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Sprechstunde: Haarausfall beim Mann

4 Fragen. Und 4 Antworten von Hautarzt Dr. Tillmann Thiel.

Home » Leben » Sprechstunde: Haarausfallbeim Mann - 05.2016

Dr. Tillmann Thiel beantwortet Fragen rund um das Thema Haarausfall.

Wann spricht man von Haarausfall?

Als Haarausfall bezeichnet man die sichtbare Lichtung des Kopfhaares – meist im Zusammenhang mit hormonell bedingtem Haarverlust, der über anfängliche Geheimratsecken zur Entstehung einer großflächigen Glatze führt. Darüber hinaus können auch bestimmte Medikamente, Hormonstörungen, verschiedene Krankheiten, Infektionen oder Mangelerscheinungen zu einem verstärkten Haarverlust führen. Haarausfall kann je nach Ursache in Schüben auftreten oder bei anhaltender Einwirkung des Auslösers zu einer dauerhaften Abnahme der Haardichte führen. Zu Beginn jeder Therapie sollte daher stets die grundlegende Störung analysiert und wenn möglich beseitigt werden.

Wie kommt man der Ursache auf die Spur?

Am häufigsten entsteht Haarausfall aus der erblich bedingten Überempfindlichkeit bestimmter Stellen der Kopfhaut gegenüber männlichen Sexualhormonen. Im Rahmen der weiterführenden Untersuchungen werden unter anderem der typische Verlauf des Haarverlusts, die Lokalisation des Haarausfalls und die individuelle Beschaffenheit der Kopfhaut beurteilt. Spezielle Labortests (Blutwerte, Hormone, Infektionswerte, Schilddrüsenwerte und so weiter), eine computergestützte Untersuchung der Haare und der Haarwurzeln und bei Bedarf weiterführende Untersuchungen sichern die Diagnose ab und führen zu den möglichen Therapieoptionen.

junger mann macht sich Sorgen um seine haare

Haarausfall. Auch Medikamente, Hormonstörungen oder Mangelerscheinungen können zu Haarverlust führen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die medikamentöse Behandlung erfolgt vor allem mit äußerlich angewendeten Präparaten und rezeptpflichtigen Tabletten. In einigen Fällen bewirken diese Methoden einen Stopp des Haarausfalls. Es dauert allerdings einige Monate, bis eine Wirkung erkennbar ist. Sobald die Anwendung unterbrochen wird, setzt auch der Haarausfall wieder ein. Ein chirurgischer Eingriff ist die erfolgreichste Methode zur Wiederherstellung der Haarpracht. Bei einer Haartransplantation, also einer Haarverpflanzung, wird gesundes Haar vom Hinterkopf in die kahlen Bereiche verpflanzt. Alternativ können kahle Stellen der Kopfhaut chirurgisch entfernt werden.

Wie wird die Haarverpflanzung genau durchgeführt?

Mit örtlicher Betäubung ist die Haartransplantation stets schmerzfrei, auf Wunsch ist der Eingriff auch in Narkose möglich. Zu Beginn der Haartransplantation erfolgt die Entnahme von Haarwurzeln vom Hinterhaupt. Nach mikroskopischer Präparation werden diese mit Hilfe der Micro-Schlitztechnik in passende Aufnahmeöffnungen eingesetzt. Die Narbe ist in der Regel sehr fein und selbst für einen Friseur kaum erkennbar. Unmittelbar nach dem Eingriff wird die Naht durch die zuvor abgescheitelten Haare bedeckt, sodass die Entnahmestelle nach einer Haarverpflanzung stets unauffällig verheilt. Das Wachstum der transplantierten Haare beginnt circa drei Monaten nach der Haarverpflanzung. Die Kosten beginnen bei circa 5.000 Euro.

Antworten von
Dr. Tillmann Thiel
Facharzt für Dermatologie
Ärztezentrum MiraMed Salzburg

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