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Kontrast- Reich

Ein Reisebericht aus Hongkong.

Home » Inspiration » Kultur » Kontrast-Reich - 06.2016

In Hongkong ist es leicht, die Perspektiven zu wechseln.
Die chinesische Metropole hat so viele davon.

Konfuzius, Chinesischer Philosoph

»Wenn du die Absicht hast, dich zu erneuern, tu es jeden Tag.«

Es dampft und zischt, heiße Suppe wird aufgegossen, Fisch brutzelt am Grill. Wer die Garküchen Hongkongs betritt, ist im Epizentrum der pulsierenden Sieben-Millionen-Metropole. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Bei kleinen Imbissbuden gibt’s Fleisch, Scampi, Fischbällchen und allerlei Essbares auf Spießen zum Mitnehmen. Auch Gemüse prägt die kulinarische Landschaft. Allen voran die grünen, weich gekochten Blätter des Pak Choi. Und kaum hat man sich für ein Gericht entschieden, hält man schon die Essstäbchen in den Händen. Eine bis oben hin angefüllte Schüssel steht auf dem Klapptisch. Dazu zwei Plastikstühle, viel Platz hat man nicht.

Fremde Nähe

Diese Nähe macht aus Fremden schnell Bekannte. Hier ein Lächeln, da ein paar Worte. Essen auf der Straße, das ist Hongkong, wie es leibt und lebt. Doch es geht auch anders. Die chinesische Metropole ist ein Reich der Kontraste. Unweit der einfachen Straßenküchen türmen sich Hochhäuser, in denen herausgeputzte Kellner in Luxusrestaurants kantonesische Spezialitäten und allerlei Köstlichkeiten aus der ganzen Welt servieren. Da wetteifern preisgekrönte Dim-Sum-Restaurants darum, wer die besten gefüllten Teigtaschen macht. Da trinkt man exquisite Cocktails in schwindelerregender Höhe. Da serviert man in kitschigen Dessert-Shops bis nach Mitternacht süße Suppen und Fruchtgelee, während in den Karaokebars grüner Tee mit Whisky vermischt wird.

Hektisch. Buntes Treiben und wenig Platz, das ist eine Spezialität in Hongkong.

Hektisch. Buntes Treiben und wenig Platz, das ist eine Spezialität in Hongkong.

Spagat zwischen Asien und Europa

Hongkong ist die chinesische Metropole, die die lokale Lebensweise und das liberale Europa am besten miteinander vereint. Dafür gibt es historische Gründe: Die autonome Sonderverwaltungszone gehörte bis 1997 zu Großbritannien. Ihr hat schon immer ein gewisser Freigeist innegewohnt. Künstler und Querdenker zieht es meist hierher, in Chinas Zentrum der Toleranz sozusagen. Nirgendwo sonst in diesem Land wären Demonstrationen für mehr demokratische Mitbestimmung möglich gewesen, wie es sie in Hongkong im Jahr 2014 gab. Dass Asien und Europa immer enger zusammenrücken, erkennt man auch an den zunehmenden Flugverbindungen. Der Osten Asiens gilt als sicheres exotisches Reiseziel mit hohen Standards. Aufgrund der Nachfrage hat Austrian Airlines die Verbindungen ausgedehnt: Bis zu 31 Flüge starten im Sommer in Richtung Asien. „Ab September geht es mit Shanghai, Peking und Hongkong zu den drei größten Städten Chinas“, erklärt Austrian Chief Commercial Officer Andreas Ott. Vor allem Hongkong sei über alle Altersklassen hinweg ein beliebtes Reiseziel. Deshalb fliegt man die Millionen-Metropole ab Herbst an fünf Tagen pro Woche an.

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Verbunden. Alt und neu. Hongkong verbindet Tradition und Moderne, lokale Lebensweise und liberale Haltung.

Gegensätzliche StadtBilder

Hier die überdimensionalen Häusertürme, die in den Vororten zwischen grünen Hügeln hervorblitzen. Da die in die Jahre gekommenen Wohnblöcke im Zentrum. Die Räume sind klein, die Wäsche hängt man an Stangen auf, die aus den Fenstern ragen. Junge Paare vergnügen sich in diskreten Love Hotels, deren Zimmer man stundenweise mieten kann. Und dann die Skyline von Hongkong Island, dem pulsierenden Geschäftsviertel der Stadt. Die Insel erreicht man mit der U-Bahn oder mit einer bereits 1880 in Betrieb genommenen Fähre. Einen der besten Blicke hat man aber mit etwas Abstand, zum Beispiel von der gegenüberliegenden Promenade im Stadtzentrum von Kowloon aus. Jeden Abend um 20 Uhr setzt die Licht- und Lasershow „Symphony of Lights“ das ohnehin schon beeindruckende Hochhäusermeer in Szene. Dann scheint Hongkong die Stadt zu sein, in der alles möglich ist.

Vielfältig. Beim Essen kommt man sich in Hongkong näher.

Vielfältig. Beim Essen kommt man sich in Hongkong näher.

