, dass Ölziehen auf keinen Fall die tägliche Mundhygiene ersetzen kann.

Solebad
Dem Baden im Salzwasser sagt man besondere Eigen­schaften nach. Es soll entwässernd wirken, hat einen Peeling-Effekt und bringt gleichzeitig den Stoffwechsel in Schwung. Dazu einfach etwas Meersalz ins Badewasser kippen – fertig.

Tipp: Pro Tag sollte man mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen, besser sogar 2,5 Liter.

Detox Drink mit Ingwer, Zitrone und Zitrone

Detox Drinks bringen den Kreislauf in Schwung und entgiften den Körper mit Flüssigkeit. Mit den Säften von dmBio lassen sie sich ganz einfach und schnell zubereiten. Ein Mix aus Zitrone, Ingwer und Minze, der kalt und warm zubereitet werden kann, hilft nicht nur dabei den Körper zu reinigen, sondern stärkt auch das Immunsystem im Handumdrehen. Während die Zitrone Giftstoffe aus dem Körper spült, regen Ingwer und Minze die Verdauung an.
Zubereitung: Wasser erhitzen, über die frische Minze gießen und mit der gewünschten Menge Zitronen- und Ingwersaft versehen. Kurz ziehen lassen und trinken.
Weitere beliebte Detox-Zutaten: Gurke, Ananas, Granatapfelkerne und Beeren.

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