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Soziales Engagement

Beistehen. Zuhören. Helfen. Retten. Darum geht es bei der Freiwilligenarbeit.

Home » Leben » Ratgeber » SozialesEngagement - 11.2015

Teil 1: Österreich – Das Land der Freiwilligen

Österreich gilt als Musterland der Freiwilligenarbeit: Fast die Hälfte der Bevölkerung engagiert sich unentgeltlich. Das ist unverzichtbar für das soziale Miteinander und das Wohl der Gesellschaft.

Ehrenamtliche Mitarbeiter

Jeden elften Abend packt Julia Mühlbacher gegen sechs Uhr abends ihre Handtasche. Hinein kommt alles, was sie für den nächsten Tag im Büro braucht. Die Nacht verbringt die 29-Jährige nicht in ihrem Bett daheim, sondern in der Einsatzzentrale des Roten Kreuzes der Stadt Salzburg. Julia Mühlbacher ist freiwillige Sanitäterin. Dreimal pro Monat ist sie zwölf, manchmal 24 Stunden lang als Ersthelferin im Einsatz. Sie lenkt den Einsatzwagen, sie kümmert sich um die erste Versorgung, legt Infusionen, beruhigt Patienten, bringt sie ins Krankenhaus. Dreimal pro Nachtdienst rückt sie üblicherweise aus, wenn alles gut geht, schläft sie dazwischen. „Oft steht für die Menschen gar nicht das Medizinische im Vordergrund, sondern das Psychische, dass jemand für sie da ist und weiterweiß“, sagt Mühlbacher.

Unentgeltlich. »Die Freiwilligenarbeit ist mein größtes Hobby.« Julia Mühlbacher, Sanitäterin beim Roten Kreuz

Unentgeltlich. »Die Freiwilligenarbeit ist mein größtes Hobby.« Julia Mühlbacher, Sanitäterin beim Roten Kreuz

Die Salzburgerin ist eine von vielen Freiwilligen in Österreich. Fast jeder Zweite ab 15 Jahren engagiert sich in irgendeiner Form freiwillig. In Zahlen ausgedrückt sind das 3,3 Millionen Bürger und Bürgerinnen, etwa 46 Prozent der Bevölkerung. Zwei Drittel der Freiwilligen sind berufstätig, sieben von zehn arbeiten bis zu 30 Tage im Jahr unentgeltlich. Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Befragung aus dem Jahr 2012. Und die Hilfsbereitschaft hat seither nicht nachgelassen.

Frauen und Männer halten sich in der Freiwilligenarbeit ungefähr die Waage. Wobei: Männer sind vor allem in Sportvereinen und im Katastrophen- und Rettungsdienst tätig, Frauen engagieren sich lieber im Sozial-, Bildungs- und Kirchenbereich. Das bestätigt Ingrid Ebner, Leiterin des Freiwilligenzentrums Salzburg, das von der lokalen Caritas-Niederlassung in Kooperation mit dem Land geführt wird. Sie vermittelt Freiwillige vor allem an soziale Einrichtungen. „In diesem Bereich sind es viel mehr Frauen als Männer, die sich engagieren“, weiß sie aus Erfahrung.

Humanes Hobby

Die freiwillige Sanitäterin Julia Mühlbacher ist quasi in den Rettungsdienst hineingeboren: Ihr Vater war hauptberuflich in der Leitstelle und freiwillig als Sanitäter tätig. Mühlbacher startete ihre Freiwilligen-Karriere im Alter von sechs Jahren in der Jugend-Rotkreuz-Gruppe, die sie heute leitet. Seit zehn Jahren ist sie ehrenamtlich als Rettungssanitäterin tätig. „Freiwilligkeit bringt auch viele Verpflichtungen mit sich“, sagt sie. Dienste, Weiterbildungen, die Arbeit in der Jugendgruppe, der Austausch mit anderen – pro Monat verbringt sie 45 bis 50 Stunden damit.

Julia Mühlbacher, freiwillige Sanitäterin

„Es ist mein größtes Hobby, aber andere Leidenschaften wie Sport oder Theater kommen dabei manchmal zu kurz.“

Mühlbacher ist eine von knapp 65.000 ehrenamtlichen Mitarbeitern des Österreichischen Roten Kreuzes. Die Organisation ist auf dieses Netz angewiesen. „Freiwilliges Engagement ist enorm wichtig. Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten – mit ihrer umfassenden Ausbildung – einen sehr hohen Beitrag im Rettungsdienst und für das Gesundheitswesen. Dies auch bei besonderen Ereignissen, wie derzeit in der Flüchtlingsbetreuung“, sagt der Salzburger Rotkreuz-Präsident Werner Aufmesser. „Ohne die vielen freiwilligen Rotkreuz-Helfer würden die zu erbringenden Leistungen zu erhöhten Kosten für alle Beteiligten führen.“

Lesen Sie mehr zum Thema:

Teil 1: Österreich – das Land der Freiwilligen
Teil 2: Die Vorteile von Freiwilligenarbeit
Teil 3: Fragen & Antworten zur Freiwilligenarbeit

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