Menü öffnen

Trinkt mehr Saft!

Kraft schöpfen mit Power-Drinks.

Home » Genuss » Trinkt mehr Saft! - 02.2018

Natürliche Power-Drinks aus Gemüse, Obst und Superfood befreien den Organismus von Ballast und bringen schluckweise gute Laune und ein besseres Körpergefühl.

Wer üppige Schlemmereien nach den Feiertagen ausgleichen möchte, kann dies mit einer Saftkur über einige Tage hinweg tun, ohne die Verdauung zu strapazieren. Dazu sind frisch gepresste Säfte ideal: Da sie nur nähren und versorgen, aber nicht belasten, versetzen sie den Körper automatisch in den Entgiftungsmodus – und zwar umso intensiver, je weniger feste Nahrung man zu sich nimmt.

Wenn wir etwas essen, versuchen wir häufig einfach nur, unseren Hunger zu stillen – ein schnelles Wurstsemmerl hier, eine Packung Chips dort. Gut zwei Drittel aller Kalorien, die in der westlichen Welt verzehrt werden, stammen aus gesättigten Fettsäuren, Zucker und Weißmehl. „Wird der Körper mit diesen leeren Kalorien getäuscht und werden ihm so wichtige Nährstoffe vorenthalten, bekommen wir unweigerlich schnell wieder Hunger“, erklärt die Ernährungsberaterin Julie Morris, Autorin zahlreicher Ratgeber zum Thema. „Um sich energiegeladen zu fühlen, nehmen letztendlich viele sehr viel mehr Kalorien zu sich, als sie täglich brauchen.“ Säfte sind eine erfreuliche Ausnahme: Sie bieten verdichtete essenzielle Nährstoffe in kalorienarmer Form und enthalten vieles, was in der westlichen Standardernährung fehlt.

Ist ganzes Obst und Gemüse nicht besser?

Warum soll man aufwändig Saft für eine Saftkur pressen und dann auch noch einen Teil der Frucht (den Trester) wegwerfen, wenn man doch auch sehr gut das ganze Obst oder das Gemüse essen könnte? Der wichtigste Grund dafür: Die Saftkur entlastet das Verdauungssystem. Isst man einen Apfel oder eine Tomate, dann ist ein Teil der Mikronährstoffe an die enthaltenen Faserstoffe gebunden. In aufwändiger Verdauungsarbeit – abhängig davon, wie gut man gekaut hat – müssen nun die Mikronährstoffe von den Faserstoffen getrennt werden. Dies gelingt so gut wie nie zur Gänze. Wenn man dann auch noch an Verdauungsproblemen leidet, können noch weniger der wertvollen Vitalstoffe verwertet werden.

Eine hochwertige Saftpresse nimmt einem diese Arbeit ab – das Ergebnis kann schnell verdaut werden. Morris: „Darüber hinaus kann man den Körper über frisch gepresste Säfte mit mehr Vitalstoffen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgen als mit der ganzen Frucht.“ Schließlich ist es eher schwierig, an einem Tag ein Kilogramm Karotten, sechs Äpfel, sechs Fenchelknollen, eine Pastinake und dann auch noch 100 Gramm Gartenkräuter zu essen. In Form von Saft jedoch ist selbst diese Menge an Frischkost kein Problem.

Erholungspause für den Darm

Ziel einer Reinigungskur mit Säften ist es, dem Verdauungssystem eine kleine Pause zu gönnen, sagt Morris: „Das bietet dem Magen-Darm-Trakt eine willkommene Gelegenheit, sich durch die zahlreichen Mikronährstoffe in Säften von etwaigen lukullischen Belastungen der vergangenen Wochen zu erholen.“ Eine Saftkur bedeutet eine Pause von den alltäglichen Ernährungsgewohnheiten, in der man für eine gewisse Zeit hauptsächlich Säfte zu sich nimmt. Optimalerweise ergänzt man die Kur mit reichlich stillem Mineralwasser oder gutem Leitungswasser.

