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Familien-Radtouren durch Europa

Gemeinsam die Natur am Rad genießen.

Home » Genuss » Familien-Radtourendurch Europa - 04.2016

Wir brauchen das Rad nicht neu erfinden. Die Landschaft ist schon da, die Route schnell gefunden. Das Einzige, was man noch nicht kennt, sind die Abenteuer, die man erleben wird. Das Ziel ist jedenfalls immer dasselbe: ein starkes Wir-Gefühl.

Weit und breit kein Auto. Dafür glückliche Gesichter auf drahtigen Eseln. Ein bisschen abstrampeln muss man sich natürlich schon, wenn man sich für einen Urlaub auf zwei Rädern entschlossen hat. Mit dabei: Kind und Kegel. Abenteuerlust. Überraschungen. Und Neugier. Jetzt muss man nur noch das kleine Glück, das schon um die Ecke wartet, erkennen können. Eine Eisdiele, ein schattiger Rastplatz unter Bäumen, eine kleine Bucht, in der man ins Wasser hüpfen kann. Eine Sandburg, die man gemeinsam baut.

Das Land mit dem Fahrrad zu erobern ist für die ganze Familie ein Erlebnis. Gemeinsam legt man Etappe um Etappe zurück, ganz ohne Eile, ein Erwachsener voran, die Kinder in der Mitte, ein Elternteil als Schlusslicht – wie Enten, die sicher durchs Wasser schwimmen.

Man bleibt stehen, weil man etwas entdeckt hat, rauscht nicht einfach vorbei an den vielen kleinen Möglichkeiten, sich Land und Leute vertraut zu machen. Pausiert, wenn sich der Durst meldet, stillt den Hunger, wenn er da ist, fährt ein Stück um die Wette, dann wieder ganz gemütlich vor sich hin – Kinder lieben diese Abwechslung, die kleinen Herausforderungen, die sie nicht überfordern, sondern Spaß mit sich bringen.

Frankreich erobern

Die Landschaften der Vendée an der Westküste Frankreichs wechseln wie Bilderbuchseiten. Entlang der Küste geht es flach dahin, durch Dünenlandschaften und Wälder, an Salzwiesen und hohem Gras vorbei. An der Seite der Atlantik, ein Farbfächer an Blautönen, ab und zu eine Insel, auf der man gerne stranden möchte, Buchten und Strände, die zum Bleiben einladen.

Gemeinsam kann man am Rad die schönsten Plätze entdecken, die einem im Auto verborgen bleiben.

Am besten macht man es den bunten Fischerbooten nach, die herumliegen und warten, bis die Reise weitergeht. Bis dahin gesteht man dem Wind zu, was seiner Meinung nach zu seinen Aufgaben zählt, und lässt sich das Haar zerzausen. Es riecht nach Pinien, Mimosen und nach dem Salz des Meeres. Die Radrouten „Vendée Vélo“ legen sich wie ein Band über Strand und Wege, führen über alte Bahntrassen oder Pfade, sind manchmal sandig, meist aber asphaltiert, und so radelt man gemütlich dahin.

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Naturschönheit. Die Natur weiß, was gut für uns ist. In der Provence rät sie zu einer lila Pause.

Gut aufgehoben ist die ganze Familie auf den grün beschilderten Abschnitten der Strecke „Vendée Vélo“. Denn dort sind alle motorisierten Fahrzeuge verboten. Über 1.100 Kilometer lang ist das Radnetz der Vendée, viel zu lang für einen Urlaub. Da kann man sich schon ein schönes Teilstück herauspicken und den Weg zum Ziel machen. Viel Abwechslung bringt die Strecke von La Barre-de-Monts bis nach Les Sables-d’Olonne. Da fährt man entlang der Küste, zu Austernfarmen, durch kleine Fischerdörfer wie Saint-Hilaire-de-Riez oder Saint-Gilles-Croix-de-Vie, ein Städtchen an einem Fluss, dessen Namen Leben bedeutet. In Les Sables-d’Olonne findet man übrigens einen der schönsten Strände Europas.

