Menü öffnen

Im Rausch der Haarfarben

Haar-Trends der Saison.

Home » Schönheit » Im Rausch der Haarfarben - 09.2018

Von bunten Köpfen, maßgeschneiderten Haarfarben und einer ausgeprägten Rotphase: Bei den Farbtrends der kommenden Saison ist für unsere Haare alles dabei.

Die Farbkarte für 2019 liest sich mitunter wie das Menü eines angesagten Hipster-Restaurants: Cream Soda, Root Beer, Mango Lassi, Mulled Wine – um nur ein paar Köstlichkeiten vorzustellen. Außerdem stehen die Farben im Zeichen einer ausgeprägten Rotphase. Von Kupfer über Knallrot bis Magenta ist alles drin. Der wichtigste Trend der kommenden Saison heißt allerdings: Individualität.

Reinhard Dietrich, Farbexperte der Marke Matrix, bringt es auf den Punkt: „2019 können wir uns von langweiligen 08/15-Haarfarben verabschieden. Die Töne werden in den Salons für jeden einzelnen Typ speziell kreiert.“ Maßanfertigung gibt es nun also auch bei Haarfarben. Natürlichkeit und Exzentrik stehen einander gegenüber, aber in nichts nach. Beide Trends existieren ganz friedlich nebeneinander.

Rote Phase

Rot ist in der kommenden Saison trendangebend, ob als Kupfer, Pagenta, Mulled Wine oder knalliges Kirschrot. Rottöne werden uni oder in Schattierungen getragen, dürfen aber extrem ausfallen. Bei Pagenta handelt es sich um eine exzentrische Mischung aus Purple (Lila) und Magenta (Rot-Blau), sie zählt im Moment zu den wichtigsten Trends. Mulled Wine sieht auch wie Glühwein aus. Diesem rötlichen Beerenton werden zusätzlich Lila und orange Nuancen untergemischt. Wichtig bei roten Tönen ist vor allem, dass sie glänzen und leuchten.

Wem steht’s: Besonders gut zur Geltung kommen kupferfarbene Nuancen oder kühle Kirsche bei heller Haut, grünen Augen und möglicherweise sogar Sommersprossen. Gelbliche Hauttypen mit braunen Augen wählen lieber warme Nuancen wie Kastanie, Mahagoni und Rotbuche. Bei diesen Farben empfehlen Experten, sich mit einer Tönung langsam an den neuen Look heranzutasten.

Pagenta.
Ob Kupfer, „Glühwein“ oder Kirsch: Hauptsache Rot! Mit der permanenten Intensiv Color Creme von Balea Colornique erstrahlt das Haar in brillant leuchtendem Rotviolett (Nr. 66.46 Cherry Kiss).

Bunter geht’s nicht

In dieser Saison ist wirklich alles erlaubt. Die Haarfarben wollen um jeden Preis im Mittelpunkt des Geschehens stehen und möglichst alle Blicke auf sich ziehen. Extreme Farben, wie man sie von Streetstyles kennt, treten auch im Alltag auf. Rosa führt diesmal vor dem Rest der Pastell-Gang, laut Reinhard Dietrich dicht gefolgt von Magenta, Amethyst und Smaragdgrün: „Diese extremen Farben können je nach Typ sehr plakativ oder dezent versteckt durch raffinierte Painting-Effekte getragen werden.“

Amethyst.
Haare dürfen jetzt auch gern in Pastell leuchten. Lila für einen Tag mit dem Colovista Hair Makeup von L’Oréal Paris (#Violethair).

Tipp: Wer sich nicht dauerhaft an seine bunten Haare binden will, greift einfach zu Haarkreiden oder Wash-out-Colors.

Gute Durchmischung

Multitöne mischen mehrere Farben miteinander. Bei den Brauntönen dreht sich ebenfalls alles um Facettenreichtum von individuell gesetzten Highlights bis hin zu farbigen Akzenten. Karamell und Kastanie bilden hier die Grundlage für sämtliche Spielereien. Multitöne sind nach wie vor im Trend. Bestes Beispiel: Root Beer. Bei dieser nach einem Softdrink benannten Coloration wird eine brünette Basis subtil mit rotgoldigen Strähnchen durchzogen.

Für Farbexperten Dietrich ist zudem ein „kühles Brünett der Braunton der Stunde“. Und zwar mit einem leichten Hauch von Violett und Asch. „Gerne auch mit Effekten in Magenta, Amethyst und Smaragdgrün.“

Wem steht’s: Je dunkler der Hauttyp, umso einheitlicher sollte die Haarfarbe aussehen. Ist der Teint sehr rosig, sollten warme Brauntöne eher gemieden werden. Stattdessen greift man lieber zu kühleren Nuancen. Wer hingegen einen blasseren Teint hat, ist mit warmen Nuancen besser bedient.

