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Natürlich geht’s schöner

Woraus Naturkosmetik besteht. Wie sie wirkt. Und wie man Puder selber macht.

Home » Schönheit » Natürlichgeht’s schöner - 03.2016

Gesicht und Körper pflegt man schon tausende Jahre mit Naturkosmetik. Wimperntusche, Lippenstift und Lidschatten sind die Küken im Sortiment.

Neu-Ankömmlinge in der Naturkosmetik

Nun geht man ins Detail: Lange konzentrierten sich Naturkosmetik-Firmen auf pflegende Produkte wie Gesichtscremes oder Bodylotions; mittlerweile werden vermehrt Wimperntusche, Lippenstift, Lidschatten oder Mineral-Make-up angeboten. Abgesehen von ein paar Kleinigkeiten lässt das Sortiment keine Wünsche zur Verschönerung offen. Und das Prinzip sowie die hohen Ansprüche sind auch bei der dekorativen Naturkosmetik die gleichen: Hinein kommen ausschließlich natürliche mineralische, pflanzliche und teilweise auch tierische Inhaltsstoffe.

Natürlich. Die hundertprozentig natürlichen Inhaltsstoffe sorgen nicht nur für ein Höchstmaß an Wirksamkeit, sondern auch für gute Verträglichkeit.

Draußen bleiben müssen auch hier synthetische Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe, Silikone und hormonverändernde Substanzen. Erzeugt wird umweltbewusst und nachhaltig. Freunde des ökologischen Bewusstseins müssen also nicht mehr länger auf dekorative Kosmetik verzichten, das zeigen diese jüngsten Produktentwicklungen im Bereich der Naturkosmetik. Das einstige Nischenprodukt ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Der Ansatz ist aber auch nicht neu.

Naturkosmetik anno dazumal

Seit Menschengedenken wird Schminke benutzt, um das Aussehen zu verändern. Jede Epoche hatte ihren eigenen Make-up-Stil. Diente die Schminke zu Beginn noch eher rituellen Zwecken, wie zum Beispiel den Fruchtbarkeitskulten, so ist spätestens seit den alten Ägyptern bekannt, dass Schminke auch aus rein ästhetischen Gründen genutzt werden kann.

Die Ägypter und Perser galten als wahre Meister in der Erzeugung von Kosmetik.

Zu Ehren des Sonnengottes Ra wurden im alten Ägypten vor allem die Augen betont. Man zog einen dicken, schwarzen Lidstrich, der oft auch bis zur Schläfe reichte. Ihre Schminke stellten die alten Ägypter aus Harzen und Mineralien her. Für Lippen und Wangen wurde eine fetthaltige rote Paste unter Beimischung des Minerals Cinnabarit (Zinnober) benutzt. Die Griechen übernahmen diese Rezepturen und fanden auch gleich einen passenden Namen dafür: Kosmetik – das griechische Verb kosméo bedeutet so viel wie ordnen oder schmücken. Einige der von den Ägyptern benutzten Zutaten waren, wie man heute weiß, hochgiftig.

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Eine breite Palette an Produkten, die das Vegan-Siegel tragen finden Sie im dm Online Shop.

Wirksam und verträglich

In irgendeiner Art schädlich ist in der heutigen Naturkosmetik natürlich nichts. Überhaupt ist Naturkosmetik ausgesprochen schonend. Die hundertprozentig natürlichen Inhaltsstoffe sorgen nicht nur für ein Höchstmaß an Wirksamkeit, sondern auch für gute Verträglichkeit. Pflanzliche Öle, Butter und Fette tragen zum Schutz und zur Pflege der Haut bei. Bio-Öle aus Kokosnuss, Argan, Jojoba oder Oliven schützen die Haut, die essenziellen Fettsäuren bewahren sie vor Feuchtigkeitsverlust. Kakaobutter oder Sheabutter garantieren den geschmeidigen Farbauftrag bei Lippenstiften. Ätherische Öle sind für die Duftgebung zuständig. Bienenwachs oder Aprikosenkernöl erzeugen die bei Lippenstiften nötige Stabilität und Haltbarkeit.