Das Tüpfelchen auf dem i: ein Abstecher auf die Insel Île d’Yeu, ein Paradies für Fahrradfahrer. Auch die Insulaner lassen das Auto stehen und satteln im Sommer auf den Drahtesel um. Bei knapp zehn Kilometer Länge und nicht einmal vier Kilometer Breite muss man nicht motorisiert sein.

Radwege überziehen die Insel, schlängeln sich vorbei an Kiefern- und Eichenwäldchen und bringen einen immer wieder zurück zum Meer.

Info Frankreich – Radwege in der Vendée

Radfahren in Holland

Nostalgiefahrt in Holland

Eigentlich müssten ja die Holländer die Fahrräder erfunden haben. Denn so gut wie jeder hat eines und fährt es auch. Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn ältere Semester einen flott überholen. Aber es ist auch die ebene Landschaft, die das Fahrradfahren zu einer leichten Übung macht. Wer sich hier samt Kind und Kegel aufs Rad schwingt, kann aus einer Vielzahl von Strecken wählen. Eine klassische ist die Runde um das Ijsselmeer, auch als Zuiderzee-Fahrradroute bekannt.

Hier kommt man aus dem Staunen nicht heraus, denn auf der Route reist man scheinbar in die Vergangenheit.

Einst hieß das Ijsselmeer Zuiderzee, die Bucht vor Amsterdam hatte Zugang zum Meer. Holländische Kaufleute schickten ihre Handelsschiffe in die Welt hinaus, die Städte an der Zuiderzee wurden reich. Patrizierhäuser, malerische Grachten und Häfen erzählen noch heute davon. Aber auch berühmte Weltumsegler gingen von hier aus auf Entdeckungsreise. Das Kap Hoorn wurde nach der hier gelegenen Stadt Hoorn benannt. Eine geschichtsträchtige Route. Da darf man seinen Augen schon trauen, wenn die Bewohner von Edam und Volendam in alten Trachten durch ihr Städtchen spazieren. Und Dörfer wie Spakenburg oder Bundschoten immer noch vom Fisch-, Brot- und Kekshandel leben.

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Familien-Bande. Radtouren mit den Eltern hinterlassen Spuren. Auch im Gedächtnis.

Der Radweg schlängelt sich durch Deiche mit alten Mühlen, Polderlandschaften, mittelalterlichen Gassen, Grachten und Zugbrücken. Es ist fast wie ein Besuch in einem riesigen Freilichtmuseum. Und dazwischen: Natur. Das Schöne an der Route: Es gibt viel Abwechslung – gerade für die Kleinen: das Dolfinarium in Harderwijk, eine Bootsfahrt durch das malerische Giethoorn, vorbei an alten Bauernhöfen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, ein Besuch im Muiderschloss, einer mittelalterlichen Burg mit Schlossgräben, Zugbrücke und Türmen. Ein guter Start ist Amsterdam, die Route ist 400 Kilometer lang, Abkürzungen sind erlaubt. So kann man zwischen Enkhuizen und Stavoren oder Urk einfach die Fähre nehmen. Und den vier Buchstaben, auf denen man lange Zeit sitzt, eine Pause gönnen.

Info Holland – Rund um das Ijsselmeer

Am Sattel durch Belgien

Belgien – Radeln nach Zahlen

Ausreichend Motivation, um in die Pedale zu treten, gibt es auch auf den belgischen Radrouten. Für die Kleinen zeigt sie sich in Form von belgischen Pralinen, für die Großen in der traditionsreichen Bierkultur. Abgesehen davon ist natürlich auch die Landschaft Antrieb genug, Belgien per Fahrrad zu entdecken. Wer sich für eine Tour im Maasland entscheidet, hat eine gute Wahl getroffen. Denn hier könnte man sich getrost die Frage stellen, ob die Erde nicht doch eine Scheibe ist. Die Radroute geht flach dahin und schlängelt sich gemütlich an idyllischen Kanälen entlang. Das Maasland wird auch als Kräuterland bezeichnet, dementsprechend intensiv und gut duftet es hier.

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Gemeinsam. Bis zum Horizont und noch weiter: Miteinander erreicht man jedes Ziel.

