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Kräuter zum Trinken

Kräuter in Serie, Teil 6.

Home » Leben » Kräuter zum Trinken - 10.2017

Kräuter unterstützen das Immunsystem in der Grippezeit und punkten als probate Hausmittel gegen kleine Wehwehchen. Dieser Artikel erklärt, wie man sie richtig anwendet.

Der Hals kratzt, die Füße sind bereits im Tiefkühl­modus und die Haut rebelliert gegen die trockene Heizungswärme? Gar kein Problem: Gegen die ersten Begleiterscheinungen der kalten Jahreszeit ist erfreulicherweise mehr als nur ein Kraut gewachsen. Praktisch, wenn man bereits im Laufe des Jahres entsprechende Kräuter gesammelt und getrocknet hat, um sich damit eine eigene Hausapotheke anzulegen. Doch auch wer das verabsäumt hat, kann sich jetzt noch mit potenten Teemischungen eindecken – etwa bei dm, wo man sich noch dazu von fachkundigen Drogistinnen beraten lassen kann.

Offener Tee oder Filterbeutel?

In die Kanne oder die Tasse hängen, aufgießen und ein paar Minuten warten: Das Wunderbare an Teebeuteln ist ihre praktische Handhabung. Aber es gibt auch andere Gründe, wieso sie so oft zum Einsatz kommen. Sie sind nicht nur genauso wirksam wie loser Tee. „Teebeutel bieten auch die Möglichkeit, fein geschnittene beziehungsweise grob gepulverte Pflanzenteile ohne Staubentwicklung zu verwenden“, erklärt Evelyne Piller, diplomierte Kräuterpädagogin. „Aus diesem Grund können manche Filterbeutel je nach Kräuterart sogar wesentlich höhere Gehalte an Wirkstoffen beinhalten als lose Pflanzenteile.“ Doch auch offener Tee hat einen entscheidenden Vorteil: „Mit ihm sind spezielle Mischungen möglich, die man individuell auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen kann.“

Der spezielle Aufguss

Einen Tee zuzubereiten ist ein wenig, wie Kaffee zu kochen. Die einen machen ein richtiges Ritual daraus, für andere braucht nur der Zweck eines Heißgetränks erfüllt sein, das nach Möglichkeit auch gut schmeckt. Egal, welcher Überzeugung man hier ist, für die vollständige Entfaltung der Aromen muss die Art der Zubereitung des jeweiligen Tees stimmen. Zu wenig eingesetztes Material lässt ihn schnell fad und dünn werden. Aber auch abgestandenes oder zu lange gekochtes Wasser führt zu einer verminderten Genussqualität. Piller: „Kräutertee gießt man prinzipiell mit kochendem Wasser auf, wobei das Wasser nicht zu kalkhaltig sein sollte.“ Übrigens im Gegensatz zu weißem oder grünem Tee, für den das Wasser auf 70 bis 80 Grad abgekühlt sein sollte, weil sonst die feinen Aromen zerstört werden können.

Sehr chlorhaltiges und hartes Wasser sollte vorher ausnahmsweise zwei bis drei Minuten kochen, damit das Chlor entweichen und der Kalk sich etwas absetzen kann. Anschließend lässt man Heilkräutertee generell zehn Minuten ziehen, damit die verschiedenen Wirkstoffe aus den Pflanzen gelöst werden. Die Kräuterexpertin: „Bei Brusttee nach österreichischem Arzneibuch-Rezept erkennt man je nach Ziehzeit sogar verschiedene Farbveränderungen im Aufguss – von blau über grün bis dunkelbraun, ganz abhängig davon, welche Bestandteile gerade extrahiert werden.“ Ziehen Kräutertees zu lange, werden sie meist bitter.

Lese-Tipp: Hier finden Sie einen Überblick über die verschiedenen Heilkräuter und wie sie wirken.

