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Penelope und die Akrobatik

Hinfallen, aufstehen, weitermachen.

Home » Leben » Penelope unddie Akrobatik - 12.2015

Teil 2: Penelope – die atemberaubende Artistin

Penelope ist Artistin. Ein Unfall hätte ihre Karriere beinahe beendet. Aber sie hat sich nicht aufhalten lassen.

Während ich gefallen bin, hatte ich das Gefühl, ich wäre in einem Traum“, erzählt Penelope. Selbst nachdem die Artistin auf dem Boden aufgeschlagen war, brauchte sie ein paar Sekunden, um zu realisieren, dass das gerade tatsächlich passiert war. Dass sie wirklich aus vier Meter Höhe abgestürzt war. Die Rettung kam, brachte sie ins Krankenhaus. Ihr Ellbogengelenk war zersplittert, ihre Zukunft ungewiss. Zumindest für die Ärzte. Denn für Penelope war klar, dass das nicht das Ende ihrer jungen Karriere war. Zu hart und zu lange hatte sie schon an sich und ihrem Traum gearbeitet. Also hat sie einfach weitergemacht. Hat sich einer Physiotherapie unterzogen. Hat Handstand mit einem Arm trainiert, weil der andere eingegipst war. Hat sich nicht aufhalten lassen. Und sich mit viel Ehrgeiz und starkem Willen zurückgekämpft. Seine wahre Bestimmung gibt man eben nicht so schnell auf.

Lebens-Stationen

„Mit sieben Jahren wollte ich Heißluftballonfahrerin werden“, sagt Penelope und lacht. Ihre Mutter hatte aber keinen Heißluftballon, sondern ein Tanzstudio, und sie hat ihre Tochter von Anfang an unterstützt. Sie war immer schon ein Vorbild. Und als Penelope dann zwei Akrobaten kennenlernte, war klar, was sie einmal werden wollte: Tänzerin und Artistin. Seit ihrer Kindheit macht sie Handstand- und Luftartistik und Kontorsion. Sie ist eine Schlangenfrau, die ihre Kunst auch in bis zu 20 Meter Höhe mit Tüchern oder Reifen vorführt. Damit man sich so verbiegen und verdrehen kann wie Penelope, muss man sehr früh anfangen. „Weil sich der Körper ab einem gewissen Alter gar nicht mehr darauf einstellen kann“, erklärt die 19-Jährige.

Verrenkt. Penelope hat einen starken Willen. Nur deshalb ist sie heute Artistin.

Mit vier Jahren stand Penelope zum ersten Mal auf einer Bühne, ihren ersten Soloauftritt hatte sie mit elf. Vor 4.000 Zuschauern eröffnete sie eine Show in der Salzburg Arena. Sie war als Straßenkünstlerin in Barcelona, hat beim Jedermann in Salzburg mitgemacht, war in der Zirkusschule des Cirque du Soleil in Kanada und beim Winterzirkus Roncalli in Berlin. Sie ist oft unterwegs, reist mit anderen Artisten um die Welt, lernt von ihnen, entdeckt fremde Kulturen und lässt sich inspirieren. Dafür trainiert Penelope fünf Stunden täglich.

Schauspiel-Kunst

Der Fall aus vier Meter Höhe war aber nicht der einzige Wendepunkt im Leben der Artistin. Ihr Trainer Ulf Kirschhofer hat Penelope an die Schauspielerei herangeführt. Und die verbindet sie nun mit ihrer Kunst. Penelope schlüpft in Rollen, erzählt mit ihren Bewegungen und ihrem Ausdruck eine Geschichte. Wie das aussieht, kann man etwa auf ihrer Facebook-Seite bestaunen.

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Pläne.Ab nächstem Herbst will Penelope Schauspiel studieren.

„Ab nächstem Herbst will ich Schauspiel studieren“, sagt Penelope. Und auch wenn sie noch viel vorhat und gerne unterwegs ist, genießt sie es momentan, für ein paar Monate nur an einem Ort, in Wien, zu sein. Sich mit Freunden zu treffen. Ins Kino zu gehen. Ein paar Auftritte auf Galaveranstaltungen zu absolvieren. Weiter an sich zu arbeiten. Und hin und wieder nur durch die Stadt zu spazieren, Menschen zu beobachten, die ihr über den Weg laufen. Das Leben ist sonst schon aufregend genug.

Kurzporträt Penelope

Lesen Sie mehr zum Thema:

Teil 1: Frau Isa – die kreative Künstlerin
Teil 2: Penelope – die atemberaubende Artistin
Teil 3: Anna Larissa – die mutige Motorradfahrerin
Teil 4: Ilse – die aktive Abenteurerin

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