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PLASTIKFLASCHEN-RECYCLING: DAS WAR DIE RUTSCH-PARTIE

Eine Rutsche für ein Kinderlächeln.

Home » Leben » PLASTIKFLASCHEN-RECYCLING: DAS WAR DIE RUTSCH-PARTIE - 09.2017

So leicht rutscht man ins Weltverbessern. Aus Plastikflaschen von Fa wurde eine Rutsche für Kinder. So geht richtiges Plastikflaschen-Recycling. Das unkonventionelle Projekt der dm Initiative {miteinander}, wo jeder mitmachen konnte.

Wir Österreicher sind vorbildlich, wenn es um Müll geht. 96 Prozent von uns sortieren laut ARA (Altstoff Recycling Austria) die leeren Verpackungen und geben sie getrennt voneinander ab.

Knapp 60 Prozent der Abfälle werden hierzulande wiederverwertet. Und obwohl Österreich nach Deutschland und Slowenien im europäischen Vergleich als Recycling-Musterland gilt, fallen pro Jahr immer noch 1,4 Millionen Tonnen Restmüll in den heimischen Haushalten an. Ein großer Teil davon wird in Müllverbrennungsanlagen verbrannt.

Plastik ist anders

Alle Plastikprodukte haben zwar dasselbe Ausgangsmaterial und sind relativ einfach wiederzuverwerten – bei vermischten und verschmutzten Plastikabfällen ist das komplizierter, daher werden sie häufig verbrannt.

Dass es auch anders geht, zeigt ein neues Projekt der dm Initiative {miteinander}, das in Zusammenarbeit mit der Marke Fa ins Leben gerufen wurde. Es beschäftigt sich mit der Thematik des „Plastikflaschen-Recyclings“. Dabei werden leere Duschgel-Verpackungen gesammelt und zu einer Kinderrutsche verarbeitet.

Ziel war es, die Kleinen zum Lachen zu bringen und gleichzeitig ökologisch verträglich zu handeln, indem man eine gute Lösung für das „Plastikflaschen Recycling“ aufzeigt. Mit wenig Aufwand und großer Wirkung. Die leeren Flaschen sind sowieso da. Aber was mit ihnen passiert, können wir beeinflussen.

Plastikflaschen-Recycling für Vollprofis

Es wurde eine Idee geboren und gemeinsam mit dem Kooperationspartner Fa umgesetzt: die #dmRutschfreude. Leere Duschgel- und Shampooflaschen sollten recycelt und zu einer Kinderrutsche werden. Gesagt, getan. In den vergangenen Monaten haben zahlreiche dm Kunden und Kundinnen in ganz Österreich das Projekt unterstützt. Sie haben ihre leeren Körperpflegebehälter in eigens dafür aufgestellte hellblaue Sammelboxen in den dm Filialen geworfen. Flasche für Flasche.

BUCH TIPP Die dm Initiative {miteinander}

Unter dem Motto {miteinander} fördert dm laufend soziale, kulturelle und ökologische Projekte. Das Ziel jedes einzelnen Projekts: Mitarbeiter und Kunden setzen sich gemeinsam ein, um die Welt ein bisschen besser zu machen. Mehr Infos zur dm Initiative {miteinander}.

Sinnvolle Kooperation

Dann kam ein anderer dm Partner ins Spiel: das Logistikunternehmen Quehenberger. Der langjährige Speditionspartner brachte die gesammelten Flaschen zum Recycling-Spezialisten TerraCycle. Dank der Verwendung von Zustell-Lkw wurden Extra-Transporte vermieden – im Sinne der Umwelt. Bei TerraCycle hat man sich auf die Verwertung typischerweise nicht recycelbarer Abfälle spezialisiert – daher waren sie auch der Partner, der für das Plastikflaschen-Recycling-Experiment auf der Hand lagen. Die Plastikflaschen wurden geprüft und vollständig zu Granulat verarbeitet.

Daraus entstand eine Kinderrutsche, die pünktlich zum Herbstbeginn an die Organisation SOS-Kinderdorf übergeben wurde. dm Geschäftsführer Harald Bauer erklärt den Hintergrund der Aktion: „So schonen wir nicht nur die Umwelt, sondern unterstützen das SOS-Kinderdorf in seiner Urwirkung, Kindern ein Zuhause zu bieten.“ Denn alle Beteiligten haben ein gemeinsames Ziel: Sie wollen Kinderaugen zum Strahlen bringen. Danke, dass Sie das möglich gemacht haben!

Das Ergebnis

Am Ende verarbeitete der Recyling­spezialist TerraCycle die mehr als 8.000 ­gesammelten Plastikflaschen zu Granulat und weiter zu einer überdachten Kinderrutsche. Anfang September wurde sie in gemütlicher Runde bei Speis und Trank feierlich an das SOS-Kinderdorf im salzburgischen Seekirchen am Wallersee ­übergeben. Dort sorgte sie bei den Kindern für große Freude und wurde natürlich gleich ausgiebig getestet.