Mit Bedacht geniessen

Heilpflanzentees sind Arzneien und keine Durstlöscher. Daher sollten sie auch nicht ständig getrunken werden, wie die Expertin betont: „Zum einen lässt häufig die erwünschte Wirkung mit der Zeit nach, weil sich der Körper an den Tee gewöhnt, zum anderen können einige der sonst nebenwirkungsfreien Heilpflanzen bei längerer Anwendung zu unerwünschten Begleiterscheinungen führen.“ Viel und lang hilft in diesem Fall also nicht. Heiltees haben eine gesundheitliche Wirkung auf den Körper und sollten daher maximal vier bis sechs Wochen verwendet werden. Piller: „Nach zwei Wochen Pause kann die Anwendung meist kurmäßig für weitere vier Wochen fortgesetzt werden.“

Insbesondere Schwangere und Kinder sollten Kräutertees mit Vorsicht genießen: „In einer Schwangerschaft sind Teemischungen mit abführenden, stark anregenden oder harntreibenden Kräutern tabu. Der Genuss von Kräutertees sollte daher in dieser Zeit ärztlich abgeklärt sein.“ So verstärkt Pfefferminztee die Säureproduktion im Magen und ist daher bei einer Neigung zu Sodbrennen nicht zu empfehlen. Eine gute Alternative sind Genusstees aus Pflanzen, die sanft gesundheitsfördernd wirken – wie Hagebutte, Fenchel, Melisse, Orangenschale, Kamille, Brombeerblatt und Ringelblume.

Wärmende Gewürztees

 

Fernöstliche Gewürze verleihen Kräutertees eine prägnante Geschmacksnote und heizen dem Körper in der kalten Jahreszeit zusätzlich ein. Schon Hildegard von Bingen verarbeitete zahlreiche Gewürze in ihren Kräutermischungen. Wer die Zutaten selbst mischt, sollte sie vorher im Mörser kurz „anreiben“, damit sich die Aromen optimal entfalten können. Fertige Filterbeutel setzt man 15 Minuten in kaltem Wasser an und übergießt sie erst dann mit kochendem Wasser. Danach mindestens zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen, damit die ätherischen Öle nicht entweichen können. Tipp von Kräuterexpertin Piller: „Den kondensierten Dampf am besten auch noch in den Tee abtropfen lassen, da dieser wertvolle Wirkstoffe enthält.“

Arzneitees mit Qualitätsgarantie

 

Bei dm bekommt man nicht nur die gängigen Genusstees wie Hagebutte oder Pfefferminze in praktischen Filterbeuteln und aus kontrolliertem Bio-Anbau zum Aufgießen, sondern auch Teespezialitäten in Arzneibuchqualität, wie Käsepappelblättertee, Eibischtee oder Salbeiblättertee sowie spezielle Teemischungen wie „Brust-Tee“ oder „Nerven-Tee“. „Diese Tees unterliegen den strengen Anforderungen des europäischen und österreichischen Arzneibuches mit obligaten Reinheits- und Qualitäts­kontrollen“, erklärt die Trauner dm Drogistin Csilla Kallay. „Klar definiert ist auch, welche Pflanzenbestandteile in den einzelnen offenen Tees enthalten sein dürfen.“ Diese Teeprodukte werden extra verwahrt und sind auf Nachfrage erhältlich.

4 Rezepte für heilende Tees

 

Für das Immunsystem

Linden- und Holunderblüten aktivieren die Abwehrkräfte, Königskerzenblüten sind eine beliebte Zutat von Erkältungstees gegen Husten, Schnupfen, Heiserkeit.

Zutaten:

  • 40g Lindenblüten
  • 40g Holunderblüten
  • 20g Königskerzenblüten

Zubereitung:

Ein bis zwei Teelöffel der Mischung mit einer Tasse kochendem Tee übergießen, zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen und schluckweise trinken.

3 x gegen die Erkältung

Die Teams „Ingwer-Zitrone-Honig“, „Minze“ und „Salbei“ wirken, aufgegossen mit heißem Wasser, exzellent gegen Erkältungssymptome. Einfach waschen und, im Falle des Ingwers und der Zitrone, in Scheiben schneiden, aufgießen, ziehen lassen und trinken.

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