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Noch eine Geschichte …

Ein wichtiges Element der Kindheit: Vorlesen.

Home » Family » Noch eine Geschichte … - 10.2016

Manche Bücher vergessen wir nie. Dazu müssen wir sie nicht einmal selbst gelesen haben. Wenn Mama die Stimme verstellt und Papa den bösen Wolf nachmacht, hinterlässt das einen bleibenden Eindruck.

Manche Bücher, die die Eltern einem als Kind vorgelesen haben, liest man später selbst noch einmal. Einfach so, weil man die Abenteuer neu erleben möchte. Vor allem aber, wenn man Nachwuchs hat, der vor dem Einschlafen unbedingt eine Geschichte hören will. Und noch eine Geschichte. Und noch eine. So viele Geschichten, wie Kinder gerne hören wollen, können Eltern gar nicht erfinden. Müssen sie auch nicht. Schließlich gibt es unzählige spannende, mitreißende und lehrreiche Kinderbücher. Mit Geschichten sind die Kleinen viel leichter ins Bett zu lotsen. Aber das ist nicht der einzige Vorteil von Kinderbüchern. Kids, denen regelmäßig Geschichten vorgelesen werden, sind außerdem in der Schule erfolgreicher. Das hat eine Studie der Stiftung Lesen im vergangenen Jahr ergeben. Rund 70 Prozent der Acht- bis Zwölfjährigen, denen täglich vorgelesen wurde, hatten im Fach Deutsch eine sehr gute oder gute Note. Aber auch in anderen Fächern waren sie Kindern aus -Familien, in denen Vorlesen selten oder nie auf dem Programm stand, deutlich überlegen. 84 Prozent der fleißig vorlesenden Eltern gaben an: „Mein Kind ist gut in der Schule.“ Bei Eltern, die selten oder nie vorlesen, meinte das nur jeder Dritte. Von den Kindern selbst stufte sich aus der ersten Gruppe jedes zweite als schulisch erfolgreich ein. Bei den anderen waren es nur 12 Prozent.

Fähigkeiten fördern

Natürlich sind schulische Erfolge nicht alles im Leben. Vorlesen kann aber noch mehr. Es weckt Interessen, beflügelt die Fantasie, erweitert den Wortschatz und unterstützt das Verständnis für Laute. Kinder lernen die Struktur der Sprache kennen – speziell bei Reimen. Darüber werden die Konzentrations- und Kommunikationsfähigkeit der Kleinen trainiert. Und die sozialen Kompetenzen. Denn in Kinderbüchern gibt es viele Figuren, mit denen man mitleben und mitfühlen kann. Tauchen Probleme auf, werden Lösungen angeboten, die für Kinder nachvollziehbar sind. Während sie sich gemütlich in Mamas oder Papas Arme kuscheln, lernen sie von einem sicheren Ort aus die Welt kennen, entdecken andere Kulturen und Sichtweisen, erfahren viel über die Menschen und die Tiere. Und die Kleinen können, was besonders wichtig ist, Fragen stellen. Im Gegensatz zum Lesen, das ja eine schweigende Tätigkeit ist, wird beim Vorlesen gesprochen. Und zwar nicht nur vom Vorleser. Besonders die Kleinsten wollen nicht nur zuhören, wenn man ihnen eine Geschichte erzählt, sondern auch etwas dazu sagen, vielleicht einzelne Sätze nachsprechen, das Ganze mit eigenen Worten wiedergeben oder weitererzählen, Bilder sehen und sie auch angreifen. Deshalb sind Bücher für diese Altersgruppe auch so robust gemacht.

Realität. Die Mama hat gesagt, dass ich vor dem bösen Wolf keine Angst haben muss. Weil es ihn gar nicht wirklich gibt. Das Rotkäppchen sieht das sicher anders.

Schlaf. Wenn mir Der Papa abends noch eine Geschichte vorliest, dann schlafe ich gut. Und wenn er mir mehrere vorliest, schlafe ich noch viel besser.

Vorgelesenes verinnerlichen

Aber auch ältere Kids wollen den Vorlesestoff immer wieder einmal in die Hand nehmen. Sei es, um noch einmal zu den Lieblings-Illustrationen zurückzublättern. Um vorzublättern und zu sehen, was da noch alles kommt. Oder um den Zeichnungen und Texten selbst etwas hinzuzufügen. Mit dem Buntstift. Oder auch mit den Wachskreiden. Und das ist auch erlaubt. Schließlich darf jeder mit seinen Büchern machen, was er will. Und nur, weil die Mama aus dem Märchenbuch vorliest, gehört es ihr ja noch lange nicht. Die haptische Beschäftigung mit dem Buch führt im Zusammenhang mit dem wiederholten Hören der Geschichten irgendwann dazu, dass das Kind die Storys verinnerlicht hat. Wenn es dann alleine in seinem Zimmer sitzt und das Buch zur Hand nimmt, kann es darin quasi lesen, auch wenn es die einzelnen Wörter noch nicht erfassen kann. Vielleicht versammelt es sogar Puppen und Kuscheltiere um sich, um ihnen eine Geschichte vorzutragen.

