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Kontrastreicher Balkan

Reisetipps zu unseren Nachbarn.

Home » Inspiration » Kontrastreicher Balkan - 12.2017

Orte, die den Entdeckergeist wecken – gibt es die in Europa noch? Ja, sogar unmittelbar vor unserer Haustür!

Bulgarien: Zarter Rosenduft und herbe Meeresbrise

Wer durch Bulgarien fährt, nimmt ganz unterschiedliche Eindrücke wahr. Fachwerkhäuser im traditionellen Stil wechseln sich mit sozialistischen Blockbauten ab. Südlich des Balkangebirges liegt das Tal der Rosen, in dem Damaszener-Rosen angebaut werden. Im Juni sind die Felder voll mit den kleinen rosa Blüten, aus denen ätherisches Öl für Parfums destilliert wird. Im Osten erstreckt sich die rund 370 Kilometer lange Schwarzmeerküste mit vielen feinen Sandstränden.

Während die Gegend rund um Varna bei Touristen und Partyvolk beliebt ist, finden sich rund um Burgas noch ruhigere Buchten. In der Hauptstadt Sofia sind Spuren aus der Antike ebenso sichtbar wie jene aus der Zeit des Kommunismus. Heute stößt man außerdem auf Streetart, Cafés und kleine Läden. Plovdiv, die zweitgrößte Stadt, wird 2019 Europäische Kulturhauptstadt.

Ihre Geschichte reicht bis 4.000 Jahre vor Christus zurück, sie gilt als älteste Stadt Europas. Das historische Zentrum beherbergt unter anderem ein römisches Amphitheater.

Geheimtipp der Redaktion: Nessebar
Nessebar ist der perfekte Ort, um dem Alltag zu entkommen. Er liegt auf einer Halbinsel, ist als ganzer Ort denkmalgeschützt und ist nur durch einen ganz schmalen Damm mit dem Festland verbunden. Außerdem – und vor allem für Sonnenanbeter interessant – gilt der Strand von Nessebar als schönster der gesamten Schwarzmeerküste. Denken Sie bei der kommenden Urlaubsplanung also an unsere Worte: Nessebar wird sie nicht enttäuschen!

Rumänien: Sanfte Gewässer und mächtige Boulevards

Die Donau durchfließt Rumänien, bevor sie in drei Hauptkanälen ins Schwarze Meer mündet. Gemeinsam mit zahlreichen Nebenarmen, Binnenseen, Inseln und Schilflandschaften bilden diese das 6.000 Quadratkilometer große Donaudelta, ein UNESCO-Welterbe. Der Großteil ist geschütztes Biosphärenreservat, ein Paradies für Ornithologen. Mehr als 300 Vogelarten leben hier, darunter Kormorane, Pelikane, Störche und wilde Enten.

Gänzlich anders präsentiert sich die Hauptstadt Bukarest mit mächtigen Boulevards, überdimen­sionalen Werbetafeln und niemals endendem Verkehrslärm. Der Parlamentspalast am Ende des Bulevardul Unirii wurde in den Achtzigerjahren unter dem damaligen sozialistischen Regime erbaut und ist das flächenmäßig größte Gebäude der Welt. Heute befindet sich darin das Nationalmuseum für Gegenwartskunst.

Bukarests Altstadt heißt Lipscani (Lipsca ist Rumänisch für Leipzig): Einst verkauften hier deutsche Händler ihre Waren.

Geheimtipp der Redaktion: Siebenbürgen

Ziemlich im Zentrum des Landes liegt die Region Siebenbürgen. Kenn Sie nicht? Sicherlich! Aber wahrscheinlich aus Gruselfilmen – und unter dem Namen Transsilvanien. Für die wahrlich Mutigen empfiehlt sich ein Ausflug zum Schloss Bran – der Festung des einzig wahren Grafes – bei Nacht. Ganz und gar nicht gruselig ist das Städtchen Schäßburg, das auch in der Region Siebenbürgen liegt. In bunten pastellfarben sind die Häuschen hier gehalten und in den verwinkelten und malerischen Gassen kann man die Welt um einen herum schon mal vergessen.

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Serbien: Stille Klöster und lebhafte Aufbruchstimmung

Wälder, Weinreben und Obstbäume: Die Hochebene Fruška Gora liegt rund eineinhalb Autostunden von Novi Sad, der zweitgrößten Stadt Serbiens, entfernt. Neben der sanften Naturlandschaft in Stadtnähe ist sie vor allem für die 15 serbisch-orthodoxen Klöster bekannt, die sich hier befinden.