Während man so dahinradelt, kann man immer wieder „U nadert knooppunt“ lesen. Und das bedeutet „Sie nähern sich einem Knotenpunkt“. Das Knotenpunktsystem ist ebenfalls eine belgische Spezialität. Es erspart das lästige Suchen auf der Karte. Man schreibt sich vorab einfach die Knotenpunkte auf, denen man folgen möchte. Und radelt dann nach Zahlen. An den Wegen und Wegkreuzungen findet man oft keinerlei Hinweise auf Ortschaften oder Ziele. Klingt eigenwillig, ist aber durchaus praktisch. Sucht man den Horizont nicht gerade nach der Zahlenkombination ab, die einen zum Tagesziel bringen soll, hält man etwa bei einer romanischen Kirche, spaziert durch Maaseik, entdeckt versteckte Schlösser und Bauernhöfe, besucht im kleinen Dorf Leut das Schloss Vilain XIIII mit seinem ausgedehnten englischen Park, macht Halt in einem der idyllischen Dörfer wie Oud Rekem. Oder marschiert auf dem Kruinenpad zwischen den Wipfeln der Bäume. Das Radnetz ist hier mehr als 3.000 Kilometer lang. Da gehen einem die Ideen ganz sicher nicht aus.

Gemeinsam radeln heißt gemeinsam lachen. Gemeinsam etwas erleben. Gemeinsam etwas für die Gesundheit tun. Und gemeinsam das Wir-Gefühl stärken.

Info Belgien – Unterwegs in Limburg

Radfahren mit Kindern

Sattel-Fest

Damit das Radwandern mit Kindern für alle zum Vergnügen wird, hier ein paar gute Tipps aus der Praxis:

  • Streckenwahl. Flache Strecken mit so gut wie keinen Steigungen wählen, dann kann man fröhlich dahin radeln. Man sitzt so wie so lange im Sattel.
  • Planung. Bei der Planung der Route Rückenwind beachten. Ständig gegen den Wind anzukämpfen kann ganz schön anstrengend werden.
  • Rasten. Kinder wollen nicht jeden Tag radfahren sondern auch mal ein oder zwei Tage am selben Platz bleiben. Denn sie schließen schnell Freundschaften und möchten diese nicht gleich wieder aufgeben.
  • Testen. Vor dem großen Urlaub einen Testlauf mit den Kindern machen, um zu sehen, ob die Räder in Ordnung sind, aber auch um draufzukommen, wie viele Kilometer pro tag Sie Ihren Kindern zutrauen können.
Kleiner Junge mit Helm auf seinem Fahrrad

Munter. Ein gemeinsamer Radurlaub schafft nicht nur viele Erinnerungen, er macht auch wieder fit für den Alltag!

  • Sightseeing. Spannende Pausen einplanen, in denen man Burgen, Schlösser und Themenparks besuchen kann, aber dann auch einmal etwas zum Rasten ohne Action berücksichtigen.
  • Gepäck. Das Gepäck von Etappe zu Etappe vorausschicken ist natürlich eine feine Sachen, doch dann ist man nicht mehr ungebunden, kann die Route nur schwer kurzfristig ändern.
  • Kombinieren. Die Radreise immer wieder mit anderen Fortbewegungsmöglichkeiten also Bahn oder Fähre kombinieren. So legt man Kilometer zurück ohne in die Pedale zu treten. Und Spaß macht es den Kindern auch noch.
  • Kleidung. Natürlich auch für die Kleinen eine gute Fahrradhose einpacken. Lieber wärmer anziehen, gerade wenn sie nicht selber fahren. Badesachen griffbereit halten.
  • Sicherheit. Auch wenn die Wege sicher sind: Ein Erwachsener vorne, einer als Schlusslicht und dazwischen die Kinder, so fährt man sicher in der kleinen Gruppe.
  • Pannenservice. Auf der Strecke schauen wo Radservices angeboten werden – für den Fall der Fälle. Flickzeug mitnehmen. Reifenwechseln schon mal vorher ausprobieren, wenn man darin nicht so geübt ist.
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