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Interview mit Ilse Dippmann zum 30. Österreichischen Frauenlauf

Gründerin Ilse Dippmann gibt einen Einblick in die Erfolgsgeschichte der Laufes.

Home » Genuss » Fitness » Interview mit Ilse Dippmann zum 30. Österreichischen Frauenlauf - 04.2017

Was 1988 mit 440 Lauf-Pionierinnen gestartet hat, ist heute einer der größten Frauenläufe der Welt. Gründerin Ilse Dippmann verrät, wie es dazu kam.

Der Österreichische Frauenlauf® feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Können Sie uns einen kurzen Rückblick in die Anfänge geben?

Die Frauenlauf-Idee habe ich im Jahr 1986 in New York City kennengelernt, als ich selbst meinen ersten Marathon gelaufen bin. Ich habe im Zuge der dortigen Startnummernausgabe einen Flyer vom „New York Mini 10k“ – dem ersten Frauenlauf weltweit – in die Hand bekommen. Das hat mich fasziniert, ein eigener Lauf nur für Frauen. Überhaupt waren in New York, vor allem im Central Park, viel mehr laufende Frauen zu sehen als in Österreich.

Bei uns war das, abseits des Spitzensports, noch eine wahre Seltenheit. Und das wollte ich ändern. Ich wollte Frauen zum Laufen motivieren und sie überzeugen, dass Laufen die ideale Sportart für sie ist. Mit dieser Vision habe ich im Jahr 1988 mit Unterstützung von FreundInnen den 1. Österreichischen Frauenlauf initiiert.

Was hat sich seither verändert, wie hat sich der Frauenlauf weiterentwickelt?

Gestartet sind wir beim 1. Österreichischen Frauenlauf im Jahr 1988 mit 440 Pionierinnen! Das war damals schon eine wahnsinnig hohe Teilnehmerinnenzahl wenn man bedenkt, dass Laufen für Frauen überhaupt noch nicht üblich war. Von vielen wurden wir damals auch noch belächelt. Aber wir haben an unserer Idee festgehalten und kontinuierlich an der Weiterentwicklung gearbeitet.

Frauen und Mädchen für das Laufen zu begeistern – das ist damals wie heute unverändert mein Ziel. Im Jahr 1997 habe ich den ersten Frauenlauftreff ins Leben gerufen. Ich wollte Anfängerinnen bei ihren ersten Laufschritten begleiten und zeigen, dass jede Frau laufen kann. dm drogerie markt ist 1997 unter dem Slogan „Wir bauen auf Österreichs Frauen“ als Hauptsponsor eingestiegen und hat wesentlich dazu beigetragen, dass wir wachsen konnten.

In der Folge haben wir die Organisation professionalisiert und die Bewerbung intensiviert. Vor mehr als zehn Jahren habe ich mich hauptberuflich auf den Österreichischen Frauenlauf konzentriert. Heute arbeite ich mit meinem elfköpfigen Team das ganze Jahr über an der Realisierung. Mit 33.000 Teilnehmerinnen zählt der Österreichische Frauenlauf zu den führenden Frauenläufen weltweit.

Sie haben in den vergangenen 30 Jahren viele Frauen zum Laufen motiviert. Welche Rückmeldungen erhalten Sie?

Ich erhalte unglaublich viele tolle Rückmeldungen! Viele Frauen schreiben mir, dass sie durch den Österreichischen Frauenlauf überhaupt erst zum Laufen gekommen sind und wie positiv sich der Laufsport auf ihr Leben auswirkt. Wie das Laufen zu einem richtigen Familiensport geworden ist und der Österreichische Frauenlauf zu einem Fest für die ganze Familie. Wie das Laufen ihnen Kraft in schweren Stunden gegeben hat und sie auch motiviert hat, nach einer Krankheit wieder aktiv zu sein.

Und natürlich wie das Laufen ganz neue Potenziale freigesetzt hat. Es gibt Frauen, die erst vor ein paar Jahren ihre ersten Laufschritte gemacht haben und heute großartige Läuferinnen sind, an Halbmarathons und Marathons teilnehmen. Es macht mich unglaublich stolz und berührt mich sehr, dass wir mit dem Österreichischen Frauenlauf in den vergangenen 29 Jahren so viel bewegen konnten.

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Warum bedeutet Laufen für Sie Lebensqualität?

Für mich ist Laufen einfach der ideale Sport. Ich genieße es in der Natur sein zu können. Die Jahreszeiten zu erleben, die frische Luft, die kontinuierliche Bewegung, die meinem Körper neue Energie gibt. Beim Laufen kann ich am besten meine Gedanken sortieren, Probleme lösen und oft kommen mir dabei die besten Ideen. Laufen gibt mir einfach immer mehr zurück als ich an Zeit und Energie investiere.

Lebensqualität ist für mich auch, dass Laufen immer und überall möglich ist. Es bietet einfach die größtmögliche Flexibilität und man ist an keine Öffnungszeiten gebunden. Egal ob frühmorgens vor dem Büro oder am Abend, ob zu Hause, im Urlaub, bei Städte-Trips. Ich liebe es laufend neue Gegenden zu erkunden.

Welche Tipps geben Sie Frauen, die gerne laufen würden, aber sich bis jetzt noch nicht drüber getraut haben?

Am besten nicht allzu lange darüber nachdenken – einfach ausprobieren und langsam anfangen. Der ideale Einstieg gelingt, wenn man ganz am Anfang Laufen und Gehen abwechselt. Das heißt eine Minute laufen, zwei Minuten gehen – und das acht Mal hintereinander. In weiterer Folge kann man wöchentlich den Laufanteil kontinuierlich verlängern.

Mit der langsamen Steigerung kann sich der Körper daran gewöhnen. Und schnell wird man merken, wie gut das Laufen tut – Körper und Geist! Dabei ist es wichtig, das Wort Laufen nicht mit Leistung, Training und Technik zu verbinden. Sondern mit Freude an der Bewegung in der Natur, Freundinnen treffen und einem angenehmen Gefühl danach.

Was raten Sie Frauen, um sich selber zu motivieren?      

Für zusätzliche Motivation sorgt, wenn man sich mit Freundinnen und Kolleginnen zum Laufen verabredet oder sich einer Laufgruppe anschließt. Ein Fixtermin in der Woche, an dem man sich trifft, lässt keine Ausreden mehr zu. Wir bieten beispielsweise an 48 Standorten in ganz Österreich unsere Frauenlauftrainings an. Dabei bereiten wir uns gemeinsam auf den Start beim Österreichischen Frauenlauf® vor. Der Einstieg ist wirklich jederzeit möglich. Einfach hinkommen und mitmachen. Am besten gleich ein konkretes Ziel stecken und für den 30. Österreichischen Frauenlauf am Sonntag, 21. Mai anmelden!

 

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