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Auf den Zahn gefühlt

Mundhygiene: Gute Tipps für gesunde Zähne.

Home » Leben » Gesundheit » Auf den Zahngefühlt - 10.2015

Teil 1: Mundhygiene leicht gemacht

Mit einer modernen Zahnbürste kann man heutzutage eigentlich nichts mehr falsch machen. Wenn da nicht noch Zahnseide, verschiedene Zahncremes, Mundspülungen und Interdentalbürsten wären.

Immer wieder erfinden schlaue Menschen nützliche Dinge, die den Alltag erheblich erleichtern. Die Wohlbefinden schenken und die Gesundheit fördern. Wie zum Beispiel Zahnhygieneprodukte. Aber so viele revolutionäre Innovationen es in dem Bereich auch in Zukunft noch geben wird, eines gilt für immer: Letztendlich geht es vor allem darum, die Produkte richtig und regelmäßig anzuwenden.

Saubere Zwischenräume

Die Zahnbürste selbst kann nur die Glatt- und Kauflächen der Zähne reinigen. „Das entspricht ungefähr 70 Prozent der Zahnoberfläche“, erklärt Zahnarzt Dr. Matthias Holly. „Nach dem Putzen mit der Bürste sind also noch etwa 30 Prozent der Zahnoberfläche nicht gereinigt – das schafft ideale Bedingungen für Bakterien, um sich dort zu vermehren.“ Die Zahnzwischenräume erreicht man gut mit Zahnseide oder Interdentalbürsten. Eine Anschaffung lohnt sich also.

Gewachste Seide

Sie eignet sich gut für Anfänger und bei engen Zwischenräumen, weil sie leichter gleitet und nicht fasert. „Bei ungewachster Zahnseide ist der Reinigungseffekt etwas besser als bei gewachster, da sich die einzelnen Fasern ein wenig auffächern“, sagt der Fachmann. Zahnseidenhalter erleichtern die Anwendung.

Dr. Matthias Holly, Zahnarzt

„Gespannte Zahnseide legt sich weniger gut an die Zahnfläche an und reinigt daher nicht ganz so gut.“

Spezielle Zahnseiden gibt es für enge Zwischenräume, Implantate oder überkronte Zähne. Holly empfiehlt, Zahnseide abends zu verwenden. Die Technik zeigt der Arzt. Man kann sie sich aber auch in Internetvideos abschauen. „Blutet das Zahnfleisch bei der Anwendung, kann eine Zahnfleischentzündung der Grund sein“, sagt Holly. Benutzt man Zahnseide regelmäßig, blutet man auch nicht mehr. „Grundsätzlich sollte Zahnfleischbluten aber in jedem Fall zahnärztlich abgeklärt werden.“

Mundhygiene, Mann nutzt Zahnseide und lächelt

Technik. Wie man Zahnseide richtig anwendet, lässt man sich am besten vom Zahnarzt zeigen.

Interdentalbürsten

Für große Zwischenräume geeignet und einfacher anzuwenden: Interdentalbürsten. „Die Größe muss aber individuell gewählt werden. Oft werden mehrere unterschiedliche Bürsten benötigt“, sagt Holly. Jeder Zahnarzt berät gerne persönlich.

„Ist das Bürstchen zu klein, erwischen die Borsten die Beläge nicht. Ist es zu dick, kann es die Zahnhälse und das Zahnfleisch beschädigen.“

Der Zahnfleischzipfel zwischen den Zähnen, die Papille, füllt bei jüngeren Menschen den Zwischenraum gut aus. Im Laufe des Lebens zieht sie sich aber zurück. Im so entstehenden Platz bleiben Speisereste leichter hängen. Interdentalbürsten halten den Prozess auf, indem sie das Zahnfleisch stimulieren. „Bei täglicher Anwendung kann eine verkümmerte Papille sogar nachwachsen“, so der Zahnarzt.

Bakterienbekämpfende Mundspülungen

Mundspüllösungen reduzieren die Anzahl der Bakterien, die für Karies und Parodontitis verantwortlich sind. „Unterschieden werden Mundspülungen, die für die tägliche Anwendung zur Vorbeugung geeignet sind, und Produkte, die als Heilbehandlung für spezielle Krankheiten, vor allem Zahnfleischentzündungen, angewendet werden können.“ Kinder vor dem sechsten Geburtstag sollten keine Mundspülung benutzen; sie könnten sie verschlucken.

Nach dem Genuss von säuerlichem Obst verwendet man am besten fluoridhaltiges Mundwasser oder wartet 30 Minuten, bevor man die Zähne putzt.

Schützender Speichel

Nach einer Mahlzeit sinkt der pH-Wert im Mund. Besonders nach dem Verzehr von zucker- und kohlenhydrathaltigen Speisen und Getränken entstehen aggressive Säuren, die dem Zahnschmelz Mineralstoffe entziehen und ihn auf Dauer dünn und brüchig machen. Eine einfache Gegenmaßnahme: zuckerfreien Kaugummi für etwa 20 Minuten nach jedem Essen und Trinken kauen. Das aktiviert den Speichelfluss und hilft so, die Säuren im Mund zu neutralisieren. Außerdem unterstützt es die Wiedereinlagerung von Kalzium in den Zahnschmelz. „Zuckerfreier Kaugummi ersetzt zwar nicht das Zähneputzen, kann die Mundhygiene aber sinnvoll ergänzen.“

Mundhygiene, Frau kaut Kaugummi

Schützender Speichel. Kaugummi aktiviert den Speichelfluss und hilft so, Säuren im Mund zu neutralisieren.

Lesen Sie mehr zum Thema:

Teil 1: Mundhygiene leicht gemacht
Teil 2: Alles zu Mundgeruch, Zahnreinigung und Zahnpasta
Teil 3: Die 5 größten Zahnpflege-Mythen
Teil 4: Die besten Zahnpflegeprodukte

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