Was eine Saftkur aber nicht sein soll: ein starres Programm, das ein paar Kilos weniger und strahlende Haut verspricht, so die Expertin. „Enthält man dem Körper lange Zeit sogenannte Makronährstoffe wie Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate vor, kann das durchaus zu gesundheitlichen Problemen führen.“ Morris empfiehlt Saftkuren von maximal fünf Tagen: Langzeitkuren sind einerseits schwer durchzuhalten, andererseits führen sie häufig zu einem Jo-Jo-Effekt ähnlich wie bei vielen Diäten: „Dann fühlt man sich zusätzlich auch noch schwach und frustriert, weil man nicht durchgehalten hat.“

Eine gelegentliche Saftkur über einige Tage wirkt hingegen regenerierend und schenkt neue Energie: „Sie bringt den Alltag nicht durcheinander und stürzt einen auch nicht in einen Strudel von Heißhungerattacken.“

Mehr tolle Säfte, die dem Körper gut tun, finden Sie hier.

Neustart für eine bewusstere Ernährung

Für viele ist eine Saftkur der Ausgangspunkt, um auf neue Ernährungsgewohnheiten umzustellen – ohne nährstoffleere Nahrungsmittel wie Snacks und Junkfood. Eine gute Idee, meint die Expertin: „Es gibt kaum eine bessere Starthilfe für diesen Vorsatz als die Saftzubereitung.“ Bevor man die Kur beginnt, ist es hilfreich, sich zu überlegen, was genau man sich davon verspricht: „Entschlacken klingt sehr attraktiv. Das führt oft dazu, dass man sich darauf einlässt, weil man sich die Universallösung für alle gesundheitlichen Probleme verspricht.“

Die Wahrheit ist jedoch, dass „Entgiftung“ und „Entschlackung“ im weitesten Sinne zwar möglich sind – aber keine Wunder über Nacht bringen: „Wenn Kurangebote beeindruckende Versprechungen machen, sollte man die Finger davon lassen“, so Morris. „Außerdem sollte es möglich sein, das Programm oder die Rezepte an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.“

Die besten Zutaten

Wenn man im Laufe des Tages eine größere Menge Saft trinkt, sollte die Mischung optimalerweise aus grünen Säften, Wurzelgemüsesäften und Obstsäften bestehen. „Zahlreiche Früchte enthalten natürlicherweise sehr viel Zucker. Gemüse und zuckerarme Obstsorten eignen sich daher am besten für eine Saftkur“, so Morris. Zu den Basiszutaten zählen Apfel, Birne, Melone, Stangensellerie, Süßkartoffel, Kürbis, Yamswurzel, Karotte, Rote Rübe, Pastinake und verschiedene Zitrusfrüchte – je regionaler und saisonaler, desto besser.

Julie Morris ist überzeugt: Dem Körper tut eine kurze Pause ohne feste Nahrung gut, da das Verdauen viel Energie kostet. „Weil Saft schon flüssig ist, wird dem Körper Arbeit abgenommen – die Energie kann anderswo eingesetzt werden“, sagt sie. Doch ganz auf feste Nahrung zu verzichten muss gar nicht sein. Man könne während der Saftkur auch wenig feste Nahrung zu sich nehmen, um das Hungergefühl zu reduzieren, so Morris. Leichte Mahlzeiten helfen auch danach, weil der Übergang zu fester Nahrung nicht so extrem ausfällt.

Julie Morris, Autorin

„Wichtig ist, die Nahrungsmittel dafür sorgsam auszuwählen.“ Kleine Portionen pflanzlicher Lebensmittel wie ein Apfel oder eine kleine Schale Quinoa mit Avocado eignen sich dazu sehr gut. Zusätzlich zu einer handtellergroßen Portion Obst und Gemüse kann man die Saftkur mit Salaten, Suppen, Nüssen und sogar Rohschokolade aufpeppen.

BUCH TIPP Buchtipp: „Superfood Säfte“ von Julie Morris

100 Rezepte für leckere Powersäfte. Erschienen im Verlag Königsfurt-Urania.

Die besten Begleiter

Möchte man neben der Saftkur auch andere Nahrung zu sich nehmen, sollte diese am besten aus einfachen, natürlichen Lebensmitteln bestehen.

