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Gesund bleiben

Fördern und vorsorgen: So lebt man gesund.

Home » Leben » Gesundheit » Gesundbleiben - 02.2016

Gesundheit beginnt im Kopf. Mit der Einstellung. Und dem Lebenswandel.

Es liegt im Wesen der Menschen, dass wir einen der kostbarsten Schätze des Lebens, die Gesundheit, für selbstverständlich nehmen. Zumindest so lange, bis ein Körperteil aufschreit. Der Bandscheibenvorfall, der Schulterschmerz, das Herzrasen – in jüngeren Jahren sind gesundheitliche Einschränkungen nichts als Gerüchte.

Vorsorge ist die beste Medizin.

Ein gesunder, ausgeglichener Lebensstil ist das beste Rezept für ein langes, beschwerdefreies, erfülltes Leben. Schon Pfarrer Kneipp warnte vor weit mehr als 100 Jahren: „Wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit tut, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern.“ Vorsorge ist ein anstrengendes Wort. Man denkt an Sport, der keinen Spaß macht, an Essen, das nicht schmeckt, an Arztbesuche und haufenweise Verbote. Aber so ist das gar nicht.

Tägliche Balance

Frau beim Laufen im Profil

Sportlich. Mindestens 150 Minuten sollte sich ein Erwachsener pro Woche bewegen.

Gesundheit ist kein unveränderlicher Zustand. Es geht um eine Balance, die es lebenslang Tag für Tag herzustellen gilt. Auf mehreren Ebenen. Bewegung und Ernährung zum Beispiel. Die psychosoziale Gesundheit wird häufig vernachlässigt. „Entspannung, Spaß, genug Schlaf und einen Ausgleich zum stressigen Alltag schaffen“, empfiehlt Klaus Ropin vom Fonds Gesundes Österreich. Oder etwas mit Freunden unternehmen.

Klaus Ropin, Fonds Gesundes Österreich

„Wer sozial gut vernetzt ist, fördert damit die Gesundheit.“

Eine gesunde Lebenswelt ist Voraussetzung für eine vitale Gesellschaft. Sie beginnt bei einer guten Ausbildung, gesundheitsfördernden Schulen, Kindergärten und Arbeitsplätzen und endet bei einer attraktiven Wohnumgebung und sicheren Radwegen.

Erkennbare Warnsignale

Gesundheitsförderung ist das eine, Gesundheitsvorsorge das andere. Eine präventive Maßnahme ist die Gesundenuntersuchung, die es seit 1974 gibt und die 2005 neu ausgerichtet wurde. Jeder Bürger ab 18 kann sie einmal im Jahr kostenlos in Anspruch nehmen. Das gilt auch für Menschen, die nicht krankenversichert sind – sie können sich mittels Ersatzkrankenschein durchchecken lassen. Durchschnittlich nutzen im Laufe von drei Jahren knapp 40 Prozent der Österreicher das Angebot. Ziel: Risikofaktoren auszumachen und durch eine Änderung im Lebensstil zu beeinflussen. Krankheiten sollen früh erkannt werden, um die Heilungschance zu erhöhen. Ein Schwerpunkt liegt auf Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen, den häufigsten Todesursachen. Auch Suchtgefahren, Parodontitis und Hör- und Sehstörungen werden ermittelt.

Tipp: Um gesund zu werden, brauchen wir Ärzte. Um gesund zu sein, brauchen wir ein bisschen Glück. Um gesund zu bleiben, brauchen wir einen gesunden Egoismus.

Weitere von der Kasse finanzierte Vorsorgemaßnahmen: der Mutter-Kind-Pass, Programme für Kinder und Jugendliche, Prostatavorsorge und Brustkrebs-Früherkennung, jeweils ab 45. Eine gern genutzte, aber immer wieder kritisierte Vorsorgeleistung ist die Kur. Sie wird gerade reformiert, um einen langfristigen Effekt zu erzielen.

