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9 Tipps für Gespräche mit Kindern

Diese Tipps helfen dabei, mit Kindern ins Gespräch zu kommen.

Home » Family » 9 Tipps fürGespräche mit Kindern - 11.2015

So bekommen Sie Ihr Kind zum Reden

Welche Fragen die richtigen sind, was das Kind wirklich meint, und warum es manchmal seine Ruhe braucht.

1. Die richtigen Fragen

Was immer Eltern wissen wollen, sie erfahren es eher, wenn sie keine langweiligen Fragen stellen, die man mit nur einem Wort beantworten kann. Spannende Fragen verlangen nach einer Geschichte. Nicht: Wie war dein Tag? Sondern: Was war das Beste, was du heute erlebt hast? Nicht: Habt ihr gespielt? Sondern: Womit hast du gespielt? Welches Buch habt ihr gelesen? Welche Lieder habt ihr gesungen? Was hat dir heute nicht so gut gefallen?

2. Auf Augenhöhe reden

Konkrete Fragen zeigen, wie sehr man sich für das Leben der kleinen Mitbewohner interessiert. Gerade bei Gesprächen zwischen Eltern und Kindern gibt es nicht selten ein Machtgefälle, das sich überwinden lässt. Kinder dürfen nicht das Gefühl haben, dass sie nicht ernst genommen werden. Erzählen sie also von ihrem Tag und ihren Gefühlen, dann lässt man sie auch ausreden. Wenn’s gar nicht anders geht, leistet man sich eine kleine Zwischenfrage. Und man bewertet und kommentiert die Aussagen nicht. Zumindest nicht, bevor alles gesagt ist, was das Kind sagen will. Unterbricht man den Redefluss, könnte er versiegen. Kinder sollten immer die Chance haben, ihre Sicht der Dinge darzustellen. Ein Ohr geschenkt zu bekommen. Erweist man ihnen diesen Respekt nicht, haben sie früher oder später keine Lust mehr auf Gespräche mit Mama und Papa.

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3. Kinder verstehen

Die meisten Regeln guter Kommunikation gelten für Erwachsene genauso wie für Kinder. Ein paar Besonderheiten muss man sich allerdings schon merken. Kleinkinder drücken ihre Wünsche oft nicht direkt aus. Sie sagen nicht: Ich will heute zum Spielplatz. Sie fragen: Warum gehen wir nicht zum Spielplatz? Sie sagen nicht: Lies mir bitte dieses Buch vor. Sie fragen: Warum steht das Buch da im Regal? Und das bedeutet vielleicht: Ich möchte, dass du mir das Buch vorliest. Stellen sie eine Frage immer wieder, wollen sie entweder weitere Informationen oder aber man hat nicht verstanden, was sie wirklich wollen. Da, nimm den Teddy, heißt selten, dass man ihn nur einmal halten soll. Es ist vielleicht eine Erlaubnis: Du darfst auch einmal mit meinem Teddy kuscheln.

Tipp:

Kinder lernen spielend. Am meisten von ihren Eltern. Hören sie einander zu, gehen sie aufeinander ein und reden sie respektvoll miteinander, wird das Kind es genauso machen.

4. Stille zulassen

Eltern sind neugierig. Sie wollen alles über ihre Kinder wissen, damit sie sich keine unnötigen Sorgen machen müssen. Das ist nur natürlich. Aber genauso natürlich ist es auch, dass Kinder nicht immer sagen, was sie meinen. Und nicht immer meinen, was sie sagen. Dass sie manchmal verschlossen sind. Nicht weil sie sich den Kopf zerbrechen, sondern weil sie ihre Ruhe haben wollen. Womöglich hat man nur zur falschen Zeit die falschen Fragen gestellt. Und selbst wenn man alles bedacht hat, kann der Rest Schweigen sein. Auch das kann schön sein: miteinander zu schweigen.

5. Worthülsen vermeiden

Lass das! Oder: Das tut man nicht. Oder auch: Wie gehts dir? Für sich ständig wiederholende Aussagen und Floskeln werden Kinder irgendwann taub. Besser: konkrete Ansagen und Fragen.

6. Botschaften formulieren

Wenn der Nachwuchs mit dem Roller schneller am Gehsteig unterwegs ist, als der richtige Roller auf der Straße , kann man sagen: Wenn du so schnell fährst, ist das gefährlich, weil nebenan Autos fahren, und deshalb mache ich mir Sorgen. Anstatt nur zu schreien: Das kannst du doch nicht machen, da sind Autos! Der Ich-Bezug macht den entscheidenden Unterschied.

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7. Verallgemeinerungen sein lassen

Du machst immer ein Theater vorm Schlafengehen. Du räumst nie den Tisch auf. Immer und nie, diese Begriffe provozieren das Kind. Es denkt dann: Na, wenn du meinst, dass das immer so ist, dann mach ich es jetzt erst recht.

8. Rituale einplanen

Beim gemeinsamen Abendessen, im Bett oder bei einem Spaziergang: Sind Gespräche fest mit einem Ritual verbunden, fällt das Reden leichter. Mehr zum Thema Rituale finden Sie hier.

9. Vorbilder sein

Ob Kinder zuhören können, wie sie mit anderen reden, wie sie argumentieren, wie sie streiten, wie viel sie von sich erzählen – das hängt davon ab, wie ihre Eltern und Bezugspersonen das machen.

Lesen Sie mehr zum Thema:

Schweigen, Ruhe und Verständnis – Kinder reden anders

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