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Sprechstunde: Lästige Insekten

4 Fragen. Und 4 Antworten von Tropenmediziner Prof. DDr. Martin Haditsch.

Home » Leben » Sprechstunde:Lästige Insekten - 06.2016

Prof. DDr. Martin Haditsch erklärt, was man gegen Insektenstiche tun kann.

Wie schützt man sich im Urlaub gegen Mückenstiche und -bisse?

Stechmücken können vor allem in südlichen Urlaubsregionen Krankheiten wie Malaria, das Denguefieber oder das Zika-Virus übertragen. Fenster und Türen der Unterkunft sollten mit einem Insektenschutz versehen sein. Praktisch ist auch ein Mückenschutznetz um das Bett, etwa ein Reisenetz, das in jede Reisetasche
passt und schnell zu befestigen ist. Etwaige Löcher mit Klebeband zukleben. Die Klimaanlage sollte den Großteil des Tages eingeschaltet bleiben, weil Mücken kühle Räume meiden. Das Um und Auf beim Mückenschutz im Freien ist, den menschlichen Hautgeruch zu minimieren, indem man sich möglichst oft duscht, imprägnierte, schützende Kleidung trägt und sich mit wirksamen Insektenschutzmitteln einsprüht oder einreibt. Weitere Tipps für Fernreisen erhält man in einer reisemedizinischen Beratungsstelle.

Was macht man bei allergischen Reaktionen?

Allergische Reaktionen treten am häufigsten nach Bienen- und Wespenstichen auf. Die Anzeichen: Fieber, zunehmende Schwellungen, Ausschlag, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Schmerzen in der Brustgegend und Atembeschwerden. Den Stachel entfernt man mit einer Pinzette oder dem Fingernagel. Drückt man ihn heraus, verbreitet sich das Gift noch weiter. Dann den Einstich mit Seife waschen und kühlen. Gegen den Juckreiz helfen rezeptfreie Salben mit antiallergischen Wirkstoffen. Der Tetanusschutz sollte kontrolliert werden. Ringartige Rötungen (eventuell Borreliose) oder Fieber (mögliche FSME-Infektion) nach Zeckenbissen müssen vom Arzt abgeklärt werden.

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Wer nicht mit Chemie ranmöchte, an das Thema – Kerzen von dm oder natürliche Heilmittel: Tomaten und Zitronenmelisse gegen Mücken.

Wie sieht die ideale Vorbeugung gegen Insektenstiche/-bisse aus?

Duftende Blumen, blühende Büsche und Bäume, Fallobst, Schweiß, Süßigkeiten sowie Parfums und grelle Farben ziehen Insekten an. Langärmelige Blusen, Hosen, Schuhe, Socken und Kopfbedeckungen – im Idealfall mit Mückenschutzmitteln imprägniert – schützen bis zu einem gewissen Grad, Insekten-Repellents wirken auf die bloßen Hautstellen aufgetragen zumeist mehrere Stunden. Die Wirkstoffe sollte man allerdings wiederholt auftragen, vor allem bei sommerlichen Temperaturen und schweißtreibenden Tätigkeiten. Wer allergisch auf Insektenstiche reagiert, sollte immer etwas bei sich tragen, um sich als Allergiker auszuweisen, zum Beispiel ein spezielles Armband. Rezeptpflichtige Medikamente für den Fall eines Insektenstiches müssen im Notfall von Familienmitgliedern oder Begleitern sofort anzuwenden sein.

Gibt es spezielle Mittel gegen den Juckreiz?

Nach dem Insektenstich sollte man die Stelle nicht kratzen und kühlende und juckreizstillende Mittel auftragen, die in keiner Hausapotheke fehlen sollten. Linderung nach Insektenstichen und -bissen kann auch ein batteriebetriebenes Gerät bringen, das punktuell Wärme erzeugt. Diese Wärme – rund 50 Grad – verändert die Eiweißverbindung des Insektengifts in ihrer Struktur, der Juckreiz bleibt aus oder ist zumindest deutlich geringer. Allerdings sollte die Anwendung unmittelbar nach dem Stich erfolgen. Das alte Hausmittel, eine Tasse mit heißer Flüssigkeit an die Einstichstelle zu drücken, erfüllt denselben Zweck, jedoch ist auf Verbrennungen und Verbrühungen zu achten. Eine Reihe bewährter Hausmittel können den Juckreiz ebenfalls lindern. Eine aufgeschnittene Zwiebel oder Kartoffel verhindert verstärktes Anschwellen und Juckreiz, auch essigsaure Tonerde und Franzbranntwein helfen. Im Grünen ist zerquetschter Spitzwegerich das Mittel der Wahl. Diesen bearbeitet man so gut mit Fingern und Fingernägeln, dass sein Pflanzensaft austritt.

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Antworten von
Prof. DDr. Martin Haditsch
Facharzt für Infektiologie und Tropenmedizin, Leiter des
TravelMedCenters in Leonding

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