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Haben Ihre Reisen einen Sinn?

Wohltätiges Reisen rund um die Welt.

Home » Inspiration » Reise und Reisetipps » Haben Ihre Reiseneinen Sinn? - 07.2016

Urlaub tut gut. Und zwar uns selber. Daran ist auch nichts auszusetzen. Aber Urlaub zu machen kann auch noch anderen guttun. Kindern unter der philippinischen Sonne. Bedürftigen in England. Oder Farmern in Neuseeland. Die Kraft, die man dabei tankt, hat mehr als vier Sterne.

Queenstown, Neuseeland, 8 Uhr morgens Ortszeit. Der Wecker klingelt am anderen Ende der Welt. Es ist Zeit, an die Arbeit zu gehen. Garten umjäten und den Haushalt der Gastfamilie auf Vordermann bringen. Dafür ist das Wohnen gratis. Zum Glück ist die Freundin dabei und man kommt doppelt so schnell voran. Zu Mittag ist alles erledigt. Der Rest des Tages ist frei, um die Umgebung zu entdecken. Und dafür eignet sich das Land der Kiwis ausgezeichnet.

Manila, Philippinen, 12 Uhr mittags Ortszeit. Nach drei Stunden Bahnfahrt ist man in der Hauptstadt angekommen. An imposanten Wolkenkratzern und unzähligen Shoppingcentern vorbei geht es zur Schule. Dort warten die Kinder auf ihren Englischunterricht. Begeistert hören sie der neuen Lehrerin zu. Schulbildung ist in dem Land keine Selbstverständlichkeit.

Berkshire, England, 5 Uhr nachmittags Ortszeit. In Ravenswood Village macht man gerade Abendessen. Zehn Volunteers helfen den Erwachsenen dabei. Es sind Erwachsene mit Lernbehinderung. 35 Stunden pro Woche greifen die jungen Helfer den Bedürftigen unter die Arme und beschäftigen sie. Dafür werden sie an den freien Tagen belohnt. Es gibt zahlreiche Ausflüge und Zeit, andere Kulturen kennenzulernen.

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Animation. Im Urlaub kann man Action auch ganz anders sehen. Es gibt eben viele Arten, jemanden zu beschäftigen.

Wie und Warum

So kann es aussehen, wenn man an den schönsten Orten der Welt anderen Menschen hilft. Hier trifft Reisen auf soziales Engagement. In aller Erfreulichkeit gesagt: neue Länder entdecken und dabei sich und anderen etwas Gutes tun. Nichts gegen Viersternehotel-und-Strand-Urlaube. Aber es gibt immer mehr Menschen, die Ferien anders sehen. Die die Lebensverhältnisse in einem fremden Land wirklich mitbekommen wollen. Man trifft Einheimische, kann die Sprachkenntnisse vertiefen und lernt die Kultur kennen. Die Menschen rücken enger zusammen. Werden eine große Gemeinschaft, in der man sich gegenseitig anerkennt und unterstützt. Und das nicht nur an den einzelnen Orten, sondern weltweit.
Denn hier überschneiden sich die Wege vieler Individuen. So kann es sein, dass in einem kleinen, abgelegenen englischen Dörfchen Koreaner, Spanier, Kolumbianer und Österreicher gemeinsame Sache machen. Sie helfen einheimischen Bedürftigen, den Alltag zu meistern. Sie kochen, lernen und spielen mit ihnen. Machen Ausflüge. Die Arbeit ist nicht einfach, doch man bekommt es von den Leuten zurück. Doppelt und dreifach. Eine unglaubliche Dankbarkeit und Freude geht von den Bedürftigen aus.

Und wieder daheim merkt man, dass einem die Zeit im Ausland mehr Kraft geschenkt hat als eine Woche am Strand. Gleichzeitig sieht man die Welt aus einem neuen Blickwinkel. Offener und mit mehr Möglichkeiten. Man lernt sich selber kennen. Entdeckt ungeahnte Fähigkeiten. Setzt sich neue Ziele. Geht an das Leben neu heran.

