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Heilkräuter-Lexikon

Die gesunden Helfer aus Wald und Wiese.

Home » Leben » Heilkräuter-Lexikon - 04.2017

Alles über Kräuter – wie ihre Inhaltsstoffe wirken und was bei der Anwendung zu beachten ist.

BUCH TIPP Aloe vera

Insbesondere zwei der mehr als 300 verschiedenen Aloe-Arten besitzen nachweislich Heilwirkungen, die seit mehr als 6.000 Jahren überliefert sind. Äußerlich unterstützt Aloe vera vor allem die Regeneration bei Hautverletzungen und Irritationen, daher gilt sie als „Erste-Hilfe-Pflanze“ bei kleinen Schnittwunden und leichten Verbrennungen sowie Sonnenbrand. Das Gel aus den Blättern versorgt die Haut mit Feuchtigkeit, weshalb es besonders gerne in After-Shave-Lotions und Feuchtigkeitscremes der Männer-Pflegeserien eingesetzt wird.

BUCH TIPP Arnika

Die Staude blüht zwischen Mai und August mit gelben Blüten. Sie ist eine typische Gebirgs­pflanze, was sich auch in ihrem lateinischen Namen wi­derspiegelt: Arnica montana. Angewendet werden äußerlich Salben, Gele, ölige Auszüge und Tinkturen für Mundspülungen, Umschläge und Einrei­bungen. Am bekanntesten ist der Einsatz bei stumpfen Verletzungen, bei Muskel- und Gelenkschmerzen sowie bei Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum.

BUCH TIPP Augentrost

Nomen est omen: Augentrost oder Euphrasia ist ein sehr beliebtes Heilkraut bei Augenproblemen und oft in speziellen Tinkturen und Tropfen enthalten, die bei leichten Entzündungen, Gerstenkorn und allergischen Reaktionen eingesetzt werden. Optimale Erntezeit für das Kraut sind die Monate August und September. Für Augenumschläge, Spülungen und den Tee übergießt man 1 gehäuften Teelöffel mit 1 Tasse kaltem Wasser und bringt es zum Sieden. Einige Minuten ziehen lassen und dann abseihen.

 

B

 

BUCH TIPP Baldrianwurzel

Seine zahlreichen Verwendungs­möglichkeiten machten den Baldrian bereits im Mittelalter zu einem Allheilmittel. Im Englischen heißt er umgangssprachlich deshalb auch „all heal“. In der Volksmedizin zählt Baldrian zu den bewährtesten Mitteln gegen Unruhe, Nervenschwäche, Schlaf­losigkeit, nervöses Herzklopfen und krampfartige Magen-Darm-Beschwerden. Er ist in den verschiedensten Darreichungs­formen erhältlich – als Tinktur, Dragee oder Tee.

BUCH TIPP Beinwell

Das Borretschgewächs wird bis zu 120 cm hoch, die glockenförmigen Blüten sind purpurfarben. Die Blüte dauert von April bis September, Erntezeit für die Wurzel sind März, April sowie Oktober und November. Den Namen Beinwell erhielt die Pflanze aufgrund ihrer Heilwirkung, die bereits im Altertum genutzt wurde. Die Salbe aus der Wurzel und den Blättern wird bei Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen und bei rheumatischen Erkrankungen angewendet.

BUCH TIPP Brennnessel

Der Tee wirkt nicht nur blutreinigend, er ist auch ein sehr guter Eisenlieferant. Die jungen Blätter kann man auch zu energiereichem Spinat verarbeiten oder einfach nur zu Smoothies mischen. Saison: ab Mai

BUCH TIPP Bärentraube

Seit dem 13. Jahrhundert ist die Echte Bärentraube, die inzwischen nur noch selten vorkommt und deshalb geschützt ist, als Heil­pflanze bekannt. In einem englischen Kräuterbuch wurde sie erstmals erwähnt und bei Harnwegserkrankungen empfohlen. Die Inhaltsstoffe wirken leicht desinfizierend und hemmen das Wachstum von Bakterien. Schwangere, Stillende und Kinder sollten Bärentraube vorsorglich nicht anwenden.