Fehler vermeiden

Wenn es das tut, dürfen sich literaturbegeisterte Mamas und Papas freuen: Ihr Nachwuchs ist auf dem besten Weg, ein Bücherwurm zu werden. Vorausgesetzt, sie machen nicht den Fehler und hören mit dem Vorlesen auf, sobald das Kind in der Schule lesen lernt. Denn oft verlieren die Kids im Grundschulalter wieder die Freude an Büchern. Weil sie bemerken, dass es durchaus mit Mühen verbunden ist, die vielen Wörter zu entschlüsseln, die in ihnen enthalten sind. Gerade dann ist es besonders wichtig, weiter vorzulesen. Oder sich manchmal auch ein paar Zeilen vorlesen zu lassen. Und dann vielleicht auch ein paar mehr. Und noch mehr. Und irgendwann wird daraus einmal eine ganze Geschichte.
Und dann ein ganzes Buch. Und noch ein Buch. Und noch eines. Und so weiter.

Bücher für Babies

Tiere kennenlernen. Das Babybuch „Alle meine Kullertiere“ lädt die Kleinsten zum Spielen und Forschen ein. Es ist mit Tieren aus Haus, Garten und Bauernhof illustriert und hat eine rasselnde Kullernase, die Wahrnehmung und Feinmotorik trainiert. Ravensburger mini steps, ab 6 Monaten.
Worte finden. Das kleine, leicht umzublätternde Buggy-Buch „Bauernhof“ ist voll mit farbenfrohen Bildern, hat ein Beißelement und lässt sich per Klettschlaufe an Buggy oder Bett befestigen. So wird Ihrem Baby unterwegs nicht langweilig. Haba, ab 6 Monaten.**
Bilder berühren. Das Stoffbilderbuch „Erstes Knisterbuch“ kann am flauschigen Tragegriff gut gehalten werden. Es animiert Babys mit weichen Knisterseiten und bunten Bildern zum Greifen, Hören, Kuscheln. Das fördert die motorische Entwicklung. Ravensburger, ab 3 Monaten.*

Bücher für Vorschulkinder

Freund-Sein lernen.„Das Glück des Bären“ von Isabel Pin handelt von einem hilfsbereiten Bären, der immer wieder an seine Grenzen stößt. Dass nicht nicht jeder alles gleich gut können muss, bringt ihn darauf, wie er seinen Freunden noch viel mehr helfen kann. Beltz, ab 3 Jahren.
Warumfragen stellen. Jedes Kind braucht einen Warumwolf! Warum, steht in Sylvia Englerts Buch „Der kleine Warumwolf“. Finn läuft ein kleiner Wolf zu, der ihn mit Fragen löchert. Finn ist der perfekte Geschichtenerzähler und gibt urkomische Antworten. Knesebeck, ab 5 Jahren.
Geschichten hören. Christine Nöstlinger ist 80 und hat immer noch neue Geschichten auf Lager. „Jeden Morgen um 10“ erzählt vom Hund Max, der sich jeden Tag um 10 vor der Kirche in den Schatten legt. Jedem erzählt er seine Geschichte, und jedesmal anders. Nilpferd, ab 4 Jahren.

Bücher für Schulkinder

Auf die Reise gehen.„Einmal, als der Bär ans Meer kam“: 50 Geschichten bekannter Autoren von Peter Härtling bis Christine Nöstlinger. Es geht um Bären, Schafe, Mäuse und Menschen, die in der Welt unterwegs sind. Philip Waechter und Anke Kuhl illustrierten. Beltz, ab 6 Jahren.
Generationen verstehen. Nach Sarah Michaela Orlovskys und Michael Rohers Erfolg „Valentin, der Urlaubsheld“ hilft in „Ein Schnurrbart erobert die Welt“ Jojo seinem Opa, sich auf die Bartweltmeisterschaft vorzubereiten. Und was passiert, wenn er wirklich gewinnt? Picus, ab 6 Jahren.
Abenteuer erleben. Pfote in die Höhe, dreimal gespuckt: In Band 4 sind die Rattenkinder Eliot und Isabella im Finsterwald. Das lassen sich auch größere Kinder gern vorlesen. Ingo Siegners Bilder schauen sie sich selber an. Die Story: Bockys Rüpelbande entführt Opa Pucki. Beltz, ab 6 Jahren.
Tipps: Vorlesen wie aus dem Bilderbuch
  • Lesen Sie die Geschichte vorher selbst: Einerseits, um festzustellen, ob sie für Ihr Kind geeignet ist. Und andererseits, weil es leichter ist, den Figuren Leben einzuhauchen, wenn man sie schon kennt.
  • Schaffen Sie eine angenehme Atmosphäre: Machen Sie es sich gemeinsam im Bett, auf dem Sofa oder an einem anderen kuscheligen Ort gemütlich.
  • Konzentrieren Sie sich voll und ganz auf Kind und Buch: Schalten Sie Fernseher und Radio aus, ignorieren Sie das Handy und vermeiden Sie Seitengespräche.
  • Sprechen Sie langsam und deutlich: Stellen Sie ab und zu Fragen, um herauszufinden, ob Ihr Kind Ihnen folgen kann.
  • Geben Sie den Figuren unterschiedliche Stimmen: Eine kleine Fee hört sich zarter an als ein Riese. Verwenden Sie auch verschiedene Tonhöhen und Lautstärken. Erhöhen Sie die Spannung mit kleinen Pausen. 
  • Nehmen Sie Blickkontakt auf: Schauen Sie Ihr Kind beim Vorlesen immer wieder an. Das ermuntert
    es, Ihnen mitzuteilen, wenn es etwas nicht verstanden hat.
  • Planen Sie Zeit für die Nachbesprechung ein: Das Kind will vermutlich über das Gehörte und Gesehene noch ein wenig reden. Geben Sie ihm die Möglichkeit dazu.
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Angst. Der Papa hat gesagt, dass ich vor dem bösen Wolf keine Angst haben muss. Weil es ihn gar nicht wirklich gibt. Das Rotkäppchen sieht das sicher anders.

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