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Nächstenliebe in der Tierwelt

Selbstlosigkeit in der Tierwelt. Und welche Rolle die Evolution wirklich spielt.

Home » Leben » Ratgeber » Nächstenliebe inder Tierwelt - 11.2015

Teil 2: Selbstlosigkeit in der Tierwelt

Auch in der Tierwelt spielt der Altruismus eine Rolle. Aber welche? Und was hat die Evolution dazu beigetragen?

Egoismus als Altruismus

Die einfachste Erklärung für den Altruismus ist der Egoismus. Man kann behaupten, dass wir alles, was wir für andere tun, nur machen, um uns selbst zu helfen. Altruismus wäre demnach also nichts anderes als getarnte Selbstsucht. Aber selbst Tieren geht es nicht immer nur um den eigenen Vorteil. Schimpansen nehmen fremden Nachwuchs auf. In einem Experiment halfen sie auch Menschen, einen weit entfernten Gegenstand zu erreichen. Einfach so. Ohne Belohnung. Pottwale verteidigen Gefährten gegen Hai-Angriffe. Und das Ziesel warnt Artgenossen durch Pfiffe vor Feinden und lenkt die Aufmerksamkeit auf sich. Es bringt sich in Gefahr, um andere zu schützen.

Gorilla mit Baby

Familienbande.Schimpansen sind besonders für ihre Nächstenliebe bekannt.

Emotionale Reaktionen

Dafür gibt es vermutlich auch einen evolutionären Grund. Oft helfen Tiere vor allem ihren nächsten Verwandten, damit die familiären Gene weitergegeben werden. So könnte der Altruismus überhaupt erst entstanden sein. Um das Überleben der eigenen Sippe zu sichern. Wenn es um Moral und Gerechtigkeit geht, werden jedenfalls sehr alte Gehirnregionen aktiv, die wir von Vorfahren aus dem Tierreich haben. Das heißt: Wer selbstlos handelt, handelt nicht unbedingt überlegt.

Eher emotional. Und instinktiv. Sonst würde niemand in eine brennende Wohnung laufen, sich auf dünnes Eis begeben oder auf die Gleise springen. Der Wissenschaftler Donald Pfaff hat auch dafür eine Erklärung. Er meint, dass in bedrohlichen Situationen und in freudiger Erregung die Grenze zwischen dem Ich und den anderen verschwimmt oder sogar verschwindet. Eine Art Super-Empathie also. Man rettet sich quasi selbst.

Rudeltiere. Wölfe überleben nur gemeinsam.

Die Theorie, dass sich immer der durchsetzt, der nur an seinen Vorteil denkt, widerlegt auch die Natur. Wer die eigenen Bedürfnisse unterordnen kann, kann auch mit anderen zusammenarbeiten. Wölfe leben im Rudel, unterstützen einander, jagen und kämpfen gemeinsam. Und haben dadurch ein besseres Leben als ein egoistischer, einsamer Wolf. Hilfsbereite Menschen sind außerdem beliebter und finden deshalb eher einen Partner. Die Fortpflanzung, ein wichtiger Faktor.

Tipp:

Eine gute Tat am Tag heißt es bei den Pfadfindern. Eine gute Tat am Tag kann sehr viel für einen Mitmenschen heißen.

Lesen Sie mehr zum Thema:

Teil 1: Ein Virus namens Altruismus
Teil 2: Selbstlosigkeit in der Tierwelt
Teil 3: Der Altruismus in uns

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