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Kapverden – Inselreich der Gelassenheit

No Stress!

Home » Inspiration » Kapverden – Inselreich der Gelassenheit - 11.2017

Verausgabt? Auf den Winter beleidigt? Auf den Kapverdischen Inseln westlich vom afrikanischen Festland scheint an 350 Tagen im Jahr die Sonne. Und das Wort „Stress“ kennt man nur deshalb, weil man selber keinen hat. Zeit für eine kleine Reise – wenigstens in Gedanken.

Manchmal wünschen wir uns an einen fremden Ort. Weit weg von daheim, weit weg vom Alltag und von dem, was wir so gut kennen, lieben und schätzen. Allein der Gedanke an ein Land, zigtausende Kilometer entfernt, löst Bauchkribbeln aus, weil das Weit-weg-Sein unsere Sehnsucht nach Ruhe und Erholung, aber auch nach Exotik und neuen Eindrücken stillen könnte. Wir stellen uns vor, die Füße einfach in den Sand zu stecken und in kristallklarem Meerwasser zu baden oder stundenlang durch eine üppig grüne Landschaft zu wandern.

Die Kapverdischen Inseln könnten dieser Sehnsuchtsort sein. Auf der touristischen Landkarte noch vergleichsweise wenig bekannt, befinden sie sich nur wenige Flugstunden von Europa entfernt. Die fünfzehn Inseln, von denen neun bewohnt sind, liegen mitten im Atlantik, rund 570 Kilometer entfernt von der afrikanischen Westküste, südlich der spanischen Kanaren.

Lange Zeit waren die Kapverden unbewohnt, erst im 15. Jahrhundert wurden sie von portugiesischen Seefahrern entdeckt. Heute vermischen sich der europäische und der afrikanische Lebensstil zu einer bunten, freundlichen und lebenslustigen Komposition. Treffen abgehetzte Touristen auf Einheimische, werden sie mit einem herzlichen Lächeln und mit dem Spruch „No stress!“ behutsam zur Entschleunigung aufgefordert. Immerhin lautet so das inoffizielle Motto von Kap Verde. Das Leben nimmt gemächlich seinen Lauf.

Nur einen Hauch von Hektik spürt man auf der Badeinsel Sal, wenn jeden Vormittag die Fischer mit ihren Booten einfahren.

Die Inselküche ist von frischem Fisch und Meeresfrüchten geprägt. Die perfekte Gelegenheit, um Langusten zu probieren! Am hölzernen Steg in Santa Maria werden Tag für Tag auch noch Zackenbarsche, Thunfische, Makrelen und Meerbarben, in Schüsseln aneinandergereiht, feilgeboten.

Die Männer sitzen auf dem Boden und kratzen die Schuppen von den kleineren Fischen. Die Frauen hocken auf runden Schemeln und über­nehmen den Verkauf.

Gleichberechtigung

Überhaupt sind die Kapverden sehr weiblich geprägt. Die Frauen sind selbstbewusst, die jungen Damen tragen Jeans und kurze Haare. Ministerinnen sind in der Regierung des Landes eine Selbstverständlichkeit. Beinahe wäre bei den vergangenen Wahlen sogar eine Frau Premierministerin geworden. „Die Kapverden sind ein hell leuchtender Stern, wenn es um Geschlechtergleichheit geht, viele Frauen haben angesehene Führungspositionen in öffentlichen Ämtern und im privaten Sektor“, schrieb die gemeinnützige US-Organisation Ethic Traveler in ihrem Jahresbericht 2016.

Anders als in vielen Ländern Afrikas wird auch Homosexualität akzeptiert. Mehr als das: Seit 2014 ist das Recht darauf sogar gesetzlich verankert.

Umwelt- und Tierschutz

Ethic Traveler lobt den Staat Kap Verde neben seinen Bemühungen in puncto Menschenrechte und Sozialwesen auch, wenn es um den Umweltschutz geht. Die Energieversorgung von Inseln ist zwar generell schwierig; auf den Kapverden bemüht man sich trotzdem – oder gerade deshalb – um die Förderung erneuerbarer Energien. Das ehrgeizige Ziel der Regierung: Bis zum Jahr 2020 soll die Hälfte der benötigten Energie aus Windrädern, Photovoltaikanlagen und Co. stammen. In vielen Hotels kommt schon jetzt entsalztes Meerwasser aus der Dusche, um der Wasserknappheit vorzubeugen.

Auch der Tierschutz ist ein Thema: Weil die Kapverden das drittwichtigste Nistgebiet für die gefährdete Unechte Karettschildkröte sind, ist diese Art seit 2002 gesetzlich geschützt. Zahlreiche Projekte bemühen sich, die frisch geschlüpften Schildkröten vor anderen Tieren, Wilderern und der zunehmenden Lichtverschmutzung an den Stränden zu bewahren.

Auch der Tierschutz ist ein Thema: Weil die Kapverden das drittwichtigste Nistgebiet für die gefährdete Unechte Karettschildkröte sind, ist diese Art seit 2002 gesetzlich geschützt. Zahlreiche Projekte bemühen sich, die frisch geschlüpften Schildkröten vor anderen Tieren, Wilderern und der zunehmenden Lichtverschmutzung an den Stränden zu bewahren.