Nachhaltiger Stolz

Mit der Initiative wollen dm und Fa Bewusstsein schaffen. Denn: „Nachhaltigkeit geht uns alle etwas an“, sagte dm Geschäftsführerin Petra ­Gruber bei dem kleinen Fest. „Das Projekt zeigt, dass jeder seinen Teil beitragen kann, um Ressourcen zu schonen. Dass wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitern und Kunden nicht nur grünes Engagement ­bewiesen haben, sondern zugleich den Kindern im SOS-Kinderdorf etwas Gutes tun können, macht mich stolz“, so Gruber.

Bernhard Voit, General Manager Beauty Care bei Henkel Österreich, überzeugte sich ebenfalls vor Ort von den Qualitäten der fertigen Rutsche. „Unsere gemeinsam mit dm gestartete Initiative soll der Öffentlichkeit bewusst machen, dass es sich bei gebrauchten Verpackungen um wertvolle Materialien und Rohstoffe handelt, die es zu sammeln lohnt“, sagte er.

Junge Umweltschützer

Das SOS-­Kinderdorf hat jetzt nicht nur eine Rutsche aus recycelten Plastikflaschen. dm und Henkel sammelten gemeinsam mit Kunden zusätzlich 60.765 Euro für weitere nachhaltige Projekte im SOS-Kinderdorf. Neben Anschaffungen wie einer Photovoltaikanlage und einem Elektroauto sollen vor allem auch die Kinder für das Thema sensibilisiert werden. Dafür wurden eigens junge „Energie-Detektive“ ausgebildet, die darauf achten, dass die wertvolle Energie im Haus sparsam ein­gesetzt wird. Damit übernimmt das SOS-Kinderdorf eine Vorreiterrolle. Für Standortleiter Wolfgang Arming ist es wichtig, jedem Einzelnen seine Verantwortung für den Schutz der Umwelt klarzumachen: „Unsere Kinder und die nächsten Genera­tionen werden es uns danken.“

Link-Tipps

Video: Plastikflaschen-Recycling-Idee

Warum Recyclen?

 

Bei der Trennung des Hausmülls kommt es vor allem auf eines an: Genauigkeit. Wenn man nicht bewusst und gewissenhaft trennt, macht der ganze Aufwand nur noch halb so viel Sinn. Wenn überhaupt. Denn verunreinigtes oder vermengtes Material behindert den Recyclingprozess.

Daher gibt es beispielsweise für Bunt- und Weißglas zwei getrennte Sammelbehälter. Eine einzige grüne Flasche im Weißglasbehälter reicht aus, um 500 Kilogramm Weißglas einen grünlichen Schimmer zu verleihen. Damit ist es unbrauchbar.

Auch beim Sammeln von Kunststoff ist Genauigkeit gefragt. Der Grund: Verschiedene Kunststoffe schmelzen bei unterschiedlichen Temperaturen. Und auch im geschmolzenen Zustand kann man sie nicht vermischen. Manche Dinge im Leben müssen wir vielleicht nicht gar so genau nehmen. Fürs Recycling gilt das aber nicht.

Was wird aus …

… Papier?
Papier kann mehrmals wiederverwertet werden, allerdings wird es mit jedem Mal weiter abgenützt. Aus Altpapier werden Hygienepapiere wie Toilettenpapier, aber auch Zeitungen hergestellt. Wichtig ist Altpapier außerdem in der Vorproduktion für die Verpackungserzeugung. In Österreich werden Papier, Karton, Pappe und Wellpappe zu einem großen Anteil oder auch zur Gänze aus Altpapier produziert. Getränkekartons zählen nicht zum Papiermüll, werden aber ebenfalls recycelt.

… Metall?
Lebensmittel- oder Tierfutterdosen und Co werden sortiert, gepresst oder geschreddert und gemeinsam mit anderen Schrottsorten und Roheisen als Rohstoff für die Stahlerzeugung eingesetzt. Das so erzeugte Stahlblech wird zu Weißblech veredelt und endet in Form von Dosen, Kanistern oder Verschlüssen wieder in den Regalen. Auch Baustahl, Wasch­maschinengehäuse oder Eisenbahnschienen ent­stehen daraus. Aluminium kann unbegrenzt wiederverwertet werden. Es wird unter anderem zu Folie, Getränkedosen oder Joghurtbecherdeckeln.

… Glas?
Mehrwegflaschen werden bis zu 40-mal gewaschen und wiederbefüllt. Altglas wird sortiert, eingeschmolzen und zu neuen, gleichwertigen Glasprodukten wie Getränkeflaschen, Konservengläsern oder Medizinbehältern verarbeitet.

… Bioabfall?
Biomüll kompostiert man am besten im eigenen Garten. Organische Abfälle aus der Biotonne werden zu Kompost oder in Biogasanlagen verwertet.

… Problemstoffen?
Das sind gefährliche Abfälle, die zum Großteil einer speziellen Verbrennung zugeführt werden. Dazu zählen etwa Farben und Lacke, Klebstoffe oder Energiesparlampen. Sie dürfen nicht in den Restmüll, sondern müssen zu Problemstoffsammel­stellen gebracht werden. Batterien kann man in Geschäften mit Sammelboxen abgeben, alte Medikamente in Apotheken.

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