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Das Kreuz mit dem Kreuz

Aufstehen, arbeiten, schlafen: So schont und stärkt man den Rücken im Alltag.

Home » Leben » Gesundheit » Das Kreuzmit dem Kreuz - 11.2015

Teil 1: Der Rücken am Schreibtisch und im Bett

Egal ob 30 oder 50: Fast jeder hat’s einmal im Kreuz. Aber die Säule, die den Körper hält, muss nicht immer Wirbel machen. Man muss ihr nur Rückendeckung geben.

Oft ist es nicht einmal eine Sache von Sekunden. Eine falsche Bewegung macht einen zur Statue. Eingefroren wie im Film. Ein stechender Schmerz schießt durch den unteren Rücken, der Gedanke Bandscheibenvorfall durchs Gehirn. Dabei ist es nur ein Hexenschuss. Nur?

Richtig Vorbeugen

Was einem die Hexen durch den Rücken schießen, geht schnell wieder vorbei. „Kümmert man sich ab sofort gut um seinen Rücken, kommt er auch so schnell nicht wieder“, sagt die Physiotherapeutin Agnes Landkammer. Die Rückgrat-Expertin kennt die täglichen Schmerzfallen für die Wirbelsäule. Und wie man ihnen am besten zuvorkommt. „Die meisten Rückenschmerzen sind muskelbedingt“, sagt Landkammer. Eine gute Nachricht: Gegen Muskelschwäche lässt sich ebenso effektiv vorgehen wie gegen Haltungsfehler, die sich mit der Zeit eingeschlichen haben.

Stärken. Die meisten Rückenschmerzen sind muskelbedingt.

Stärken. Die meisten Rückenschmerzen sind muskelbedingt. Dagegen lässt sich effektiv vorgehen.

Arbeit am Buckel

Die Fakten: Nicht weniger als 80.000 Stunden sitzt ein Büromensch in seinem Arbeitsleben am Schreibtisch. „Schwerstarbeit für den Rücken“, so die Physiotherapeutin. „Das viele Sitzen lässt die Rückenmuskeln verkümmern, die die Wirbel zusammenhalten und stabilisieren.“ Einer der Hauptgründe für Rückenprobleme bei sitzenden Tätigkeiten. „Die Wirbelsäule eignet sich zum Stehen, Laufen und Liegen, für stundenlanges Sitzen ist sie nicht gebaut. Auch wenn der Arbeitsplatz ergonomisch eingerichtet, der Monitor optimal platziert und der neue Bürosessel absolut bequem ist, können Rückenprobleme auftreten.“

Sitzen lernen

Das kann man tun: Am besten sitzt man so im Sessel, wie es die Wirbelsäule vorgibt: „Keinen bequemen Rundrücken machen und die ganze Sitzfläche und die Lehne ausnützen, damit der Rücken immer abgestützt wird.“ Viele sitzen nur auf dem vorderen Teil der Sitzfläche. Dabei ist die Rückenlehne sehr wichtig, damit man verschiedene Sitzpositionen einnehmen kann und so dynamisch bleibt: „Wirklich rückenschonend sitzen wir, wenn wir dabei die richtige Haltung einnehmen und uns zusätzlich auf und mit dem Stuhl bewegen“, erklärt Landkammer. „Je mehr man sich bewegt, desto besser für die Wirbelsäule.“ Daher: Zum Telefonieren zwischendurch aufstehen, Fragen mit dem Kollegen im Nebenzimmer persönlich und nicht übers Telefon klären. Und nicht die Beine übereinanderschlagen. „Diese Haltung fördert einen erhöhten Druck auf den Ischiasnerv beziehungsweise den Beckenbereich und eine schlechte Blutzirkulation.“ Auch das Kreuzen der Füße unter der Sitzfläche ist nicht optimal: „So kann es zu einem Blutstau in den Kniekehlen kommen.“

Dynamisch. Die Rückenlehne ist sehr wichtig, damit man verschiedene Sitzpositionen einnehmen kann und so seinen Rücken entlastet.

Das Kreuz im Bett

Die Fakten: „Da sich die Körperhaltung beim Schlafen nicht kontrollieren lässt, entscheidet vor allem die Unterlage, wie gesund der Rücken bleibt“, erklärt die Physiotherapeutin. Auf zu harten Matratzen verspannt sich die Muskulatur leichter, bei Seitenlage wird die Wirbelsäule insbesondere im Schulterbereich geknickt. Ein zu weiches Bett lässt die Wirbelsäule durchhängen, das belastet die Bandscheiben. Ähnliches gilt beim Lümmeln auf dem Sofa. Die Wahl des Polsters ist ebenfalls entscheidend: Es soll den Höhenunterschied zwischen Oberkörper und Kopf ausgleichen, damit sich die Muskulatur im Nacken entspannt. Ein zu dickes oder zu dünnes Schlafkissen überdehnt die Wirbelsäule im Halsbereich oder knickt sie ab.

Frau im Bett

Empfehlenswert. Der Rücken liebt punktelastische Matratzen aus Latex, Schaumstoff oder auch welche mit Taschenfederkern.

Das kann man tun: Eine gute Matratze bietet der Wirbelsäule optimale Erholung, indem sie die Wirbelsäulenkrümmung normalisiert. Die Unterlage kann also ruhig etwas härter sein. Empfehlenswert sind punktelastische Matratzen aus Latex, Schaumstoff oder auch welche mit Taschenfederkern. Wenn möglich, sollte man vor der Anschaffung Probe liegen. Viele Händler gewähren für ihre Matratzen auch einen Testzeitraum mit Rückgaberecht. Beim abendlichen Schräglümmeln auf der Couch kann man die Wirbelsäule im unteren Bereich mit einem Polster stützen.

Agnes Landkammer, Physiotherapeutin

„Eine gute Übung für den unteren Rücken: Die Gefäßmuskulatur regelmäßig fünf Sekunden anspannen.“

Lesen Sie mehr zum Thema:

Teil 1: Der Rücken am Schreibtisch und im Bett
Teil 2: Der Rücken bei Stress, im Alltag, im Auto und beim Sport
Teil 3: Erste Hilfe bei Rückenschmerzen
Teil 4: Im Gespräch mit Brigitte Klaghammer – einer von 26 dm Gesundheitsbotschaftern

 

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