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Familientagebuch: Die ersten Zähne

Ein Blick in die Gedanken einer Familie.

Home » Family » Baby » Familientagebuch:Die ersten Zähne - 11.2015

Teil 1: Die Familie fühlt mit

Wenn ein Baby seine ersten Zähne kriegt, ist das für alle anderen so ziemlich das Letzte.

BUCH TIPP Leyla, 8 Monate – Das Baby

Jetzt weint die Mama auch schon, das ist kein gutes Zeichen. Weil, ich glaub nicht, dass ihr auch was wehtut, sie ist nur schon so fertig von dem ganzen Herumtragen die halbe Nacht. Der Papa kann auch nicht schlafen, kein Wunder, bei dem Lärm, den ich mache. Offenbar hat niemand hier eine Ahnung, was wir tun sollen. Brüllen nutzt jedenfalls nix. Normalerweise hat das wunderbar geklappt. Egal, was ich wollte, ich hab’s gekriegt. Ein bissel Schreien, schon kam eine frische Windel; ein bissel mehr Schreien, schon gab’s was zu trinken; ein bissel viel Schreien, schon hat mich wer herumgetragen. Jetzt schrei ich furchtbar viel, und nichts passiert. Aaauuuutsch, tut das weh. Das sind die Zähne, sagt die Mama. Was bitte sind denn Zähne? Wozu braucht man die? Und wenn man sie schon braucht, warum hat man die nicht einfach? Und wenn man sie schon kriegt, warum muss das dann so wehtun? Zähne zusammenbeißen, sagt der Papa. Kunststück, wenn man noch keine hat.

BUCH TIPP Rudolf, 35 Jahre – Der Papa

Komm, gib sie mir, jetzt drehe ich die Runden mit ihr, dann kannst du noch ein paar Stunden schlafen. Na ja, zumindest liegen. Schsch, Leyla-Maus, das ist das Leben, mein Schatz. Aber ich kann dich beruhigen, die ersten Zähne sind die schlimmsten; die zweiten spürst du überhaupt nicht mehr, da fallen bloß die alten aus und die neuen wachsen lautlos nach. Frag mich nicht, warum das jetzt so ein Drama sein muss. Bei den dritten Zähnen ist es umgekehrt. Die tun weh, bevor sie der Zahnarzt rausrei–, also rausnimmt und die neuen reingibt. Die können gar nicht weh tun, weil die wachsen einem nicht von selber, die kommen aus dem Labor vom Zahnarzt. Meine Güte, am liebsten würde ich dir meine geben, aber mit denen hättest du keine Freude, das kann ich dir sagen.

BUCH TIPP Marius, 29 Jahre – Der Nachbar

Jetzt schreit der arme Wurm noch immer, ob ich einmal rübergehen soll? Fragen, ob ich was helfen kann. Super Idee, bloß wie. Die Zahnfee mit einem Satz Milchzähne herzaubern? Einen Babygeschrei-Schalldämpfer erfinden? Einen Maurer holen, um die dünnen Wände zu verdicken? Ich könnte auf der Couch schlafen. Oder das Bett ins Arbeitszimmer tragen. Oder die Wohnung anders einrichten. Tausche Arbeitszimmer gegen Schlafzimmer. Na ja. Warum nicht? Am besten gleich. Eigentlich gar keine schlechte Idee. Schreibtisch statt dem Bett. Denkersessel statt dem Kasten. Warum hab ich das eigentlich nicht von Anfang an so gemacht? Danke, Leyla! Wenn ich dann wieder einmal eine Nacht durchgeschlafen habe, kriegst du einen riesigen Teddy.

BUCH TIPP Rosa, 68 Jahre – Die Oma

Soll ich mich einmischen oder nicht? Dann heißt es nachher wieder, Omi, du hast schon so viel für uns getan, leg dich wieder hin, mach die Augen zu und schlaf weiter. Ich weiß, dass sie das gut meinen, dass sie mich nicht anstrengen wollen nach meiner Knieoperation, aber wie genau meinen sie das – mach die Augen zu und schlaf weiter? Augen zumachen ginge zur Not noch, das kann man auch neben einem Presslufthammer. Aber schlaf einmal weiter, wenn ein Jet auf dir landen will. Leyla brüllt wie alle Babys, das haben sie wissenschaftlich bewiesen, mit 120 Dezibel, genauso laut ist ein Düsenflugzeug. Bei 85 Dezibel muss man am Arbeitsplatz Gehörschutz tragen, das nur so nebenbei. Ich mische mich lieber nicht ein. Ich warte, bis Leyla die Zähne zusammenbeißen kann, dann wird das Leben wieder leise.

BUCH TIPP Resi, 7 Jahre – Die Schwester

Leyla, ich hab dich wirklich sehr lieb, aber so geht das nicht. Hörst du mich, Leyla? Ich habe gesagt: Ich hab dich sehr lieb, ABER SO GEHT DAS NICHT! Ja, ich weiß, wie das ist, ich war ja selber einmal klein. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass ich so ein Theater gemacht hätte. Ehrlich, das ist nur ein Zahn. Was glaubst du, was erst los ist, wenn uns der Busen wächst. Der ist viel größer als so ein Zahn, das muss also noch viel mehr wehtun. Willst du da auch die ganze Nachbarschaft zusammenschreien? Und das Nelkenöl, das dir die Mama vorhin gegeben hat, nützt dagegen gar nichts. Gegen Brustschmerzen gibt es überhaupt kein Mittel, da kannst du fragen, wen du willst, Leyla. LEYLA! LEEEYYYLA!

Lesen Sie mehr zum Thema:

Teil 1: Die Familie fühlt mit
Teil 2: Gesunde Kinder-Zähne
Teil 3: So pflegen Sie die Baby-Zähne

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