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Schlagen Sie gern neue Kapitel auf?

Neue Kapitel des Lebens – Ein Aufruf zur Veränderung.

Home » Leben » Schlagen Sie gernneue Kapitel auf? - 09.2016

Anfangs ist das Leben ein unbeschriebenes Blatt. Dann schlägt es immer neue Kapitel auf. Der Mensch nennt das Veränderung und fürchtet sich davor. Man kann die Kapitel aber auch selber schreiben. Ganz ohne Angst.

Es ist immer alles genau so gekommen, wie man sich das vorgestellt und gewünscht hat.
Schöne Kindheit verbracht. Gute Ausbildung erhalten. Studium abgeschlossen. Job ergattert. Partner geheiratet. Kinder bekommen. Haus gebaut. Schulden abbezahlt. Viel gearbeitet. Ab und zu im Urlaub gewesen. Den Nachwuchs erzogen. Die Zeit übersehen. Großmutter geworden. Und jetzt schaut man zu, wie alles von vorne beginnt. Wie sich alles wiederholt, als wäre die Zukunft die Vergangenheit. Und schon längst geschrieben. Der Kreislauf des Lebens. Ende.

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Vertraute Monotonie

Wenn wir jetzt schon wissen, was in der Woche noch geschehen und in den nächsten Monaten auf uns zukommen wird, was wir in zehn Jahren tun und wie wir unseren Lebensabend verbringen werden, kann das beruhigend sein. Oder eine grauenhafte Vorstellung. Je nach Charakter. Für die Rückschau am Ende ist es fast egal. Schauen wir auf ein idyllisches Leben zurück, in dem alles so gekommen ist, wie wir uns das ausgemalt haben, dann werden wir lächeln. Schauen wir auf ein aufregendes Leben zurück, in dem es turbulent zuging, werden wir auch lächeln. Eben je nach Charakter. Aber in beiden Fällen kann auch etwas fehlen. Womöglich denken wir, nicht alles getan zu haben, was wir tun wollten. Eventuell fragen wir uns, was gewesen wäre, wenn wir uns mehr getraut hätten. Wenn wir absichtlich vom Weg abgekommen wären. Wenn wir mehr riskiert hätten. Wenn es ein Kapitel mehr im Buch unseres Lebens gäbe, das eine unvorhersehbare, spannende, aufregende und atemberaubende Geschichte erzählt.

Die gute Nachricht an die Veränderungsscheuen: Um so ein Kapitel zu schreiben, ist es nie zu spät.

Wenn alles wie immer ist und es keine Überraschungen und Veränderungen gibt, sind wir zufrieden. Weil die Monotonie berechenbar ist. Dass uns das Bewährte und die Vorhersehbarkeit ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit geben, ist also nur logisch. Was immer schon funktioniert oder uns zumindest nicht geschadet hat, wird auch in Zukunft funktionieren und uns nicht schaden. Ein Risiko eingehen, etwas verändern, Neues entdecken, dafür gibt es also keinen Grund. Eigentlich. Wäre da nicht die Langeweile. Und die Neugier. Sie ist der Treibstoff, den man braucht, um im Leben weiterzukommen. Um sich zu entwickeln. Um Schritte zu gehen, die einen ins Neuland führen. Wo man unbekannte Seiten an sich entdeckt und erfährt, wer man ist.

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Vermeidbare Risiken

Wie der Wunsch nach Sicherheit ist auch der Drang nach Veränderung in uns. Von Anfang an. Kleine Kinder sind große Entdecker. Neugierig erkunden sie jeden Winkel ihrer Welt. Sie wollen alles wissen und ständig etwas Neues kennenlernen. Aber als Kind hat man es auch leicht. Nicht nur, weil es noch so viel zu entdecken und zu wissen gibt. Sondern auch, weil man der Neugier sorglos nachgeben kann. Bis zum 20. Lebensjahr, das zeigen Forschungen, ist man offen für Neues. Wenn man älter ist, hat man aber Verantwortung. Man muss auf eigenen Füßen stehen. Man hat einen Job und muss sich um die Familie kümmern. Man will Sicherheit. Und alles vermeiden, was diese Sicherheit gefährdet. Lieber lebt man mit der Langeweile, mit den Gewohnheiten, mit der Monotonie, als das Risiko einer Veränderung einzugehen. Aber die Einstellung ändert sich wieder, wenn die Verantwortung abnimmt. Wenn die Kinder erwachsen sind. Dann ist man wieder offen für Abenteuer.