Grenzenloser Konsum

Es existiert wahrscheinlich nichts auf dieser Welt, was man in Hongkong nicht kaufen könnte. Die Shoppingmalls sind mehr als nur eine Aneinanderreihung von Geschäften. Sie sind auch sozialer Treffpunkt und Freizeitanlage. Wer nur schnell eine Kleinigkeit besorgen wollte, kann sich stundenlang in den Schaufenstern verlieren. Und auch wer eigentlich etwas ganz anderes vorhatte, endet meist in einem Einkaufszentrum. Denn von der U-Bahn-Station führt der Weg fast immer durch einen dieser mehrstöckigen Konsumtempel. Jeweils ein ganzes Stockwerk ist für die Food Courts reserviert, in denen man relativ günstig essen kann. In transparente Folie umhülltes Plastikessen zeigt dem zaghaften Touristen, was er da eigentlich bestellt.

Perspektive ändern

Hongkong kann aber von einer Minute auf die nächste wieder ganz anders aussehen: Etwa auf einem bäuerlichen Gemüsemarkt, wo die Händler am Boden hockend Auberginen und Drachenfrüchte in kleinen Plastikkörben feilbieten. In den engen Seitengassen, in denen rote Lampen auf traditionelle Teestuben hinweisen, für die gemusterte Fliesen und einfache Drahtstühle typisch sind. Oder auch auf dem Temple Street Night Market mit seinem bunten Treiben, den Wahrsagern und Sängern.

Facettenreich. Hongkong bietet viele ganz unterschiedliche Eindrücke.

Facettenreich. Hongkong bietet viele ganz unterschiedliche Eindrücke.

Hongkongs grüne Seite

Die rauschende Metropole ist auch ruhig, grün und spirituell. Das sieht man, wenn man vor dem Frühstück den Kowloon Park durchstreift, wo sich Pensionisten zur Morgengymnastik treffen. Oder während man in einer Gondel hoch über dem Meer auf die Insel Lantau zuschwebt. Stille. Andächtiges Beten. Ein riesiger weißer Buddha überblickt das Geschehen. Vor dem kunstvoll verzierten Po-Lin-Kloster riecht es nach Räucherstäbchen.

Buddhastatue in Hongkong

Beschützt. Der riesige Tian Tan Buddha wacht über die Insel Lantau.

Von einer gänzlich anderen Seite zeigt sich die Stadt auch vom Hongkong Trail aus, einem 50 Kilometer langen Wanderweg. Er ist per U-Bahn und Bus zu erreichen. Nur knapp außerhalb des Stadtkerns wandelt man einen schmalen, sandigen Pfad entlang, streift durch Wälder, ein Hinweisschild warnt vor Wildschweinen. Und dann der Blick aufs Meer und auf einsame Sandbuchten. Hongkong hat eben viele Gesichter.

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Flugplan

Flugzeug

Viel-Flieger. Austrian Airlines fliegt ab dem 5. September 2016 bis zu fünfmal pro Woche mit einer Boeing 777 von Wien nach Hongkong.

Die Flugdauer in die mehr als 8.700 Kilometer entfernte Millionenstadt beträgt rund elfeinhalb Stunden. Abflug ist jeweils am Montag, Dienstag, Mittwoch, Freitag und Samstag um 13 Uhr in Wien, Ankunft am nächsten Tag um 6:25 Uhr morgens. Zurück geht es wieder dienstags, mittwochs, donnerstags, samstags und sonntags um 9:40 Uhr, mit Landung in Wien um 16:10 Uhr. Mehr Infos finden Sie auf der Homepage der Austrian Airlines.

To Do’s in der Metropole

Was man in Hongkong erlebt haben muss

Hongkong von oben 

Skybars: Bei einer so hohen Dichte an Wolkenkratzern ist es nicht verwunderlich, dass es in Hongkong unzählige Skybars gibt. Einen guten Überblick über die trendigsten Lokale gibt das Hongkong Magazin. Es empfiehlt sich, angemessen gekleidet zu erscheinen und vorab einen Tisch zu reservieren.
Sky 100: Im quirligen Stadtteil Kowloon befindet sich die höchste Innen-Aussichtsplattform Hongkongs. Und zwar im 100. Stockwerk des ICC (International Commerce Center) – mit 484 Metern das höchste Gebäude der Stadt. Mit dem Aufzug geht’s schnurstracks nach oben. Beliebt sind Sonnenuntergangstrips oder kulinarische Ticket-Kombinationen. Auch das Ja-Wort kann man sich hier oben geben.

Eindruchsvoll. Hongkong liefert viele Eindrücke, die man erst einmal verdauen muss.

Eindruchsvoll. Hongkong liefert viele Eindrücke, die man erst einmal verdauen muss.

Victoria Peak: Der wohl berühmteste Aussichtspunkt in Hongkong: Mit der Standseilbahn Peak Tram geht es auf den Victoria Peak hinter dem Central District. Die Sky Terrace 428 ist die höchste Aussichtsplattform der Metropole.
Hongkong Trail: Der 50 Kilometer lange Wanderweg gibt kontrastreiche Ausblicke frei – auf Hochhaustürme, üppige Wälder und kleine Buchten. Er muss nicht vollständig bezwungen werden: Eine beliebte Strecke ist die mehrstündige Tour auf den Dragon’s Back, die an einem Strand endet. Zurück geht’s bequem mit dem Bus.
Hongkong Tram: Die mehr als Hundert Jahre alten, teilweise zweistöckigen Straßenbahnen sind eine günstige Möglichkeit, bequem das Geschehen in der Stadt zu beobachten. Wer Glück hat, findet einen aussichtsreichen Sitzplatz im oberen Stock.

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