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Die Hautpflege-Trends der Zukunft

Alles wird gut.

Home » Schönheit » Die Hautpflege-Trends der Zukunft - 09.2018

Die Hautpflege-Trends der Zukunft specken ab: weniger Chemie, weniger Zusätze, ganz allgemein weniger Inhaltsstoffe. Diese jedoch werden nach strengsten Kriterien ausgewählt und sind hochwirksam. Nicht selten kommen sie aus der Natur, wie Algen oder Milchsäurebakterien. Und auch an der Ökobilanz wird laufend gefeilt, um die Umwelt immer weniger zu belasten. Deshalb arbeitet die Kosmetikbranche eifrig an neuen Konzepten von „Zero Waste“ bis „Bring it back“.

Algen: Alleskönner aus dem Meer

Sie sind winzig klein oder bis zu 60 Meter lang. Einmal sind sie grün, dann rot, braun oder schwarz. Die Vielfalt der Algen ist enorm, ebenso ihre Nährstoffdichte. Ein Kilo Algen enthält genauso viele Aminosäuren, Mineralsalze, Spurenelemente, Vitamine und Polyphenole wie 100.000 Liter Meerwasser. Kein Beautylabor dieser Welt könnte so etwas entwickeln. Deshalb sind alle ganz scharf auf Algen. Kein Wunder bei diesen Eigenschaften! Bedenkt man, dass zwei Drittel der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt sind, kann man erahnen, welche Schätze es da noch zu bergen gibt. Derzeit haben Biologen 35.000 Algenarten gelistet, rund 1.000 davon sind erforscht, 50 davon kommen in der Kosmetik zum Einsatz. Und dort leisten sie wahrlich gute Arbeit.

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Judith Williams über Hautpflege-Trends 

Da Algen unter extremen Bedingungen überleben können, sind sie besonders in der Anti-Aging-Forschung gefragt. Sie können freie Radikale bekämpfen, die Zellen mit Energie versorgen, die Erneuerung der kollagenen und elastinen Fasern stimulieren, und sie sind eine große Hilfe bei der Zellreparatur.

Kosmetik mit Algenextrakten bewirkt zudem eine gewisse Frische und Glätte der Haut. Die zahlreichen Vitamine der Algen schützen die Haut vor Umwelteinflüssen und wirken der vorzeitigen Alterung entgegen. Die Alginsäure etwa kann Feuchtigkeit bis zu 24 Stunden lang in der Haut speichern. Durch die extrem gute Wasserlöslichkeit der alginen Wirkstoffe können diese besonders gut in die inneren Hautschichten eindringen, um dort ihre Arbeit zu erledigen. Beim Thema Algen bekommt man definitiv: Meer für die Haut.

 

Nassreinigung. Das Aqua Hydro Waschgel von alverde mit Grünalgen spendet intensiv Feuchtigkeit und reinigt die Haut gründlich.

Feinarbeit. Die Tuchmaske von Garnier SkinActive verfeinert mithilfe von schwarzen Algen die Poren.

 

 

Anti-Pollution-Pflege: Reinigen, reinigen, reinigen

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind 80 Prozent der Großstadtbevölkerung enorm schlechter Luftqualität ausgesetzt. Smog, Feinstaub, Ozon und Schwermetalle belasten nicht nur die Atmungsorgane, sondern zunehmend auch die Haut. Deren größte Feinde sind allerdings jene, die man gar nicht sieht. Minipartikel in der Luft haften sich regelrecht an die Haut und sorgen nicht nur für einen grauen Schleier, sondern auch für oxidativen Stress in den Zellen.

Zudem kommt es zu einer erhöhten Talgproduktion. Die an den Partikeln haftenden Chemikalien können bis in tiefere Hautschichten vordringen und dort Entzündungsreaktionen hervorrufen, die den Alterungsprozess nur noch mehr beschleunigen. Die Ablagerungen auf der Haut verhindern auch eine ungestörte Sauerstoffzufuhr, wodurch der Stoffwechsel verlangsamt wird und gleichzeitig Verstopfungen und unreine Haut sichtbar werden. Erste sichtbare Reaktionen darauf sind Rötungen, Juckreiz und kleine Pickelchen. Langfristig kommt es zu einem immer schnelleren Abbau von Kollagen und Elastin.