Seidig. Sheabutter sorgt für ein geschmeidiges Auftragen des Lippenstifts.

Lippenstifte bestehen vor allem aus Wachsen und Fetten. Die sorgen dafür, dass die Farbe auf den Lippen haften bleibt. Die Kunst ist es, aus etwa 20 natürlichen Zutaten eine perfekte Mischung zu erzielen. Gute Lippenstifte sollen auch raue Lippen verhindern und Infektionen vorbeugen. Bei Bio-Lippenstift musste man bisher nur zwei Abstriche machen: Es gab ihn nicht in Knallrot und nicht in Kussecht. In den knallroten Farben herkömmlicher Lippenstifte steckt der Farbstoff Karmin, der aus auf Kakteen gezüchteten Cochenille-Läusen gewonnen wird. Nichts für Veganer. Das Rot kann mittlerweile auch aus roten Rüben gewonnen werden und die Farbindustrie hat Glimmerfarben entwickelt, mit denen ebenfalls tolle Farb- und Pearleffekte zu erzielen sind. Das Prinzip ist einfach: Die einzelnen Mineralien werden in dünnen Schichten geschickt miteinander kombiniert. Aus den Kombinationsmöglichkeiten ergeben sich vielfältige Farb-, Glanz- und Glitzereffekte.

Von Mascara über Mineral Make-up bis zum Lippenstift. Die dekorative Naturkosmetik lässt kaum einen Verschönerungswunsch offen.

Farbecht

Das Angebot an Farben ist bei natürlichem Make-up, sagen wir mal, sehr übersichtlich. Durch die natürliche Gewinnung der Farbstoffe und ohne Beigabe künstlicher Stoffe ist eben kein riesiges Farbspektrum zu erzeugen. In der zertifizierten Naturkosmetik dürfen nur etwa zehn Prozent der erlaubten Farbstoffe aus der Kosmetikverordnung verwendet werden. Aber auch hier wird es noch viele Neuerungen geben.
Mascara ist eindeutig das beliebteste Produkt in der dekorativen Naturkosmetik. Wimperntusche von Naturkosmetik-Herstellern kann nämlich alles, was von Mascaras eben erwartet wird: die Wimpern färben, optisch trennen, ihnen Volumen oder Dichte verleihen. Aber sie macht den Augen keine Probleme – dank der Abwesenheit von synthetischen Konservierungsmitteln oder Nickel, dem häufigsten Kontaktallergen. Worauf man in der Naturkosmetik verzichten muss? Auf wasserfeste Mascara und Kajal. Die konnten bisher nur mithilfe von Chemie hergestellt werden. Das gilt auch für Nagellack. Den gibt es noch nicht aus rein natürlichen Rohstoffen.

Selbstgemachter Puder

Zutaten: 10g Talkum 7 g Titanoxidweißes Farbpigment 1 bis 2 Messlöffel Magnesiumstearat ein paar Tropfen Mandel- und Jojobaöl 1 Messlöffel natürliche Pigmentstoffe in Form der Pigmentmischung A oder B1 Mörser

Zutaten.10 g Talkum 7 g Titanoxid weißes Farbpigment 1 bis 2 Messlöffel Magnesiumstearat ein paar Tropfen Mandel- und Jojobaöl 1 Messlöffel natürliche Pigmentstoffe in Form der Pigmentmischung A oder B 1 Mörser

Und so gehts:

  1. Talkum, Titanoxid, ein Messlöffel Pigmentmischung und 2 Messlöffel Magnesiumstearat gründlich vermischen und in einem Mörser zu einem homogenen Puder zerkleinern.
  2. Sobald sich ein Brei gebildet hat, fügt man wieder Pudermischung hinzu, bis diese ganz verbraucht und ein loser Puder entstanden ist.
  3. Nun fügt man einen Löffel Mandel-Öl und 2 Tropfen Jojoba-Öl dazu. Das Ganze wieder gut vermischen, anschließend den Puder in ein verschließbares Gefäß (kleiner Tiegel) füllen und mit dem Löffel festdrücken. Innerhalb von 2 bis 3 Monaten verbrauchen.
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