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Wie Frauenheilkräuter wirken

Medizin von Mutter Natur.

Home » Schönheit » Wie Frauenheilkräuter wirken - 07.2018

Das Wissen um die Vorgänge im weiblichen Körper war – naturgemäß – immer schon eine Domäne der Frauen. Als Hebammen begleiten sie seit Jahrhunderten Schwangere und Mütter, als Heilerinnen verhelfen sie Frauen in allen Lebensphasen zu ganzheitlicher Gesundheit.

„Eine wichtige Basis dieses jahrhundertealten Wissens stellen heimische Heilkräuter dar, die seit einigen Jahren gerade in der Frauenheilkunde eine erfreuliche Renaissance erleben“, sagt Alexandra Schnabl, dm Drogistin in St. Pölten.

In der Pflanzenheilkunde geht es nicht darum, Krankheitszeichen zu unterdrücken, sondern diese als Botschaft des Organismus wahrzunehmen. „Da die Phytotherapie sanfter und langsamer wirkt als schulmedizinische Wirkstoffe, ist hier schon etwas Geduld erforderlich“, sagt Schnabl. „Dennoch merken auch wir eine steigende Nachfrage nach sanften Heilmitteln als Ergänzung bei schulmedizinischen Therapien.“

Natürliche Hormone

Das weibliche Hormonsystem ist ein ausgeklügelter Regelkreis, dessen Komponenten auf wundersame Weise aufeinander abgestimmt sind. Durch körperliche oder seelische Belastungen kann es zu Störungen kommen, die sich durch unterschiedliche Anzeichen bemerkbar machen: Zyklusstörungen, Regelkrämpfe, prämenstruelles Syndrom und Wechselbeschwerden sind die häufigsten. In diesen Fällen bieten sich Pflanzen mit hormoneller Wirkung als sanfte Regulatoren an. Die wirksamen Inhaltsstoffe, Phytoöstrogene genannt, sind etwa in Salbei und Traubensilberkerze enthalten.

„Zu den Pflanzen mit progesteronähnlicher Wirkung zählen Frauenmantel, Mönchspfeffer, Yamswurzel und Nachtkerze“, erklärt Alexandra Schnabl. Als wertvolle Begleiter im Wechsel bewährt sich Alant, der kurmäßig als Tee eingenommen wird. Das Kraut mildert zudem hormonell bedingte Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und Kreislaufprobleme.

Pflanzliche Helferlein

Neben den hormonähnlich wirkenden Pflanzen wachsen in unseren Breiten auch viele weitere Kräuter, die dem weiblichen Organismus auf verschiedenste Weise guttun. Darunter sind viele Korbblütler wie Arnika, Ringelblume, Schafgarbe und Gänseblümchen, die zu den bewährten „Verletzungsmitteln“ zählen. Ihre sanften, heilenden Einflüsse auf Haut und Schleimhaut sind seit Jahrhunderten bei Problemen im weiblichen Unterleib im Einsatz.

Natürliche antibakterielle Wirkstoffe punkten vor allem bei Harnwegsinfekten. Hier hat die Bärentraube eine besondere Vorreiterrolle inne. Sie wirkt harntreibend, reizlindernd und desinfizierend und kann helfen, Blasenentzündungen im Keim zu ersticken, bevor man Antibiotika einsetzen muss.

Die Wirkung wird noch verstärkt, wenn man während der Behandlung auf basische Lebensmittel mit vorwiegend Gemüse achtet und den Genuss von Zucker, Kaffee und Weißmehlprodukten einschränkt.

Ähnlich effizient ist die Goldrute, sie lindert als Tinktur oder Tee die Symptome einer Reizblase wie Harndrang oder Brennen beim Wasserlassen. LiquidWellness-Kräuterexpertin Mag. Andrea Florian schätzt die vielseitige Anwendbarkeit des Gänsefingerkrauts bei Krämpfen: „Seine Wirkung wussten Frauen bereits im Mittelalter besonders zu schätzen, denn die Pflanze hilft bei schmerzhaften Regelblutungen und Magen-Darm-Koliken und wurde deshalb damals in Milch aufgekocht eingenommen.“ Heute helfen bei diesen Beschwerden fertige Elixiere, Tinkturen und der Tee des Gänsefingerkrauts, den man für einen frischeren Geschmack gut mit Melisse mischen kann.

