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Flüchtlingshilfe: Willkommen in Österreich

Immer mehr Österreicher haben das Bedürnis zu helfen

Home » Leben » Ratgeber » Flüchtlingshilfe: Willkommenin Österreich - 09.2015

Teil 1: Start ins neue Leben

Hilfe, dort wo sie gebraucht wird. Immer mehr Österreicher haben das Bedürfnis, Flüchtlingen zu helfen. Direkt, von Mensch zu Mensch. Das beginnt beim Kleiderspenden und endet beim gemeinsamen Fußballspiel.
 Jede Unterstützung ist willkommen.

Familie Mohamad lebte in ihrem ersten Leben in Syrien. Zuerst in der Hauptstadt Damaskus, dann in einer mittelgroßen Stadt im Norden, an der Grenze zur Türkei. Vater Mazhar arbeitete als Englischlehrer, die Kinder gingen zur Schule. Sohn Rulan, 18, spielte am liebsten Fußball, Tochter Vian, 14, traf sich gern mit Freundinnen. Die vierjährige Lilian kam ungefähr zu der Zeit zur Welt, als der Krieg ausbrach.

Im zweiten Leben teilt sich die fünfköpfige Familie zweieinhalb Zimmer in Österreich, die mit gebrauchten Möbeln eingerichtet sind. Einer der Räume ist mit Teppichen ausgelegt, die farbenfrohesten hat Mutter Mesto Hiam selbst gefertigt. Neben dem Sofa lehnen Matratzen an der Wand. Abends werden die Mohamads sie ausbreiten, um sich schlafen zu legen.

Die Familie hatte Glück in ihrem Unglück: Als die Gefahr in Syrien immer näher rückte, schickten sie den damals 17 Jahre alten Sohn erst zu Fuß, dann per Lastwagen Richtung Europa. Die Flucht gelang, und ein paar Monate später konnte der junge Rulan Vater, Mutter und die zwei Geschwister dank Familienzusammenführung nachholen.

Seit einem halben Jahr wohnt die Familie in einer von 29 Wohnungen im Integrationshaus der Diakonie Salzburg. Das gelb gestrichene Gebäude ist das vorübergehende Zuhause für alle, die einen positiven Asylbescheid bekommen haben, aber Starthilfe in ein neues, selbstständiges Leben brauchen. Nach maximal einem Jahr sollten sie auf eigenen Füßen stehen, im Idealfall heißt das: eigene Wohnung und eigener Job.

Flüchtlingshilfe

Schulterschluss Es kann nie genug helfende Hände geben.

Versorgung mit dem Notwendigsten

Die Mohamads sind auf dem besten Weg zurück in einen normalen Alltag. Aber viele Asylwerber sind gerade angekommen, haben alles verloren und brauchen erst einmal das Notwendigste. Im ersten Halbjahr 2015 wurden in Österreich 28.000 Asylanträge gestellt, das ist mehr als doppelt so viel wie im selben Zeitraum des Vorjahres.

Die meisten Anträge kommen von Menschen aus dem kriegsgebeutelten Syrien, gefolgt von Afghanistan und Irak.

Insgesamt sind aktuell rund 46.000 Personen in der Grundversorgung, viele Neuankömmlinge müssen in notdürftig aufgestellten Zelten übernachten. Sozialorganisationen wie Caritas und Diakonie übernehmen einen Teil der Unterbringung. Allein die Caritas betreut ein Drittel aller Asylwerber, 4.500 in Unterbringung, den Rest mobil. In den Wohnhäusern der Diakonie leben rund 1.700 Menschen.

Bedürfnis, aktiv zu helfen

Immer mehr Bürger in Österreich verspüren das Bedürfnis, selbst aktiv etwas für die wachsende Zahl an Flüchtlingen zu tun. „Die Solidarität der Österreicher ist sehr groß, das merken wir tagtäglich“, sagt Landau. Auch Diakonie-Pressesprecherin Roberta Rastl bestätigt: „Wir spüren eine enorme Welle der Hilfsbereitschaft.“ In der Flüchtlingsarbeit freut man sich einerseits über so viel Menschlichkeit. Andererseits muss das Ganze gut koordiniert werden, um zu wirken. Gerade Sachspenden sind logistisch schwer zu handhaben. „Deshalb sollte man am besten immer beim örtlichen Flüchtlings-Wohnhaus genau nachfragen, was gebraucht wird und wie man konkret helfen kann“, rät Rastl.

Caritas-Präsident Michael Landau

„Zelte sind keine Dauerlösung. Aber die Situation wäre zu schaffen, würden alle an einem Strang ziehen“.

Mit der Aktion Omni.Bus hat die Caritas eine zentrale Abgabestelle für das heillos überfüllte Flüchtlingslager im niederösterreichischen Traiskirchen geschaffen. Jeden Tag steht dort ein Bus bereit, in dem Helfer aus dem Großraum Wien Sachspenden abgeben können.

Sie werden vor Ort sortiert und an die Betroffenen weitergegeben. Die Spenden kommen so rasch dorthin, wo sie am dringendsten benötigt werden.

active beauty Schwerpunkt Flüchtlingshilfe

Teil 1: Start ins neue Leben
Teil 2: Viele Österreicher helfen bereits
Teil 3: Wie können Sie helfen?

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