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Maine Welt

Eine Reise an die amerikanische Ostküste.

Home » Inspiration » Reise und Reisetipps » MaineWelt - 09.2016

Hummer probieren, Leuchttürme zählen, Blaubeeren pflücken und sich gedanklich von einem bunten Baum zum nächsten schwingen. Wilde Küste, raues Land, spektakuläre Farben. Das ist Maine.

Es gibt Flecken auf der Welt, da zieht es einen hin, obwohl man nicht viel über sie weiß. Von denen träumt man und kennt den genauen Grund dafür nicht. Es ist nur so eine Ahnung, dass man sich dort wohlfühlen wird. Maine ist so ein Fleck für mich. Die Häuser sind aus Holz, meist in Weiß gestrichen, oder in einem Blaugrau, das man sonst kaum wo findet. Man hört, die Bäume verfärben sich dort besonders schön. Die Lobster schmecken am besten, weil sie frisch aus dem Atlantik gefischt werden und es für die Fischer Ehrensache ist, auf ihr heimliches Wappentier zu achten. Blaubeeren gibt es in Hülle und Fülle und 15 Sorten. Und Leuchttürme, in Reih und Glied stehen sie an der rauen Küste, die mit Buchten und Felsen gespickt ist, und warnen vor Untiefen.
Zu Beginn: Wo liegt Maine eigentlich?
Amerikakarte mit Maine

Ein himmlisches Fleckchen Erde

Als ich dann endlich in Maine war, wusste ich, warum es mich hingezogen hatte: Es fühlte sich wie ein vertrautes Stückchen Heimat an. Hübsche alte Städtchen, viele noch aus dem 19. Jahrhundert, fortschrittlich gesinnte Menschen, viel Natur, dazu Kunst und Kultur. Ein Hauch Europa. Vielleicht braucht es genau diese Vertrautheit am anderen Ende der Welt, um Maine dann neugierig für sich zu entdecken. Und dabei verrückt zu werden. Verrückt nach Leuchttürmen, die einen eigenen Lighthouse Trail bekommen haben, auf dem man an die 60 der mächtigen Bauten bestaunen kann. Verrückt nach Lobster, der Geschick beim Fangen und dann beim Essen braucht. Und der einen, wenn man sich durch seinen Panzer gearbeitet hat, mit aromatischem Fleisch belohnt. Verrückt nach den Beeren. Ständig sieht man Menschen, die gebückt in der Landschaft stehen und auch noch glücklich dabei aussehen. Verrückt nach den Wanderwegen, die sich durch ungezügeltes Land schlängeln und eine entspannte Einsamkeit versprechen. Und verrückt nach den Farben der Bäume natürlich.

rotes Auto von hinten

Atemlos. Beim Anblick der Natur Maines‘ fehlt einem schonmal der Atem.

Eigene Farbwelt

In Maine bestimmt das Wetter die Route. Und die Reisezeit. Zumindest für diejenigen, die sich vom Rausch der Farben anstecken lassen möchten, wenn sich die Landschaft von Gelb zu Orange, dann zu Rot und später zu einem satten Rotbraun verfärbt – Farben, die es bei uns so nicht zu sehen gibt. Wer das sehen will, braucht einen Plan. Die Leaf Peepers haben einen. Sie wissen, dass die wundersame Verfärbung im Norden von Neuengland beginnt und sich nach und nach in den Süden ausbreitet. Und sie kennen die Orte, an denen man den Indian Summer am besten bewundern kann. Der Baxter State Park in Maine ist so einer. Foliage nennt sich dieses Wunderwerk der Natur, das eintritt, wenn sich der Nachtfrost in einem Jahr schon sehr früh zeigt und die Kälte den Prozess der Laubfärbung beschleunigt. Bei einem warmen Spätsommer wird sie hingegen verlangsamt. Eines ist sicher, und darum schafft unser Altweibersommer nicht annähernd dieses Farbspektrum: Hier gibt es hundert verschiedene Laubbaumarten, die sich an diesem Spektakel beteiligen. Der Zuckerahorn ist einer von ihnen, und er kann das besonders gut.

steg im maine

Neu. Egal, wie oft man Maine bereist, es ist jedes Mal wieder wie ein unbeschriebenes Blatt.

