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Mit Kräutern gegen Sommerplagen

Heilkräuter-Serie, Teil 4.

Home » Leben » Mit Kräutern gegen Sommerplagen - 07.2017

Geschwollene Beine, stechende Insekten, rote Augen: Wenn die lästigen Begleiterscheinungen des Sommers auftauchen, hilft die Natur. Folge 4 der active-beauty-Serie über Heilkräuter.

Sobald die Sonne strahlt und die Abende lauschig sind, haben wir eigentlich keinen Grund zum Jammern. Egal ob Grillfeste, Picknickausflüge ins Grüne oder Badespaß – der Sommer bietet für jeden das passende Freizeitvergnügen. An die Schattenseiten der heißen Jahreszeit denken wir erst, wenn die ersten Unannehmlichkeiten auftauchen. Der Kopf brummt, die Beine schwellen an, der Gelsenstich juckt oder der Darm streikt.

Doch kein Grund zur Sorge: „Bei den meisten dieser typischen Wehwehchen kann man seinen Körper mit natürlichen Mitteln sehr gut unterstützen“, erklärt Kräuterexpertin und Coach Anna Püspök aus Wien.

Rote Augen

Die häufigsten Verursacher von Bindehautentzündungen sind UV-Strahlung, Staub, Zugluft oder Chlor im Freibad. Aber auch Allergien oder bakterielle Infektionen können schuld sein. Spezielle Eisbrillen oder kühle Kompressen aus fusselfreiem Stoff mit Augentrost-Tee beruhigen irritierte Augen. „Da Kamillenextrakte selbst reizen können, sollte man sie in diesem Fall nicht einsetzen“, erklärt die Expertin. Stattdessen bewähren sich auch Tränenersatzflüssigkeit mit Hyaluronsäure oder Augentropfen mit Euphrasia-Extrakt aus dem dm drogerie markt. Sie befeuchten die Augenoberfläche und lassen die Rötung schneller abklingen. Sind die Augen nach ein bis zwei Tagen noch immer gereizt, sollte man einen Arzt aufsuchen und die auslösenden Reize nach Möglichkeit meiden.

Blasenentzündung

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Im Sommer ist die Blase besonders anfällig für Irrita­tionen, hervorgerufen durch nasse Badekleidung, Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen oder das Sitzen auf kühlen Steinen. Schuld sind zumeist E.coli-Bakterien, die in die Harnröhre gelangen und sich dort vermehren. Eine Wärmflasche, ein heißes Fußbad und danach warme Socken können den Infekt noch abfangen. Püspök: „Unterstützend wirken Tees mit Bärentraubenblättern, Goldrute und Birke – sie hemmen die schädlichen Bakterien und wirken harntreibend.“ Die Wirkstoffe von Bärentraube und Birke oder Cranberrys mit Vitamin C kann man auch praktisch in Kapselform mit in den Urlaub nehmen. Was zumeist ebenso schnell hilft: den Saft mehrerer frisch ausge­presster Zitronen pur trinken. Das säuert den Harn an, was die Keime gar nicht mögen. Auch frisch geriebener Kren unterstützt mit seiner antibakteriellen Wirkung die Blase. Geht der Blasenkatarrh nach einigen Tagen nicht weg oder kommen Fieber und Blut im Urin dazu, muss der Arzt Antibiotika verschreiben. Die beste Vorbeugung: Nasse Badesachen sofort wechseln und über den Tag verteilt viel trinken, und zwar lieber Wasser und gespritzten Cranberry-Saft als Alkohol, da Hochprozentiges die Blase zusätzlich reizt.

Insektenstiche

Gelsen, Wespen, Bremsen und Ameisen sind jetzt besonders lästig. Wenn sie uns in die Quere kommen, dann meist auf unangenehme Weise. Um die Plagegeister auf Abstand zu halten, kann man natürliche Mittel einsetzen. Vor dem Duft der ätherischen Öle aus LavendelMinze und Zitrusfrüchten oder Gelsensteckern mit Eukalyptus flüchten die meisten fliegenden Störenfriede. Nervigen Juckreiz nach einem Stich lindert ein natürliches Soforthilfespray mit Salbei und Kamilleextrakt. Es kühlt, pflegt und be­ruhigt die Stichstelle.

Ein Tipp der modernen Kräuterhexe: „Wer das nicht zur Hand hat, kann den Stich mit kaltem Wasser oder Eiswürfeln kühlen oder die Stelle mit Essig, frischer Petersilie, Spitzwegerich oder einer halben Zwiebel einreiben.“ Die ätherischen Öle der Knolle entfalten eine angenehm kühlende Wirkung, die Schwefelverbindungen wirken desinfizierend und entzündungshemmend. Auch reines Nelkenöl lindert die Nachwirkungen von Insektenstichen.