Um die negativen Aspekte des urbanen Lebens einzudämmen, gibt es nun Kosmetikartikel mit Anti-Pollution-Effekt. Auch dieser Trend kommt aus Asien, wo die Umweltverschmutzung bereits extreme Ausmaße angenommen hat. Anti-Pollution-Pflege funktioniert mithilfe absorbierender und antioxidativer Wirkstoffe. Sie befreit die Haut wirksam von Ablagerungen, stärkt die Schutzfunktion, wirkt gegen freie Radikale und bewahrt so vor umweltbedingten Hautschäden. Bereits beim Reinigen wird die Haut gestärkt und beim Pflegen geschützt. Überhaupt wird in Zukunft die Reinigung des Gesichts einen immer wichtigeren Platz in der Hautpflege einnehmen.

 

Abwehrhaltung. Ein spezielles Anti-Pollution-Extrakt im Natural & Effective Anti-Pollution Gesichtswasser von Dr. Scheller schützt die Hautzellen vor negativen Umwelteinflüssen.

Umweltschutz. Das Anti-Pollution Serum von Balea übernimmt die Funktion eines Schutzschildes und bewahrt die Haut vor Feinstaub, Abgasen und freien Radikalen.

 

 

Haarseife: Pflegende Öle

In der Körperpflege hat sich die gute alte Blockseife ihren Platz bereits zurückerobert, in der Haarpflege ist dieser Prozess gerade in vollem Gange. Haarseifen sind spezielle Seifen, die so zusammengesetzt sind, dass sie sowohl die Haare als auch die Kopfhaut reinigen. Diese festen Waschstücke vereinen vor allem pflanzliche Öle, die bei der Herstellung verseift werden.

Eigentlich unterscheiden sie sich nur rein inhaltlich von einem gewohnten Stück Seife. Herkömmliche Seifen enthalten Tenside, Silikone, Palmöl und künstliches Glycerin und haben eine stark reinigende Wirkung. Würde man sich damit jedoch die Haare waschen, wäre das Ergebnis ziemlich trocken und spröde, da die Seifen keine pflegenden Öle auf den Haaren hinterlassen. Genau diesen Job erfüllt eine Haarseife. Deren Basis bilden Pflanzenöle, schaumfördernde Fette wie Kokos- oder Olivenöl sowie rückfettende und pflegende Inhaltsstoffe wie Aloe vera, Sheabutter oder Traubenkernöl.

Da Haarseifen nicht mehr als 3 bis 5 Prozent reines Fett enthalten, fühlen sich die Haare nach dem Waschen auch nicht fettig an. Durch ihre Milde und die Art der Zusammensetzung können sie unterschiedliche Kopfhaut- und Haarprobleme bedienen.

Aus ökologischer Sicht punkten Haarseifen gleich mehrfach: weniger Chemie, weniger Inhaltsstoffe, weniger Verpackung und ein wesentlich geringerer Produktverbrauch.

Tipp: Haarseife ist nichts für gefärbte Haare. Durch die geöffnete Schuppenschicht können sie schnell an Pigmentierung verlieren und glanzlos werden.

Anwendung der Haarseife:

  • Damit Seife schäumt, braucht sie bekanntlich Wasser. Daher macht man die Haare zunächst richtig nass.
  • Die Seife wird dann direkt auf den nassen Haaren aufgeschäumt. Sollte die Seife zu trocken sein, kann man sie vor der Haarwäsche ein paar Minuten in warmem Wasser einweichen.
  • Der Schaum wird nun am Kopf und in den Längen einmassiert, ohne dabei stark zu rubbeln.
  • Wichtig ist, die Seife gründlich mit lauwarmem Wasser auszuspülen.

 

Handzahm. Haarewaschen geht auch mit einem Stück Seife, und zwar mit der Haarseife von Foamie, die mit dem integrierten Conditioner optimal für trockenes Haar ist.

Fettfrei. Die reine Naturseife mit Mandelextrakt und jeder Menge natürlicher Öle von Dr. Bronner’s reinigt, ohne zu fetten.

 

Probiotische Hautpflege: Aus der Küche auf die Haut

Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die sich positiv auf den menschlichen Organismus auswirken, vor allem auf den Darm. Dort sind sie maßgeblich für eine gesunde Darmflora zuständig. Geht es ihr gut, ist auch der restliche Organismus nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen. Ein stabiler Darm beugt nicht nur Allergien, Entzündungen und Übergewicht vor, auch die Haut profitiert davon.

Probiotische Lebensmittel wie Sauerkraut, Joghurt, Kefir, Kimchi, Misosuppe oder Apfelessig stehen längst auf vielen Speiseplänen. In den USA, wo Probiotika der große Health-Trend schlechthin sind, wird mit Nahrungsergänzungsmitteln nachgeholfen. Und langsam kommt auch die Haut ins Spiel.

