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Die 3 Phasen der Schwangerschaft

Das Wunder im Bauch.

Home » Family » Die 3 Phasen der Schwangerschaft - 04.2018

Sobald ein Baby im Bauch heranwächst, steht die Welt auf einmal Kopf. Nichts ist mehr so, wie es einmal war. Das ist schön, kann aber auch für Verunsicherung sorgen. Dabei ist es ganz einfach: Das Baby gibt den Ton an, aber Mama darf dabei nicht auf sich selbst vergessen.

1.Trimester: Juhuuu, schwanger!

Geahnt hat man es vielleicht schon: weil die Brust spannt, die Regel auf sich warten lässt oder man sich irgendwie anders fühlt. Vielleicht trifft aber auch gar nichts davon zu. Dann zeigt der Blick auf den Schwangerschaftstest, was der Arzt bestätigen wird: schwanger. Die Gefühle, die da plötzlich auf eine Frau einprasseln, sind so unterschiedlich wie überwältigend, unabhängig davon, ob sie es zum ersten oder wiederholten Mal erlebt.

Was auch immer man in diesen Momenten empfindet, ist in Ordnung. Es braucht Zeit, sich auf die wohl wichtigste Neuerung im Leben einzustellen. „Das erste Trimester ist die Zeit der Veränderungen, der körperlichen wie der psychischen“, sagt die Tiroler Hebamme Verena Lechner. „Zukunftsängste sind in dieser Zeit völlig normal.“

Während man noch damit beschäftigt ist, die Neuigkeit zu begreifen, ist das Baby im Bauch schon ordentlich am Wachsen. Braune Haare, blaue Augen, Mädel oder Bub, das alles steht schon seit der Befruchtung fest. Zu Beginn der Schwangerschaft werden alle Organe angelegt, und auch eine Körperstruktur wird rasch erkennbar. Selbst das Herz ist Ende des zweiten Schwangerschaftsmonats schon da. Meist wird der erste Herzschlag in der 9. Woche bei der Ultraschalluntersuchung für die werdenden Eltern hörbar. Der Bauchzwerg ist ab diesem Zeitpunkt schon sehr aktiv. Er bewegt sich fleißig, wenn auch nicht spürbar.

Weniger energiegeladen ist hingegen die werdende Mama, die vor Müdigkeit jeden Moment einschlafen könnte. Das ist normal, schließlich muss sich ihr Körper auf das neue Leben in ihr einstellen und es mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen. Das ist oft gar nicht so leicht, denn Schwangere sind zu diesem Zeitpunkt nicht nur geruchsempfindlicher als sonst, sondern können auch unter Übelkeit leiden. Die klassische Morgenübelkeit, so heißt es, ist täglich nach dem Aufstehen überstanden, und endgültig im zweiten Trimester.

Manche Frauen kämpfen allerdings auch länger oder tagsüber damit, andere überhaupt nicht. „Gut helfen hier oft Akupunktur und homöopathische Globuli„, rät die Tiroler Gynäkologin Katrin Steger-Kollar. Und Verena Lechner empfiehlt Yoga – aus persönlicher Erfahrung, schließlich ist sie gerade selbst schwanger: „Körperliche Beschwerden werden dabei gelindert und durch die Entspannungsübungen finden die meisten Frauen zur inneren Ruhe. Es bringt den Körper ins Gleichgewicht.“ Yoga hilft, so wie moderates Schwimmen oder Nordic Walking, auch bei anderen körperlichen Beschwerden wie Rückenschmerzen.