Schwere Beine

Durch die Hitze fühlen sich die Beine oft an, als würden Steine an ihnen hängen. Wassertreten in der kühlen Wanne und kalte Wadengüsse ziehen weite Blutgefäße zusammen und bringen Schwellungen zum Abklingen. Dazu den kühlen Duschstrahl außen an der Wade bis übers Knie führen, einige Sekunden verweilen und dann an der Innenseite der Wade zurückführen.

„Auch ein kühles Fußbad mit Salbei bringt Linderung“, sagt Püspök. Und: „Eine Tasse Tee mit Ackerschachtelhalm unterstützt das Entwässern.“ Auch Kapseln und Salben mit rotem Weinlaub und Rosskastanie tun schweren Beinen gut. Zur Vorbeugung sollte man an heißen Tagen direkte Sonneneinstrahlung und hohe Absätze vermeiden, dazu die Füße bei jeder Gelegenheit hochlegen und zur besseren Durchblutung mit den Füßen wippen.

Sonnenbrand

Zu wenig Sonnencreme, Sonnenschutz zu selten erneuert oder überhaupt zu spät aufgetragen – und schon ist der Sonnenbrand da. Die Soforthilfe, wenn die Haut glüht und schmerzt: kalt duschen, kühlendes Aloe-vera-Gel auftragen und jede halbe Stunde wiederholen. Ein weiterer Klassiker aus der Hausmittelapotheke bei Verbrennungen ist die Ringelblume – als medizinische Salbe oder Tinktur. Anna Püspök schwört auf Johanniskraut: „In Öl ausgezogen färbt sich dieses nach ein paar Wochen rot und ist ein wunderbares Mittel gegen Sonnenbrand. Noch besser wirkt es mit ein paar Tropfen ätherischem Lavendelöl vermischt.“ Menschen mit empfindlicher Haut sollten nach dem Auftragen die direkte Sonne allerdings meiden. Auch Heilerde lindert die Entzündung.

Hat man nichts davon parat, helfen fürs Erste auch kalte Wickel mit Essigwasser, Topfen oder Gurkenscheiben. Wichtig ist zudem, viel zu trinken, da der Körper durch den Sonnenbrand auch Flüssigkeit verliert.

Kopfschmerzen

Wetterwechsel, Hitze und hohe Ozonwerte führen oft zu Schädelbrummen. Das Naheliegendste ist hier am besten: in den Schatten gehen und den Kopf kühlen. Dazu einfach einen Kühlakku in ein Handtuch einschlagen und in den Nacken legen. Püspök: „Kühlend und schmerzstillend wirkt auch ätherisches Pfefferminzöl, das man klassisch mit einem Basisöl vermischt in die Schläfen einmassiert.“ Zusätzlich ist oft auch Wassermangel für Kopfschmerzen verantwortlich. Gerade an heißen Tagen gilt: zwei bis drei Liter trinken, am besten eher lauwarme Getränke.

Verdauungsprobleme

Unbekannte Speisen, fremde Keime: Beschwerden im Magen-Darm-Trakt bereiten die häufigsten Urlaubsprobleme. Durchfall sollte man zunächst nicht stoppen, damit die Krankheitskeime aus dem Körper gelangen. Aktivkohle bindet Giftstoffe und hilft, sie schnell wieder loszuwerden. Unterstützend gegen die Erreger wirken Probiotika sowie Hefekapseln und Gerbstoffe. Zu den einfachen Hausmitteln zählt ein mit Schale geriebener Apfel oder auch eine Papaya.

Bei einem rebellierenden Darm auf jeden Fall viel (sauberes) Wasser oder zusätzlich auch Pfefferminztee trinken, dazu Elektrolyte als Pulver oder Brausetablette, oder einen halben Teelöffel Salz und fünf Teelöffel Zucker pro Liter Flüssigkeit hinzufügen. Bei reichhaltigem Essen unterstützen Kapseln oder Tropfen mit pflanzlichen Bitterstoffen die Verdauungsfunktionen von Leber und Galle, verrät Anna Püspök: „Artischocke, Löwenzahn, Mariendistel und Kurkuma helfen, wenn im Urlaub fettreiche Mahlzeiten zu sehr auf den Magen schlagen.“

BUCH TIPP Kräuter-Workshops

Anna Püspök veranstaltet im burgenländischen Halbturn Kräuter-Workshops zu verschiedenen Themen, bei allen wird jedoch der Schwerpunkt auf Achtsamkeit und das bewusste Im-Moment-Sein gelegt. Termine und weitere Infos gibt es auf der Website.

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