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Unausweichliche Veränderungen

Wir können gern versuchen, ihnen aus dem Weg zu gehen, aber Veränderungen sind unvermeidbar. Neue Stadt. Neuer Job. Neue Freunde. Neuer Partner. Neue Herausforderungen. Neue Lebensphasen. Neue Kleinigkeiten, die den Alltag beeinflussen. Neue Vorstellungen, Ideen und Werte, die ständig im Wandel sind. Alles um uns herum und auch wir selbst verändern uns ständig. Oft geschieht das ganz unbemerkt. Manchmal spüren wir diesen Drang, diesen Wunsch nach etwas, das noch nicht war. Nach etwas anderem. Etwas Frischem. Dann kleiden wir uns neu ein, probieren eine neue Frisur aus, bestellen im Restaurant ein Gericht, dessen Namen wir nicht aussprechen können. Wir verändern Winziges. Aber wir können uns mehr trauen. Viel mehr. Den Beweis liefert die eigene Vergangenheit. In der hat sich ja schon so viel geändert. Wenn man heute auf sein Leben zurückschaut, darüber nachdenkt, was sich alles getan hat, und zufrieden ist, dann wird einiges klar. Nämlich:

Vor dem Unbekannten muss man sich nicht fürchten. Ganz im Gegenteil. Veränderungen verändern uns auch positiv. Etwas Neues kennenzulernen erweitert den Horizont. Es macht das Leben spannend.

Positiver Realismus

Wer rastet, der rostet, sagt man. Veränderungen verhindern das. Sie treiben uns an. Zwingen uns, alles aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Bringen uns dazu, über uns selbst nachzudenken, uns zu hinterfragen, von vorne zu beginnen, uns weiterzuentwickeln. Sie halten uns jung, weil wir ohne sie nur auf der Stelle treten würden. Veränderungen tun uns ausgesprochen gut. Auch wenn die Vorteile sich gern vor dem ersten Blick verstecken. Und auch nicht jeder Versuch gut ausgeht. Das ist vielleicht in der Sekunde ganz schrecklich, im Nachhinein aber oft das Beste, was einem passieren konnte. Und ist die Veränderung tatsächlich nicht schönzureden, gibt es immer noch einen Trost. Irgendwann gehen auch die negativen Folgen einer Veränderung vorbei. Weil das Unbekannte auch immer eine Gefahr darstellt, neigen wir dazu, uns die Zukunft schwarz auszumalen, noch bevor die Veränderung eingetreten ist. Aber stattdessen können wir uns bewusst werden, dass jedes Ende auch ein Anfang ist. Die Karten werden neu gemischt. Und was man aus seinem Blatt macht, hat man selbst in der Hand. Wir können uns vorstellen, welche positiven Folgen die Veränderung in zwei, sechs, zwölf Monaten für uns haben könnte. Wie das Leben dann ausschaut. Und welche neuen Chancen sich ergeben. Wir können uns das bestmögliche Szenario ausdenken. Und uns dann ganz bewusst entscheiden, alles dafür zu tun, damit diese Vorstellung zur Realität wird.

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Wichtig ist, dass wir nicht nur positiv, sondern auch realistisch bleiben. Denn manchmal erwarten wir uns zu viel von einer Veränderung. False-Hope-Syndrom nennen das die Psychologen. Außerdem unterschätzt man oft den Aufwand, der für nachhaltige Veränderungen nötig ist. Ein Beispiel: Nimmt man sich vor, dass man ab sofort gesünder leben möchte, genügt es nicht, nur mehr Obst zu essen. Und man darf sich auch nicht erwarten, dass man sich augenblicklich besser fühlt. Von einem Moment auf den nächsten die komplette Ernährung umzustellen, jeden Tag zehn Kilometer zu joggen, allem zu entsagen, was die Gesundheit gefährden könnte, und das Leben auf den Kopf zu stellen wird nichts nutzen. Sind die Ziele nicht so hochgesteckt, überlasten wir uns nicht, feiern immer wieder kleine Erfolge und halten uns bei der Stange.

