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Sprechstunde: Fußpilz

Drei Fragen. Drei Antworten von Hautärztin Barbara Franz. Und nützliche Tipps.

Home » Leben » Sprechstunde:Fußpilz - 07.2016

Dr. Barbara Franz erklärt, welche Arten von Fußpilz es gibt. Und was man dagegen tun kann. 

Wie häufig kommt Fußpilz vor?

Laut neuesten Untersuchungen leidet jeder Fünfte an einem unbehandelten
Fuß- oder Nagelpilz. Daher zählen sie in unseren Breiten zu den häufigsten Infektionskrankheiten der Haut, die durch verschiedene Pilzarten verursacht werden können. Fußpilz lauert in öffentlichen Bädern, in der Sauna, im Turnsaal oder im Umkleideraum. Er liebt Feuchträume, hier gedeiht er besonders gut und findet immer wieder neue Opfer. Unbehandelt kann sich der Fußpilz ausbreiten und auf die Nägel ausdehnen. Ignoriert man die ersten Anzeichen, kann das Problem weit über ein kosmetisches hinausgehen: Wird er nicht behandelt, kann Fußpilz Komplikationen wie Rotlauf verursachen – eine schwere Infektionserkrankung der Unterschenkel, die auch Jugendliche betreffen kann.

Welche Arten von Fußpilz gibt es?

Die häufigste Form tritt zwischen den Zehen auf und zeigt sich mit unangenehmem Juckreiz und Rötung bis zum Einreißen der aufgequollenen Haut zwischen den Zehen, vor allem zwischen der dritten und vierten oder der vierten und fünften Zehe. Ist der Hohlfuß betroffen, können sogar schmerzhafte Blasen entstehen. Bei der sogenannten Mokassin-Form kommt es zur trockenen Schuppung ohne weitere Krankheitszeichen; sie ist die tückischste Form des Fußpilzes, weil sie häufig unerkannt bleibt.

Warum werden gerade Infektionen im Fußbereich oft sehr lange ignoriert und nicht richtig behandelt? Und wie sieht die Therapie aus?

Erkrankte Zehen und Zehennägel lassen sich leicht in Socken und Schuhen verstecken. Je länger man allerdings wartet, desto mehr Schäden kann der Pilz anrichten, was gerade bei älteren Menschen nicht unproblematisch ist. Nach Diagnose durch den Hautarzt wird Fußpilz lokal mit pilzwirksamen Medikamenten (Antimykotika) in Form von Cremes behandelt. Wichtig: Die Behandlung muss einige Tage nach Abklingen der Symptome weitergeführt werden, um Rückfälle und chronische Pilzerkrankungen zu vermeiden.

gepflegt Füße auf weißem Handtuch

Pflege. Mit den richtigen Cremes und der richtigen Hygiene bekommt man Fußpilz leicht wieder in den Griff.

Sportler sind häufiger betroffen

Eine Gruppe, die klassischerweise häufig von Fußpilz betroffen ist, sind Sportler – vor allem Fußballspieler, Schwimmer oder Jogger. Durch kleine Verletzungen, durch Reibung der Zehen, das feuchte Mikroklima in den Schuhen sowie das gemeinsame Benutzen von Duschen kommt es bei sportlichen Menschen überdurchschnittlich häufig zum Auftreten von Fußpilz.

Übertragen wird Fußpilz sowohl über Hautschüppchen auf Fußböden oder Badematten, als auch über Socken und Schuhe. Feuchtigkeit und Wärme schaffen besonders gute Voraussetzungen für die Schmarotzer, um sich zu vermehren und in die aufgeweichte Haut einzutreten. Besonders gefährdet sind auch Personen, die auch in den Sommermonaten Schuhe wie Socken aus nicht-atmungsaktiven Materialen tragen. Faktoren, die den Fußpilz fördern, sind zudem: Minderdurchblutung der Füße, Fußfehlstellungen, ständige Druckeinwirkung auf die Füße, Diabetes sowie eine gewisse erbliche Veranlagung für Fuß- oder Nagelpilz.

Fünf Tipps gegen Nagel- und Fußpilz

  1. Bequeme Schuhe: Offene Stellen, Schwielen, Hühneraugen und Druck auf die Zehennägel begünstigen Pilze. Drinnen am besten ganzjährig offene Schuhe tragen, um Schwitzen zu verhindern.
  2. Milde Reinigung: Dazu verwendet man möglichst seifenfreie Reinigungsmittel. Und nach dem Waschen die Füße und Zehenzwischenräume gut abtrocknen, eincremen und massieren.
  3. Barfuß gehen: Allerdings gilt das nicht für Feuchträume, Garderoben und Hotelzimmer, wo man besser in Badeschuhe beziehungsweise Hausschuhe schlüpft.
  4. Zehennägel nicht zu kurz schneiden: Ein schmaler weißer Rand sollte bestehen bleiben. Manikürzeug nach Gebrauch desinfizieren.
  5. Fachpflege nützen: Wer sich nicht gut bücken kann und auch Diabetiker sollten sich an speziell ausgebildete Fußpfleger wenden.

Antworten von
Dr. Barbara Franz
Fachärztin für Haut- und
Geschlechtskrankheiten in Wien

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