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Den Kräutern auf der Spur

Wanderung auf dem Hochkönig.

Home » Leben » Den Kräutern auf der Spur - 09.2017

Die Natur rund um den Hochkönig ist voll von grünen Schätzen. Beim Kräuterwandern erkennt man, wie kostbar diese Pflanzen wirklich sind.

Mädesüß, Arnika, Spitzwegerich und wilder Thymian: Wer mit offenen Augen bergwärts geht, dem blühen am Wegesrand so einige Überraschungen. Umso besser, wenn man beim achtsamen Wandern auch noch Belohnungen einheimsen kann. Wie in der Salzburger Region Hochkönig rund um die malerischen Orte Maria Alm, Dienten und Mühlbach. Nirgendwo kann man die Apotheke der Natur besser kennenlernen als auf den hiesigen 13 Kräuteralmen.

Wer es zu mindestens sieben Destinationen schafft, erhält die hübsche Hochkönig-Kräutertasche mit den jeweiligen Spezialitäten als Souvenir dazu. Eine attraktive Herausforderung für zehn dm Mitarbeiterinnen, die im Zuge ihrer Drogistinnen-Ausbildung einige Tage in der idyllischen Kräuter-Hochburg verbringen durften. Die Highlights des Programms: ein Workshop im Kräuterhotel Eder sowie eine ausgedehnte Kräuterwanderung zur Arbesreitalm und zur Hinterjetzbachalm.

Selbst gemachte Naturkosmetik

sewlbstgemachte naturkosmetikIn ihrer umfassenden Ausbildung lernen die dm Drogistinnen auch vieles über Kräuter und ihre Anwendungen. Wertvolles Wissen, das sie ab sofort in den dm Filialen an ihre Kunden weitergeben können. Bereits bei der ersten Station der Kräuterwanderung, dem Obersteghof, dürfen sie ihr praktisches Know-how mit professioneller Hilfe erweitern.

Auf der kleinen Anhöhe über dem Urslautal, mit Blick auf Maria Alm und das Steinerne Meer, lockt ein beeindruckender Kräutergarten nicht nur Insekten an, sondern auch zahlreiche Besucher. Die meisten von ihnen haben hier einen der Salben- und Kräuterworkshops von Rosi Rainer gebucht. Oder sie decken sich im Hofshop mit Rosis feinen Kräuterspezialitäten ein.

Für die dm Mitarbeiterinnen hat sich die moderne Kräuterhexe etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Mit wenigen Zutaten mixen sich die Drogistinnen ein Rezept für eine wunderbar duftende Melissencreme.

Aus selbst angesetztem Kräuteröl oder Olivenöl, Bienenwachs, Lanolin, ein paar Tropfen ätherischer Öle und einem Teeauszug mit Zitronenmelisse entsteht im Handumdrehen ein pflegender Balsam, der in Tiegel gegossen sofort mitnahmefertig ist: „Eine tolle Möglichkeit, um unser praktisches Wissen mit professioneller Anleitung zu erweitern“, meint Birgit Schernthaner, dm Drogistin in Mittersill.

Mit der selbst angerührten Naturkosmetik im Rucksack geht es bei herrlichem Sonnenschein und lückenlos blauem Himmel weiter bergan Richtung Arbesreitalm. Ist man mit der charmanten Kräuterexpertin unterwegs, geht es zwar zügig voran, es werden aber immer wieder kurze Pausen eingelegt. Die dienen einerseits den weniger Bergaffinen zum Verschnaufen und andererseits zur laufenden Er­weiterung der Kräuterkunde. Schließlich wächst hier eine schier unendliche Armada an Almflora, die sich als Küchenkräuter und/oder als Heilpflanzen bewährt.

Selbst gesammelt und selbst gemacht

Rosi Rainer kennt sie alle. Zu den wild wuchernden Weggefährten zählen Frauenmantel, Schafgarbe, Spitzwegerich, Gänsefingerkraut, Mädesüß, Weiß- und Rotklee, Mutterkraut, Nachtkerze, wilder Thymian, Schachtelhalm, Blutwurz, Taub- und Brennnessel, Baldrian, Arnika, Johanniskraut und Beinwell. Während die Drogistinnen Blüten und Blätter für ihr Kräuterbuch sammeln, erklärt die Kräuterfee die wichtigsten Erkennungsmerkmale und Anwendungen.