Wer einen Foliage Trip unternimmt, sollte sich ausreichend Zeit nehmen. Denn es gibt nicht nur das Laub zu bewundern, sondern auch die vielen kleinen, zum Teil historischen Orte, die am Weg liegen. Manche von ihnen erinnern an die ersten englischen Siedler, die es nach Neuengland geschafft haben. Die herausgeputzten Häuser, die mit viel Liebe bis ins kleinste Detail gestaltet wurden, genauso wie die Gärten, die sich vor ihnen ausbreiten, strahlen einen ganz eigenen Charme aus. Pittoreske Läden, originell dekorierte Restaurants, vollgeräumte Antiquitätenläden, die malerische Küste und das grüne Hinterland machen diese Tour aus. Gut unterwegs und mit dem Naturspektakel im Blick ist man auf der Staatsstraße 1, der sogenannten Panoramastraße von Portage bis Fort Kent. Traumhaft ist auch die Fahrt auf der Staatsstraße 15 weiter südlich.

Immer dem Hummer nach

Auch das ist eine Methode, seine Reise durch Maine zu genießen. So gondelt man die Küste entlang und hält Ausschau nach den Lobster Shacks und den Lobster Pounds, kleinen Buden, an denen man den besten und oft günstigsten Hummer schnabulieren kann. The Lobster Shack in Cape Elizabeth ist zwar kein Geheimtipp mehr, aber man sollte trotzdem hinfahren. Und am Ende der Route 127 liegt ein winziges Dorf namens Five Islands, dort befindet sich die Five Islands Lobster Company. Hier genießt man erst den Hummer, dann den Ausblick. Der Hummer schmeckt deshalb so gut, weil er im kalten Atlantikwasser seine Runden ziehen darf.

ein leuchtturm in maine

Wegweisend. Leuchttürme weisen Touristen den Weg zu den schönsten Flecken in Maine.

Aber nicht immer war der Lobster die Delikatesse, die er heute ist. Um 1900 galt er als Armeleuteessen und wurde von den Bauern als Dünger und von den Fischern als Köder verwendet. Jetzt gibt es das gute Stück mit harter und weicher Schale in vielen Varianten zum Verkosten. Der eher salzig schmeckende Hard Shell Lobster lässt sich nur schwer knacken – ohne Werkzeug geht da gar nichts. Ganz im Gegensatz zum butterweichen New Shell Lobster, einer regionalen Delikatesse, die meist nur von Juni bis November erhältlich ist. Wer mehr über das heimliche Wappentier von Maine wissen möchte, heuert auf einem Fischerboot an und legt selbst Hand an: Lobster aus ihren Käfigen zu befreien ist gar nicht so einfach. Die Tiere sind nicht auf Kooperation aus. Schließlich geht es ihnen gleich an den Kragen. Aber zuvor werden sie vermessen, die kleinen dürfen wieder untertauchen. Und auch die weiblichen Tiere, die Eier tragen, stehen unter Schutz. Der Fortbestand ist wichtig, die Fischer schauen auf ihre Schützlinge. Das Lobster-Fischen ist hier noch gute Handarbeit, das Wissen wird von Generation zu Generation weitergegeben und bewahrt. An die 6.300 Fischer gibt es hier.

Nah am Wasser gebaut

Die Küste von Maine ist wieder eine ganz andere Farbwelt: Grün und Blau dominieren. Zahlreiche Inseln liegen in ihrer Nähe, die größte ist Mount Desert Island, auf der sich der Acadia-Nationalpark befindet – mit steil abfallenden Küsten, lautstarker Brandung, tiefen Wäldern, geheimnisvollen Seen und unendlich vielen Wanderwegen, die es einem immer wieder erlauben, den Blick über die Küste streifen zu lassen. Schoodic Peninsula ist ein Teil des Acadia-Nationalparks, der noch weniger überlaufen, aber mindestens so spektakulär ist. Faszinierend ist der Schoodic Point. Hier scheinen die Felsen direkt ins Meer zu fallen, wobei die ungebremsten Wellen des Atlantiks dagegen donnern. Wer einen Spaziergang an der Küste plant, sollte vorsichtig sein. Es wurde schon von einer Frau und ihrem Hündchen berichtet, die von einer Welle fortgeschwemmt und nie wiedergesehen wurden. Aber vielleicht ist das auch nur eine dieser Geschichten, um unvorsichtige Touristen im Zaum zu halten, die ganz verrückt nach der Ungezähmtheit des Meeres sind.

sonnenuntergang in maine

Zauber. Eine Herbstlandschaft voll strahlender Farben, ein Sonnenuntergang so schön, dass es fast weh tut und ein Land, in dem man sich rundum geborgen fühlt – Willkommen in Maine.