2.Trimester: Das Wunder kommt nun auch im Kopf an

„Frauen empfinden den zweiten Teil der Schwangerschaft als sehr angenehm“, sagt Katrin Steger-Kollar. Er beginnt bei werdenden Eltern mit einem großen Aufatmen: Das Risiko für eine Fehlgeburt ist erheblich gesunken, die typischen Beschwerden aus der Anfangszeit lassen nach, Mama hat wieder mehr Energie. Das Baby ist nicht nur im Bauch angekommen, sondern auch im Kopf und in der Gefühlswelt. Selbst der Hormonhaushalt hat sich eingependelt. Sichtbar sind die Veränderungen bei Haut und Haaren: nie war der Teint rosiger und das Haar kräftiger und glänzender. „Frauen blühen im zweiten Trimester auf“, bestätigt Hebamme Lechner, „sie fühlen sich körperlich wie seelisch ausgeglichen und fit.“

Deshalb ist jetzt die ideale Zeit, um noch gemeinsam als Paar Urlaub zu machen. Auch mit Geschwisterkindern wird es nun einfacher. Die Schwangerschaft ist nach außen hin sichtbar, man kann den Kleinen und Freunden offen von dem neuen Familienmitglied, das heranwächst, erzählen. Dies hat aber auch den Nachteil, dass man nun besonders gerne mit gut gemeinten Ratschlägen überhäuft wird, etwa zur richtigen Ernährung.

„Die Schwangerschaft zu genießen und unbeschwert zu erleben gelingt am besten, wenn die werdende Mutter auf den eigenen Körper hört“, meint Steger-Kollar. Und empfiehlt, nicht alle Tipps aus dem privaten Umfeld ernst zu nehmen, sondern Vertrauen in sich und die Schwangerschaft aufzubauen: „Auch Vergleiche mit anderen Schwangeren sollte man lieber ignorieren, das führt oft nur zu unnötigem Stress.“

Im Bauch gehen die Entwicklungen ab der 13. Woche rasant weiter. Die Organe sind entwickelt und reifen nun nur noch aus, Lungenbläschen entwickeln sich, die Atmung wird trainiert. In diesem Trimester erfahren Eltern auch das Geschlecht ihres Babys, sofern sie das wünschen. „Ein wunderbarer Moment findet etwa um die 20. Schwangerschaftswoche statt: Die ersten Bewegungen des Kindes sind zu spüren“, so Steger-Kollar.

Weil noch genügend Platz im Bauchraum ist, turnt das Kleine nämlich fleißig herum. Manche Mamas nehmen das leichte Flattern im Bauch ganz deutlich wahr, andere anfangs wiederum kaum. „Babys sind, wie ihre Eltern, einzigartig“, sagt Verena Lechner, die ganzheitlich arbeitet. „Bereits im Bauch zeigen Kinder ihren Charakter, indem sie zum Beispiel auf Umgebungsgeräusche oder zu gewissen Uhrzeiten speziell mit Bewegungen reagieren.“ Deshalb ist es auch völlig logisch, dass Schwangerschaften unterschiedlich verlaufen.

3.Trimester: Das lange Warten

Ab der 26. Schwangerschaftswoche stehen beim Baby die Lungenreifung und die Gewichtszunahme im Vordergrund. Das merkt man natürlich an Mamas Bauchumfang, der die Bewegungsfreiheit sehr einschränkt und vieles beschwerlicher macht. Auch ist man ständig auf der Suche nach einer Toilette – aber so weiß man wenigstens bereits vor der Geburt, wo man später Wickeltische findet.

Das ist die Zeit, in der Papa sich am aktivsten einbringen kann. Sanfte Massagen sind ebenso gefragt wie Hilfe bei Alltagstätigkeiten. Manche Frauen entwickeln einen starken Nestbautrieb, bei dem sie Unterstützung dringend benötigen können. Schwierig kann auch das Schlafen werden. Die Blase meldet sich, durch den Bauch ist die gewohnte Liegeposition nicht mehr möglich, der Zwerg kickt von innen und im Kopf rattert es unaufhörlich: Dauert es noch lange? Wie wird die Geburt? Ist alles vorbereitet für den Nachwuchs?