Mit Wem und Wohin

Organisationen gibt es viele, die eine solche Chance anbieten. Sie vermitteln zwischen den ortsansässigen Einrichtungen und den einzelnen Personen. Stellen den Kontakt her, fördern den Aufenthalt oder unterstützen bei der Planung. Denn eine passende Stelle zu finden braucht Zeit und Geduld. Die einen sind europaweit tätig, die anderen weltweit. Bei den einen arbeitet man freiwillig, bei anderen wird man bezahlt. Bei den einen kann man herumreisen, bei den anderen wohnt man in einem Gemeinschaftshaus. Viele sind auch nur für junge Erwachsene, die am Anfang ihres Lebens stehen. Aber eines bieten sie alle: unbezahlbare Erfahrungen.

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Erfahrung. Im Ausland warten unbezahlbare Erfahrungen auf junge Menschen.

Help Exchange (HelpX) ist ein leichter Weg, Arbeit und Reisen zu verbinden. Wer möglichst viele Ecken eines Landes entdecken will, ist hier genau richtig. Das Profil auf der Homepage ist einfach erstellt. Wenn man sich 20 Euro für ein Jahr leistet, hat man Zugang zur gesamten Datenbank. Damit ist es möglich, mit Familien auf der ganzen Welt in Kontakt zu treten. Von Europa über Australien und Neuseeland bis nach Kanada.

Die Gastfamilien bieten gratis Unterkunft und im Gegenzug hilft man im Haushalt oder auf der Farm mit.

Das können einfache Tätigkeiten sein. Kochen, Putzen, Gartenarbeit. Oder auch Pferde ausreiten und exotische Tiere versorgen. Das ist dann von Farm zu Farm verschieden. Man tourt durch die Weiten des Landes und findet bei den Familien die nötige Unterkunft. Man sammelt Einblicke in andere Lebensweisen, verbessert die Sprachkenntnisse und entwickelt sich persönlich weiter. Natürlich kostet es Überwindung, zu einer vollkommen fremden Familie zu kommen, aber nach der Kennenlernphase ist die Scheu schnell überwunden. Man muss ganz einfach offen an die Sache herangehen. Die Belohnung sind Erfahrungen fürs Leben.

Was und wofür?  Weiterlesen

SinnVoll reisen

Der Europäische Freiwilligendienst (EFD) ist ein von der EU gefördertes Auslandsprogramm für Menschen zwischen 18 und 30 Jahren. Es greift ihnen bei den ersten Schritten unter die Arme, vermittelt zwischen ihnen und den europaweiten Hilfsorganisationen. Auf der Homepage findet man eine lange Liste an Einrichtungen, bei denen man sich bewerben kann. Unterstützung bei der Planung bietet etwa Akzente Salzburg. Zwischen sechs und zwölf Monaten kann der Auslandsaufenthalt dauern.

Dabei sorgt der EFD für Unterkunft, Verpflegung, Versicherung, Taschengeld und steuert einen Teil zu den Reisekosten bei.

Gemeinsam. Anderen helfen heißt auch sich selber helfen.

Schenken. Jemandem Zeit zu schenken ist oft wertvoller als allen andere.

Zusätzlich gibt es Mentoren vor Ort und Trainings. Denn die Arbeit mit Bedürftigen ist nicht immer einfach. Man braucht Geduld, Flexibilität und Offenheit. Der Vorteil dieser Art zu reisen ist die Gemeinschaft. Man wohnt in einem großen Haus mit den anderen Freiwilligen zusammen. Aus der ganzen Welt treffen hier die Menschen aufeinander.

Neue Kulturen Tür an Tür: Internationale Bekanntschaften auf dem Flur. In einem fremden Land findet man nicht immer so leicht Anschluss. In der Gruppe lässt sich das Land auch besser entdecken. Und mit dem Taschengeld, das man bekommt, sind die Abenteuer nicht weit weg.

Wieso und Weg

AIESEC ist mit 70.000 aktiven Mitgliedern wohl eine der größten Plattformen für internationale Projekte. Dabei will man junge Menschen in ihrer Entwicklung unterstützen. Ein wichtiger Faktor dabei: die Welt kennenlernen. Wenn junge Menschen die Welt sehen und verstehen, können sie sie auch mitgestalten. So blühen die Führungskräfte von morgen auf. Und während man sich seiner selbst und der persönlichen Ziele bewusst wird, leistet man einen positiven, sozialen Beitrag für andere Menschen. Die Non-Profit-Organisation ist in 126 Ländern tätig und besteht aus Studenten und Absolventen von 2.400 Universitäten. Der Zugang ist allerdings nicht gratis. 200 Euro kostet allein die Mitgliedschaft, damit man an den Projekten teilnehmen kann. Man muss also zahlen, um Gutes zu tun. Was manche vielleicht abschreckt.

