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Grünes Paradies Costa Rica

Wir reisen nach Costa Rica. Und entdecken exotische Pflanzen und wilde Tiere.

Home » Inspiration » Grünes ParadiesCosta Rica - 03.2016

Klein, aber oho. Das kann man von Costa Rica durchaus behaupten. Der kleine Staat in Zentralamerika ist eines der artenreichsten Länder der Welt. Dank Quer- und Vordenkern hat es sich zum nachhaltigen Ökoparadies gemausert. Und einfach zu bereisen und sicher ist Costa Rica auch noch.

Teamwork

„Nichts in der Natur ist gratis“, erklärt Tourguide Elia, der uns seit zwei Stunden durch den Nebelwald von Santa Elena führt. Und uns ein Beispiel für Symbiose zeigt: Eine Made sitzt auf einer Pflanze, ein Kolibri fliegt vorbei und nimmt sie mit. Für das Taxi bezahlt die Made, indem sie den Schnabel des Vogels reinigt. Ohne Tourguide wären wir an diesem Naturschauspiel vorbeigelaufen. Für Unerfahrene ist der Wald ein einziges Dickicht aus Grün in allen Schattierungen, überdimensionalen Blättern, Farnen und so winzigen Orchideen, dass man sie fast übersieht.

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Sehenswert. Costa Ricas Schönheit kann man kaum festhalten.

Costa Rica liegt eingebettet zwischen Pazifik und Atlantik. Die mystischen Nebelschwaden in den hoch gelegenen Wäldern entstehen aus den Wolken über den beiden Weltmeeren. Die Äste der höchsten Bäume fangen den Nebel ab, von dort tropft er hinunter und versorgt den Rest des Waldes mit Feuchtigkeit. Daraus entsteht ein einzigartiges Ökosystem, in dem 2.500 Pflanzen- und mehr als 400 Orchideenarten gedeihen. Das Bild prägen vor allem mit Moos und Farn bewachsene Baumstämme und Äste. „Auf einem Baum wachsen bis zu 2.000 Aufsitzerpflanzen, einige ernähren sich ausschließlich vom Nebel“, erklärt Elia. Manche bilden mit der Zeit eigene Wurzeln, die dann von den Ästen bis zum Boden baumeln.

Vielfältig

Wer exotische Pflanzen und wilde Tiere in ihrer natürlichen Umgebung betrachten will, ist in Costa Rica goldrichtig. Das Land gehört zu den 20 artenreichsten der Welt. Auch deshalb, weil Flora und Fauna überdurchschnittlich gut erforscht sind. Mit mehr als 500.000 Tier- und Pflanzenarten beheimatet der kleine Staat rund fünf Prozent der Biodiversität der Welt. Zum Vergleich: In Österreich leben knapp 70.000 Tier- und Pflanzenarten. Die Vielfalt kommt auch daher, dass Costa Rica die Kontinente Nord- und Südamerika wie eine Brücke miteinander verbindet. Neben Nebelwäldern beherrschen Regen- und Trockenwälder, Flüsse, Wasserfälle, Vulkane, Mangroven und von Kokospalmen umsäumte Strände das Landschaftsbild. Schon auf einer kurzen Busfahrt ändert sich die Vegetation drastisch und man glaubt, ein völlig anderes Land betreten zu haben.

Costa Rica. Sonnenstrahlen brechen durch den Urwald von Costa Rica.

Paradiesisch. Atemberaubende Strände und artenreiche Wälder. Da kann man nur staunen.