Entgiften und Energie tanken

Einige heimische Wiesenkräuter besitzen entwässernde und „blutreinigende“ Eigenschaften: „Damit wirken sie vorrangig auf die Entgiftungsorgane des Körpers: Haut, Leber und Niere“, erklärt Kräuterprofi Stephanie Neuner, Enkelin des bekannten österreichischen Heilpraktikers Hans Neuner. Sogar hartnäckiges Übergewicht und Gelenkprobleme können durch regelmäßige Kräuterkuren positiv beeinflusst werden. Mehr als drei Tassen Tee täglich sollten es aber nicht sein, der restliche Tagesbedarf wird am besten mit stillem Mineralwasser aufgefüllt.

Die Mariendistel eignet sich am besten für eine Leberkur im Herbst und im Frühling. Dazu wird ein Teelöffel der Samen mit kochendem Wasser überbrüht und nach zehn Minuten abgeseiht. Morgens nüchtern, eine halbe Stunde vor dem Mittagessen und vor dem Schlafengehen jeweils eine Tasse trinken.

Mag. Andrea Florian, LiquidWellness-Kräuterexpertin

„Kräuterelixiere sind für den Körper besonders gut verträglich, da die Wertstoffe aus den Kräutern naturbelassen sind und leicht vom Körper aufgenommen werden können.“

 

Die klassische Entgiftungspflanze ist jedoch die Brennnessel. Im Frühling wird sie am besten in Form der jungen Triebe frisch als Smoothie oder Tee verwendet. Als Sommerkur über zwei bis drei Wochen nützt man die Brennnesselsamen gegen Erschöpfung. Dazu wird ein Teelöffel mit dem Mörser zerstoßen und dreimal täglich mit Wasser vor dem Essen eingenommen.

Bei Hautunreinheiten empfiehlt Stephanie Neuner „eine Teekur bei abnehmendem Mond mit den Heilpflanzen Löwenzahn und Birke, die den Stoffwechsel anregen“. Einzelkräuter sollten laut der Kräuterexpertin maximal zwei bis drei Wochen angewendet werden, bei Mischungen kann man den Zeitraum verlängern.

Kosmetik aus dem Kräutergarten

Nicht zuletzt sind Kräuter eine wunderbare Basis in fertigen wie auch selbstgemachten Wellnessprodukten, wie Alexandra Schnabl betont: „Besonders beliebt als Ingredienzen in Naturkosmetika sind Ringelblume, Melisse, Pfefferminze und Rose.“ Ein naturbelassenes Peeling, Massageöl, Gesichtswasser, Badesalz, Körperbutter und Haarspülung lassen sich sehr einfach zu Hause zubereiten. Ein einfaches Rezept für einen verführerisch riechenden und zugleich pflegenden Badezusatz: 1/4 Liter Kokosmilch mit dem Schneebesen in das einlaufende Badewasser einrühren und je fünf Tropfen Rosenöl sowie Rosengeranienöl dazugeben – fertig ist das sinnliche Vergnügen für romantische Sommerabende.

BUCH TIPP Buchtipp: Frauen-Heilkräuter

Viele Rezepte mit genauer Anleitung zum Selber- machen finden Sie im Buch „Frauen-Heilkräuter“ von Dorit Zimmermann, Verlag Knaur Menssana.

Heilkräuter und ihre Wirkung im Überblick

Hirtentäschel

Ernte: Bei zunehmendem Mond bis zum späten Herbst.

Wirkung: Bereits Hippokrates bezeichnete es als Uterusmittel. Es wird als Tee, Tinktur oder homöopathisch bei starker Regelblutung, bei der Geburt oder bei Myomen empfohlen. Zusätzlich wirkt es bei Nasen- und Zahnfleischbluten.

Rezept: Je 30 g Brennnesselkraut, Hirtentäschelkraut und Schafgarbe sowie 10 g Tormentillwurzel mischen. 2 Teelöffel mit Wasser überbrühen, zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen, über den Tag verteilt zwei bis drei Tassen trinken.

Goldrute

Ernte: Zu Beginn der Blütezeit im August bei zunehmendem Mond.

Wirkung: Bekannt ist die Goldrute wegen ihrer stärkenden Wirkung auf den Urogenitaltrakt. So wird sie zur Vorbeugung bei Harnwegserkrankungen, Harnsteinen und Nierengrieß empfohlen. Die Anwendung erfolgt als Tee, Tinktur (Rezept siehe Frauenmantel) oder als homöopathische Spezialität. Bei Blasenentzündung sollte die Pflanze auch noch einige Zeit nach Abklingen der Beschwerden angewendet werden.

