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Langlaufen: Ein Sport für Körper und Geist

Entschleunigt im Schnee.

Home » Genuss » Langlaufen: Ein Sport für Körper und Geist - 11.2017

Auf dünnen Skiern geräuschlos durch die winterliche Landschaft zu ziehen fühlt sich fast an wie Meditieren im Schnee. Langlaufen will aber gelernt sein.

Das Einzige, was man hört, sind der eigene Atem und das Schleifen der Skier auf dem Schnee. Die Geschwindigkeit bestimmt man selbst: flott oder geradezu in Zeitlupe. An manchen Tagen wärmt die Sonne das Gesicht, an anderen kratzt eisig kalte Luft an den Wangen. Man ist eins mit sich, umhüllt von einer stillen, weißen Landschaft. Nur wenn man kurz stehen bleibt und innehält, hört man ihre zarten Klänge.

Wer sich auf den Rhythmus des Langlaufens einlässt, wird nicht nur körperlich fit. Er tut auch seinem Geist etwas Gutes. Die Psyche freut sich über die Bewegung in der Kälte, an der frischen Luft und inmitten der Natur. Langlaufen ist fast wie Meditieren im Schnee. Auf das Wesentliche beschränken. Ein- und ausatmen. Die Welt rund um sich vergessen.

Muskel-Training

Für den Körper bedeutet Langlaufen pure Vielfalt. Es werden zahlreiche Muskelgruppen beansprucht, und zwar viel mehr als beim Joggen. Arme und Schultern werden durch die Bewegung mit den Stöcken trainiert, die Beine durch das Gleiten auf den Skiern und die Rumpfmuskulatur durch die Rotation. Das baut Balance und Koordination auf. Zugleich aktiviert der Ausdauersport das Herz, den Kreislauf und die Lunge. Der Stoffwechsel wird angeregt, das Immunsystem gefördert, die Fettverbrennung angekurbelt.

Bei Profis wirken die Bewegungen leicht und fließend, beinahe, als wäre dafür keine Kraftanstrengung notwendig. Wer selbst schon einmal auf Langlaufskiern gestanden ist, weiß, wie sehr man tatsächlich ins Keuchen kommt. Dennoch ist Langlaufen für fast jeden der geeignete Sport, eine Altersgrenze nach oben oder unten gibt es nicht. Es lohnt sich allerdings, zu Beginn einen Kurs zu besuchen, um die Technik gleich von Anfang an richtig zu beherrschen und sich keine Fehler anzulernen.

In wenigen Stunden entwickelt man ein Gefühl dafür, wie das richtige Abstoßen, Gleiten und Bremsen geht und welche unterschiedlichen Techniken es gibt. Anfänger fühlen sich auf geraden Loipen ohne große Steigungen wohl. Denn auch das Bergabfahren will auf den dünnen Skiern gelernt sein. Wer unsicher ist, probiert es wie beim Alpin-Skifahren mit der Pflugmethode.

Lese-Tipp: Lesen Sie hier mehr über (Trend)-Wintersportarten.

Gut ausgerüstet

Die Grundlage für ein geglücktes Langlauf-Erlebnis ist die richtige Ausrüstung. Die Skier müssen der Körpergröße und dem Gewicht angepasst sein. Breitere Skier eignen sich besser für An­fänger, weil man für schmalere Modelle mehr Gleichgewicht benötigt. Anfänger brauchen nicht unbedingt gewachste Skier, sondern tun sich mit Schuppenskiern wahrscheinlich leichter. Skier für die klassische Technik sind um rund zehn Zentimeter länger als jene für Skater. Dafür benötigt man beim Skaten längere Stöcke, die bis zum Kinn reichen.

Auch die Schuhe variieren je nach Langlauftechnik. Klassische Schuhe sind meist niedriger, Skatingschuhe reichen bis über den Knöchel. Die richtige Bekleidung ist idealerweise atmungsaktiv und eng anliegend. Langlaufhandschuhe sind viel dünner und ebenfalls anliegender als Skihandschuhe.

Wichtiger als die perfekte Ausrüstung oder ein herzeigbares Outfit sind aber die Freude an der Bewegung und das Einlassen auf diese sanfte, meditative Form der Fortbewegung. Egal, wie schnell oder langsam man letztendlich weiterkommt: Man wird seinen Rhythmus finden.

Langlauf-Techniken im Überblick

Klassischer Stil:
Es wird in der gespurten Loipe gelaufen, die zwei parallelen Spuren geben Halt. Die Technik nennt sich Diagonalschritt, fast so, als würde man mit Stöcken gehen. Die Bewegungen sind jedoch fließend. Zwischendurch kann man auf geraden oder leicht bergab führenden Strecken die Doppelstocktechnik anwenden: Beine zusammen, in die Knie gehen und mit beiden Stöcken gleichzeitig antauchen. Ausrüstung: Die Skier sind länger, die Stöcke kürzer.

