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Die Persönlichkeit und ihre Einflüsse

Wie Eltern, Hormone, Gene, Bewusstsein und Schicksal darüber entscheiden, wer man ist.

Home » Leben » Psyche » Die Persönlichkeit undihre Einflüsse - 10.2015

Teil 1: Wer uns prägt. Was uns beeinflusst.

Eltern. Freunde. Erfahrungen. Kleine Worte. Große Taten. Der Name. Das Schicksal. Alles zusammen sind wir. Jeder eine Persönlichkeit.

Auf einem Steinchen steht Gene. Das passt genau zu dem, wo Familie draufsteht, und an dem die Erziehung hängt. Dieses markante Eck, das hat man doch schon gesehen, ach ja, die Vorbilder. Ein Puzzleteil fügt sich ins andere. Kindheit, Erfahrungen und Gesellschaft. Name, Freunde und Erinnerungen. Erlebnisse, Gewohnheiten und Unterbewusstsein. Musik, Sprache und Hormone. Umwelt, Lebensentscheidungen und Beziehungen. Normen, Werte und Gesetze. Schicksalsschläge und Zufälle, Leid und Liebe. Diese und noch viele andere, große und kleine Puzzleteile ergeben ein individuelles, sich immer wieder veränderndes und beeindruckend komplexes Gesamtbild. Die menschliche Persönlichkeit.

Persönlichkeit besteht aus vielen Teilen

Einfluss-Faktoren Die Persönlichkeit wirft viele Fragen auf. Zum Beispiel: Wer bin ich, und wenn ja, warum?

Nomen est omen

Wenn man sich überlegt, warum man ist, wie man ist, was den Charakter formt und Einfluss auf das Leben nimmt, fällt einem alles Mögliche ein. Der Name ist selten dabei. Dabei ist er verräterisch und schreibt einem bestimmte Charaktereigenschaften schon auf die Visitenkarte. So beurteilen Lehrer die Kevins und Justins, die Chantals und Mandys schlechter als die Maximilians und Sophies, die man eher als brav und fleißig einschätzt. Es ist eine unbewusste Reaktion, und doch nicht zu unterschätzen. Denn der Name prägt seinen Träger und lenkt dessen Schicksal noch auf viel subtilere Weise. Wissenschaftler aus San Diego stellten 1999 fest, dass Männer, deren Initialen zum Beispiel P.I.G. (Schwein) oder D.I.E. (Sterben) ergaben, drei Jahre früher zu Tode kamen als der Durchschnittsbürger. Und mehr als sieben Jahre vor Herren, deren Initialen positive Assoziationen hervorriefen wie ein erfreuliches J.O.Y..

Rainer Maria Rilke, Dichter

„Alles, was mehr aus uns macht, ist Gnade für uns.“

Und der Name hat noch mehr Macht. Denn man fühlt sich zu allem unbewusst hingezogen, was einen an ihn erinnert. Der amerikanische Sozialpsychologe Brett Pelham entdeckte, dass ein Mister Williams oft eine Misses Williams, ein Herr Johnson häufig eine Frau Johnson heiratet. Und zwar doppelt so oft, als dass man es als Zufall nennen könnte. Außerdem ziehen US-Amerikanerinnen, die Georgia heißen, oft in den gleichnamigen Bundesstaat. Das gilt auch für die Virginias. Und dann gibt es auch noch auffällig viele amerikanische Dentisten, die Dennis, Denny oder Denise heißen. Und, weil das englische Wort law übersetzt Recht bedeutet, Anwälte und Richter namens Lawrence oder Laurie. Der Name hat also offenbar einen größeren Einfluss auf das Leben, als man denkt, und prägt die Persönlichkeit entscheidend. In so vielen Fällen passt er perfekt zum Träger. Irgendwie scheint man ihm irgendwann gerecht zu werden. Als würde man in seinen Namen hineinwachsen wie in einen Pullover.

Persönlichkeit: ein Zusammenspiel aus vielen Fakroren

Visiten-Karte Auch unser Name sagt etwas über unsere Persönlichkeit aus: er prägt seinen Träger und lenkt sein Schicksal auf subtile Weise.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stammbaum

Die Erfahrungen der Kindheit, vor allem in den ersten Lebensjahren, prägen den Charakter enorm. Ob man ehrgeizig oder faul, offen oder verschlossen, modern oder konservativ, selbstbewusst oder schüchtern, optimistisch oder pessimistisch ist. Welche Werte und welche Politik man vertritt, welche Bildungsmöglichkeiten man in Anspruch nimmt, wie man eine Beziehung führt, welche Chancen man im Leben hat. Die meisten Denk- und Handlungsweisen haben in der Familie und Erziehung ihren Ursprung. Es ist erwiesen, dass die vorgelebten Interessen von Mutter und Vater – wie Lesen, Musizieren oder Fernsehen – sehr häufig auch die Vorlieben von Tochter und Sohn sind. Und auch Geschwister und andere Bezugspersonen und Vorbilder drücken einem ihre Stempel auf. Selbst wenn man als Jugendlicher gegen alle rebelliert und einen ganz anderen Weg eingeschlagen hat, selbst wenn man heute nicht so ist, wie die Eltern einen haben wollten, findet man den Grund dafür trotzdem in der Familie.

 

Weniger Schutz für die Chromosomen

Die wichtigste körpereigene Prägestätte, hat man lange geglaubt, sind die Gene. Ihre Macht ist nicht ganz so groß, wie wie man heute weiß. Die DNS ist nicht für alles verantwortlich, das Erbgut verändert sich ein Leben lang. Forscher haben gezeigt, dass selbst eineiige Zwillinge schon mit verschiedenen Prägungen des Erbguts zur Welt kommen. Das heißt: Bereits im Mutterleib hat die Umwelt einen sehr großen Einfluss auf die Gene und darauf, welche der Mensch nutzt und welche er sozusagen stilllegt.

Eine schwere Kindheit wirkt sich auf die Chromosomen aus. Genauer gesagt auf die Telomere, die Schutzkappen der Chromosomen. Die nutzen sich nämlich im Laufe des Lebens immer mehr ab. Und je schadhafter sie sind, desto anfälliger wird man für Krankheiten wie Parkinson, Krebs oder psychische Leiden. Wissenschaftler konnten aber feststellen, dass die Telomere bei Erwachsenen, die eine gewaltvolle Kindheit durchlebten, bei misshandelten Frauen und Kindern, die in Armut oder sonst schwierigen Verhältnissen aufwuchsen, deutlich kürzer waren. Das bedeutet: Das Erbgut prägt die Persönlichkeit, aber die Umstände beeinflussen die Gene. Und damit das Leben. Es ist ein Kreislauf.

Lesen Sie mehr zum Thema:

Teil 1: Wer uns prägt. Was uns beeinflusst.
Teil 2: Von innen und außen: Gene und Entscheidungen
Teil 3: Was Namen über unseren Charakter aussagen

 

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