Wie Veränderungen gelingen: Weiterlesen

Schritte ins neue Kapitel

Um etwas aktiv zu ändern, braucht man Mut, gesundes Selbstbewusstsein, Zuversicht, Vertrauen und Neugier. Alle Zutaten, die man im Leben grundsätzlich gern hätte, weil sie vieles andere auch erheblich leichter machen würden. Man muss wissen, wer man ist und was man will. Sonst verliert man sich und tut auf einmal etwas für jemanden, der man gar nicht ist. Nur wer sich selbst kennt, kann sich verändern, sich entwickeln und sich treu bleiben. Will man also offener, abenteuerlustiger, extrovertierter oder gelassener werden, will man einen neuen Job, in eine andere Stadt oder endlich eine Familie, muss man sich zuerst fragen: Wer bin ich eigentlich? Will das wirklich ich? Passt die Veränderung zu mir? Und bin ich damit langfristig glücklich?

 Paradoxerweise sind es auch die Stimmen der anderen, auf die wir hören sollten, um uns selbst zu finden.

Klar, wir kommen nie bei uns an, wenn wir nur tun, was andere von uns erwarten. Aber: Andere können uns gut einschätzen und uns sagen, wie sie uns wahrnehmen. Sie helfen, die eigene Persönlichkeit zu entdecken, sie inspirieren, sie raten uns, unterstützen uns und schubsen uns wieder auf den richtigen Weg. Den eigenen. Die Stimmen der anderen wahrnehmen und hinterfragen. Mit offenen Augen durchs Leben gehen. Unvoreingenommen bleiben. Auf die Stimme in uns hören. Darauf vertrauen, was sie uns sagt. Und hin und wieder etwas riskieren. So kommen wir bei uns an. So bleiben wir uns treu. So verändern wir uns. So bleiben wir aufgeschlossen für das Unbekannte. So lernen wir Neues kennen. So kommen wir ein Leben lang weiter. So schreiben wir ein Kapitel nach dem anderen. Und machen das Buch unseres Lebens erst so richtig spannend.

2 junge Menschen von hinten, die an einer Klippe sitzen und in den Sonnenuntergang schauen

In 5 Schritten zum eigenen Ich

  1. Loslassen. Will man sich selbst finden, kann man sich nicht ständig mit anderen vergleichen. Irgendjemanden gibt es immer, der besser ist. Oder der schlecht über etwas denkt, das man gut findet. Aber das ist egal. Man muss die Standards anderer nicht übernehmen. Was zählt, sind nur die eigenen Bedürfnisse und Wünsche.
  2. Entdecken. Jeder hat seine Grenzen. Bei der Selbstfindung geht es aber darum, die auch einmal zu überschreiten und die gemütliche Komfortzone zu verlassen. So entdeckt man neue Seiten an sich. Und wächst an den Erfahrungen.
  3. Beobachten. Und zwar das Leben der anderen. Ohne das eigene damit zu vergleichen. Viel mehr reflexiert man die Lebensentwürfe seiner Mitmenschen. Und findet so heraus, was man gut und was man nicht so toll findet.
  4. Runterkommen. Bleibt man gelassen und setzt sich selbst nicht ständig unter Druck, ergibt sich Vieles von alleine.
  5. Sein. So, wie man nun einmal ist. Mit allen Stärken und Schwächen. Ehrlich und authentisch. Das ist nicht einfach, aber man kann sein Verhalten im Alltag beobachten. Sich abends fragen, ob man wirklich immer so reagiert hat, wie man wollte. Und beim nächsten Mal den Mut finden, es genau so zu tun, wie man sich das vorstellt. Dann findet man es schließlich, das eigene Ich. Und hat genug Selbstbewusstsein, um jede Veränderung zu meistern.
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