Noch ist Pflege mit lebenden Mikroorganismen einem Nischensektor zuzuordnen, doch das soll sich bald ändern. Denn Probiotika sind in der Lage, einen Schutzschild gegen Eindringlinge von außen aufzubauen, und stärken gleichzeitig die natürliche Hautflora. Die Haut altert langsamer, kann sich ungestört erholen und wirkt zudem noch frisch und gesund.

 

Schutzschild. Die Intim Waschlotion Calendula und Milchsäure von CD schützt die biologische Schutzbarriere der Haut.

Intimpflege. Das Lactima Intense+ Intim-Waschgel mit Süßholzextrakt und Milchsäure von Lirene lindert Trockenheitsgefühle und spendet Feuchtigkeit.

 

 

Nachhaltige Verpackung – oder gleich ohne

Was zählt, sind die inneren Werte. Doch in Zeiten eines nachhaltigen Lebensstils steht eben auch das Äußere zur Debatte. Noch überwiegen in der Kosmetikbranche kostengünstige Kunststoffverpackungen, die leicht, widerstandsfähig und einfach zu transportieren sind. Leider werden sie aus dem begrenzt verfügbaren Rohstoff Erdöl gewonnen. Immer mehr Hersteller machen sich ernsthafte Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit und entwickeln umweltfreundliche Alternativen.

So gibt es bereits Shampooflaschen, denen Holzfasern untergemischt werden, um den PET-Anteil zu verringern. Schminke wird in Pappschachteln angeboten, Umkartons liefern Samen zum Einpflanzen mit. Es gibt Plastikverpackungen, deren Wände wesentlich dünner, aber immer noch stabil sind. Einige Produzenten bieten „Bring it back“-Aktionen an, bei denen leere Tuben und Flaschen in den Geschäften zurückgegeben werden können, um fachgerecht recycelt zu werden. Pro Kilogramm Plastik können so immerhin ein Liter Erdöl und zwei Kilo CO2 eingespart werden. dm und die Marke Fa haben dies vergangenes Jahr erfolgreich vorgezeigt: Aus gesammelten Kunststoffverpackungen wurde nach dem Recycling eine Kinderrutsche.

Die Verwendung von recyceltem Kunststoff aus PET-Flaschen ist großflächig umsetzbar und auf sämtliche Branchen ausweitbar. Zusätzlich wurde ein Bio-Kunststoff entwickelt, der überwiegend aus Zuckerrohr hergestellt wird und damit auch biologisch abbaubar ist. Kleine Beauty-Firmen probieren gar das „Zero Waste“-Prinzip, indem das gewünschte Produkt direkt im Laden in eine Verpackung nach Wahl gefüllt wird.

Selbst der Kosmetikriese L’Oréal startet mit der neuen veganen Haarpflegelinie „Source Essentielle“ ein Refill-System in ausgewählten Läden. Zudem hat sich der Konzern eine 60-prozentige Reduktion seiner Treibhausgasemissionen, seines Abfalls je produzierter Einheit sowie seines Wasserbedarfs je produzierter Einheit zum Ziel gesetzt. Ideen gibt es also genug, sie müssen nur noch umgesetzt werden

 

Rohkost. Beim Color Care Shampoo von Matrix Biolage R.A.W. ist die Verpackung zu 98 Prozent biologisch abbaubar.

Wiederverwertung. Die Verpackung des Avocado Leave-in Sprays von Nature Box besteht zu einem Viertel aus recyceltem Plastik.

 

 

Zusammenfassung

Die neue Formel der Hautpflege: Weniger Chemie, weniger Zusätze, weniger Inhaltsstoffe.

Algen: Sie enthalten eine Unmenge an Aminosäuren, Mineralsalzen, Spurenelementen, Vitaminen und Polyphenolen und sind aufgrund ihrer zellreparierenden Wirkung vor allem in der Anti-Aging-Forschung gefragt.
Anti-Pollution: Spezielle Pflegeprodukte bekämpfen vor allem die Einflüsse der Umweltverschmutzung auf unsere Haut. Sie befreien von Ablagerungen und stärken die Schutzfunktion der Haut.
Haarseifen: Diese Seifen unterscheiden sich von herkömmlichen Seifen durch ihren Anteil an pflegenden Ölen, der trotzdem gering genug ist, um nicht fettend zu wirken. Außerdem sind sie durch geringen Produkt- und Verpackungsverbrauch sowie weniger Inhaltsstoffe naturschonender.
Probiotika: Lebende Mikroorganismen wirken sich nicht nur positiv auf den Darm, sondern auch auf die Haut aus, da sie die Hautflora stärken und so vor negativen Einflüssen schützen.
Auch in puncto Verpackung wird es umweltfreundlicher: Von recyceltem Kunststoff über Bio-Kunstoff bis hin zu Zero Waste – die Liste der Möglichkeiten ist lang.

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