Atemberaubend

Wir recken erneut die Köpfe hinauf in tropische Baumwipfel. Diesmal 300 Kilometer weiter südlich, im Esquinas-Regenwald. Still und leise bewegen wir uns fort und warten auf die Anweisungen von Ely, unserem neuen Tourguide. Er lauscht dem auffälligen Ruf des Tukans. Dann stellt er das Teleskop auf, richtet es ein und lässt uns durchblicken: Der schwarze Vogel mit der gelben Brust und dem großen Schnabel ist so nah, man könnte meinen, dass er direkt vor der Linse sitzt. Auch hellrote Aras, bunte Kolibris und viele andere Vögel in farbenprächtigen Federkleidern lassen sich in Costa Rica gut beobachten. Am Weg zeigt Ely auf runde Palmblätter, die eingeknickt von ihrem Stamm hängen. Die Fledermäuse bauen sie zu einem Dach um und nutzen sie als Unterkünfte. Und noch eine andere Pflanze versetzt uns in Staunen: Die Korbpalme erzeugt ihren Dünger selber. Und zwar aus herabfallenden Blättern, die sie auffängt.

Klimaneutral

Die Regierung Costa Ricas hat schon früh eine regionale Vorreiterrolle in Sachen Umweltschutz eingenommen. Ein Viertel des Landes steht heute unter Naturschutz, das Fällen von Bäumen ist streng reglementiert. Zwei Drittel der Energie werden aus Wasserkraft erzeugt, bis 2021 will Costa Rica klimaneutral sein.

„Willkommen im glücklichsten Land der Welt, wo wir auf den Frieden und die Bildung setzen, auf die Demokratie und die Nachhaltigkeit“, so steht’s auf der Webseite des Tourismusamtes, das ein Zertifikat an nachhaltige Betriebe und Hotels vergibt.

Auch beim Sozialwesen nimmt Costa Rica eine Sonderstellung ein: In den Fünfzigern schuf die Regierung die Armee ab und steckte das Geld in den Aufbau eines Sozialsystems. Die stabile politische Situation und der gute Lebensstandard der Bevölkerung sorgen für Sicherheit und machen
das Land einfach bereisbar.

Schweißtreibend

Ortswechsel. Die Propellermaschine knattert über den Regenwald Corcovado, einen der berühmtesten und abgelegensten Nationalparks in Costa Rica. Wir landen auf der holprigen, von Spurrinnen zerfurchten Graspiste. Kurz darauf lauschen wir den Rufen der Brüllaffen, die so kommunizieren und ihr Revier abgrenzen. An anderer Stelle döst ein Tapir im Schlamm und immer wieder sehen wir Nasenbären. Nachts liegen wir unter einem Moskitonetz auf der einfachen Holzplattform der Rangerstation. Am Morgen wandern wir die Küste entlang aus dem Nationalpark hinaus. Während der acht Stunden bleibt wenig Zeit, um Ausschau nach Tieren zu halten. Wir beeilen uns, um nicht von der Flut weggespült zu werden. Aber Affen, Nasenbären und Vögel kreuzen sowieso ständig unseren Weg. Kurz vor dem Ziel entdecken wir ein Faultier, das sich an einem Ast festkrallt.

Artenreich.Tukane, Aras, Faultiere, Orchideen und Bäume, die so hoch sind, dass sie den Nebel auffangen: In Costa Rica zeigt sich die Natur von ihrer schönsten Seite.

Artenreich. Tukane, Aras, Faultiere, Orchideen und Bäume, die so hoch sind, dass sie den Nebel auffangen: In Costa Rica zeigt sich die Natur von ihrer schönsten Seite.

Als Reisender erlebt man die Ticos, wie sich die in Costa Rica lebenden Nachfahren der spanischen Entdecker nennen, als freundlich und hilfsbereit. Sie gelten als eines der glücklichsten Völker der Erde. Kein Wunder: Sie leben in einer atemberaubenden Umgebung, in Frieden und – verglichen mit dem Rest der Region – in relativem Wohlstand. Die positive Lebenseinstellung der Menschen lässt sich in zwei Worten zusammenfassen: pura vida. Aus dem Spanischen übersetzt bedeutet das so viel wie „das reine Leben“. Man hört es einfach überall: beim Grüßen auf der Straße, beim Einkaufen im Supermarkt, beim Wandern im Regenwald. Es ersetzt Formeln wie „Hallo“, „Danke“ und „Hab ich gern gemacht“. Und manchmal soll es einfach nur ausdrücken: „Das Leben ist schön, lass es uns genießen!“

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