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Rücken – Probleme

... und wie man sie löst.

Home » Leben » Gesundheit » Rücken –Probleme - 11.2015

Teil 2: Der Rücken bei Stress, im Alltag, im Auto und beim Sport

Viele Rückenpatienten leiden unter Stress, Ängsten oder depressiven Verstimmungen. Der Körper reagiert auf diesen Stress mit Abwehrreflexen – wie Rückenschmerzen.

Die Fakten: Physiotherapeutin und Rückgrat-Expertin Agnes Landkammer erklärt: „Bei Stress zieht man unwillkürlich die Schultern hoch und spannt die Muskeln an, insbesondere im Nacken- und Schulterbereich. Dadurch verengen sich die Blutgefäße, die Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff nimmt ab. Was folgt, sind Warnsignale in Form von Schmerzen.“

Das kann man tun: Um akute Verspannungen loszuwerden, sollte man zwischendurch buchstäblich auf ihnen herumtrampeln. Konkret funktioniert das so: ein Sofakissen auf den Boden legen, Schuhe ausziehen und auf dem Kissen auf- und abtreten. Nach nicht einmal einer Minute fallen die Schultern nach unten, die verkrampften Muskeln lockern sich. Dauerhaft lässt sich Stress mithilfe von Yoga, Tai-Chi, Meditation, autogenem Training oder auch Feldenkrais ausbremsen. Sinn der Übungen ist es, den Muskeltonus zu senken und den Körper gezielter wahrzunehmen. Beim Stressabbau helfen auch Sport, etwa Schwimmen, entspannende Hobbys und enge Bindungen zu Familie und Freunden.

Dauerhaft. Rückenschmerzen lassen sich mit Hilfe von Yoga, Tai-Chi, Meditation, autogenem Training oder auch Feldenkrais ausbremsen.

Dauerhaft. Rückenschmerzen lassen sich mit Hilfe von Yoga, Tai-Chi, Meditation, autogenem Training oder auch Feldenkrais ausbremsen.

Den Alltag im Rücken

Die Fakten: Egal ob wir Getränkekisten schleppen, das Kind auf dem Arm haben oder Wäsche aufhängen – die Wirbelsäule ist immer im Einsatz. In neun von zehn Fällen trifft uns ein Hexenschuss beim Bücken oder Heben: „Bauch- und Rückenmuskeln sind oft zu schwach oder zu wenig flexibel, um der abrupten Bewegung zu folgen. In der Kälte steigt das Risiko für eine schmerzhafte Verhärtung im Lendenwirbelbereich“, so Landkammer. Auch schweres und schweres seitliches Tragen kann den Halteapparat überfordern. Der Oberkörper weicht der Last aus, die Wirbelsäule biegt sich zur Seite.

Einsatz. Egal ob wir Getränkekisten schleppen, das Kind auf dem Arm haben oder Wäsche aufhängen – die Wirbelsäule ist immer im Einsatz.

Das kann man tun: die Haltung laufend beobachten und korrigieren. Statt sich in der Früh beim Zähneputzen mit Rundrücken über das Waschbecken zu beugen, geht man breitbeinig in die Knie und streckt den Hintern raus – das strafft den Rücken von selbst. Um schwere Lasten zu heben, sollte man sich bücken und nicht buckeln. Also wie ein Gewichtheber in die Knie gehen und die Last mit geradem Rücken und den Beinmuskeln nach oben drücken.

Agnes Landkammer, Physiotherapeutin

„Gezielte Stärkung der Rückenmuskeln durch korrektes Schwimmen, gezieltes Krafttraining oder Pilates kann nicht schaden.“

Der Rücken im Auto

Die Fakten: Wer beruflich viele Kilometer abspult, hat ein höheres Rückenschmerz-Risiko. Die Konzentration auf den Verkehr erhöht die Muskelspannung. Und der unteren Körperhälfte fehlt der Halt, weil die Beine mit Gas und Bremse beschäftigt sind. Die Folge: „Schmerzhafte Verspannungen der Stützmuskulatur im Lendenbereich und des Nacken-Schulter-Gürtels.“

Ideallinie. Die Sitzfläche endet im Idealfall etwa drei Fingerbreit vor der Kniekehle.

Das kann man tun: Die Neigung des Fahrersitzes so einstellen, dass die Oberschenkel locker aufliegen. Die Sitzfläche endet im Idealfall etwa drei Fingerbreit vor der Kniekehle. Die Lordosestütze, ein Extrapolster für die Lendenwirbelsäule, fühlt sich zwar zunächst gut an; tatsächlich hält sie aber den Rücken in einer bestimmten Position und schränkt die Beweglichkeit ein. Landkammer: „Das ist wie ein Korsett. Je weniger aber der Rücken bewegt wird, desto schlechter. Eine starre Haltung führt zu einer ungenügenden Versorgung des Rückens und unweigerlich zu Verspannungen und Schmerzen.“ Ihr Tipp: „Sich während der Fahrt räkeln und mindestens alle zwei Stunden anhalten, um sich zu strecken, zu recken und zu dehnen.“

Der Rücken beim Sport

Die Fakten: Bewegung ist meist das Erste, was der Arzt bei Rückenproblemen empfiehlt. Doch nicht jede Sportart ist rückengesund. Es kommt nicht darauf an, was man tut, sondern wie. „Beispiel Schwimmen: Mit der richtigen Technik stärkt jeder Stil – Kraulstil, Brust- oder Rückenschwimmen – das Rückgrat und entlastet die Gelenke. Auch beim Yoga hängt sehr viel davon ab, ob man seine Grenzen erkennt und nicht nach Perfektionismus strebt.“ Auch korrektes Krafttraining kann die meisten Muskelpartien wunderbar stärken und beugt gleichzeitig Osteoporose vor.

Rückengesund. Mit der richtigen Technik stärkt jeder Schwimmstil das Rückgrat und entlastet die Gelenke.

Das kann man tun: „Wer bereits Beeinträchtigungen des Bewegungsapparats hat, sollte sich sportmedizinisch beraten lassen“, rät die Physiotherapeutin. „Wichtig ist, auf die eigenen Reaktionen zu achten. Spürt man Unbehagen oder Schmerzen, hat man sich zu viel zugemutet, die Technik noch nicht richtig intus oder die falsche Sportart gewählt.“ Eher abzuraten ist von schnellen Ballsportarten: Hier werden die Bandscheiben durch Sprints und Stopps sehr gefordert. Ebenso sind ruckartige Bewegungen, Stöße und Erschütterungen nicht gerade rückenfreundlich.

Tipp:

Rückenschmerzen bedeuten nicht immer, dass nur der Rücken schmerzt. Rückenschmerzen haben oft auch psychische Ursachen.

Lesen Sie mehr zum Thema:

Teil 1: Der Rücken am Schreibtisch und im Bett
Teil 2: Der Rücken bei Stress, im Alltag, im Auto und beim Sport
Teil 3: Erste Hilfe bei Rückenschmerzen
Teil 4: Im Gespräch mit Brigitte Klaghammer – einer von 26 dm Gesundheitsbotschaftern

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