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Jetzt aber Fjord

Ab in den Norden, wo man noch echte Abenteuer erleben kann.

Home » Inspiration » Reise und Reisetipps » Jetzt aberFjord - 05.2016

Fische fangen. Fische braten. Fische essen. Und noch ein paar Abenteuer. In Norwegen strandet man unter Freunden. An Fjorden und Seen. Und damit mitten in der Unbekümmertheit.

Vorbereitung

Erste Informationen rund um Norwegen.
Norwegenservice
visitnorway
Norwegen der Länge nach. Das Land und die Leute kennenlerenen.
Ein Jahr in Norwegen. Julia Fellinger schildert Eindrücke.
Gebrauchsanweisung für Norwegen. Wie man Norwegen richtig erlebt.

Eine Männerpartie, ein Abenteuer. Männer, die kräftig paddeln und jeden Tag aufs Neue stranden. Die ihre Zelte aufschlagen, selbst gefangenen Fisch grillen und in der Früh nackt ins Wasser springen. Es ist ja sonst niemand da. Und die, die da sind, kennen einen sowieso durch und durch. Die Sonne ist nicht zu heiß, das Wasser nicht zu kalt. Kanus, Fische, Bier, Lagerfeuer, mit den Wölfen heulen. Das klingt alles nach einem guten Plan. Nach Freiheit. Nach einem Ausbruch aus gewohnten Bahnen. Umsetzen lässt sich der Plan im Norden Europas.

Landschaft mit See in Norwegen

Stille. Norwegens Landschaften sind weit und wild.

Norwegen hat für solche Abenteuer jede Menge Ecken parat, in denen man gemütlich Tage und natürlich auch Wochen verbringen kann. Ohne Hast und Eile. Wo man die Matratze gegen einen Schlafsack tauscht. Wo man erfährt, dass es außer harten Bürostühlen auch noch harte Kanubänke gibt. Der Unterschied ist klar: der Ausblick. Da erlebt man eine Zeit des Forschens und der Unbekümmertheit. Da macht man ein Lagerfeuer. Kein Problem, solange es trocken ist. Doch bei Wind und Wetter und nass gewordenen Streichhölzern ist das dann doch eine Herausforderung. Da braucht man Sportsgeist. Und Durchhaltevermögen. Da lernt man etwas über sich. Dann kommt der Hunger. Und man sammelt ein paar Moltebeeren. Man teilt sie gerecht auf. Oder verschlingt sie sofort. Auch da lernt man etwas über sich. Die Zeit, die es braucht, bis ein Fisch anbeißt – Dorsch, Lumb, Leng und wie sie alle heißen –, überbrückt man mit Anglerlatein. Oder versucht, in den vorüberziehenden Wolken etwas zu erkennen. Und wieder lernt man etwas über sich. Die Zivilisation hinter sich lassen. Das ist eine gute Idee für einen Urlaub mit Freunden. Nun muss man nur noch den richtigen Ort dafür finden. Bei 100.000 Seen und unzähligen Fjorden ist das gar nicht so einfach.

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Schönheit. Die Landschaft, ein Kunstwerk.

Mit allen Wassern gewaschen

Am Isteren-See in Mittelnorwegen ist es nicht so schwer, sich über Wasser zu halten. Er ist ein ruhiger Zeitgenosse, der einen gerne zum Bleiben einlädt. Und so eine Einladung sollte man nicht ausschlagen. Denn seine Küste ist mit vielen kleinen Buchten gesäumt, von denen die meisten mit weißen Sandstränden verziert sind. Das ist genauso kitschig und wunderbar, wie es klingt. Mitten in Norwegen liegt ein Hauch von Südsee in der Luft. Dazu seichtes, warmes Wasser. Bären lassen sich hier übrigens nicht blicken.

Der Isteren-See ist ein kleiner, etwa 18 Kilometer langer See.