Karamell.
Die Permanent Naturals Color-Creme von Poly Palette sorgt für eine natürlich aussehende Haarfarbe (Nr. 6-68 Karamellbraun).

Balanceakt

Blond geht immer, sogar für Blondinen. Auch bei den Blondtönen steht die Multitonalität im Vordergrund. Es geht darum, eine Balance zwischen aschigen und goldenen Blondnuancen zu finden, also die perfekte Mischung aus warmen und kühlen Tönen. Zwei konträre Farbtöne stehen dabei im Mittelpunkt: ein warmes Honigblond und ein eher kühles, aschiges Nude-Blond.

Für Farbexperte Dietrich dürfen sich ruhig auch Blondinen zu etwas mehr Farbe bekennen. „Blondtöne verändern sich dahingehend, dass leicht schimmernde Pastelltöne in Rosa, Lavendel, Kiwi und Bernstein eingebaut werden.“

Wem steht’s: Honigblond passt außer zu kühlen Wintertypen zu jedem Hautton. Aschige, kühle Töne stehen vor allem sehr hellen Hauttypen.

Honigblond. Die permanente Coloration von syoss Color Classic verleiht nicht nur tollen Glanz, sondern schützt das Haar mit Pro-Vitamin B5 auch von innen (Nr. 8-7 Honigblond).

Tipp: Eine neue Haarfarbe kann den Typ grundlegend verändern. Damit das Färben zu Hause auch gut gelingt und worauf man beim Ändern der Haarfarbe generell achten sollte, gibt es hier jede Menge Tipps und Tricks!

Was ist Reverse Balayage?

Jetzt wird alles auf den Kopf gestellt. Während sich die Haarfärbetechnik Balayage längst in und auf unseren Köpfen breitgemacht hat, kommt es nun zum Umkehrschluss. Der Farbverlauf ändert seine Richtung.

Begonnen wird nun mit einem blonden Haaransatz, der fließend bis zu den Spitzen hin dunkler wird, meist aber in einen Braunton übergeht. Einziges Manko: Dieser Look erfordert im Gegensatz zur klassischen Balayage-Technik etwas mehr Pflegeeinsatz. War doch der konventionelle Look so beliebt, weil man sich nicht um den Ansatz kümmern musste.

Interview mit Reinhard Dietrich

Der Farbexperte bei Matrix weiß, was in der kommenden Saison unsere Häupter einfärbt.

In welche Richtung geht der allgemeine Haarfarben-Trend 2019?
Der Trend geht eindeutig in Richtung Individualität. Farbverläufe aber auch „Bold Colors“ (Anm.: einfärbige, kräftige Farben) in den unterschiedlichsten Farben, ob natürlich oder expressionistisch, stehen dabei im Mittelpunkt.

Gibt es ein paar Schlagwörter, Farbnamen oder Ähnliches, die wir uns schon einmal merken sollten?
Magenta, Amethyst und Smaragdgrün sind die Farben für 2019. Leichtigkeit, Fröhlichkeit und Wandelbarkeit zeichnen diese Looks aus.

Bleibt Multitonalität ein Thema?
Multitonalität bleibt auf jeden Fall ein grosses Thema. In allen Variationen. Von sanft verspielt bis hin zu extravagant auffallend.

Ist ein Gegentrend zur Natürlichkeit absehbar?
Natürliche Farben bleiben wichtig, aber Bunt wird immer stärker. Unsere Kunden sind, was Haarfarben betrifft, viel mutiger geworden. In Österreich wird es bald sehr bunt zugehen.

Gibt es neue Färbetechniken?
Von den Farbtechniken her bleiben die multidimensionalen Farben, Color Melting und Color Marbling weiter bestehen. Jedoch ist ein Trend zu plakativen, einfärbigen „Bold Colors“ erkennbar.

Haben Sie einen Tipp, wie die Haarfarbe möglichst lange frisch bleibt?
Der beste Tipp um Haarfarben frisch zu halten ist, sich mit professionellen Pflegeprodukten für coloriertes Haar zu pflegen. Diese Produkte haben eine spezielle Formel um Haarfarben nicht so schnell verblassen zu lassen. Es zahlt sich aus, beim Haarewaschen etwas kühleres Wasser zu verwenden.

Nach Oben
OKMehr Information