Skating-Stil:
Der sogenannte Schlittschuhschritt ist anspruchsvoller als der klassische Diagonalschritt. Man braucht mehr Kraft und Gleich­gewicht und kommt schneller und dynamischer voran. Gelaufen wird neben der gespurten Loipe auf einer mehrere Meter breiten Piste.
Ausrüstung: Die Skier sind kürzer, die Stöcke länger.

Wichtig: Zu Beginn lieber auf eine der beiden Techniken konzentrieren. Der klassische Stil eignet sich besser für Anfänger.

Loipenglück in Österreich

Für Wald-Liebhaber
Mühlviertel, Oberösterreich: Tiefverschneite Wälder sind das Markenzeichen der Langlaufregion Mühlviertel. Dank der Höhenlage liegt hier auch noch Schnee, wenn es unten im Tal schon grün ist. Das Nordische Zentrum Böhmerwald lädt auf knapp 80 Loipenkilometern zum Langlaufen inmitten einer hügeligen Waldlandschaft ein. Im unteren Mühl­viertel, auf der Mühlviertler Alm, stehen weitere 180 Loipenkilometer zur Verfügung. Und in der Wintersportarena Liebenau kann man bis in den späten Abend bei Flutlicht seine Runden drehen.

Für Profi-Sportler
Seefeld in Tirol: Hier fühlen sich nicht nur Amateure wohl, sondern vor allem auch Profis. Das liegt daran, dass Seefeld bereits drei Mal Olympiaaustragungsort der nordischen Bewerbe war. 1985 fanden hier die Nordischen Skiweltmeisterschaften statt, für 2019 hat die Region erneut den Zuschlag erhalten. Jedes Jahr wird in Seefeld außerdem der Nordische Weltcup veranstaltet. Die Bedingungen für Profis sind perfekt: Das Hochplateau liegt auf 1.200 Meter Seehöhe und verspricht Schneesicherheit. Mehr als 256 Loipenkilometer inklusive Schlitten-Langlauf, Nachtloipen und einer Hundeloipe stehen parat. Ein in Österreich einzigartiges Loipenrettungskonzept sorgt für rasche Hilfe im Notfall.

Für Höhen-Flieger
Ramsau am Dachstein, Steiermark: Wer hoch hinaus­- will, ist hier genau richtig. Das 220 Kilometer lange Loipennetz befindet sich in Höhenlagen von 1.100 bis 2.700 Meter Seehöhe. Die höchstgelegenen Loipen der Region sind am Dachstein gespurt, auf den eine Gondelbahn führt. Sie sind bis zu 18 Kilometer lang und zählen damit zu den längsten Gletscherloipen der Welt. Profis nutzen sie gern fürs Höhentraining.

Für Genuss-Läufer
Saalfelden Leogang in Salzburg: 150 Loipenkilometer hält Saalfelden Leogang für Anfänger, Genießer und Profis parat. Hinzu kommen die Loipen der umlie­genden Orte Maria Alm, Zell am See und das Biathlon­zentrum Hochfilzen. Erleben und Genießen heißt es auch im Nordic Parc Saalfelden, der Anfang 2017 eröffnet wurde. Zur Auswahl stehen viele Winter­sportmöglichkeiten abseits der Skipiste, darunter Langlaufloipen und Winterwandern. Abgerundet wird das Angebot durch kulinarische Erlebnisse.

Tipp: Höhenloipen bieten eine geniale Aussicht auf die umliegenden Gipfel. Langlaufen ist dort vom Herbst bis in den Frühling möglich.

Loipenglück in den Nachbarländern

Tschechien
Langlaufen ist bei unseren Nachbarn in Tschechien ein begehrter Sport und in vielen Regionen möglich. Am beliebtesten ist das Riesengebirge. Dort befindet sich ein Höhepunkt

Für Langläufer: die Riesengebirge-Magistrale. Die rund neunzig Kilometer lange, markierte Loipe führt über Hänge, Täler, Gipfel und Bergsättel von Harrachov bis Žacléř.

An die Magistrale angeknüpft sind weitere 500 Kilometer an Langlaufstrecken. Doppelt so lang und das wohl meistbesuchte Lang­laufziel in Tschechien ist die 180 Kilometer lange Iser-Magistrale in der Nähe von Liberec. Mehr Infos über die tschechischen Langlaufloipen gibt’s hier.

Kroatien
An diesem Land schätzen wir vor allem die Sonne und das Meer. Aber in Kroatien gibt es auch höhere Regionen und Gebirge, die im Winter mit Schnee bedeckt sind. Langlaufen kann man zum Beispiel im größten und beliebtesten Skigebiet Sljeme in der Nähe von Zagreb.

Slowenien
Sloweniens Langlaufgebiete sind nicht groß, dafür aber auch nicht überlaufen. Beliebt sind die Loipen im Triglav-Nationalpark oder im Skigebiet Kranjska Gora, das über rund 40 Loipenkilometer verfügt.

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