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Heilkräuter: Eine Handvoll Gesundheit

Home » Leben » Heilkräuter: Eine Handvoll Gesundheit - 04.2017

Heilpflanzen statt Hormone. Kräutertees statt Antibiotika. Die Natur ist vielen Alltagsbeschwerden gewachsen. Auch in Kosmetikprodukten zeigen natürliche Extrakte aus Blättern, Blüten und Wurzeln immer öfter, was sie können. Eine Serie über Heilkräuter, Folge eins.

Es kratzt im Hals, der Magen rebelliert, die Nerven flattern oder die Abwehrkräfte sind geschwächt: „Typische Wehwehchen im Alltag, bei denen man zuerst gerne sanfte Heilmittel ausprobiert“, sagt Kräuter­expertin Gabriela Baderer. Die Niederösterreicherin hat langjährige Erfahrung mit natürlichen Wirkstoffen und setzt sie auch gerne in verschiedenen Bereichen ein. „Wenn man sich mit der Anwendung auskennt, sind Heilpflanzen gut verträglich, aber auch wirksam, und stellen in vielen Fällen eine sinnvolle Ergänzung dar.“

Nicht von ungefähr wurde die Tradition der Pflanzenheilkunde über Tausende von Jahren weitergegeben. Schon Hippokrates, der wohl berühmteste Arzt der Antike, wendete pflanzliche Wirkstoffe bei seinen Patienten an. „Eine seiner Lieblings­pflanzen war das kretische Diktamos-Kraut, das er als natürlichen Geburtshelfer einsetzte. Alte Kreterinnen schwören noch heute darauf, dass Aufgüsse von Diktamos in Wasser oder Wein Geburten merklich erleichtern können“, erklärt die Kräuterexpertin. Sogar bei Harry Potter kommt man an diesem Wunderkraut nicht vorbei. Hier ist Diptam eine magische Zaubertrankzutat, die Verletzungen, Wunden und Blutungen heilen kann.

Galionsfiguren der Kräuterkunde

Im Mittelalter waren vor allem Klöster die Zentren der klassischen Pflanzenheilkunde. Die Arznei-Rezepturen der Äbtissin Hildegard von Bingen aus dem zwölften Jahrhundert werden zum Großteil heute noch geschätzt. Der Arzt Paracelsus experimentierte 400 Jahre später mit Pflanzen und Heilwässern.

„Natur ist die beste Apotheke“, lautete auch das Credo von Sebastian Kneipp. Der Kräuterpfarrer hat Zeit seines Lebens die Heilkraft von mehr als 40 Pflanzen erforscht und sie zu wirksamen Arzneimitteln ver­arbeitet. In Österreich machte der Waldviertler Geistliche Herrmann-Josef Weidinger die Naturmedizin ab den 1990er-Jahren wieder populär.

Altes Wissen neu aufbereitet

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„Auch die moderne Heilmittelforschung beschäftigt sich wieder vermehrt mit alten Rezepturen. Sie erkennt zunehmend die Zusammenhänge zwischen diesen biologischen Inhaltsstoffen und ihren Anwendungsgebieten, was über Jahrhunderte ein selbstverständlicher Teil der Volksmedizin war“, meint Marion Mohrmann, dm Sortimentsmanagerin.

Das Ergebnis ist die sogenannte Phytotherapie – eine eigene Sparte für pflanzliche Arzneimittel, die mittlerweile gut wissenschaftlich untersucht sind: „Was ihre Qualität und Wirksamkeit betrifft, müssen sie dieselben Kriterien erfüllen wie synthetische Arzneimittel, etwa Antibiotika oder Kopfwehtabletten.“ Pflanzenextrakte werden längst nicht mehr nur in Arzneimitteln verwendet. „Neben Tees zählen Dragees, Badezusätze oder Salben ebenfalls zum Standard in der Hausapotheke. Auch Kosmetik- und Nahrungsmittelhersteller verarbeiten Pflanzen und Heilkräuter.“

Tipp: Ein Naturkosmetik-Rezept für diverse Kräuteröle und Tinkturen finden Sie im dm Online Shop.

