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Liebe fühlen

Die Psychologie der Liebe.

Home » Leben » Psyche » Liebefühlen - 11.2015

Teil 2: Liebe als das höchste der Gefühle

Liebe ist keine Emotion. Sie ist ein Gefühl. Nach welchen Kriterien man den Partner aussucht. Und wie wahre Liebe entsteht.

Was man uns so lange als Emotion verkauft hat, ist gar keine. Der Unterschied liegt für den Philosophen Richard David Precht in der Komplexität. Als Emotion verstehen wir den Zustand der Kälte, der Müdigkeit. Ein ständiges Kommen und Gehen. So schnell, wie uns kalt war, kann uns wieder warm sein. Wir reagieren damit auf unsere Umwelt und die Erregung wird im Klein und Zwischenhirn verarbeitet. Eine Emotion kann recht deutlich erkannt und befriedigt werden. Aber eine Emotion kann zum Beispiel nicht enttäuscht werden – die Liebe schon.

Wenn Emotionen Vorstellungen auslösen, spricht man von einem Gefühl. Was wir fühlen, basiert also auf unseren Vorstellungen. Was die Liebe erst richtig kompliziert macht.

Denn damit wird Liebe subjektiv. Was wir lieben und auch so interpretieren, hängt immer von uns selber ab. Der Körper kann alle Hormone und Nebenwirkungen aufzeigen und trotzdem wird das Gegenüber nicht zum Traumprinzen auserkoren. Gefühle verleihen unserem Leben Farbe, doch welche das ist, bestimmen wir.

Partnerwahl

Die meisten sind nicht mit ihrem Traumpartner zusammen. Wann Amors Pfeil ins Schwarze trifft, hängt von unserer Vergangenheit ab. Natürlich prägt einen die Kindheit. Jede Erfahrung und jede Erkenntnis speichert man ab. Und je früher das passiert, desto tiefer sitzt sie. Wie man sich in High Heels neben dem Partner bewegt, entscheidet sich also schon in den Kindersandalen.

Kinderschuhe. Wann Amors Pfeil ins Schwarze trifft, hängt von unserer Vergangenheit ab. Die Kindheit prägt uns dabei ganz besonders.

Ob wir einen Charakterzug, das Aussehen oder eine Meinung begrüßen, hängt davon ab, ob wir damit Positives oder Negatives verbinden. Wenn man also eine Person kennenlernt, die viele positive Erinnerungen weckt, die eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart baut, ist sie für die Zukunft interessant. Die Kunst ist, interessant zu bleiben. Dafür darf es auf keinen Fall langweilig werden. Begehren basiert auf Bindung und Anregung. Deshalb heißt es oft: Fahre mit dem Umschwärmten Achterbahn, das weckt die Liebe. Der perfekte Partner soll uns verstehen und unser Leben bunter machen. Einem eingebildeten Pinsel, der nur Selbstporträts malt, wird das nicht gelingen.

Das erklärt auch, warum der Urlaubsflirt so faszinierend ist und doch ein so unwahrscheinlich wahrscheinliches Ablaufdatum hat. Die Welle der Erregung ist in einem unbekannten Land mit einer fremden Person sehr hoch, an der grauen Wand des Alltags bricht sie schnell.

Die wahre Liebe

Das Höchste der Gefühle ist ein perfektes Zusammenspiel von Biologie, Psychologie und Soziologie. Es ist nicht leicht, einen kompatiblen Partner zu finden. Liebespaare, die es schaffen, bauen sich ihre eigene Wirklichkeit auf, basierend auf gemeinsamen Werten und Vorstellungen. Diese Welt besteht so lange, wie man an sie glaubt. Die wahre Liebe muss erst als solche erkannt und gewürdigt werden.

Eigensinn. Es ist nicht leicht, einen kompatiblen Partner zu finden. Liebespaare, die es schaffen, bauen sich ihre eigene Wirklichkeit.

Es heißt, ein Gleichgewicht zu finden zwischen Nähe und Distanz, Verständnis und Rückzug, Sanftheit und Härte. Erst in der Distanz kann man sich näherkommen. Erst in harten Zeiten weiß man die ruhigen zu schätzen. Man will sich am Baum der Beziehung reiben und gleichzeitig im Schutz der Äste stehen. Nur meist sieht man den Baum vor lauter Wald nicht mehr.

Lucius Anbaues, Philosoph

„Wenn du geliebt werden willst, dann liebe!“

 

Lesen Sie mehr zum Thema:

Teil 1: Wie die Biologie Liebe erklärt
Teil 2: Liebe als das höchste der Gefühle
Teil 3: Die Liebe am Smartphone

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