Novi Sad, die zweitgrößte Stadt des Landes, wird im Jahr 2021 als erste Stadt außerhalb der EU Europäische Kulturhauptstadt sein. Eine aufreibende Geschichte hat Serbiens Hauptstadt Belgrad hinter sich. Mehr als 40-mal wurde sie zerstört und wieder aufgebaut. Wer sie bereist, spürt den immerwährenden Geist der Veränderung.

Belgrad ist eine Mischung aus sozialistischen Wohnblöcken am Stadtrand, Restaurant- und Partyschiffen auf den Flüssen Donau und Save, dazwischen schlummern historische Gebäude, umringt von modernen Glasbauten. In einem unscheinbaren Altstadthaus mit abbröckelndem Putz kann sich ein modernes, erstklassiges Restaurant befinden. Oder ein Szeneclub mit Bar, Wandmalereien und Live-Band. Treffpunkt zum Sonnenuntergang ist der Burgberg Kalemegdan, von dem aus man über den Zusammenfluss von Save und Donau und auf die Neustadt Novi Beograd blickt.

Geheimtipp der Redaktion: Niš

Die drittgrößte Stadt Serbiens Niš lockt mit kultureller Vielfalt, einem historischen Stadtkern und imposanten Bauten. Die Stadt liegt am Fluss Nišava, dessen lange Uferpromenade zu romantischen Spaziergängen einlädt. Wenn Serbien der „Geheimtipp des Balkan“ ist, dann ist Niš wohl der unbekannte Diamant. Auch im Winter ist Niš ein guter Tipp, denn auch im Schnee strahlt die historische Stadt einen unwiderstehlichen Charme aus.

Mazedonien: Unberührte Natur und orientalisches Flair

30 Kilometer. So lang ist Mazedonies berühmtes Naturwunder, der Ohridsee. Das klare, stille Gewässer, umrahmt von den umliegenden Bergen, zieht die Menschen seit jeher wie magisch an. Das einzigartige Ökosystem beherbergt viele endemische Pflanzen- und Tierarten. Der Ohrid ist einer der tiefsten und ältesten Seen Europas und zählt zum Welterbe der UNESCO.

Auch sonst präsentiert sich Mazedonien weitgehend als grünes, unentdecktes Juwel. Wer durch das kleine Land reist, hat vor allem sanfte Hügel, Wälder und Weinberge im Blickfeld. Beschaulich geht es auch im Matka-­Canyon zu. Er liegt nur 15 Kilometer außerhalb der Hauptstadt Skopje.

Durch ihn schlängelt sich auf einer Länge von sechs Kilometern der Fluss Treska, der am Ende aufgestaut wird. Entweder wandert man den schmalen Pfad entlang oder leiht sich ein Kajak, um den Fluss zu befahren. Eine kurze Busfahrt entfernt, in der Hauptstadt Skopje, beeindrucken die alte Steinbrücke über den Fluss Vardar und das osmanische Marktviertel, der Alte Basar.

Geheimtipp der Redaktion: Vevchani

Das Dörfchen Vevchani liegt auf 900 Metern Höhe am Fuße des Jablanica Berges. Wenn sich ein Dorf historisch nennen darf, dann ist es dieses – zwischen dem sechsten und achten Jahrhundert erbaut, gibt es hier zahlreichen Gebäude, die mit geschichtlichem Charme locken. Außerdem ist der Karneval von Vevchani besonders erwähnenswert. Seit 1400 Jahren wird der Karneval traditionell mit selbst-gestalteten Masken am 13. Jänner gefeiert, an dem Tag, an dem auch – nach dem julianischen Kalender – das alte Jahr dem neuen weicht.

Buchtipps

  • Die Donau entspringt im deutschen Schwarzwald und mündet nach fast 2.900 Kilometern in ­Rumänien im Schwarzen Meer. Auf ihrem Weg durchfließt sie zehn Länder, darunter mehrere Balkanstaaten. Die Abenteuer-Reisende Carmen Rohrbach ist das gesamte Ufer des Stroms ­abgeradelt. Ihre Erlebnisse schildert sie in „Am blauen Fluss“.
  • Lust auf den Balkan, aber keine Ahnung, wohin? Der Reisebuchverlag Trescher bietet etliche Reiseführer an, von der Flusskreuzfahrt auf der Donau bis zu Länderführern, etwa für Bosnien-Herzegowina, Serbien oder Albanien.
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