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Gemeinsam. Anderen helfen heißt auch sich selber helfen.

Dafür reist man in Länder, die man sonst nicht besucht hätte. Lernt Menschen kennen, auf die man so nicht getroffen wäre. Und kommt an Orte, die man anders nicht gesehen hätte. Die Slums der Philippinen etwa. Das Dritte-Welt-Land zu erleben und nicht nur in der Zeitung davon zu lesen – das macht einen großen Unterschied. Gewährt einen Blick hinter die Kulissen, abseits von den Touristenpfaden. Da wo die Kinder im Müll spielen. Eine Familie auf zehn Quadratmetern haust. Dort sieht man die Welt von einer anderen Seite. Merkt, was es heißt, nicht in Europa zu leben. Ist in direktem Kontakt zu den Einheimischen und erlebt die Lebensumstände am eigenen Leib. Lernt das eigene Leben wieder richtig schätzen. Erfahrungen, die man als normaler Tourist nicht gemacht hätte. So etwas erlebt man nicht am Hotelstrand. Dafür muss man tiefer in das Land vordringen. Sich mit den Bewohnern und der Kultur auseinandersetzen. Für den Mehraufwand gibt es die Organisationen. Und man bekommt alles vielfach zurück. Ob das die dankbaren Augen des beeinträchtigten Mannes sind. Oder die Sagen der australischen Ureinwohner. Oder das strahlende Lächeln eines philippinischen Mädchens, das zum ersten Mal in die Schule gehen darf. Und damit gewappnet für die Zukunft ist.

Urlaub ist ein Ausflug aus dem Alltag. Reisen sind Wege ins Neuland. Soziales Reisen ist ein Stück Leben woanders. Man ist nicht Tourist. Man lebt mit und hilft anderen.

Die Organisationen im Überblick

  • WWOOF (World-Wide Opportunities on Organic Farns): Das bedeutet die Organisation bietet weltweite Möglichkeiten auf Biobauernhöfen zu arbeiten. Sie will damit naturverbundene Menschen zusammenführen. Die Idee basiert auf einem geldlosen Austausch. Selber bietet man seine Arbeitskraft an und bekommt dafür eine Unterkunft zur Verfügung gestellt. Dazu wird man voll in den Alltag des Hofes eingebunden. WWOOFer findet man auf der ganzen Welt. Von Österreich über Amerika bis nach Neuseeland. Es braucht nur eine nachhaltige Farm und interessierte Natur-Freunde.
  • TravelWorks: Stehen für Reisen mit Sinn. Denn der Organisation ist es wichtig, dass Menschen über die Mauern des vier Sterne Hotels blicken. In das Geschehen eines Landes eintauchen. Und so ein interkulturelles Verständnis der Welt bekommen. TravelWorks gehört zum Verband WYSET (World Youth Student & Educational Travel) und schicken Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in die große, weite Welt. Dabei wird jedes Team von einem kompetenten Berater begleitet. Von der Idee bis zum Einkleben der Fotos.
Voluntariat. Auch 17-jährige bekommen die Chance, mit TravelWorks als Voluntär die Welt zu entdecken.

Voluntariat. Auch 17-jährige bekommen die Chance, mit TravelWorks als Voluntär die Welt zu entdecken.

  • AIESEC ist mit 70.000 aktiven Mitgliedern wohl eine der größten Plattformen für internationale Projekte.
  • Nach der Registrierung bei Help Exchange (HelpX) hat man Zugang zur gesamten Datenbank. Damit ist es möglich, mit Familien auf der ganzen Welt in Kontakt zu treten.
  • Der Europäische Freiwilligendienst (EFD) ist ein von der EU gefördertes Auslandsprogramm für Menschen zwischen 18 und 30 Jahren. Es greift ihnen bei den ersten Schritten unter die Arme, vermittelt zwischen ihnen und den europaweiten Hilfsorganisationen.
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Katharina Bertsch. Sie war mit im Zuge des EFD ein Jahr in Rumänien in einem Kinderheim.

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