  • Gemüsesuppen: Frische Säfte aus Karotte, Sellerie oder Spinat können mit Avocado und etwas Salz zu einer sättigenden Mahlzeit gemixt werden. Auch gut: Misosuppe oder eine pürierte Gemüsesuppe.
  • Salate: Sprossen und Blattsalate eignen sich hier am besten, dazu fermentiertes Gemüse wie Sauerkraut. Avocados mit Saaten wie Hanf und Chiasamen sorgen für eine Extraportion Eiweiß; als Dressing nimmt man Zitronensaft und Salz.
  • Nüsse und Saaten: Kleine Mengen an Mandeln, Walnüssen, Superfood wie Hanf, Flachs, Chiasamen bringen ein Sättigungsgefühl und beste Makro- und Mikronährstoffe.
  • Rohschokolade: Eine kleine Belohnung mit möglichst reinem (nicht gerösteten) Kakao und geringem Zuckeranteil.

Entsafter-Typen im Überblick

Schnecken- oder Walzenentsafter: Sie funktionieren nach dem Prinzip der Kaltpressung – das Pressgut wird nicht über 40 Grad erwärmt. Dabei geht es um die Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, Proteine, die sich ab 40 Grad teilweise zersetzen. Der Vorteil der hohen Qualität besitzt aber den Nachteil, dass sich frischer Saft aus einem Schneckenentsafter maximal ein paar Tage im Kühlschrank hält, bevor der Gärprozess startet.

Dampfentsafter: Hier erfolgt die Entsaftung mit heißem Wasserdampf. So wird ein erheblicher Anteil an Vitaminen durch die Hitze zerstört, dafür aber auch gleichzeitig Keime, sodass der Saft sehr lange haltbar ist. Das ist zum Beispiel dann praktisch, wenn eine bestimmte Frucht oder ein Gemüse nur während einer eng begrenzten Erntezeit zur Verfügung steht.

Zentrifugenentsafter: Er eignet sich weniger für Früchte, Gräser oder Gemüse mit geringem Feuchtigkeitsanteil. Auch er ergibt Saft in Rohkostqualität. Doch ist hier Sauerstoffeinschluss in den Saft am höchsten, was sich unmittelbar auf die Haltbarkeit auswirkt, die noch kürzer als bei Schneckenentsaftern ist, sofern nicht eine nachträgliche Pasteurisierung durch Erhitzen erfolgt.

Tipp: Wer auf Frische, einfache Bedienbarkeit, ein schönes Design und die Erhaltung der Inhaltsstoffe Wert legt, sollte zu einem Schneckenentsafter greifen. Will man einen qualitativ hochwertigen Saft genießen, präsentieren sich die Geräte, die mit mechanischem Druck arbeiten, am besten. Zudem haben Entsafter mit vertikal- oder horizontal eingebauten Schnecken den Vorteil, dass praktisch alles verarbeitet werden kann – Gemüse, Früchte oder auch Weizengras zur Herstellung eines grünen Smoothie.

Ein Gewicht zwischen 4 und 12 kg pro Gerät hilft, bei der Entsaftung auftretende Vibrationen niedrig zu halten. Die Entsafter mit einer vertikal oder senkrecht verbauten Schnecke produzieren Säfte mit einem etwas höheren Fruchtfleischanteil, wenn kein Haushaltssieb verwendet wird. Bei horizontal verlaufenden Schnecken lässt sich der Fruchtfleischanteil je nach Modell regulieren.

Rezept: Ingwer-Apfel-Brokkoli-Saft

Zutaten:

  • 2 große, süße Äpfel ohne Kerngehäuse
  • 3 Tassen klein geschnittener
  • Brokkoli
  • 2 Selleriestangen
  • 2,5 cm frische Ingwerwurzel
  • 1 ausgepresste Bio-Zitrone

Zubereitung:

Äpfel, Brokkoli, Sellerie und Ingwer entsaften und Zitronensaft beimengen.

Mehr Infos zu den Superfoods in der Küche finden Sie hier.

Nach Oben
OKMehr Information