E

 

BUCH TIPP Eibisch

Kaltes Wetter und Heizungsluft machen den Schleimhäuten zu schaffen. Die Wirkstoffe der sogenannten Schleimdrogen wie Eibisch, Spitzwegerich oder Isländisches Moos legen sich wie ein Film darüber. Schleimstoffe sind empfindlich und sollten kalt ausgezogen werden. 1/2 Liter Wasser aufkochen und abkühlen lassen, 1 Teelöffel einer Mischung aus Eibischwurzeln, Spitzwegerichblättern und Malvenblüten 6 Stunden ziehen lassen. Abseihen und aufgewärmt über den Tag verteilt trinken.

F

 

BUCH TIPP Frauenmantel

Der Tee regeneriert den Körper nach operativen Eingriffen, außerdem lindert er sämtliche Frauenleiden. In der Schwangerschaft sollte man ihn nur nach ärztlicher Absprache trinken. Saison: ab Mai

BUCH TIPP Fenchel

Die Früchte der Staude wurden schon von den alten Römern als Magenmittel geschätzt. In der kalten Jahreszeit bewährt sich das Kraut gleich zweifach: Es hilft bei Magen-Darm-Beschwerden durch übermäßiges Essen und bei Entzündungen der Atemwege. Für den Tee werden pro Tasse 1 Teelöffel frisch zer­kleinerte Früchte mit 150 Milli­liter heißem Wasser übergossen. 10–15 Minuten ziehen lassen und bis zu 3 Tassen täglich trinken.

BUCH TIPP Fichte

Desinfizierende Kräuter, Wurzeln und Harze eignen sich auch wunderbar zum Räuchern, um Erkältungskeime zu vertreiben. Wacholdernadeln, Beifußkraut, Thymian, Salbeiblätter, Ysopkraut, Schafgarbenblüten, Angelikawurzel zerkleinern und mischen. In eine Räucherschale mit einem Boden aus feinem Sand glühende Räucherkohle legen, etwas Fichtenharz und Weihrauch darauflegen und 1 Teelöffel der Kräutermischung darüberstreuen.

G

 

BUCH TIPP Gänseblümchen

Der Sirup, mit Wasser und braunem Rohrzucker zubereitet, eignet sich sehr gut als Energiebooster im Frühjahr, er beruhigt und harmoni­siert. Aus Gänseblümchen und Bienenwachs lässt sich auch leicht eine Wund- und Heilsalbe rühren. Saison: ab Mai

BUCH TIPP Ginkgo

Ursprünglich bedeutet Ginkgo biloba „Zweilappige Silberaprikose“. Er gilt als Glücksbringer sowie als Symbol der maskulinen und femininen Kraft im Ying und Yang. Ginkgo-Extrakte unterstützen die Durchblutung und unterstützen innerlich die Gehirnleistung. Die positiven Eigenschaften haben inzwischen auch die Experten in der Schönheitspflege überzeugt. Der Ginkgo wird vor allem in Körperlotionen verwendet, die gegen Falten wirken und die Haut straffen.

BUCH TIPP Gundelrebe

Die altbekannte Heilpflanze wird in der Volksheilkunde zur Behandlung von Eite­rungen, bei Bronchial- und Harnwegserkrankungen und zur Anregung des Stoffwechsels bei einer Frühjahrskur eingesetzt. In der Küche werden die frischen Blätter als Zutat für Salate, Suppen, Eierspeise und Kräuterbutter verwendet. In manchen Alpenregionen ist die Gundelrebe der Hauptbestandteil einer kräftigen Kräutersuppe am Grün­donnerstag.

H

 

BUCH TIPP Holunderblüten

Erkältungsviren können Hitze nicht ausstehen: Bei den ersten Schnupfenanzeichen bietet sich eine „Schwitzkur“ mit einer Teemischung aus Holunderblüten, Lindenblüten und Hagebutten an. 1 Esslöffel wird mit 1/2 Liter kochendem Wasser übergossen. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Morgens und abends eine Tasse davon trinken. Zusätzlich sind warme Fußbäder mit ein paar Tropfen Aromaöl wie Eukalyptus und Thymian eine bewährte Erste-Hilfe-Maßnahme.