Auf der Wiese und im Drogeriemarkt

„Von den rund 40.000 wissenschaftlich untersuchten Pflanzenarten werden bei uns um die 200 auch als Heilpflanzen angewendet“, erklärt Marion Mohrmann. Viele frische Kräuter wachsen gerade jetzt im Frühling auf der Wiese und warten nur darauf, von uns beachtet zu werden: Sie schmecken – wie etwa Löwenzahn und Gänseblümchen – auch unverarbeitet in Salaten, Spinat oder einfach als Tee.

Ein Tipp von Marion Mohrmann: „Natürlich kann man Heilkräuter selbst sammeln oder auch im eigenen Garten ziehen und ernten. Das kann man auch in speziellen Workshops lernen. Einfacher ist es, das Angebot an pflanzlichen Arzneimitteln im dm drogerie markt zu nützen und sich bei der Auswahl und Anwendung von den ausgebildeten dm Drogisten beraten zu lassen.“

BUCH TIPP Sie haben Fragen? Die Experten bei dm beantworten sie gerne.

dm bildet in Österreich jährlich im Schnitt 150 Drogisten und Drogistinnen aus. Das ist eine dreijährige, umfangreiche naturwissenschaftliche Ausbildung mit Schwerpunkten in den Bereichen Botanik, Ernährung oder Kosmetik und integriert auch eine kaufmännische Ausbildung. Sie beraten über das Warensortiment hinaus über Inhaltsstoffe und Anwendungsgebiete von Kräutern und Naturprodukten.

Heilkräuter richtig verwenden

 

Dosierung:

Für eine Tasse Tee von getrockneten Kräutern reicht eine Prise, das ist genauso viel, wie man leicht mit dem Daumen und zwei Fingern nehmen kann. Das gießt man mit ¼ Liter kochendem Wasser auf, mit einem Deckel zudecken, damit sich die ätherischen Öle nicht verflüchtigen, und den Tee zehn Minuten ziehen lassen. Gramm­angaben können irreführend sein, weil jedes Kraut unterschiedlich viel wiegt.

Erfrischung:

Aromatische Pflanzen wie Zitronenmelisse, Minze oder Basilikum sind perfekt für ein Erfrischungsgetränk: Man füllt einen halben Liter kaltes Wasser in eine Karaffe und gibt einen Kräu­terstängel hinzu. Zum Konservieren der Kräuter lässt man sie am besten trocknen. Dazu bindet man 10 bis 20 Stängel zu einem Strauß und hängt diesen kopfüber an einen trockenen, warmen, schattigen Platz. Nach etwa einer Woche ist das Kraut getrocknet. Dann kann man die Pflanzenteile zerschneiden oder zerbröseln und in Gläsern oder Papiersackerln an einem dunklen, trockenen Ort aufbewahren.

Anwendung:

Geschmacklich kann man Tee auch noch mit getrockneten Beeren und Früchten aufwerten: Johannis-, Heidel- und Holunderbeeren oder Äpfel im Ofen trocknen und der Teemischung beimengen. Reiner Kräutertee eignet sich übrigens perfekt als Badezusatz – zum Beispiel Frauen­mantel: Man kocht mit einer größeren Portion Kraut eine Tasse Tee und schüttet das starke Gebräu zum Badewasser. Die abge­filterten Teereste (wie etwa Lindenblüten, Augentrost) kann man auch als Kompressen zweitverwerten: Man legt sie einfach auf und deckt sie mit einem sauberen Tuch ab.

Nützliche Links

 

Kräuter-Links

  • Hier gibt’s eine Tabelle mit den wichtigsten Kräutern, Anwendung, gesundheitliche Wirkung und Erntezeit
  • Ein praktisches Video mit Tipps rund um Anbau und Haltbarmachen von Küchenkräutern
  • Infos zum Anlegen einer Kräuterspirale
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