Auch der Tierschutz ist ein Thema: Weil die Kapverden das drittwichtigste Nistgebiet für die gefährdete Unechte Karettschildkröte sind, ist diese Art seit 2002 gesetzlich geschützt. Zahlreiche Projekte bemühen sich, die frisch geschlüpften Schildkröten vor anderen Tieren, Wilderern und der zunehmenden Lichtverschmutzung an den Stränden zu bewahren.

Cesária Évora war eine der bekanntesten Sängerinnen der Kapverden. Die Lieder der „barfüßigen Diva“ erzählen von Lebenslust, Wehmut und Hoffnung.

Kapverden in Bildern

Neben den vielen Sonnentagen, der stabilen politischen Situation und der Nähe zu Europa haben die Kapverden noch ein entscheidendes Plus: ihre immense Vielfalt. Keine Insel gleicht der anderen. Sal, Boa Vista und das winzige Maio sind flach, trocken und mit einladenden, kilometerlangen Sandstränden gesegnet. Hier spielt sich der Großteil des touristischen Lebens ab. Viele Strandabschnitte sind noch unbebaut und menschenleer, allerdings sprießen immer mehr Hotels aus dem Boden.

Wer im Urlaub bewusst auf Kultur und Sightseeing verzichten möchte, wird sich auf einer dieser drei Inseln auf jeden Fall wohlfühlen. Hier ist Baden in allen Variationen angesagt. Auf Sal locken nicht nur das glasklare Meerwasser, sondern auch ein Bad im natürlichen Felsenpool Buracona, Schwimmen im Salzwasser der Saline Pedra de Lume oder eine Begegnung mit Zitronenhaien in der Shark Bay.

Tipp: Die Kapverden solo bereisen? Auch allein unterwegs sein, tut mal gut! Hier lesen Sie warum und finden Tipps zum Alleinreisen.

Naturnahe Vielfalt

Das genaue Gegenteil der flachen, sandigen Badeinseln sind die vegetationsreichen, schroffen Eilande wie die Wanderinsel Santo Antão, die kleine Blumeninsel Brava oder die Vulkaninsel Fogo mit dem knapp 3.000 Meter hohen Pico de Fogo. Von üppigem Grün und schroffen Felsen geprägt ist auch die Insel São Nicolau. Sie ist weit weniger bekannt als Santo Antão, aber ein Geheimtipp für Wanderer. Meterhohe Maisstauden, Papaya- und Bananenbäume bestimmen das Bild. Unterkünfte für Reisende sind noch spärlich gesät. Dort wird authentische Inselküche serviert, wie der deftige Eintopf Cachupa aus Mais, Bohnen, Fisch und Fleisch.

Das Wanderherz höherschlagen lässt eine Tour vom Inselhauptort Ribera Brava in den höher gelegenen Ort Cachaco. Palmen säumen den Weg, Kinder winken, und oben angekommen, am Fuße des Monte Gordo, stechen urzeitlich anmutende Drachenbäume ins Auge. Im dortigen Naturpark soll der weltweit größte noch vorhandene Baumbestand beheimatet sein.

Die Hauptinsel Santiago bietet von allem etwas, während die Insel São Vicente als kulturelles Herz der Kapverden gilt: Kultur, Musik, Natur, Baden und Surfen. Zwischen den Inseln gibt es nur einige Flüge und wenige Fährverbindungen. Am besten plant man pro Aufenthalt nur eine oder zwei der neun Inseln ein. Schließlich geht es ums Erleben und bewusste Wahrnehmen und nicht darum, möglichst viele Inseln in kurzer Zeit abzugrasen. Ist die Sehnsucht erst einmal geweckt, hat man sieben weitere Gründe, die Kapverden zu besuchen.

BUCH TIPP Buchtipp: Kapverden zum Lesen

So unterschiedlich wie die Inseln sind auch die Erlebnisse ihrer Besucher. In seinen ­“Geschichten fürs Handgepäck“ hat Hans-Ulrich Stauffer die Erzählungen verschiedener Autoren gesammelt. Sie handeln von den Vulkanen des Archipels bis hin zur kap­­ver­dischen Dichtung.

Weitere Infos

Lage
Die Kapverden liegen rund 570 Kilometer westlich vom afrikanischen Festland im Atlantik. Neun der fünfzehn Inseln sind bewohnt: Santiago, Boa Visa, Sal, São Vicente, Santo Antão, São Nicolao, Fogo, Maio und Brava.

Anreise
Per Direktflug ab München dauert die Anreise sechs bis sieben Stunden. Ab Wien ist ein Zwischenstopp in Portugal nötig, der für einen Kurztrip nach Lissabon genutzt werden kann.

Einreise
Bei Pauschalreisen kümmert sich meist der Reise­veranstalter um ein Visum. Alternativ kann es beim Honorarkonsulat der Republik Cabo Verde in Wien beantragt werden.

Vor Ort
Zwischen den meisten Inseln verkehren Flugzeuge der lokalen Airline TACV. Fährverbindungen gibt es nur wenige. Auf den Inseln selber kann man mit den lokalen Aluguers, Kleinbussen mit offener Ladefläche, günstig herumkommen. In den touristischen Regionen gibt es ausreichend Taxis und touristische Inselrundfahrten.

Informieren
Umfangreiche Informationen finden Sie hier.

Der Klang der Kapverden

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