Rezept: 2 Teelöffel getrocknetes Goldrutenkraut mit kochendem Wasser überbrühen. Zehn Minuten ziehen lassen, über den Tag verteilt drei Tassen trinken.

Rotklee

Ernte: Die Blüten werden bei zunehmendem Mond bis September geerntet.

Wirkung: Die Blüten enthalten Gerbstoffe und hormonähnliche Isoflavone. In der Frauenheilkunde wird der Rotklee wegen seiner östrogenartigen und tumorfeindlichen Wirkung geschätzt. In den Wechseljahren lindern die Isoflavone Hitzewallungen und Schlafstörungen sowie den altersbedingten Knochenabbau. Außerdem gilt das Kraut als Anti-Aging-Allrounder für die Haut. Ab Oktober ist bei dm der Rotklee-Tee von Neuner’s in Bioqualität erhältlich.

Ringelblume

Ernte: Blüten im Sommer und Frühherbst bei zunehmendem Mond pflücken.

Wirkung: Die Spezialität der Ringelblume oder Calendula ist die Wundheilung. Sitzbäder helfen gegen Beschwerden im Intimbereich. Ringelblumenöl oder -salbe kommt bei frischen Operationswunden zum Einsatz. Gegen entzündete Brustwarzen, Venenentzündungen und Hämorrhoiden hilft eine Kompresse aus 1 Esslöffel Calendula-Urtinktur, die mit 150 ml abgekochtem Wasser verdünnt wird.

Rezept: Für die Urtinktur frische Blütenköpfe an einem sonnigen Morgen pflücken, klein schneiden und bis zur Hälfte in ein sauberes Glas schichten. Mit Trinkalkohol (mindestens 40 %) bis zum Rand übergießen und vier Wochen an einem dunklen Ort ziehen lassen, danach abfiltern. Zur Aufbewahrung in Braunfläschchen umfüllen.

Frauenmantel

Ernte: Gesammelt werden Blüten und Blätter bei zunehmendem Mond.

Wirkung: Der Frauenmantel sollte in keiner Hausapotheke fehlen. Er ist der Allrounder bei gynäkologischen Problemen, angewendet werden Tee und Tinktur: Bei Regelkrämpfen wirkt er entspannend und krampflösend, außerdem reguliert er den weiblichen Hormonhaushalt und mildert Beschwerden während der Wechseljahre. Zusätzlich unterstützt er bei einem Kinderwunsch, häufig in Kombination mit Mönchspfeffer. Weitere Einsatzgebiete sind Myome und Scheidenentzündungen.

Rezept: Für die Urtinktur frisches Kraut waschen, trocken tupfen und klein schneiden. In ein sauberes Schraubglas geben, mit Trinkalkohol (mindestens 40 %) bis zum Rand auffüllen, sechs Wochen an einen dunklen Ort stellen und öfters schütteln. Abseihen, in Braunfläschchen umfüllen. Kühl und trocken aufbewahrt hält die Tinktur mindestens ein Jahr.

Frauenheilkräuter bei dm

Frauenpower kennt keine Grenzen. Falls doch einmal etwas zwickt, verhelfen Heilkräuter und andere natürliche Mittel aus dem dm drogeriemarkt-Regal wieder zu voller Energie.

Selbstgemachtes Kräuterbad für Frauen

Frauenmantel und Beifuß sorgen als weithin bekannte Frauenkräuter für Entspannung und werden für ihre krampflösende Wirkung geschätzt. Beim Baden werden die wertvollen ätherischen Öle über die Nase aufgenommen. Die Wärme wirkt sich positiv auf Körper, Geist und Seele aus.

Zutaten für eine Badewanne:

  • 1 Liter aufgekochtes Wasser
  • 50 bis 150 g getrocknete Kräuter oder 100 bis 300 g frische Kräuter
  • je zwei Teile Frauenmantel und zwei Teile Beifuß

Zubereitung:

  1. Die getrockneten Kräuter in einem Topf mit dem kochenden Wasser übergießen.
  2. 10 bis 20 Minuten ziehen lassen und das Gefäß mit einem Deckel verschließen. So verflüchtigen sich die ätherischen Öle nicht.
  3. Danach den Kräutersud durch ein feines Sieb abseihen und in die heiße Badewanne gießen.
  4. Das Kräuterbad bei max. 38°C ca. 15 bis max. 20 Minuten genießen.
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