BUCH TIPP Hopfen

Der Hopfen ist nicht nur für den herben Geschmack und die Haltbarkeit von Bier verantwortlich. Die weibliche Hopfenpflanze wird vor allem in Kombination mit Baldrianwurzel, Melissenblättern, Passionsblumenkraut und Hafer zur Herstellung von Schlafmitteln genutzt. Nachgewiesen ist eine gute Wirksamkeit bei leichten Einschlaf- und Durchschlafstörungen. Hopfenkissen, wie sie auch auf Bauernmärkten angeboten werden, sind hin­gegen als Einschlafhilfe nicht ideal, weil sie auch stimmungs­aufhellend wirken können.

J

 

BUCH TIPP Johanniskraut

Dieses Gewächs zählt zu den wichtigsten Heilpflanzen der Volksmedizin. Es wirkt angst­Iösend, beruhigend und stimmungsaufhellend. Nach mehreren Studien, bei denen Johanniskrautpräparate mit herkömmlichen Antidepressiva verglichen wurden, wird das alte Hausmittel auch von der Schulmedizin anerkannt. Johanniskraut sollte über einen Iängeren Zeitraum von mindestens vier bis sechs Wochen eingenommen werden. Bei hoher Dosierung kann es, besonders bei hellhäutigen Menschen, zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit der Haut kommen.

K

 

 

BUCH TIPP Kamille

Seit der Antike setzen Heilkundige die Arzneipflanze gegen Leberleiden, Blähungen, Entzündungen aller Art sowie Atemwegserkrankungen ein. Aufgrund der antientzündlichen, antibakteriellen und krampflösenden Eigenschaften ergeben sich zahlreiche Anwen­dungsgebiete. Als Gurgellösung hilft Kamille bei Zahnfleisch- oder Halsentzündungen, auch viele Salben und Cremes enthalten Kamille. Bei Augenproblemen sollte sie jedoch – auch, wenn das oft geraten wird – nicht eingesetzt werden, da die im Absud enthaltenen kleinen Pflanzenpartikel das Auge noch zusätzlich reizen können.

L

 

BUCH TIPP Lavendel

Die blau blühende Heilpflanze ist ein echter Alleskönner. Sie duftet vorzüglich, beruhigt und entspannt. Schon in der Antike wurde Lavendel als Badezusatz verwendet, die entzündungshemmenden Eigenschaften bewährten sich bei Schnittwunden, Verbrennungen und Insektenstichen. In Kosmetika punktet der Extrakt bei unreiner Haut und bei unerwünschten Pickeln durch häufiges Rasieren.

M

 

BUCH TIPP Myrrhe

Myrrhe ist eigentlich keine Pflanze, sondern das Gummiharz der Commiphoren-Bäume oder -sträucher. Seit Jahrhunderten ist Myrrhe ein Grundstoff der Parfum- und Kosmetikindustrie. In China nützt man die heilsame Myrrhe-Wirkung seit Langem bei Entzündungen und Wunden, aktuelle wissenschaftliche Studien bestätigen mittlerweile diese Heilkraft. In der Kosmetikindustrie setzt man auf die hautglättende Myrrhe-Wirkung, in der Zahnpflege wird die entzündungshemmende Eigenschaft genützt.

P
BUCH TIPP Passionsblume

Die Passiflora ist eine Kletterpflanze, stammt ursprünglich aus Südamerika und wurde vor 350 Jahren von spanischen Missionaren in den südeuropäischen Mittelmeerländern eingebürgert. Die Passionsblume ist nicht nur wunderschön, sondern auch hilfreich bei der Behandlung von Unruhezuständen, Erregbarkeit, Angespanntheit und Einschlafstörungen. Zudem lindert sie nervöse Magen-Darm-Beschwerden. Für einen Tee übergießt man einen gehäuften Teelöffel getrocknetes Passionsblumenkraut mit einer Tasse (150 ml) kochendem Wasser. Nach zehn Minuten abseihen und bei nervöser Unruhe täglich bis zu drei Tassen trinken.

