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Yoga im kleinen Finger

Mit Fingerübungen zu mehr Wohlbefinden und Energie. Wir zeigen, wie es geht.

Home » Leben » Gesundheit » Yoga imkleinen Finger - 12.2015

Teil 1: Die Hintergründe

Fingeryoga lernt man im Handumdrehen. Und dann darf man staunen, was man mit zehn Fingern für sich tun kann.

Manchmal macht man es ganz automatisch. Etwa aus Ungeduld. Auf einmal trommeln die Finger wie von allein auf den Tisch, aufs Lenkrad, aufs Förderband an der Supermarktkassa. Und das ist das Beste, was Sie in dem Moment machen können. Denn die kleinen Bewegungen helfen gegen Nervosität und lösen Anspannungen. Auch hilfreich: Hände auf eine feste Unterlage pressen und alle Spannungen mit einer langen und tiefen Ausatmung durch Arme, Hände und Fingerspitzen in die Unterlage gleiten lassen. Wer zum Abschluss noch mit den Daumen gegen die Zeigefingernägel der jeweils gleichen Hand drückt und die verbleibenden Finger ausstreckt, ist schon mittendrin in der Fingeryoga-Session. Und hat gerade die sogenannte Trommel-Mudra praktiziert.

Hände im Gegenlicht

Mudra. Mudras werden im Kundalini-Yoga verwendet, um Krankheiten zu heilen oder einfach nur das Wohlgefühl zu steigern.

Mudras sind ebenso einfache wie effektive Hand- und Köperhaltungen, die etwa im Kundalini-Yoga verwendet werden, um Krankheiten zu heilen, etwas Bestimmtes zu erreichen oder einfach nur das Wohlgefühl zu steigern. Sie wirken über „jene Energiebahnen, die in Indien Nadis und in der chinesischen und japanischen Medizin Meridiane genannt werden“, erklärt die Schweizer Yoga-Expertin Gertrud Hirschi in ihrem Buch „Mudras – Fingeryoga für Erfolg, Kreativität und Wohlbefinden“ (Goldmann/Arkana).

Gertrud Hirschi, Yoga-Expertin

„Weil die wichtigsten Meridiane in die Hände und Finger oder Füße und Zehen verlaufen und hier ihre Anfangs- und Endpunkte haben, kann also tatsächlich jedes Organ durch das Massieren und Drücken des entsprechenden Fingers oder Handbereichs behandelt werden.“

Heilende Hände

Natürlich gibt es bestimmte Gesten und Fingerübungen in allen Kulturen der Welt. In Indien haben sie eine lange Tradition. Im indischen Ayurveda – dem „Wissen vom Leben“ – werden den Fingern Elemente zugeordnet. Auch im indischen Tempeltanz spielen Handbewegungen eine große Rolle. Im Tao-Yoga werden den Fingern Gefühle zugeordnet: Der Daumen steht für Sorge, der Zeigefinger für Trauer, der Mittelfinger für Ungeduld, der Ringfinger für Wut und der kleine Finger für Angst. Kinder formen ihre Hände oft ganz intuitiv zu Mudras, aber auch Erwachsene tun es bisweilen. Kein Wunder: Schließlich sind kleine Handgesten oft das, was sich im hektischen Alltag am leichtesten und schnellsten unterbringen lässt, um Stress zu reduzieren, die Aufmerksamkeit zu steigern oder Ängsten entgegenzuwirken.

Lächelnde Frau mit Mudra

Unterstützend. Kleine Handgesten helfen, um Stress zu reduzieren, die Aufmerksamkeit zu steigern oder Ängste zu vermeiden.

Yoga bis in die Fingerspitzen

Das Mini- oder Fingeryoga bietet eine Vielzahl von Handhaltungen, um sich zu sammeln, körperlichen und seelischen Belastungen vorzubeugen oder sie zu überwinden. Für manche Übungen braucht man einen Partner. Etwa für die Mudra der Liebe, bei der der eine seine linke Handinnenfläche auf die Mitte der Brust des anderen legt und umgekehrt. Gleichzeitig werden die rechten kleinen Finger miteinander verhakt. Dann schließen beide die Augen und genießen den Energiefluss in dieser innigen Verbundenheit.

Die meisten Mudras lassen sich allerdings auch alleine umsetzen. Man sollte dabei auf eine aufrechte Haltung und eine gleichmäßige Atmung achten, die Hände entspannen und nur leichten Druck auf die Finger ausüben.

Die gleiche Übung kann mehrmals täglich für einige Minuten durchgeführt werden, zwischen stark wirkenden Mudras werden Pausen von fünf Stunden empfohlen. Ideal ist ein ruhiger Raum, in dem man sich gut auf die eigene Fingerhaltung konzentrieren kann, aber im Grunde lässt sich Fingeryoga so gut wie überall anwenden. Beenden sollte man jede Übung mit einem Lächeln – was nicht schwerfällt, weil man sich ohnehin danach fühlt. Auf den nächsten Seiten gibt’s ein paar Übungen zum Ausprobieren.

Lesen Sie mehr zum Thema:

Teil 1: Die Hintergründe
Teil 2: Übungen für einen klaren Kopf und mehr Energie
Teil 3: Übungen für mehr Schwung und Erholung
Teil 4: Übungen für Entspannung am Arbeitsplatz

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