Medizinische Wellness

Gesundheitsvorsorge lässt sich heute angenehm gestalten. Immer mehr Wellnesshotels haben neben Spabehandlungen und Wohlfühlmassagen auch angeschlossene private Gesundheitszentren oder Arztpraxen. Medizinische Wellness ist das Wort der Stunde. Einige Ordinationen bieten die jährliche Vorsorgeuntersuchung vor Ort an. Sie kann wie bei jedem Arzt kostenfrei mittels e-card abgerechnet werden. Unter Krankheitsbehandlung fallen ärztlich verordnete Therapien und Massagen. Auch sie können in einigen Wellness- und Gesundheitshotels teilweise mit der Kasse abgerechnet werden. Dazu gibt es oft kostenpflichtige Gesundheits-Checks.

Wellnesshotel Vorsorge Untersuchung

Praktisch. Viele Wellnesshotels bieten schon die jährliche Vorsorgeuntersuchung an.

Beim Quick Check im Ambulatorium für physikalische Medizin „Cardea“ im Hotel und Spa Steigenberger in Krems liegt der Fokus auf Ernährung, Bewegung und Stress. „Unsere Gesundheit hängt genau von diesen drei Säulen ab, damit haben sich schon die alten Griechen beschäftigt“, erklärt Sportwissenschaftler und Therapieleiter Vijeko Medjugorac, der den Gesundheits-Check entwickelt hat. Jeder Teil dauert 20 Minuten und beinhaltet Testverfahren, Auswertung, Analyse und Beratung. Der Schnelldurchlauf gehe zwar nicht in die Tiefe, behandle aber alle Bereiche.

Vijeko Medjugorac, Sportwissenschaftler

„Wir wollen die Menschen sensibilisieren. Jeder weiß, worauf es ankommt, trotzdem tun die wenigsten etwas.“

„Die Sache liegt anders, wenn man seine Daten sieht und erklärt bekommt.“ Zur gesunden, vorausschauenden Lebensweise hätte der Sportwissenschaftler viel zu sagen, was schon unzählige Male heruntergebetet wurde. Er rät: „Finger weg von raffinierten Kohlenhydraten wie Zucker und weißem Mehl.“ Wichtig sei außerdem, sich jeden Tag zu bewegen. „Es ist egal, ob sie zwei oder tausend Schritte machen, aber: Machen Sie regelmäßig etwas!“ Zu einem gesunden Lebensstil gehöre genauso, sich immer wieder Zeit für sich selbst freizuschaufeln. „Nehmen Sie sich manchmal ein paar Minuten Zeit für sich selber. Und zwar ohne dass jemand stört – egal, ob das ein klingelndes Handy oder der eigene Partner ist“, sagt Medjugorac.

Frau beim Laufen von oben

Bewegend. Ob man nun zwei oder tausend Schritte tut: Die Richtung stimmt schon einmal.

Um in einen gesunden, ausgeglichenen Lebensstil hineinzufinden, braucht es zuallererst die richtige Einstellung und eine entspannte Herangehensweise. Wie man es übertreiben kann, beschreibt der Autor Werner Bartens mit Augenzwinkern im Buch „Glücksmedizin. Was wirklich hilft“:

Werner Bartens, Autor

„Das Leben kann so anstrengend sein, besonders das gesunde Leben.“

Er gibt zu bedenken: Einerseits hätten die Menschen noch nie so lange gelebt wie heute, andererseits hätten sie sich auch noch nie so ausgelaugt, krank und überfordert gefühlt. Er warnt: „Wer ständig vorbeugt, kann sich nie zurücklehnen.“ Die Lösung des Autors: Einfach einmal zufrieden sein.