Reiseplanung

Maines‘ Farbenrausch genießen:
www.yankeefoliage.com
www.maine.gov
mainetourism.com/fall-foliage

Schlafplatz finden:
www.visitmaine.net
www.beachmereinn.com/accommodations/the-victorian

Maines Natur Maines Naturpfade. Plus: die Top 10 in Maine

Die Natur von Maine kann man auf vielen Wegen bestaunen. Hier sind ein paar Vorschläge:

Küsten-Streife
Der Maine Island Trail ist ein 600 km langer „Wasserweg“, der sich durch geschützte Salzwasserflüsse, ruhige Buchten, kleine und große Inseln oder entlang der Küste windet. Am besten man sucht sich ein schönes Stückchen aus, steigt in ein Kanu und legt los. Segelboote und Motorboote sind natürlich auch eine Alternative, je nach Gewässer.

Wasser-Spiele
Der Northern Forest Canoe Trail ist eine Langstrecken-Ruderetappe, die die Seen der Regionen der Adirondack Mountains und Northern New England miteinander verbindet. Etwa die Hälfte der insgesamt 1.200 km verlaufen durch Maine. Auch hier gilt: Sich eine schöne Etappe aussuchen. Wieder kommen. Weiterrudern.

Wunder-Werk
Der Appalachian Trail erstreckt sich über 3.500 km von Georgia bis nach Maine. Als anspruchsvollster Teil dieser Strecke werden die 450km in Maine angesehen. Doch die Anstrengung zahlt sich aus. Kleiner Vorgeschmack auf den Trail: Der Film „Picknick mit Bären“ mit Robert Redford und Nick Nolte. „Wenn du deine Grenzen überschreitest geht der Spaß erst richtig los!“ so das Filmplakat. Na dann viel Spaß.

When in Maine …genuss-reise-12-ab_2016-07
Top 10 Dinge, die wir Ihnen in Maine ans Herz legen wollen.

  1. Erleben. Erleben Sie echt amerikanisches Flair – bei einem Baseball-Spiel am Hadlock Field, dem „Home of the Portland Seadogs“.
  2. Spazieren. Der Fort Williams Park lädt zum Verweilen, Genießen und Beobachten ein.
  3. Besuchen. Im Fort Williams Park können Sie den berühmten Leuchtturm, das „Portland Headlight“, bestaunen.
  4. Entdecken. Im Palace Playland warten unzählige Attraktionen darauf, besucht zu werden.
  5. Flanieren. Die Altstadt Maines bietet tolle Unterhaltung, erstklassige Restaurants und extravagante Shopping-Möglichkeiten.
  6. Erkunden. Maines Fort Knox hat viel zu erzählen und ist definitiv einen Besuch wert.
  7. Genießen. Zeit am Wasser verbringen, die Natur bewundern und Elche beobachten – die Rangeley Lakes und das Areal rundherum bieten all das und mehr.
  8. Erwandern. Mount Desert Island wartet mit viel tollen Wanderwegen und einzigartigen Ausblicks-Punkten auf. Übrigens: Auch mit dem Auto lässt sich die Insel gut erkunden.
  9. Kennenlernen. Cabbage Island lädt zu Stadtrundfahrt und Hummer. Prädikat: Sehr empfehlenswert!
  10. Erholen. Im Acadia Nationalpark mit seinen eindrucksvollen Küsten und der rauen Landschaft erholen sich Geist und Gemüt. Aber auch das Wandern kommt hier nicht zu kurz …
Anleitung zum Hummeressen

Es ist nicht immer leicht, an das gute Fleisch vom Hummer heranzukommen. So funktioniert’s.

  • Aber Achtung: Es klingt recht barbarisch.
  • Wichtig: Das richtige Werkzeug. In diesem Fall Hummerzange und Hummergabel, sonst ist man machtlos.
  • Bevor Sie loslegen: Die Schale entfernen. Dazu nehmen Sie den Hummer in eine Hand und drehen mit der anderen Hand den Schwanz ab.
  • Essen: Nun die Scheren mit der Hummerzacke knacken und mit der Gabel das Fleisch herauslösen.
    Mit den Fingern die Greifer abdrehen und die Beine an den Gelenken brechen. Das Fleisch mit der Hummergabel heraus lösen. Oder die Beine einfach aussaugen.
  • Wie gesagt: Klingt barbarisch. Ist es auch. An das Fleisch im Schwanz kommen Sie mit dem normalen Besteck ran. Geschafft!
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