Diese Erfahrung macht auch Verena Lechner gerade: „Man kann vorher darüber studieren und als Hebamme alles miterleben, aber wenn man selbst in der Situation ist und die Hormone mit einem Schlitten fahren, dann ist man einfach auch nur eine werdende Mama im Auf und Ab. Man weiß zwar genau, was auf einen zukommt, aber es dann wirklich zu erleben ist wieder etwas ganz anderes.“

So schön die Schwangerschaft bis dahin auch verlaufen ist, so sehr sehnen die meisten werdenden Mütter nun die Geburt herbei. Wenn die dann nicht zum erwünschten Zeitpunkt eintritt, kommt oft Panik auf. „Im Hinblick auf die Geburt sollten Schwangere versuchen, nicht alles im Detail vorauszuplanen. Der Verlauf einer Geburt lässt sich nicht vorhersagen“, sagt Katrin Steger-Kollar, die Paaren Geburtsvorbereitungskurse empfiehlt, die nicht nur informieren, sondern auch „Ängste und Sorgen rund um das Thema Geburt abbauen“.

Und auch Verena Lechner bestätigt: „Je freier man auf die Geburt zusteuert, umso leichter fällt es, loszulassen. Und wenn das Kind noch nicht bereit für die Geburt ist, dann könnte man wohl Himmel und Hölle in Bewegung setzen und es würde nichts bringen.“ Und das ist auch gut so. Das Baby wird die Welt außerhalb von Mamas Bauch mit Sicherheit früh genug entdecken.

Die besten Tipps bei Schwangerschaftsbeschwerden

Übelkeit: Ingwer (als Kekse, kandiert), schluckweise lauwarmen Tee trinken (zum Beispiel Kamille), statt größerer Mengen öfter kleine Snacks essen, frische Luft, Akupunktur
Rückenschmerzen: Moderate Bewegung, Yoga, stützenden Schwangerschaftsgurt tragen
Schlafproblemen: In Seitenlage schlafen, Stillkissen oder Seitenschläferkissen zwischen die Beine und als Stütze unter den Bauch legen, vor dem Schlafengehen warm mit Lavendelöl baden
Müdigkeitsattacken: frische Luft, kurze Wechselduschen, sich tagsüber Ruhe- und kleine Schlafpausen gönnen
Verstopfung: Lein- und Flohsamen ins Müsli rühren, Bewegung, viel Wasser trinken
Sodbrennen: kleine Mahlzeiten, fettarm ernähren, mild würzen, nicht kurz vorm Schlafengehen essen, Oberkörper beim Schlafen höher lagern, Nüsse langsam knabbern (bindet die Magensäure)

BUCH TIPP Buchtipp: Let’s chat baby.

Nachricht an Theo. Als der Märchenerzähler Folke Tegetthoff erfährt, dass er Opa wird, beginnt er, seinem Enkel WhatsApp-Nachrichten zu schreiben. Jeden Tag. In „Let’s chat, Baby!“ möchte er ihm von der Welt erzählen, in kurzen, einfachen Geschichten. Er berichtet ihm von Alltagserlebnissen, profanen Dingen, die alle nur eines beweisen sollen: „Dich erwartet eine fantastische Welt! Du wirst das Großartigste erfahren: Die Liebe Deiner Eltern, Deiner ganzen Familie.“ Erhältlich in ausgewählten Buchhandlungen und auf www.tegetthoff.at/baby.

 

3 effektive Yoga-Übungen für Schwangere

Die Katze-Kuh – entspannt den Nacken-Schulter-Bereich und dehnt die Rückenmuskultur.
Im Vierfüßlerstand tief einatmen, die Brust strecken, leicht ins Hohlkreuz gehen und nach oben schauen. Beim Ausatmen einen Katzenbuckel machen und die Übung fünf Mal wiederholen.

Der Baum – stärkt das Gleichgewicht.
Aus dem hüftbreiten Stand einen Fuß heben und auf der Innenseite des anderen Oberschenkels ablegen. Die Hände vor der Brust falten und über den Kopf strecken. Langsam ein und aus atmen, kurz halten und auf der anderen Seite wiederholen.

Die Stellung des Kindes – entspannt den Körper.
Hinknien, auf die Fersen setzen und Stirn auf den Boden legen. Die Arme längs neben dem Körper ablegen, tief einatmen dabei Bauch und Beckenbodenmuskulatur anspannen und beim Ausatmen wieder entspannen. Fünf Mal wiederholen.

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