BUCH TIPP Pfefferminze

Die Pfefferminze kann als Tee sehr gut bei akuten Magen- oder Darmproblemen sowie Übelkeit eingesetzt werden. Vorsicht: Bei zu häufiger Anwendung kann sie einen empfindlichen Magen zusätzlich reizen. Wer unter akuten Magengeschwüren, Sodbrennen oder Reflux leidet, sollte auf den Tee verzichten, da er die Säureproduktion anregt. Dann kann man den Teeaufguss äußerlich für Bäder und Kompressen verwenden. Gegen Kopfschmerzen helfen Stirnumschläge mit Pfefferminztee oder ein paar Tropfen ätherisches Pfefferminzöl, vermischt mit einem Basisöl, auf Schläfen und Nacken einmassiert.

R

 

BUCH TIPP Rosmarin

Das duftende Gewürzkraut hat zahlreiche positive Eigenschaften. In Kosmetikprodukten regen die ätherischen Öle insbesondere die Durchblutung an. Dadurch schafft Rosmarin einen frischen Teint. Für Peelings oder Gesichtsmasken einfach ein paar Tropfen in eine Lotion mischen und kurz einmassieren. Zudem ist Rosmarin der perfekte Wirkstoff bei der Haarpflege – insbesondere als Unterstützung gegen Haarausfall und Schuppenbildung. Er beruhigt die tro­ckene und gereizte Kopfhaut.

 

S

 

BUCH TIPP Spitzwegerich

Das Kraut ist schon sehr lange ein beliebter Bestandteil von Hustensaft. In der Volksheilkunde wird er äußerlich zur Unterstützung der Wundheilung eingesetzt. Saison: ab Mai

 

T

 

BUCH TIPP Thymian

Die alten Ägypter verwendeten das Lippenblütengewächs zum Einbalsamieren ihrer Toten. Die heilende Wirkung auf die Lunge wurde erst im Mittel­alter bekannt. Die Äbtissin Hildegard von Bingen pries das aromatische Gewürz bei Atemnot und Keuchhusten. Thymian wirkt antibakteriell und macht durch seine verdauungsregulierenden Eigenschaften viele Speisen bekömmlicher. Mit seinem pfeffrig-bitteren und etwas rauchigen Geschmack passt er gut zur mediterranen Küche.

BUCH TIPP Weiße Taubnessel

Die Weiße Taubnessel ist eines der bekanntesten Wildkräuter und durch ihre süßen Blüten bekannt. Die botanisch als Lamium album bezeichnete Pflanzenart wird vor allem bei Beschwerden der oberen Luftwege, bei Regelschmerzen oder bei Magen- und Darmerkrankungen genutzt. Der Blütentee ist auch ein bewährter Nerven- und Schlaftee: Für eine Tasse 1–2 Kaffeelöffel mit kochendem Wasser überbrühen und 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen.

W

 

BUCH TIPP Weißdorn

Das Rosengewächs mit Blüten, Blättern und Beeren unterstützt Herz-Kreislauf- und Nervensystem und hilft etwa bei Antriebslosigkeit. Saison: ab Mai

BUCH TIPP Wermut

Wermut heizt unserem Körper so richtig ein. In einem wärmenden Fußbad aktivieren seine Bitterstoffe den Stoffwechsel über die Reflexzonen. Dazu 2 Esslöffel getrockneten Wermut und 2 Esslöffel Steinsalz mit 1 Liter heißem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen. Für ein 15-Minuten-Fußbad 2 weitere Liter Wasser mit ca. 38 Grad dazugeben, danach abtrocknen und entspannen. Als Kraut kann man frischen Wermut deftigen Gerichten zur Verdauungsförde­rung beifügen, für Magentee eine kleine Menge Wermutkraut – wie sie zwischen drei Fingerspitzen passt – mit heißem Wasser übergießen, nur 1 Minute ziehen lassen, etwa 15 Minuten vor den Mahlzeiten trinken.

 

Z

 

BUCH TIPP Zitronengras

Die Gewürzpflanze stammt aus den Tropen Asiens und findet vor allem in der Thaiküche und in Teemischungen Verwendung. Das aus dem Zitronengras durch Wasserdampfdestillation gewonnene Citronellöl weist eine ähnliche Zusammensetzung wie das echte Melissenöl auf. Es unterstützt bei innerer Unruhe, nervösen Befindlichkeitsstörungen und Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Bewährt hat sich ein „Drei­viertelbad“ mit Citronellöl, Badedauer 10 bis 20 Minuten.

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