Mehr Tipps für ein gesünderes Leben:Weiterlesen

Gesunde Adressen

  • Definitionen: Die WHO meint: Gesundheitsförderung soll den Menschen helfen, selbstbestimmt etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Prävention beziehungsweise Vorsorge zielt hingegen darauf ab, bestimmte Krankheiten früh zu erkennen und zu vermeiden.
  • Infos: Der Fonds Gesundes Österreich fördert Projekte in Schule und Arbeit. Interessierte können sich auch Folder und Broschüren zu den Themen Bewegung, Ernährung und psychosoziale Gesundheit bestellen.
  • Hotels: Der RELAX Guide 2016 hat wieder Hotels getestet. Auf der Website kann man sie nach Spezialisierung wie Kur, Arztpraxis oder Gesundheits-Check filtern.
Frau mit Kopf halb im Wasser Wellness

Erfrischend. Entspannende Pausen vom Alltag sind wichtig für die Gesundheit.

Tipps für einen gesunden Alltag

  • Schritt 1: Bewegung in die tägliche Routine einbauen. Mit dem Rad zur Arbeit fahren, Treppe statt Lift benutzen. Erwachsene sollten sich mindestens 150 Minuten pro Woche bewegen.
  • Schritt 2: Ernährung entsprechend der österreichischen Ernährungspyramide: „Man sollte bewusst und mit Genuss essen, dann reichen oft auch kleinere Portionen“, sagt Klaus Ropin vom Fonds Gesundes Österreich. Heißhunger mit Obst und ungezuckertem Joghurt stillen.
  • Schritt 3: Regelmäßige Pausen einlegen: Das hilft, um Kraft zu tanken. Viele kurze Entspannungsübungen lassen sich gut in den Alltag integrieren.
BUCH TIPP Online Spiel: „Esspaare“

Esspaar“, das Memoryspiel für eine ausgewogene Ernährung.

Die Ernährungspyramide

Ernährungspyramide Österreich

Ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsförderung ist eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung. Wie man sich richtig und gesund ernährt, zeigt die österreichische Ernährungspyramide. Sie besteht aus sechs Lebensmittel- und einer Getränkegruppe und bildet die optimalen Mengenverhältnisse ab.

Die Ernährungspyramide im Detail

Fettes, Süßes und Salziges: Süßigkeiten, Mehlspeisen und Limonaden sollten so selten wie möglich konsumiert werden – maximal eine Portion pro Tag. Statt Salz sollten Speisen lieber mit Gewürzen und Kräutern geschmacklich verstärkt werden.
Fette & Öle: Empfohlen werden täglich ein bis zwei Esslöffel pflanzlicher Öle, Nüsse oder Samen. Grundsätzlich geht Qualität vor Quantität. Sparsam einsetzen sollte man Streich-, Back- und Bratfette wie Butter oder Schmalz.
Fisch, Fleisch, Wurst & Eier: Die Faustregel, pro Woche mindestens ein- bis zwei Mal Fisch zu essen, gilt nach wie vor. Empfohlen wird außerdem, wöchentlich drei Portionen fettarmes Fleisch zu verzehren, bei rotem Fleisch eher zurückhalten. Drei Eier können pro Woche auf dem Speiseplan stehen.
Milch & Milchprodukte: Drei Portionen Milch und Milchprodukte pro Tag sind in Ordnung, fettarme Varianten bevorzugen.
Getreide & Erdäpfel: Täglich vier Portionen Getreide, Brot, Nudeln, Reis oder Erdäpfel werden empfohlen. Produkten aus Vollkorn den Vorzug geben.
Gemüse, Hülsenfrüchte & Obst: Hiervon sollte man jeden Tag fünf Portionen genießen. Gemüse sollte zum Teil roh verzehrt werden, auf Saisonalität und Regionalität achten.
Alkoholfreie Getränke: Wasser, Mineralwasser, ungezuckerte Früchte- und Kräutertees oder verdünnte Obst- und Gemüsesäfte – jeder Mensch sollte rund eineinhalb Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen. Kaffee und Schwarztee können täglich in moderaten Mengen genossen werden.
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