Nach dem Workshop in der Kräuterküche ist die Motivation besonders groß, sich bald selbst an der Herstellung von Kräutersalz, Lavendelsirup, Schwedenkräutertinktur oder Beinwellsalbe zu versuchen. Birgit Schernthaner ist begeistert von der „Böse-Stich-Salbe“ mit Spitzwegerich: „Sie neutralisiert Insektengift und lindert den Juckreiz – unverzichtbar für die natürliche Hausapotheke.“

Bei der nächsten Zwischenstation der Wanderung, der Arbesreitalm, erwartet die Wandergruppe auf 1.100 Meter Seehöhe eine urige, mehr als 350 Jahre alte Almütte mit dazugehörigem Biohof. Der Panoramablick auf Hundstein und Hochkönig wird nur durch das prickelnde, selbst gebraute Kräuterkracherl getoppt, das von Angelika Perterer mit bunten Trinkgläsern und Strohhalm zur Brettljause serviert wird. Ein purer Naturgenuss aus Blüten und Kräutern der Region als perfekte Erfrischung nach dem Aufstieg. Von der Hütte geht es weiter bergauf, vorbei an einer erst vor kurzem entdeckten Bärenhöhle, zur Hinter­jetzbachalm, wo neben vielen Bergkräutern auch das berühmte Edelweiß gedeiht.

Kräuterjause als Belohnung

Mit Bären-Bekanntschaften muss man hier am Berg aber nicht rechnen, bestenfalls kommt man an friedlichen Kühen vorbei, die zur Mittagszeit im Schatten ihre Mahlzeit wiederkäuen. Wer vom vielen Wandern Appetit bekommen hat, für den hält der Hüttenwirt der Hinterjetzbachalm eine köstliche Beerentorte, Kräuterlikör, gespritzten Brennnesselsirup und Brombeermarmelade bereit.

Bei der Jause werden unter den frisch gebackenen Kräuterexpertinnen noch allerlei Rezepte und die besten Ingredienzen dafür ausgetauscht. Viele fotografieren das unverwechselbare Bergpanorama und natürlich auch das Edelweiß, das direkt vor der Hütte in Blumenkästen wächst. Auf dem Rückweg nutzen die Wanderinnen noch die Gelegenheit, sich am Obersteghof mit Kräutersouvenirs einzudecken, bevor sie nach Maria Alm zurückkehren.

Für Morgenmenschen hat die Region Hochkönig übrigens noch eine ganz besondere Attraktion zu bieten: Als lukullischer Abschluss der Sonnenaufgangswanderung wartet ein deftiges Frühstück mit regionalen Gaumen­freuden. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Eindrücke von der Kräuterwanderung: Klicken Sie sich durch!

Kräuterparadies Hochkönig – alle Infos

Ausgangspunkte sind die Orte Maria Alm, Dienten und Mühlbach: Von hier wandert man mit erfahrenen Kräuterpädagoginnen los oder macht sich auf eigene Faust auf den Kräuterweg. Auf den 13 malerischen Kräuteralmen mit idyllischem Ausblick auf den Hochkönig werden Speisen, Tees, Salben oder Spirituosen aus Kräutern angeboten. In den Kräuter­workshops lernt man, wie das Wissen in Natur­kosmetika und Kräuteressenzen umgesetzt wird.

Mit dem Kräutersammelpass werden regionale Goodies wie Majoranbalsam, Brennnesselsalz oder Almsirup „erwandert“. Bei den Kräuterwanderungen speziell für Kinder geht es spielerisch um Staunen, Lernen und natürlich auch Sammeln der ­Naturkostbarkeiten. Die zertifizierten Kräuter-Unterkünfte wie das Hotel Eder in Maria Alm locken unter anderem mit ausgewählten Kräutermenüs und Kräuterwellness. Jährliches Highlight ist das Kräuterfest im Juli mit dem höchsten Kräutermarkt der Alpen, Massagen, kulinarischen Schmankerln, Workshops und musi­kalischer Unterhaltung.

Heilwissen aus dem Pinzgau

Der TEH®-Verein (TEH® – Traditionelle Europäische Heilkunde) im Salzburger Ort Unken erhebt und dokumentiert seit 2008 das regionale Heilwissen, um es der Allgemeinheit zugänglich zu machen. „In der angeschlossenen TEH-Akademie wird das traditionelle, regionale Heilwissen in Form von Lehrgängen, Vorträgen, Seminaren und Werkstätten zeitgemäß weitergegeben“, erklärt Geschäftsführerin und Ernährungswissenschaftlerin Dr. Karin Buchart. Die Weiterbildungsmöglichkeiten umfassen z.B. TEH®-Praktiker, TEH®-Ernährungsberater, TEH®-Naturapotheke, TEH®-Salbenwerkstatt. Die TEH® naturwerke stellen zudem mit regionalen Partnern Produkte aus verschiedensten Kräutern und natürlichen Rohstoffen her, die auch im Onlineshop angeboten werden.

Allerlei aus der Natur

Ihr Arbeitsplatz ist die Steinbock Alm auf 1.600 Meter Seehöhe: TEH®-Praktikerin und Hüttenwirtin Tanja Meilinger verrät in ihrem Blog allerlei Kräuterrezepte für Kosmetik und Küche, die man in ihren Workshops selbst zusammenrühren kann. „Die wilden Kräuter wachsen rund um die Hütte und werden von meinem Team und mir zum Beispiel zu Salzen und Essigen verarbeitet.“ Bei den zahlreichen Hochzeiten im Sommer auf der Steinbock Alm beweist Meilinger auch ihr Talent in Sachen Dekoration.

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