Für Sportsgeister ist er in zwei Tagen abgegrast. Viel schöner ist es jedoch, wenn man sich Zeit lässt, nichts überstürzt, einen Sandstrand nach dem anderen abklappert, hier und da hängen bleibt, einen Seitenarm entlangpaddelt oder einen Gipfel erklimmt. Die Hügellandschaft rundherum erinnert ein bisschen an Kanada. Und wer mit allen Wassern gewaschen ist, macht einen Abstecher zum größeren, wilderen Bruder des Isteren-Sees: dem Femund. Der liegt gleich nebenan, mitten im Femundsmarka-Nationalpark, der zu einer der reizvollsten Paddelregionen Skandinaviens zählt, verspricht das Tourismusbüro. Und so ist es auch. Nur dass es am Femund-See rauer zugeht. Obwohl der Femund eine lange Uferkante und viele Buchten hat, gibt es wenig wirklich gut geeignete Plätze, um seine Zelte aufzuschlagen. Und auch Wind und Wetter werden hier zum Lehrmeister. Ein Abenteuer für Geübte: Schnell zeigen sich kleine, kabbelige Wellen an der Wasseroberfläche, die man gekonnt meistern sollte. Im Notfall gibt es aber genug Rettungsanker in Form von Inseln, die einen gerne aufnehmen.

Wanderer in Norwegen

Erkundet. Die wilde Natur Norwegens ist eigentlich ganz zahm: Sie lässt sich von jedem erobern.

Alle sitzen in einem Boot

Geschlossener Kajak oder offener Kanadier, welches Boot ist das richtige? Die Antwort fällt leicht. Hat man viel Gepäck dabei, will man gemütlich ein- und aussteigen, ohne eine Grätsche vorwärts zu machen, und braucht man Bewegungsfreiheit beim Paddeln, dann eignet sich ein Kanu besser als ein Kajak, um von Bucht zu Bucht zu schippern. Um sich treiben zu lassen. Die Angel auszuwerfen. Ein Jausenbrot zu verspeisen, während das Boot vor sich hinschaukelt. Um die Füße ins Wasser baumeln zu lassen. Und um mit Leichtigkeit ins Boot zu steigen, nachdem man eine Runde geschwommen ist. Sich über Wasser zu halten ist im Kanadier einfach bequemer.

See in Norwegen. Kanu, in dem ein Mann sitzt.

Zahm. In Norwegen ist der Ausdruck stilles Wasser wörtlich zu nehmen.

Am besten im Femund Canoe Camp vorher schon reservieren. Dort bekommt man auch die Lizenz zum Fischen. Kann nicht schaden, wenn man seine Vorräte mit frischem Fisch aufstocken möchte und den anderen zeigen will, was man für ein toller Hecht ist. Außerdem schmeckt nichts besser als ein selbst gefangener Fisch, über dem Lagerfeuer gegrillt und mit den Fingern verspeist. Wohin auch immer es einen verschlägt, in Norwegen darf man bleiben, wo der Pfeffer wächst. Und das ist freundschaftlich gemeint. Denn hier gilt das „Allemannsrett“, wörtlich übersetzt das „Jedermannsrecht“. Das ist wie eine Freikarte, sich in der Wildnis zu bewegen, überall sein Zelt aufzustellen, wandern zu gehen und die Natur zu genießen. Solange das Land „utmark“, also unkultiviert ist. Dieses Gesetz macht es einem leicht, Norwegen ganz nach Lust und Laune zu erobern. Welch ein Abenteuer!

Survival-Guides

Tipps fürs Feuer-bauen. Plus: Eine Camping Checkliste:Weiterlesen

Tipp: Feuer machen

So gelingt es: Feuer so aufbauen, dass sich die erste Glut von sehr feinem Material zu immer massiverem hinarbeiten kann. Zum Anfeuern eignen sich Distelsamen, trockener Farn, trockene Gräser und Birkenrinde. Als leicht brennbares Holz ist trockener Fichtenreisig ideal. Wenn der brennt, können fingerdicke Äste nachgelegt werden. Dann zu immer dickerem Holz übergehen. Achtung: In Norwegen ist Feuermachen nicht überall erlaubt.

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